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Bewertung von R.E.R. am 23.12.2011 |
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Erinnert sich noch jemand an Michael Endes großartiges Werk “Die unendliche Geschichte”? Beim Lesen des zweiten Bandes der Mr. Spines Trilogie von Jason Lethcoe musste ich an dieses wunderbare Buch denken. Nicht etwa, weil mich “Flight” von der literarischen Qualität auch nur ansatzweise daran erinnert hätte. Ich dachte vielmehr, wie viel Geld Verlage und Autoren mit der Ausbreitung von Serien verdienen? Anfang der 1980er Jahre gab es im Buchhandel wohl noch keine Marketingstrategen, sonst wäre die “unendliche Geschichte” wohl auch in mehreren Folgen erschienen um möglichst viel Geld aus dem Buch herauszuschlagen. Was im Falle der Geschichte von Bastian kein verschwendetes Geld gewesen wäre. “Flight” liest sich jedoch wie eine müde Zweitverwertung zahlreicher Ideen des Jugendbuchmarktes des letzten Jahrzehntes. Und dafür reut jeder Cent. Edward McLeod, der Waisenjunge aus Portland (Oregon) ist in einem Zwischenreich in dem die Toten der Erde leben, angekommen. Weil der böse Schakal die Brücken in die höheren Sphären vernichtet hat, müssen die Toten in dieser “Welt“ bleiben, bis der “Brückenbauer“ kommt von dem die Legende berichtet. Edward wird noch immer von einem Handlanger des Schakals verfolgt. Wiphlash Scruggs hat den Auftrag Edward in die Burg des Schakals zu bringen, wo auch schon seine Mutter gefangen gehalten wird. Edward will seine Mutter aus den Fängen dieses Bösewichtes befreien und macht sich mit seinen Freunden auf den Weg. Die Zutaten zu dieser Serie sind schnell aufgezählt. Durchschnittlicher, unauffälliger, elternloser Junge (sein Handicap: stottern) hat besonderes Schicksal (als Brückenbauer die Zwischenwelt retten) weil nur er (aufgrund seiner besonderen Herkunft) über außerordentliche Fähigkeiten verfügt. Statt in der Zaubererwelt, spielt diese Serie zwischen Leben und Tod und wird statt von guten und bösen Zauberern von Engeln (Wächter) und gefallenen Engeln (sehr originell Gefallene genannt!) belebt. Was mich während der Lektüre weiter schmerzlich Michael Ende oder Paul Maar vermissen ließ, war fehlende Fantasie gepaart mit sprachlicher Eintönigkeit. Wer den “Wunschpunsch” oder “den tätowierten Hund” gelesen hat, weiß um die Kraft magischer Wortkonstruktionen. Und wer schon lesend durch die grandiosen Landstriche Phantasiens gereist ist, weiß was ein schöpferischer Geist zu erfinden im Stande ist. Von all dem ist bei Lethcoe nichts zu finden. Das Buch ist nicht schlecht, aber auch nicht gut. Belanglos wäre das richtige Wort. Edward und seine Gefährten sind blasse Abziehbilder von Helden, die andere vorher schon in besserer Form er- und gefunden haben. Es schadet nicht dieses Buch zu lesen, ebenso gut kann man es auch lassen. Sucht man ein Buch für die Zielgruppe junger männlicher Leser ab zehn Jahren sind Autoren wie Cornelia Funke (Drachenreiter, Tintenherz Trilogie), Michael Ende (Die unendliche Geschichte), Joanne K. Rowling (Harry Potter Reihe) oder Eoin Colfer (Artemis Fowl Serie) unendlich viel besser geeignet, Kinder und Jugendliche in ihren Bann zu ziehen und vor allem auf höchstem Niveau bestens zu unterhalten. |
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Bewertung von kleinbrina aus Hamm am 07.02.2011 |
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Edwards großes Abenteuer geht in die zweite Runde! Edward ist im Nachleben angekommen. In Woodbine ruft er zusammen mit Jack, einem Faun und seiner Nichte Bridget eine Konferenz ein, in der sich Wächter und Bewohner versammeln. Was hier geschieht, hätte sich Edward in seinen Träumen nicht ausmalen können: Ausgerechnet er soll der sogenannte Brückenbauer sein, auf den man im Nachleben seit Jahrhunderten gewartet hat: "In der Prophezeiung ist von einem Meister die Rede, der die Zerstörung durch den Schakal wieder rückgängig machen und uns alle befreien wird, sodass wir über die Sieben Brücken in die Höheren Sphären aufsteigen können. Die Seelen, die in Woodbine gefangen sind, warten schon seit Jahrhunderten auf die Ankunft dieses Meisters." Aber das ist noch nicht alles, was Edward hier erfährt. Ihm wird seine Herkunft erklärt, die er nicht glauben will. Zusammen mit Mr. Spines, Bridget und der Wächteranwärterin Tabitha macht er sich auf dem Weg zum Schakal, um seine Mutter zu befreien, die bereits seit Jahren bei ihm gefangen gehalten wird. Allerdings ist Scruggs auch in diesem Band hinter ihm her und versucht ihn aufzuhalten.. Zuallererst muss ich gestehen, dass sich diese Rezension als äußerst schwierig erwiesen hat, da in diesem Band einfach zu viele Spoiler enthalten sind. Von daher werde ich mich bei einigen Dingen äußerst kurz halten. Jason Lethcoe hat mit "Flight" eine grandiose Fortsetzung geschrieben, die direkt an das Ende von "Wings" anknüpft. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und spannend, die Charaktere werden weiterhin gut aufgebaut. Besonders auffällig ist hier, dass Edward immer mutiger wird. Obwohl er seine heißgeliebten Karten verloren hat, bricht er nicht ein und bleibt sich und seinen Gefühlen treu. Auch seine Beziehung zu Mr. Spines wird hier deutlicher hervorgehoben. Aber auch Mr. Spines Leben wird hier noch einmal genauer erklärt. Besonders interessant fand ich hier einen seiner Tagebucheinträge, dass emotionaler nicht sein konnte und erklärt, warum er zu einem Gefallenen geworden ist. In "Flight" lernt man aber auch viele neue Charaktere kennen, wie z.B. den Fährmann, der Edward begleitet. Am meisten konnte mich Bridget begeistern, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Ihre Geschichte auf der Erde ist tragisch und sehr emotional. Obwohl sie Gefühle für Edward entwickelt, verbietet sie sich diese. Neben Woodbine lernt der Leser auch viele neue Orte im Nachleben kennen, die düsterer und interessanter nicht sein können. Besonders gefallen hat mir hierbei "Spector's Hollow", einem Ort, an dem sich jeder seinen größten Ängsten stellen muss. Dieser Ort gilt sogar als so böse, dass selbst die Gefallenen diesen Ort meiden. Wie auch schon beim ersten Band endet die Geschichte abrupt. Dieser typische Cliffhanger mag zwar im ersten Moment ärgerlich sein, jedoch bringt er mich gleichzeitig dazu, weiterhin auf die Trilogie neugierig zu sein. Die Covergestaltung ist wunderschön gestaltet und ist vom Stil her dem ersten Band sehr ähnlich. Gleichzeitig wirkt es weiterhin mystisch und düster. Ein weiteres Highlight neben dem wunderschönen Cover ist ein Glossar am Ende des Buches, wo alle Charaktere, Orte und Gegenstände noch einmal genauer erklärt werden. "Flight" ist eine grandiose Fortsetzung, die durch viele Gefühle, magischen Orten und den wunderbaren Charakteren sofort ans Herz geht. Ich kann den dritten und letzten Teil "Song" kaum erwarten. Absolut empfehlenswert! :) |
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