Faunblut - Blazon, Nina

Nina Blazon 

Faunblut

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Faunblut

Trendig, aufregend, romantisch - junge Fantasy vom FeinstenAls Jade, das Mädchen mit den flussgrünen Augen, den schönen und fremdartigen Faun kennenlernt, ist ihre Welt bereits am Zerbrechen. Aufständische erheben sich gegen die Herrscherin der Stadt und die sagenumwobenen Echos kehren zurück, um ihr Recht einzufordern. Jade weiß, auch sie wird für ihre Freiheit kämpfen. Doch Faun steht auf der Seite der Gegner ...

"Fantasy vom Feinsten." -- Münchener Abendzeitung

'Megaspannender Mystery-Trip.' TV Movie 'Ein Stern am Fantasy-Himmel.' -- Eselsohr


Produktinformation

  • Verlag: Cbt
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 478 S.
  • Seitenzahl: 496
  • cbt Taschenbücher Bd.30708
  • Altersempfehlung: ab 13 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 206mm x 136mm x 45mm
  • Gewicht: 622g
  • ISBN-13: 9783570307083
  • ISBN-10: 3570307085
  • Best.Nr.: 29524084
"Fantasy vom Feinsten." Münchener Abendzeitung

"Ein Stern am Fantasy-Himmel."

Es gibt durchaus Trends in der Jugendliteratur - im Moment ist die Vorstellung, ein "Anderwesen" zu begehren, absolut "in". Keine Rolle spielt dabei, wer diese Mode begründet hat, interessant ist, was die jeweiligen Autoren aus dem Plot machen. Nina Blazon ist mit diesem Titel jedenfalls ein in jeder Hinsicht bemerkenswerter Beitrag zum Thema gelungen, denn sie bleibt nicht auf der Oberfläche pubertärer Wünsche und Phantasien, sondern wagt sich mutig in die differenzierteren Bereiche von Lebensgestaltungsplänen vor. Wenn andere Titel dieses Genres lediglich - zwar sehr spannend und gekonnt - die Emotionen und Gefühle erotischer Enthaltsamkeit beschreiben, dann geht es hier um die Geheimnisse menschlicher Beziehungsmöglichkeiten in einer Welt, in der man weder mit Vertrauen, noch auf der Basis von Bestätigung der eigenen Wünsche und Bedürfnisse, selbstverständlich auf das begehrte andere Geschlecht zugehen kann. Und das alles packt die Autorin in eine super spannende Geschichte, die davon lebt, dass die Vorurteile, die sowohl die agierenden Personen als auch die Leser mitbringen, gekonnt aufs Glatteis geführt werden. Und damit bleibt weder den Figuren der Geschichte noch den Lesern erspart, immer wieder darüber nachdenken zu müssen, was da eigentlich gerade passiert. Jade, die junge Heldin, ist jedenfalls bestens geeignet als Identifikationsfigur für junge Mädchen, die ihre Identität noch nicht der Kosmetik und Bekleidungsindustrie verkauft haben. Sie ist klug und mutig - und sie will ihren Faun, diesen rätselhaften und reizvollen jungen Mann, lieben. Sie gibt sich nicht zufrieden mit romantischen Schwärmereien, sondern will wissen, ob er taugt, als Begleiter, als Freund und als Liebhaber. Dass das alles zugleich nicht möglich ist, meinen viele Erwachsenen zu wissen, und die Autorin macht es Jade auch nicht gerade leicht: Die "äußeren Umstände" der Handlung des Romans sind geradezu feindselig gegenüber menschlichen Bedürfnissen oder gar Liebesgeschichten beschaffen. Aber sowohl Jade als auch ihr Faun kämpfen gegen die Angst und gegen die Gewalt, die aus dieser Angst entsteht, und die die Menschen gefangen hält. Es ist das gute Recht von Kindern und jungen Menschen, Lösungen für all das, was sie noch nicht verstehen können, in Märchen oder phantastischen Geschichten zu finden, da die Realität diese scheinbar nicht hergibt. Aber es ist die Qualität der symbolischen Bilder eines Romans, die gewährleisten, dass das "gute Ende" nicht billig, sondern wahrhaftig ist. Faunblut bietet genau solche Bilder, die auch dann noch tragfähig sind, wenn man aus dem Abenteuer des Lesens wieder auftaucht - und in der realen Welt angekommen ist. (Rezension von Gabriele Hoffmann aus dem LibriFachkatalog Harry & Pooh 2009/2010)
Nina Blazon, geboren 1969 in Koper bei Triest, aufgewachsen in Neu-Ulm, las schon als Jugendliche mit Begeisterung Fantasy-Literatur. Selbst zu schreiben begann sie während ihres Germanistik-Studiums - Theaterstücke und Kurzgeschichten - bevor sie den Fantasy-Jugendroman Im Bann des Fluchträgers schrieb, der 2003 mit dem Wolfgang-Hohlbein-Preis und 2004 mit dem Deutschen Phantastik-Preis ausgezeichnet wurde. Seither haben Nina Blazons Bücher zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Die erfolgreiche Jugendbuchautorin lebt in Stuttgart.

Leseprobe zu "Faunblut" von Nina Blazon

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Leseprobe zu "Faunblut" von Nina Blazon

Auf den ersten Blick sahen sie erschreckend menschlich aus. Soweit Jade von ihrem Platz im Schatten der Mauer erkennen konnte, waren es nur zwei Gestalten. Sie standen mitten auf dem alten Rathausplatz und starrten nach oben, zu den gezackten Ruinenrändern der Häuser, die in den wirbelnden Wolkenhimmel ragten. Beide waren von Kopf bis Fuß verhüllt, aus dem Saum troff schmutziges Wasser. Sogar die Köpfe hatten sie bedeckt - der eine mit einem lumpigen Fetzen, der andere mit etwas, das ein Stück von einem feinmaschigen Fischernetz sein mochte. Im fahlen Licht des Frühsommermorgens lagen ihre Gesichter im Schatten, sodass es aussah, als stünden auf dem verlassenen Rathausplatz körperlose Wesen - Gespenster der ehemaligen Bewohner, die vor ihren zerstörten Behausungen warteten, wo Fensterhöhlen, so leer wie ihre unsichtbaren Gesichter, erbarmungslos gleichgültig zurückstarrten.

Jade drückte den Rucksack an ihre Brust und wich zur Mauer zurück. Obwohl der Morgen so kühl war, dass sie ihren Atem sehen konnte, fühlte sie sich plötzlich, als würde sie vor Fieber glühen. Sie atmete tief durch, um die Furcht nicht übermächtig werden zu lassen. Sie wusste, sie sollte, so schnell es ging, von diesem Ort verschwinden, dennoch blieb sie stehen, unfähig, den Blick abzuwenden. Gegen ihren Willen fasziniert, verfolgte sie die geschmeidigen Bewegungen, die den beiden Gestalten die Anmutung von Tänzern verliehen. Sie verrieten sich allein schon durch die Art, wie sie sich umsahen und einige Schritte weiterglitten, wie sie das Ausmaß der sie umgebenden Zerstörung in ihre Gesten und Haltung aufnahmen und spiegelten. Etwas Fließendes lag darin, zu flink und flüchtig, um menschlich zu sein. Vor dem ehemaligen Rathaus, von dem nur noch die von Einschusslöchern durchsiebte Front stand, blieben sie abermals stehen und sahen nach oben.

"Komm, weg hier!" Lilinns kräftige Hand legte sich auf ihre Schulter.

"Das ^ das sind Echos!", wisperte Jade atemlos.

"Ich weiß. Sie dürfen uns nicht entdecken."

Jade schluckte. Natürlich nicht. Nur zu gut erinnerte sie sich an den übel zugerichteten Leichnam eines Mannes, den Martyn und die anderen Flussleute vor einigen Wochen aus dem Hafenbecken geborgen hatten. Und auf dem Schwarzmarkt erzählte man sich, dass vor wenigen Tagen zwei Wächter der Lady aufgefunden worden waren - vor den Gittern des Goldenen Tores, mit Wunden im Genick und einem Ausdruck des Entsetzens auf den erstarrten Gesichtern.

Langsam zog sich Jade zurück, einen tastenden Schritt nach dem anderen, geduckt und so vorsichtig, dass nicht einmal der zerbröckelte Marmor unter ihren Schuhen knirschte. Noch vier Schritte, noch drei bis zum Ende der Mauer. Immer noch hielt sie ihren leeren Rucksack wie einen Schutzschild vor ihrer Brust. Ihre Nackenhärchen stellten sich auf bei dem Gedanken, dass tote Augen sie vielleicht längst im Schatten erspäht hatten und jede ihrer Bewegungen verfolgten. Jedenfalls hieß es, sie hätten tote Augen. Die Geschichten, die man den Kindern zuflüsterte, wenn sie nicht folgsam waren, erzählten von Bestienfratzen, Fangzähnen und einer Zunge, die so lang und scharf war wie ein Dolch und den Tod brachte. Andere beharrten darauf, dass die Echos Mumiengesichter hatten, nur die Augen, klar und grün wie die Wasser der Wila, würden leben und jeden lähmen, der zu tief hineinblickte.

Obwohl Jade vor Angst und Anspannung kaum Luft bekam, konnte sie einfach nicht anders: Kurz bevor sie hinter Lilinn um die Ecke huschte, warf sie einen raschen Blick zurück.

Die Echos waren verschwunden. Nur das Wasser, das aus den nassen, lumpenähnlichen Umhängen geflossen war, glänzte noch auf dem Steinboden.

"Lilinn! Sie sind fort!" Ihr Flüstern war kaum wahrnehmbar gewesen, doch die Köchin fuhr herum und runzelte besorgt die Stirn. Sie hatte nicht oft harte Augen, aber hier, im Schatten, glichen sie mehr denn je hellblauen Habichtaugen, ein Eindruck, der durch die Umrandung mit schwarzer Schminke noch betont wurde.

"Verdammt", stieß sie zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. Jade wusste, dass sie in diesem Moment dasselbe dachten. Sie wechselten einen stummen Blick, dann drückten sie sich an die nächste schützende Mauer und hielten den Atem an. Doch es war zu spät, um sich zu verstecken: Marmortrümmer knirschten unter schnellen Schritten. Und die Schritte kamen genau auf sie zu.

Dort entlang!, bedeutete Lilinn mit der Hand. Zur alten Schule!

Jade war schon oft geflohen - vor den Leuten der Lady, die den Schwarzmarkt aufgespürt hatten, vor Dieben und Betrunkenen. Und nicht zuletzt vor den Jägern, die sie selbst für eine Diebin hielten. Doch diesmal musste sie schneller sein - und leiser. Es wäre leicht gewesen, Lilinn zu überholen, die einen Rock trug und längst nicht so schnell war wie Jade, aber heute legte es Jade nicht darauf an, an ihr vorbeizuziehen. Lilinns langes Haar, das sie in einem kunstvoll gedrehten Zopf trug, tanzte bei jedem Schritt wie eine goldene Schlange. Lautlos schlüpften sie unter einem mit Efeu bewachsenen Türstock hindurch und huschten den breiten Flur entlang, über den einst Schüler gelaufen waren. Schon vor Jahren hatten Kletterpflanzen damit begonnen, die Mauern zu überwuchern, und selbst die eisigen Winter hatten sie nicht aufhalten können. Das Gebäude hatte kein Dach mehr, und wenn man nach oben blickte, konnte man die blassen, schlierigen Wolken sehen, die über den weißen Morgenhimmel zogen.

Jade kannte jeden Winkel der verbotenen Stadt, von der Halle, in der die Schüler an langen Tischen gesessen und gegessen hatten, bis hin zu der prächtigen, mit schwarzem Marmor gepflasterten Hauptstraße. Und auch den kleinen Marktplatz, die verwinkelten Gässchen und die Ruinen der Tuchhallen und Kontore, in denen die Händler früher Seidenstoffe und Pelze gehortet hatten. Geschwungene Steinbrücken führten über die Kanäle, die vom Stadtfluss Wila abzweigten. Schlingpflanzen hatten sich unter den Brücken verfangen und streckten ihre blassgrünen Finger nach den bemoosten Treppen aus.

Jade und Lilinn hasteten durch einen Hinterhof und von dort aus über die hoch gewölbte, schmale Brücke, die die Flussleute den "Katzenbuckel" nannten. Sie umrundeten eine halb zerfallene Kirche und liefen auf einen prächtigen Stadtpalast zu, dessen zwei Marmorfiguren in Form von bärtigen Riesen nicht mehr das Dach, sondern nur noch den Himmel trugen.

An der Hausecke des Palasts verharrte Jade, hastig atmend, bemüht, kein Geräusch zu machen, obwohl sie das Gefühl hatte, ihr Herzschlag müsse in den Gassen widerhallen. Echos, so sagte man, hatten ein gutes Gehör, besser als Katzen.

Angespannt lauschte sie. Kein Scharren, kein Geräusch, aber dennoch - da war etwas, ein Blick, den sie als Gänsehaut spüren konnte. Sie zuckte zusammen, als Lilinn sie warnend mit dem Ellbogen anstieß, aber längst hatte sie es auch wahrgenommen: Hundegebell, dumpf und weit entfernt, doch schnell lauter werdend. Die Leute der Lady. Das hatte gerade noch gefehlt! Hatten sie die Echos bereits entdeckt? Oder war es die Spur der Menschen, die die Jagdhunde aufgenommen hatten?

Lilinn und Jade wechselten einen gehetzten Blick und sahen sich um. Es war die ungünstigste Stelle für eine Flucht. Von einem kleinen Sternplatz neben dem Haus zweigten Gassen und Wege ab. Welche Richtung sie auch wählten - sobald sie sich vom Haus entfernten, würden sie möglicherweise gesehen werden. Vielleicht lauerten die Echos bereits hinter der Ecke und warteten nur darauf, dass die beiden Menschen ihnen in die Fänge liefen?

Jade schielte nach oben. Ein Marmorriese starrte grimmig auf sie herunter. Im Schatten der gewaltigen Steinmuskeln hatte eine Taube ihr Nest in seiner Armbeuge gebaut. Ein sicherer Platz in der Stadt voller streunender Katzen und Köter. Und ganz bestimmt ein guter Aussichtspunkt.

Lilinn runzelte fragend die Stirn, als Jade ihren Rucksack auf den Boden legte und sich ihrer Schuhe entledigte. Doch als sie erkannte, was Jade vorhatte, schnappte sie entsetzt nach Luft. Sie sprang vor und wollte sie am Ärmel packen, doch Jade war schneller. Längst hatte sie mit den Fingern einen Mauerspalt ertastet. Rasch hangelte sie sich an der Wand des Stadtpalastes nach oben. Hier zu klettern, war nicht besonders schwierig, in der Mauer fehlten Steine, und selbst das Bein des Riesen war voller Scharten, die ihren Zehen als Kletterschwellen dienen konnten. Jetzt war sie froh, dass sie an diesem Tag die weiten Leinenhosen angezogen hatte, die ihr genug Bewegungsspielraum ließen. Als sie einen kurzen Blick über die Schulter zurückwarf, sah sie Lilinn. Sie war eine auffallend ruhige, kühle Schönheit, jetzt aber glühten ihre Wangen rot und die Augen funkelten vor mühsam verhaltener Wut. Runter!, befahl ihre herrische Geste, aber Jade schüttelte den Kopf und kletterte weiter. Hand über Hand zog sie sich hoch, wobei sie darauf achtete, im Sichtschutz des Marmorriesen zu bleiben. Rauer Stein kratzte über ihre Handflächen. Ihre Muskeln pochten bereits nach wenigen Metern, und an ihren bloßen Zehen spürte sie, wie scharfkantig der Stein an manchen Stellen war. Mit einer gewaltigen Kraftanstrengung zog sie sich über den marmornen Rand einer Gewandfalte des Riesen, wobei sie sich den Fußknöchel aufschürfte. In letzter Sekunde verkniff sie sich einen gezischten Fluch und ertrug den brennenden Schmerz, ohne einen Laut von sich zu geben.

In der Falte des Riesengewandes konnte sie sitzen wie in einer steinernen Hängematte. Für den Bruchteil eines Augenblicks genoss sie den Triumph, das Pochen und Ziehen in ihren Armen und das berauschende Gefühl der Höhe.

Die Taube beobachtete sie mit schräg gelegtem Kopf, bereit, bei der kleinsten Bewegung davonzuflattern.

Jade beugte sich vorsichtig nach vorne und spähte zu den Straßen hinunter. Von hier oben wirkte die tote Stadt wie ein Labyrinth mit blinden Gängen, Toren und Nischen. Wie blasse Adern zogen sich die Kanäle durch die Ruinen. In der Ferne leuchtete das breite kristallgrüne Band der Wila. Jenseits des Flusses stieg die neue Stadt aus den Morgennebeln: Der Regierungssitz der Lady erhob sich wie ein glatter hellgrauer Monolith am Nordufer. Früher war das Gebäude ein Palast gewesen - ein verwinkeltes, prächtiges Gebäude mit Bogenfenstern -, und obwohl es mit den neu erbauten Außenmauern eher an eine Festung gemahnte, nannten die Stadtbewohner es immer noch den "Winterpalast". Unweit davon standen die Glaskirche und die Häuser der reichen Lords. Viele davon hatten helle, neue Fassaden, doch es gab auch eine lange Reihe alter Gebäude mit neuen Herren direkt am Fluss. Und ein ganzes Stück stromaufwärts, an der Grenze von Gestern und Heute, lag Jades Heim.

Ein Windstoß fuhr Jade in den Kragen und wehte ihr das dichte Lockengestrüpp ihrer Haare vor die Augen. Schwarzes Feuer - so nannte ihr Vater Jakub ihre Mähne gerne. Mit Silberfunken. Ungeduldig drehte sie die Locken zu einem Strähnenknäuel zusammen, das sie sich in den Kragen stopfte. Die Echos waren nirgendwo zu sehen. Das Hundegebell war nun ganz nah, es kam von Norden. Natürlich - die Leute der Lady mussten über die große Drachenbrücke gekommen sein, vielleicht wussten sie nichts von den Echos, vielleicht waren sie nur auf einer Patrouille oder suchten den Schwarzmarkt, zu dem Jade und Lilinn unterwegs gewesen waren. Mit klopfendem Herzen spähte sie in die Gassen, suchte nach den Echos, einer Bewegung, irgendeinem Hinweis. Als sie einen kurzen Blick nach unten warf, bemerkte sie, dass Lilinn nicht mehr neben der Mauer stand, vermutlich hatte sie sich versteckt. Jade wusste, dass die Köchin vor Wut schäumte. Sie konnte sich auf Vorwürfe gefasst machen, aber das spielte nun keine Rolle. Wo waren die Echos? Jade kniff die Augen zusammen. Dort, in der alten Färbergasse am Kanal: Pfützen auf dem Boden, eine Spur von Tropfen! Und - sie duckte sich unwillkürlich - eine gleitende Bewegung, der Faltenwurf eines Lumpens. Schon war das Phantom hinter einer Häuserecke verschwunden. Die Echos waren also stadtauswärts nach Süden unterwegs. Offenbar wichen sie vor dem Hundegebell zurück und hatten Jade und Lilinn aus den Augen verloren. Erleichtert atmete sie auf. Jetzt galt es nur noch, den Jägern der Lady zu entkommen. Soweit sie von ihrem Aussichtspunkt erkennen konnte, kamen sie im Bogen auf den Stadtpalast zu. Es waren etwa ein Dutzend, jeder von ihnen führte einen Hund. Die Galgos - braunweiß gestromte, schlanke Jagdhunde - warteten nur darauf, von den Leinen gelassen zu werden. Jade ließ sich über den steinernen Bogen gleiten, hangelte sich nach unten und warf einen prüfenden Blick zur Straßenecke. Lilinn hatte auch ihren Rucksack und ihre Schuhe in Sicherheit gebracht. Gut!

Mit einem geschmeidigen Satz landete sie auf dem Boden, federte den Schwung des Aufpralls mit den Händen ab - und fühlte Nässe an ihren Fingern. Erschrocken schoss sie hoch und starrte ihre Hände an. Die Echos waren nicht nur in der Nähe gewesen, sondern direkt am Haus! Bestimmt hatte Lilinn sich deshalb so schnell in Sicherheit gebracht.

"Komm raus!", flüsterte Jade in den Schatten. "Die Echos sind weg, aber die Jäger kommen genau auf uns zu!"

Keine Antwort. Jade versuchte, das Sirren in ihrem Magen zu ignorieren. Getrappel ertönte in der Nähe, heiseres Bellen, Steinschlag und Geprassel, als würden Mauerreste in sich zusammenstürzen. Dann ein verwaschener Ruf - und ein Schuss.

Jade prallte so heftig zurück, dass sie sich den Kopf an der Mauer stieß. Ein weiterer Schuss verhallte in den Gassen, dann hörte sie Geschrei und eine herrische Stimme aus der Richtung, in die die Echos gelaufen waren: "Dahinten!"

Bevor Jade sich hinter die Mauer flüchten konnte, tauchte an einer Straßenecke schon der erste Jäger auf - es war eine junge Frau. Ihr Mantel bestand aus dunklen und hellen Lederfetzen, die in ihrer regelmäßigen Anordnung an ein Schachbrett erinnerten. Die Augen der Jägerin verengten sich, als sie das Gewehr hochriss und auf etwas zielte, das sich einige Meter rechts von Jade befand. Im Bruchteil einer Sekunde nahm Jade jede Einzelheit wahr: das straff zurückgekämmte braune Haar der Frau, die seidengrauen Augen und den schwarzen Glanz der Waffe. Der Schuss zerriss ihr fast die Ohren. Mauerwerk zerplatzte über ihrer Schulter, und noch während die Steinsplitter auf sie herunterregneten, begriff sie, dass ein Querschläger sie knapp verfehlt hatte. Instinktiv rettete sie sich in den Torbogen. Zitternd kauerte sie sich an die Reste einer zerbrochenen Tür und machte sich so klein wie möglich. Sie waren nicht hinter ihr her, die Jägerin hatte sie noch nicht einmal entdeckt, trotzdem saß der Schreck.

"Hier! Wasserspuren, die zur alten Kirche führen!", rief eine Männerstimme. Hundegebell erklang, die Frau und die anderen Jäger stürmten weiter nach Süden. Also hatte Jade richtig vermutet: Sie waren den Echos auf den Fersen. Dennoch wagte sie erst nach einer ganzen Weile, wieder den Kopf zu heben. Sie musste zu Lilinn zurück. Sicher war ihre Freundin schon auf dem Weg zur Greifenbrücke. Das war der Treffpunkt, an dem sie aufeinander warteten, wenn sie sich in der Stadt aus den Augen verloren hatten.

Jade ließ die Arme, die sie immer noch schützend über dem Kopf hielt, ganz sinken. Vor Erleichterung stiegen ihr die Tränen in die Augen. "Wo warst du?", flüsterte sie der Gestalt zu, die im Gegenlicht auf sie heruntersah. Jade sprang auf - und der Schatten wich sofort zurück. Ein blasser Sonnenstrahl fing sich in den Maschen eines Fischernetzes. Jade erstarrte mitten in der Bewegung. Das da war nicht Lilinn. Nur wenige Schritte entfernt stand ein Echo und starrte sie direkt an. Hinter dem schmutzigen Netz glaubte sie das Funkeln seiner Augen zu erkennen, doch viel schrecklicher war der dunkle Fleck, dort, wo das Maul sein mochte. Das Wesen gab ein Zischen von sich, ein erstickter Laut, der Jade durch und durch ging. An jedem anderen Tag hätte sie geschworen, sie würde lieber barfuß auf glühenden Kohlen tanzen, als die Leute der Lady zu Hilfe zu rufen, aber jetzt holte sie krampfhaft Luft, nahm ihre ganze Kraft zusammen und schrie: "Echo! Hier!"

Das Echo duckte sich, spannte die Gliedmaßen an wie ein Raubtier, das mit gesträubtem Fell zum Sprung ansetzt - und schnellte los.

Jades eigener Schrei gellte ihr noch in den Ohren, dann verschwamm die Zeit vor ihren Augen, sie wusste nicht mehr, wie sie vom Stadtpalast weggekommen war, aber nun lief sie, ganz von selbst trugen ihre Beine sie davon. Ihr keuchender Atem hallte in ihrem Kopf. Das Echo holte auf, sie konnte es hören. Ein zischender Ruf erreichte sie und jagte ihr einen eisigen Schauer über den Rücken. "Sinahe!" Ein fremdes Wort. Sie glaubte bereits, Atem im Genick zu fühlen, die lange Dolchzunge zu spüren, die sich zwischen ihre Schulterblätter bohrte, war sicher, dass Fänge bereits nach ihr schlugen und sie gleich zu Fall bringen würden. Mit einem Schrei sprang sie zur Seite, schlug einen Haken und tauchte durch einen Steinbogen.

Scharf bog sie um eine Ecke und rutschte beinahe auf Geröll aus. Der Schmerz an ihrer bloßen Sohle ließ sie zusammenzucken. Taumelnd fing sie sich wieder, dann fegte sie auf einen Brunnenplatz in der Nähe einer Brücke. Ein Schwarm Tauben flatterte hoch und floh, zwei Schüsse fielen - so laut und nah, dass Jade den Knall als schmerzhaftes Knacken in ihrem Ohr spürte. Sie sah aufgerissene Galgomäuler, blitzende Hundefänge und die Mündungen von Gewehren. Finger lagen gespannt an den Abzügen. Zweifel huschten über die Mienen der Jäger, für einen Moment zwischen Leben und Tod schwebend, erkannte Jade, dass sie nicht sicher waren, ob sie abdrücken sollten.

"Weg da!", schrie einer. Gleich darauf feuerten sie. Jade warf sich auf den Boden, rollte zur Seite und kroch auf allen vieren aus der Schusslinie. Der Geruch der verbrannten Treibladungen der Patronen - trocken, herb und fast ein wenig an Rauchfleisch erinnernd - verursachte ihr schlagartig Übelkeit. Es gelang ihr, in den Sichtschutz einer Überdachung zu kommen. Dort rappelte sie sich auf und floh an einem schmalen Kanal entlang. Zerbrochene Ruderboote hingen wie Treibgut an vermoderten Seilen mit langen grünen Algenbärten. Es stank nach öligem Stein und Brackwasser.

Schüsse verhallten hinter ihr. Und dann nahm sie voller Entsetzen wahr, dass das Echo überlebt hatte.

Schlimmer noch: Es war ihr immer noch auf den Fersen und holte auf, sie konnte es fühlen und hören, und ehe sie darauf reagieren konnte - schnellte es an ihr vorbei!

Ein Tropfenregen traf ihre Wange, ein Stück nassen Mantels klatschte gegen ihren wunden Knöchel, dann hatte es sie schon überholt und hetzte auf die nächste Brücke zu, die noch etwa dreißig Schritte entfernt war. Jade war viel zu verblüfft, um zu schreien. Das Echo schien genau zu wissen, wohin es wollte. Auf der anderen Seite des Kanals befanden sich die alten Kontore, ein gutes Versteck, labyrinthartig und mit vielen Kellern, die Verbindungen zu den Kanälen hatten. Mit langen Sätzen hetzte das Echo die steile Brücke hoch. Gerade als es den Scheitelpunkt des Bogens erreicht hatte, zögerte es plötzlich und sah sich nach Jade um.

Jade, die ohnehin langsamer geworden war, blieb ruckartig stehen. Würde es zurückkommen, um sie anzufallen? Durch die Maschen des Fischernetzes zeichnete sich ein Wangenbogen ab. Das Wesen betrachtete sie so angespannt, als würde es auf sie warten. Dann peitschte wieder ein scharfer Knall die Luft. Das Echo prallte zurück und taumelte rückwärts von der Brücke, während der Schuss noch in den Gassen widerhallte. Kurz hinter dem Brückenpfosten, nur noch wenige Schritte von Jade entfernt, verlor es das Gleichgewicht und brach zusammen.

Kundenbewertungen zu "Faunblut" von "Nina Blazon"

27 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.4 von 5 Sterne bei 27 Bewertungen **** sehr gut)
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Bewertung von streuner am 08.03.2012 ***** gut
Potenzial nicht ganz ausgeschöpft
Was soll ich sagen? Leider fällt mir nur SCHADE ein.

Das wunderschöne Cover und der Klappentext:
“Eine Metropole am Rande der Zeit, eine Herrschaft im Zeichen der Gewalt und eine Liebe wider jede Vernunft. Als Jade, das Mädchen mit den flussgrünen Augen, den schönen und fremdartigen Faun kennenlernt, steht ihre Welt bereits kurz vor dem Untergang. Aufständische erheben sich gegen die Herrscherin der Stadt, und die sagenumwobenen Echos kehren zurück, um ihr Recht einzufordern. Jade weiß, auch sie wird für ihre Freiheit kämpfen, doch Faun steht auf der Seite der Gegner…”
versprachen eine großartige Geschichte, was sie auch wirklich hätte werden können. Die Ansätze waren gut, blieben aber zum großen Teil auf der Strecke.

Gerne hätte ich (sehr viel) mehr über die interessanten Echos herausgefunden. Auch die Vergangenheit des geheimnisvollen Faun wäre sicher noch ein paar Zeilen oder auch Seiten mehr wert gewesen. Es gibt so viele spannende Charaktere (Lady, Lords, Flussleute, Rebellen), von deren Vorgeschichte ich gerne mehr erfahren hätte. So bleiben die Figuren leider etwas zu blass und die Hintergrundinformationen zu dürftig. Was mir in anderen Romanen oftmals zu langatmig erklärt wird, hat mir hier fast vollkommen gefehlt.

Auch die urplötzliche Liebesbeziehung zwischen Jade und Faun wollte sich mir nicht richtig erschließen. Warum haben sich die beiden ineinander verliebt - keine Ahnung! Liebenswürdig haben sich beide bis dahin nicht verhalten.
Die Autorin springt von einem Schauplatz zum nächsten, man hechelt hinterher und fragt sich, ob man nicht gerade eine Seite ungelesen überblättert hat.

Mein Fazit:
Ein Fantasyroman mit einer faszinierenden neuen Welt, dessen Potenzial die Autorin leider nicht ganz ausgeschöpft hat.

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Bewertung von Kerry aus Berlin am 29.09.2011 ***** sehr gut
Jade lebt mir ihrem Vater in einer vom Krieg zerstörten Stadt. Der Krieg, das war der Kampf zwischen den Menschen und den Echos, wobei die Echos fast vollständig vernichtet wurden und nach dessen Sieg Lady Mar die Herrschaft übernahm. Doch gebessert hat sich nichts, zumal der Krieg schon so lange vorbei ist und noch immer die Nachwirkungen zu spüren sind. Jades Vater führt mit ihr zusammen das Hotel Larimar. Um das Hotel Instand zu halten, versucht Jade die notwendigen Sachen vom Schwarzmarkt zu bekommen. Auf ihrem Weg dorthin, sieht sie zwei Echos. Diese stehen in dem Ruf, Menschen zu töten. Natürlich sieht Jade zu, dass sie Schutz findet. Doch die Jäger sind den Echos schon auf der Spur. Ihre Aufgabe ist es, die Echos zu vernichten und Lady Mar zu schützen. Als die Jäger tatsächlich eines der Echos vernichten, regt sich etwas in Jade - das Wissen, dass es falsch ist, die Echos zu töten.

Schon lange hegt Jade Zweifel, ob ihre Welt wirklich so aussehen sollte. Alles wird rationiert, an Lady Mar ist regelmäßig Tribut zu zahlen und eine Meinungsfreiheit ist nicht gegeben.

Eines Tages werden zwei Gäste der Lady Mar in dem Hotel Larimar einquartiert - Tam und Faun, beides Jäger. Tam macht auf Jade anfangs einen sehr netten Eindruck, doch nach und nach scheint diese Maske zu fallen. Faun hingegen ist für Jade unergründlich. Ständig geraten sie aneinander und dennoch ist da diese Anziehungskraft, derer sie sich nicht verschließen können. Trotz aller Widerstände verlieben sich die beiden ineinander und werden ein Paar, doch das Glück ist nicht ungetrübt. Faun verbirgt vor Jade ein Geheimnis und auch Jade ahnt nicht, dass in ihrer Vergangenheit der Schlüssel zu allem steckt ...

Was für eine schöne Liebesgeschichte in einer düsteren Zeit voller Angst, Zweifel und dennoch Hoffnung. Durch den anspruchsvollen und dennoch leicht verständlichen Schreibstil lässt sich das Buch problemlos und ohne Unterbrechungen wunderbar lesen und ein Eintauchen in diese Welt geschieht wie von selbst. Die Figuren wurden interessant und einzigartig dargestellt, wobei ich mir jedoch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.

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Bewertung von http://gottagivethembooks.wordpress.com am 13.08.2011 ***** gut
Lady Mar hat ihr Reich fest in ihrer boshaften Hand. Doch seit einiger Zeit bedrohen nun schon die sogenannten Echos, nur scheinbar menschliche Wesen, die Stadt. Lords werden ermordet und nichts scheint mehr sicher. Zwei Männer aus dem Nordland, Tam und Faun, werden gerufen um die Echos zu jagen und zu töten. Untergebracht werden sie im Hotel von Jades Vater, die Faun zu Beginn einfach nur schrecklich arrogant und anmaßend findet bevor sie sich schließlich doch in ihn verliebt. Dass er für die grausame Lady Mar kämpft während Jade sich einer Widerstandsgruppe von Rebellen anschließt macht die Situation nicht gerade leichter.

Es hätte so gut werden können! Sehr begeistert von Nina Blazons Zweilicht habe ich mich gleich auf Faunblut gestürzt.

Die Idee, die Geschichte einer verbotenen Liebe vor einem phantastischen Hintergrund zu erzählen, der weder mit Vampiren noch Werwölfen zu tun hat, finde ich nach wie vor ziemlich gut.

Die Umsetzung hat mich allerdings leider nicht so sehr begeistern können. Zum Einen liegt der Schwerpunkt der Geschichte  entgegen dem, was der Klappentext erwarten lässt  NICHT auf der Liebesgeschichte sondern auf dem Kampf der Rebellen gegen Lady Mar und zum Anderen wurden viele der (wirklich guten!) Ideen nicht zu Ende gedacht oder viel zu kurz abgehandelt. Wie war die Stadt, bevor Lady Mar kam? Wie sehen die Häuser und die Umgebung aus? War Lady Mar schon immer grausam und böse? Warum ist sie so? Atmosphäre entsteht kaum und ich kann noch immer nicht nachvollziehen warum sich Jade und Faun ineinander verlieben. So finden zwischen den beiden beinahe keine Dialoge oder sonstige Interaktionen statt, bevor sie sich dann urplötzlich küssen und verliebt sind. Es fiel mir unheimlich schwer mit Jade mitzufühlen. Von innerem Zwiespalt oder gar Leidenschaft war nicht viel zu spüren.

Auch bezüglich der anderen Charaktere wurde meiner Meinung nach sehr viel Potential verschenkt. So sind beispielsweise die Rebellen oder die Jägerin Moira oder Jades bester Freund Martyn so wenig ausgearbeitet, dass mir deren Innenleben völlig fremd geblieben ist. So war es sehr schwer wirklich mitzufiebern.

Letztlich ist die mangelnde Tiefe des Romans aber vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass es sich um ein Buch für jüngere Leser handelt. Wobei mich allerdings andere Romane, die sich an diese Altersgruppe richten  wie etwa Christoph Marzis Heaven deutlich mehr überzeugt haben.

Ein Lob noch für die wunderschöne Covergestaltung des Taschenbuchs. Auch, wenn es eigentlich eher in türkis / grün gehalten hätte sein müssen, denn schließlich sind Jades Augen flussgrün und nicht pink. ;-)

Ich vergebe drei Sterne weil ich die Idee nach wie vor super finde und ich mich beim Lesen wirklich keine Sekunde gelangweilt habe  wahrscheinlich, weil ich die ganze Zeit gehofft habe, dass der Knoten doch noch platzt.

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Bewertung von LizzieJo aus Jessen am 06.07.2011 ***** ausgezeichnet
Als Jade Faun trifft, ist ihr Leben schon komplett aus den Fugen geraten. Faun, der sexy, verführerische Echojäger, trägt sein Übriges dazu bei. Echos, die Wesen mit dem Wasserblut, werden schon lange von den Häschern der Lady gejagt. Doch diese brauchen Hilfe: Faun und seinen "Herr". Echos sind böse, Echos sind schlecht. Das wird Jade seit ihrer frühesten Kindheit eingetrichtert. Doch sie will nicht daran glauben. Als sie sich dann auch noch in Faun verliebt und er sich in sie, weiß sie noch nicht, welche Geheimnisse ihre eigentliche Vergangenheit und Fauns zweite Gestalt bergen.
Ich lese dieses Buch immer wieder. Nina Blazons "Faunblut" ist voller Emotionen. Sie hat damit ihre eigene kleine Welt geschaffen, voller Wunder und Magie. Jades Schicksal ist ergreifend dargestellt. Fantasy vom Feinsten.

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Bewertung von Sarah aus Bad Berka am 22.06.2011 ***** sehr gut
Jade ist das besondere Mädchen mit den flussgrünen Augen. Als sie eines Tages den schönen fremdartigen Faun kennenlernt geschieht dies leider in einer Zeit in der die Welt droht unterzugehen. Den Echos kehren zurück und die aufständischen erheben sich gegen die Herrscherin der Stadt. Jade muss wie alle anderen um ihre Freiheit kämpfen, doch Faun steht auf der Seite der Gegner.
Mir hat das Buch gut gefallen, weil es eine interessante Handlung hat, aber am Ende wird alles ein wenig undurchsichtig. Ich würde dieses Buch für Fantasy Fans weiterempfehlen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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Bewertung von Luzie aus Salzgitter am 19.05.2011 ***** ausgezeichnet
Jade wohnt neben der toten Stadt in dem "Larimar" das Hotel, was ihr Vater führt. In der toten Stadt leben die Echos, Seelen der toten Menschen, die im Winterkrieg gestorben sind. Ihr Anführer war der Winterprinz. Doch auch er wurde nach dem Krieg nie wieder gesehen. Zusammen mit der Köchin, Lilinn, des Larimars geht Jade immer auf Erkundungstour in der toten Stadt. Doch als sie wieder einmal dort waren wurde Jade erst von einem Echo und danach von einem, der Jäger, die Lady Mar, die heutige Herrscherin von Jades Stadt, dienen, verfolgt. Und dann wird vor Jades Augen ein Echo erschossen-und sie kann sein Gesicht sehen, mit de menschlichen Zügen. Und das schlimmste:sie empfindet Mitleid! Doch das sagt sie niemandem. Und dann wird das Larimar von den Leuten der Lady aufgepeppt, damit die Jäger die einziehen sollen, sich wohl fühlen. Doch vorher hat sich auch niemand um das Larimar gekümmert . . .?
Und dann trifft Jade die beiden Männer vom Fluss wieder. Sie heißen Faun und Tam. Und sie haben hunderte von Kisten, wo niemand wissen darf, was in den Kisten drin ist. Und Jakub, Jades Vater, legt sich immer wieder mit den Jägern an. Und dann passiert das unglaubliche: Jade verliebt sich in den verschlossenen Faun. Doch er zeigt sich abweisend und kalt. Doch scheinbar hat er doch Intresse, weil bald verbringen die beiden jede Nacht zusammen. Doch dann muss Faun wieder weg. Jade ist mittlerweile einem Trupp der Rebellen, die sich der Unterdrückung der lady wiedersetzen wollen, beigetreten. Doch auch die scheinen sich gegen sie verbündet zu haben, denn alle werfen vor ihren Füßen die Scherben, die sie vor den Echos schützen sollen, weg. Also muss Jade alleine gegen alle kämpfen, doch Jakub schlägt sich auf ihre Seite und hilft ihr. Und bei den gemeinsamen Vorbereitungen kommt Jade auf ein dunkkes Geheimnis ihrer selbst. . .
Das Buch war sehr toll zu lesen, man konnte sich in alle Personen hinein versetzen und ihre Handlungen nach voll ziehen. dieses Buch scheint verhext zu sein, weil sobald man angefangen hat es zu lesen, kann man nicht mehr aufhören, weil man wissen möchte wie es weiter geht, was mit Jade und Faun passiert, ob Jade das mit dem Sturz der Lady hin bekommt, oder nicht und vieles mehr. Spannung, Romantik und vor allen Dingen Action sind sehr gut vertreten. Für jeden Lese-Fan ein absolutes muss! Ich empfehle das Buch allen, die gerne Romantik, Action, Abenteuer, . . . an einem Buch mögen, weil in diesem Buch alles zusammen kommt.

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Bewertung von Nadja_13 am 14.05.2011 ***** ausgezeichnet
Faunblut - Nina Blazon

zum Inhalt: Jade lebt zusammen mit ihrem Vater in einer Stadt, in der fast alle jeden Tag um ihr überleben kämpfen müssen, sie führen dort ein altes heruntergekommenes Hotel. Die Stadt wird von Lady Mar, einer grausamen Frau, die man nie ohne Maske sieht, regiert. Doch die Lady ist nicht die einzige Gefahr, die Echos kehren nämlich wieder in die Stadt zurück, niemand weiss wirklich etwas über sie aber alle fürchten sich vor ihnen. Die Lady höhlst deshalb zwei Nordländer, die die Echos jagen sollen, die beiden Nordländer werden im Hotel von Jade und ihrem Vater einquartiert, zuerst mag Jade die beiden Nordländer gar nicht, besonders Faun nervt sie, mit seiner arroganten Art, doch irgendwie fühlt sie sich auch von ihm angezogen, schnell kommen sich die beiden näher. Doch auch er hat Geheimnisse und damit ist er nicht der einzige.


meine Meinung:
Ich liebe die Welt von Faunblut, weil sie irgendwie fast noch ein bisschen mittelalterlich ist, es aber dennoch schon so etwas wie ein Lift oder ein Motor gibt, weshalb man es irgendwie von der Zeit her nicht wirklich einordnen kann, eine ganz eigene Welt halt. Außerdem mag ich die Wesen, die die Autorin erschaffen hat, ich hätte aber gern noch etwas mehr über sie erfahren, weil die Wesen wirklich besonders sind und sie, zumindest so viel ich weiss in keiner anderen Geschichte (mit Ausnahme von Ascheherz) vorkommen, was ich sehr mag, weil ich gern neue Wesen und Welten entdecke.
Auch die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, weil sie nicht zu vorhersehbar war und ich (auch beim zweiten mal lesen) teilweise wirklich überrascht war, ich will jetzt hier nicht zu viel sagen und so welchen, die das Buch noch nicht gelesen haben die Spannung nehmen. Auch die Liebesgeschichte zwischen Jade und Faun war nicht zu kitschig und unrealistisch, weil sie auch nicht immer gleicher Meinung sind und sich auch streiten.
Ich mag auch den Schreibstil der Autorin, weil er auch wirklich gut zur Geschichte passt und nicht zu modern ist.
Was mir an der Geschichte fast am besten gefällt, sind die Charaktere. Zuerst wäre da mal Faun, irgendwie mochte ich in von Anfang an, obwohl er da total arrogant ist. Anscheinend habe ich eine Schwäche für arrogante Typen, denn auch Gideon aus der Edelstein- Trilogie mochte ich bereits ganz am Anfang der Geschichte, was allerdings komisch ist, ist dass ich auch total trotteliege Typen mag, aber eigentlich ist das ein anderes Thema ;D. Also außer Faun mochte ich auch Moira wirklich sehr, weil sie Jade oft hilft und man auch merkt, dass sie das Herz am richtigen Fleck hat. Aber am liebsten möchte ich Jade, weil sie ihren eigenen Kopf hat und sie auch für ihre Freiheit kämpft und etwas dafür macht, dass sich die Dinge ändern. Außerdem glaubt sie nicht einfach alles was man ihr erzählt, sondern hinterfragt es und wenn sie merkt, dass etwas nicht stimmt will sie die Wahrheit herausfinden, aber sie ist nicht rücksichtslos, sonder hilft ihren Freunden auch, wenn sie in Schwierigkeiten sind. Jade gehört wirklich zu meinen liebste Romanfiguren, außerdem mag ich ihren Namen, eigentlich mag ich fast alle Namen in dieser Geschichte.

Fazit:
Ich mag diesen Geschichte wirklich sehr gern und würde sie auch alle weiterempfehlen, die eine schöne, spannende, romantische und einzigarte Fantasygeschichte mögen.

9/10*

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Bewertung von Artemis Fowl der II aus Markgröningen am 05.05.2011 ***** ausgezeichnet
Jade und ihre Freundin und Köchin Lillin werden von Echos verfolgt. Wesen die aus Wasser bestehen. Als die Jäger kommen beschützt sie die Echos und kann nicht verstehen warum sie das tut. Ein Echo sagte zu ihr "Sinahe" Sie will heraus finden was das bedeutet. Am Hafen kommen neue Menschen aus dem Nordland mit einer Menge Tieren. Niemand darf wissen was es für Tiere sind. Der Nordländer Faun verhält sich gegenüber Jade sehr unfreundlich. Auch den anderen Nordländer Tam kann sie nicht besonders Leiden. Doch als sie neugierig wird und herausfinden will was im oberen Geschoss ihres Hotel vorgeht wo Tam und Faun wohnen, wird sie fast von Blauhäher getötet doch Faun rettet ihr Leben. Beide verlieben sich ineinander doch sie müssen ihr Liebe verbergen. Während dessen werden unzählige Lords ermordet. Die Schuld wird den Echos gegeben. Doch Jade findet heraus, dass sich Rebellen zusammen getan haben und wollen Lady Ma, das Oberhaupt, unterwerfen. So töten sie die Lords. Ben der Dorfältester behauptet das sie die Echos zurück holen müssen. Jade erfährt von ihrem Vater, dass ihre Mutter ein Echo war und sie eine Schwester hat die ebenfalls ein Echo war. Gemeinsam mit dem Prinz der Echos stürzen sie Lady Ma
Mir hat das Buch sehr gefallen da es wunderbar geschrieben ist und einen tollen Inhalt hat. Von Liebe, Fantasy und Rebellion. Es ist sehr fesselnd und man kommt schwer von dem Buch los.

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Bewertung von Stephie am 13.03.2011 ***** ausgezeichnet
Schon zu Beginn der Handlung wird man mit den Echos konfrontiert, als Jade und Lilinn vor ihnen fliehen. Nachdem Jade anfängt an den Geschichten über sie zu zweifeln, weiß auch der Leser nicht mehr, was er von ihnen halten soll. Sind sie nun gefährlich oder einfach nur missverstanden? Bis kurz vor Schluss tappt der Leser weiter im Dunkeln und erfährt erst dann, was es wirklich mit den Echos auf sich hat und welche Verbindung zwischen ihnen und Jade besteht.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Jade erzählt, wodurch viele Geheimnisse sich erst für den Leser enthüllen, als auch Jade sie erfährt. Das, was Jakub die ganze Zeit vor ihr verborgen hat und was auch mit den Echos zu tun hat, kommt daher vollkommen überraschend und unerwartet.

Jakub ist jedoch nicht der einzige, interessante Charakter, der schwer zu durchschauen ist. Auch Faun birgt viele Geheimnisse.
Anfangs verhält er sich Jade gegenüber äußerst kühl und abweisend, was sich Jade nicht erklären kann. Bei Nacht entwickelt sich aber dann schließlich eine heimliche Beziehung zwischen ihm und Jade, die sie tagsüber jedoch vor Tam verbergen müssen, was beiden nicht unbedingt leicht fällt.
Aus dem eitlen Faun wird dann bald ein verliebter Mann, der auch eifersüchtig auf Jades besten Freund Martyn ist, was ihn nur noch sympathischer macht. Trotzdem bleibt er sehr geheimnisvoll und gibt nur wenig von sich Preis. Er scheint Jade sehr zu lieben, sagt jedoch auch, dass sie ihm nicht vertrauen soll. Erst am Schluss erfährt man die Wahrheit um das Wesen von Faun und warum er und Jade deshalb eigentlich nicht zusammen sein können.

Jade ist ebenfalls ein sehr sympathischer Charakter. Auf der einen Seite ist sie mutig und stark, auf der anderen Seite aber auch verletzlich. Es nimmt sie z.B. schwer mit, als Martyn sich von ihr abwendet, weil er von der Beziehung zwischen Faun und ihr erfahren hat. Das gleiche gilt dann auch für die Trennung von Faun.
Ihre Stärke beweist sie, als sie sich den Rebellen anschließt. Sie will ihnen zwar helfen die Herrschaft der Lady zu beenden, will dabei aber keine unschuldigen Menschen töten und rettet deshalb bei einer sehr riskanten Aktion der Rebellen sogar einer Jägerin das Leben.

Der Schreibstil von Nina Blazon ist sehr detailliert, liest sich aber trotzdem flüssig. Die zahlreichen Beschreibungen wirken niemals langatmig oder zu ausschweifend. Vor allem die Liebesszenen zwischen Faun und Jade sind besonders schön gelungen - romantisch und leidenschaftlich. Da es sich um ein Jugendbuch handelt, geht die Autorin natürlich nicht allzu sehr ins Detail. Sie beschreibt jedoch die anfänglichen Küsse und Berührungen sehr anschaulich und lässt nur das weitere Geschehen offen. Dabei geht sie auch auf die Empfindungen und Reaktionen der beiden Hauptfiguren ein, wodurch deren Gefühle füreinander noch einmal besonders zur Geltung kommen.

Die Spannung bleibt den ganzen Roman über erhalten. Immer wieder stellen sich dem Leser neue Fragen, wovon die meisten erst ganz am Schluss beantwortet werden. Man will wissen, wer oder was der Winterprinz ist und natürlich auch, ob die Rebellen erfolgreich sein werden. Auch die Geheimnisse um Jakub und Faun sorgen für Spannung.
Wenn am Ende schließlich alles langsam Gestalt annimmt, kann man gar nicht mehr aufhören zu lesen, bis die Puzzleteile sich endlich alle zusammenfügen.

Faunblut ist ein unglaublich schöner Fantasyroman von Nina Blazon, in dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt.
Die Geheimnisse um das Wesen der Echos, den Winterprinzen sowie um Faun und Jade sorgen permanent für Spannung und verstehen es immer wieder das Interesse des Lesers zu wecken. Man will unbedingt wissen, was die einzelnen Charaktere verbergen und wie alles zusammen hängt.

Faunblut ist fesselnd und romantisch bis zum Schluss!

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Bewertung von Bella von www.bellaswonderworld.de aus Karlsruhe am 22.12.2010 ***** sehr gut
Beschreibung:

Jades Heimatstadt befindet sich im Ausnahmezustand als sie dem attraktiven und andersartigen Faun begegnet. Bizarre Vorboten, die Echos, kündigen die Rückkehr des Winterkönigs an. Die Menschen in der Metropole am Fluss erheben sich gegen die dunklen Herrscher doch Faun kämpf an der Seite der alten Herrschaft im Gegensatz zu Jade die sich auf die Seite der Unterdrückten stellt. So müssen Jade und Faun Feinde sein, kann ihre Leidenschaft größer sein als der Kampf?

Meine Meinung:

Eine wirlich zauberhafte Geschichte, die uns Nina Blazon in Faunblut erzählt. Eigentlich habe ich mir durch das Cover eine ganz andere Story erwartet. Die romantische und doch spannungsgeladene Geschichte ist auf jeden Fall hörenswert.

Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten in das Geschehen hineinzukommen doch die schöne Erzählstimme von Nina Petri und die bezaubernden Figuren Jade und Faun haben mich dann doch in den Bann, und in eine vollkommen andere Welt gezogen.

Das Ende von Faunblut ist ziemlich offen gehalten, daher hoffe ich stark darauf auf weitere Abenteuer von Jade und Faun.

Handlung: 5 Sterne
Charaktere: 4 Sterne
Sprecher: 4 Sterne
Hörspaß: 5 Sterne

Gesamteindruck: 4,5 Sterne

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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