Die Prophezeiung der Schwestern / Die Prophezeiung der Schwestern Bd.1 - Zink, Michelle

Michelle Zink 

Die Prophezeiung der Schwestern / Die Prophezeiung der Schwestern Bd.1

Aus d. Engl. v. Alexandra Ernst
Broschiertes Buch
 
8 Kundenbewertungen
**** ausgezeichnet
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
9 ebmiles sammeln
EUR 8,99
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Die Prophezeiung der Schwestern / Die Prophezeiung der Schwestern Bd.1

Spannend, dramatisch, mit emotionaler Wucht erzählt

Nach dem mysteriösen Tod ihres Vaters ereignen sich im Leben der siebzehnjährigen Zwillingsschwestern Lia und Alice unerklärliche Dinge, die ihren Zusammenhalt mehr und mehr zerstören: Auf Lias Handgelenk zeigt sich ein geheimnisvolles Zeichen. In ihren Träumen fühlt Lia sich von seltsamen Stimmen gerufen und zunehmend bedroht. Wiederholt ertappt Lia ihre Schwester nachts bei geheimnisvollen Ritualen und dabei, wie sie die Räume durchstöbert - auf der Suche wonach? Als Lias Freund James in der Bibliothek ein altes Buch findet, in dem von einer rätselhaften »Prophezeiung der Schwestern« die Rede ist, erfährt Lia, dass sie und ihre Zwillingsschwester Alice Teile einer uralten Prophezeiung sind, die sie zu tödlichen Gegenspielerinnen macht...


Produktinformation

  • Verlag: Cbj
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 442 S. m. Vign. 183 mm
  • Seitenzahl: 442
  • cbj Taschenbücher Bd.40098
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 182mm x 126mm x 45mm
  • Gewicht: 490g
  • ISBN-13: 9783570400982
  • ISBN-10: 3570400980
  • Best.Nr.: 33333329
"Eine neue, ungewöhnliche und äußerst fesselnde Geschichte."

"Dramatisch, romantisch und erzählstark." Münchner Merkur

"Autorin Michelle Zink ist ein faszinierendes und mit emotionaler Wucht erzählendes Romandebüt gelungen, das auf einzigartige Weise romantische und klassische Fantasy-Elemente miteinander verbindet und bis zum Ende fesselt."

"Ein Fantasy-Debüt, das sich sehen lassen kann." literaturmarkt.info
Michelle Zink ist im Süden Kaliforniens aufgewachsen und lebt mit ihrer Familie in New York. Schon immer hat es sie fasziniert, alte Legenden und Erzählungen zu hinterfragen und weiterzuspinnen. Bisweilen entstanden daraus ganz eigene, neue Stoffe - und so kam ihr auch die Idee zur »Prophezeiung der Schwestern.«

Leseprobe zu "Die Prophezeiung der Schwestern / Die..."

PDF anzeigen

Leseprobe zu "Die Prophezeiung der Schwestern / Die..."

Der Regen scheint mir angemessen; vielleicht beachte ich ihn deswegen nicht. Er strömt wie ein dichter Vorhang aus silbrigen Fäden auf den frühwinterlichen Boden nieder. Nichtsdestotrotz stehe ich bewegungslos neben dem Sarg.

Ich stehe rechts von Alice. Ich stehe immer rechts von Alice, und oft frage ich mich, ob es auch im Leib unserer Mutter so war, ehe wir schreiend in die Welt hinausgepresst wurden, eine nach der anderen. Mein Bruder Henry sitzt zwischen Edmund, unserem Chauffeur, und Tante Virginia. Henry kann nur sitzen; seine Beine sind nutzlos. Es kostete einige Mühe, Henry und seinen Stuhl zu dem Friedhof auf dem Hügel zu tragen, damit er unserem Vater das letzte Geleit geben kann.

Tante Virginia beugt sich vor und spricht uns durch den trommelnden Regen an. "Kinder, wir müssen gehen."

Der Reverend ist längst fort. Ich kann nicht sagen, wie lange wir schon hier vor diesem Hügel aus Dreck verharren, wo der Körper meines Vaters liegt, denn ich stehe unter James' Regenschirm, der mir wie eine kleine, schützende Welt vorkommt, ein Prellbock zwischen mir und der Wahrheit.

Alice bedeutet uns zu gehen. "Lia, Henry, kommt jetzt. Wir kehren zurück, wenn die Sonne scheint. Dann legen wir frische Blumen auf Vaters Grab." Ich bin es, die zuerst geboren wurde, wenn auch nur wenige Minuten, aber niemand hat je daran gezweifelt, dass Alice das Sagen hat.

Tante Virginia nickt Edmund zu. Er nimmt Henry in seine Arme, dreht sich um und geht zum Haus zurück. Über Edmunds Schulter hinweg fängt Henry meinen Blick ein. Henry ist erst zehn, aber er ist viel klüger als die meisten Jungen in seinem Alter. Ich sehe den Verlust unseres Vaters in den dunklen Ringen unter meines Bruders Augen. Ein schmerzhafter Stich dringt durch die Taubheit in meinem Körper und lässt sich irgendwo über meinem Herzen nieder. Alice mag das Sagen haben, aber ich bin diejenige, die sich schon immer für Henry verantwortlich fühlte.

Meine Füße wollen sich nicht rühren, wollen mich nicht von meinem Vater wegführen. Sie stehen kalt und tot auf der Erde. Alice schaut zurück. Durch den Regen schaut sie mich an.

"Ich komme gleich nach." Ich muss rufen, damit sie mich hört, und sie nickt langsam, wendet sich um und läuft den Weg entlang zurück zu Birchwood Manor.

James nimmt meine behandschuhte Hand in seine. Ich spüre, wie mich eine Welle der Erleichterung durchfährt, als sich seine starken Finger über meiner Hand schließen. Er rückt näher, damit ich ihn im tosenden Regen verstehen kann.

"Ich bleibe bei dir, so lange du willst, Lia."

Ich kann nur nicken, schaue zu, wie der Regen in Tränen über Vaters Grabstein fließt. Ich lese die Worte, die in den Granit gemeißelt sind.

THOMAS EDWARD MILTHORPE GELIEBTER VATER 23. JUNI 1846- 1. NOVEMBER 1890 Keine Blumen. Trotz meines Vaters Reichtum ist es so gut wie unmöglich, um diese Jahreszeit - kurz vor Wintereinbruch - im Norden von New York, wo wir zu Hause sind, Blumen aufzutreiben. Und keiner von uns hatte die Kraft oder den Willen, rechtzeitig welche zu bestellen. Plötzlich schäme ich mich wegen dieser Nachlässigkeit, und ich schaue mich auf dem Friedhof unserer Familie nach etwas um, nach irgendetwas, das ich auf das Grab legen könnte.

Aber da ist nichts. Nur einige kleine Steine in den Pfützen auf der Erde und dem Gras. Ich bücke mich, greife nach ein paar schmutzigen Kieseln und halte sie so lange auf meiner offenen Handfläche in den Regen, bis sie sauber gewaschen sind.

Ich bin nicht überrascht, dass James genau weiß, was ich vorhabe, obwohl ich kein Wort sage. Wir sind schon unser ganzes Leben lang Freunde - und seit kurzer Zeit noch mehr als das. Er rückt nach, beschützt mich mit seinem Regenschirm, als ich vortrete, mich bücke und die kleinen Steine aus meiner Hand zu Füßen von Vaters Grabstein fallen lasse.

Bei der Bewegung schiebt sich mein Ärmel zurück und entblößt ein Stück jenes merkwürdigen Zeichens, dieses seltsamen, zerklüfteten Kreises, der in den Stunden nach Vaters Tod auf meinem Handgelenk erblühte. Ich werfe James einen verstohlenen Blick zu, um zu ergründen, ob er etwas bemerkt hat. Aber das ist nicht der Fall. Ich ziehe meinen Arm in den Ärmel zurück und lege die Steine zu einer ordentlichen Reihe. Das rätselhafte Zeichen verbanne ich aus meinen Gedanken. Dort ist kein Platz für Trauer und Sorge. Und die Trauer will nicht warten.

Ich trete zurück und betrachte die Steine. Sie sind weder so hübsch noch so bunt wie die Blumen, die ich im Frühling auf Vaters Grab legen will, aber sie sind alles, was ich im Moment habe. Ich nehme James' Arm und wende mich zum Gehen, verlasse mich darauf, dass er mich nach Hause führen wird.

Es ist nicht die Wärme im Salon, die mich dort verweilen lässt, lange nachdem der Rest der Familie sich zurückgezogen hat. Auch in meinem Zimmer gibt es einen Kamin, wie in den meisten Räumen von Birchwood Manor. Nein, ich sitze in dem dunklen Salon, der nur von dem glühenden Schimmer des erlöschenden Kaminfeuers erhellt wird, weil ich nicht den Mut habe, nach oben zu gehen.

Mein Vater ist seit drei Tagen tot, und in diesen drei Tagen verstand ich es, mich zu beschäftigen. Henry musste getröstet werden, und obwohl Tante Virginia die Vorbereitungen für das Begräbnis in ihre Hände nahm, schien es mir nur richtig, sie dabei zu unterstützen. Das redete ich mir zumindest ein. Aber jetzt, in dem leeren Raum, in dem mir nur das Ticken der Kaminuhr Gesellschaft leistet, merke ich, dass ich lediglich versucht habe, mich vor diesem Augenblick zu drücken, vor dem Gang die Treppe hinauf und vorbei an dem verwaisten Zimmer meines Vaters. Vor diesem Moment, in dem ich mir selbst eingestehen muss, dass er fort ist.

Ich erhebe mich rasch, bevor mich meine Nerven im Stich lassen. Ich schaue auf meine Pantoffeln und konzentriere mich darauf, einen Fuß vor den anderen zu setzen. So laufe ich die gewundene Treppe hinauf und durch den Korridor des Ostflügels. Während ich Alices Zimmer passiere und danach das von Henry, werden meine Augen magisch von der Tür am Ende des Korridors angezogen. Dahinter liegen die Privatgemächer meiner Mutter.

Das dunkle Zimmer.

Als kleine Mädchen sprachen Alice und ich oft im Flüsterton von diesem Raum, obwohl ich nicht sagen kann, warum wir ihn das "dunkle Zimmer" nannten. Die meisten der Räume von Birchwood Manor werden neun Monate im Jahr von Kaminfeuer erleuchtet, und nur diejenigen, die nicht benutzt werden, sind wirklich dunkel. Aber selbst als meine Mutter noch lebte, kam uns dieses Zimmer dunkel vor, denn hierhin zog sie sich in den Monaten vor ihrem Tod zurück. In diesem Zimmer entglitt sie uns jeden Tag ein wenig mehr.

Ich setze meinen Weg zu meinem eigenen Zimmer fort, wo ich mich entkleide und mein Nachthemd anziehe. Ich lasse mich gerade auf dem Bett nieder und will mir das Haar bürsten, als mich ein Klopfen an der Tür aufschrecken lässt.

"Ja?"

Alices Stimme dringt durch die Tür. "Ich bin's. Darf ich hereinkommen?"

"Natürlich."

Die Tür öffnet sich knarrend und herein strömt ein Schwall kühler Luft aus dem ungeheizten Korridor. Alice drückt die Tür rasch wieder zu, durchquert den Raum und setzt sich neben mich aufs Bett, wie sie es früher immer tat, als wir noch Kinder waren. Unsere Nachthemden sind fast identisch, genau wie wir. Fast, aber nicht ganz. Alices Nachtgewänder müssen stets aus feinster Seide genäht sein, während mir schon seit jeher Bequemlichkeit wichtiger war als die Mode. Ich trage immer Nachthemden aus Flanell, außer im Sommer.

Alice streckt die Hand nach meiner Haarbürste aus. "Lass mich das machen."

Ich gebe ihr die Bürste, wende ihr meinen Hinterkopf zu und bin dankbar, dass ich auf diese Weise meine Überraschung verbergen kann. Wir sind nicht die Art von Schwestern, die sich vor dem Schlafengehen gegenseitig das Haar bürsten und dabei Vertraulichkeiten austauschen.

Sie zieht die Bürste in langen Strichen durch mein Haar, setzt am Scheitel an und endet an den Spitzen. Wenn ich uns so in dem Spiegel über der Kommode betrachte, fällt es mir schwer zu glauben, dass jemand uns auseinanderhalten kann. Aus dieser Entfernung und im schwachen Schein des Feuers sehen wir völlig identisch aus. Unser Haar hat den gleichen kastanienbraunen Schimmer. Unsere Wangenknochen verlaufen in dem gleichen Winkel. Aber ich weiß, dass die feinen Unterschiede für alle, die uns kennen, unübersehbar sind. Da ist die Form meines Gesichts, das ein wenig runder ist, während die Konturen meiner Schwester schärfer erscheinen, und da ist auch jener ernste, in sich gekehrte Blick in meinen Augen, der das listige Glühen in ihren kontrastiert. Alice funkelt wie ein Juwel im hellen Licht, während ich brüte, grüble und mir tausend Fragen stelle.

Das Feuer im Kamin knistert. Ich schließe die Augen und entspanne die Schultern, gebe mich dem besänftigenden Rhythmus der Bürste hin, die durch mein Haar gleitet. Mit der Hand glättet Alice die Strähnen auf meinem Kopf.

"Erinnerst du dich an sie?"

Meine Lider zucken flatternd nach oben. Das ist eine ungewöhnliche Frage, und einen Moment lang weiß ich nicht, wie ich sie beantworten soll. Wir waren erst sechs, als unsere Mutter durch einen unerklärlichen Sturz von der Klippe am See zu Tode kam. Henry war gerade ein paar Monate vorher geboren worden. Die Ärzte hatten bereits keinen Zweifel daran gelassen, dass der Sohn, nach dem sich unser Vater so lange gesehnt hatte, nie würde laufen können. Tante Virginia behauptet, meine Mutter sei nach Henrys Geburt nicht mehr dieselbe gewesen, und die Fragen, die um ihren Tod kreisen, sind immer noch unbeantwortet. Wir sprechen nicht davon, und auch nicht von der Untersuchung, die dann folgte.

Ich habe nur die Wahrheit zu bieten. "Ja, aber nur schwach. Und du?"

Sie zögert, bevor sie etwas sagt, fährt aber unbeirrt fort, mein Haar zu bürsten. "Ich glaube schon. Aber nur in kurzen Momenten, wie ein Aufblitzen. Ich frage mich oft, warum ich mich an ihr grünes Kleid erinnere, aber nicht daran, wie ihre Stimme klang, wenn sie uns vorlas. Warum ich deutlich den Gedichtband vor mir sehen kann, der immer auf ihrem Tisch im Salon lag, aber nicht mehr weiß, wie sie roch."

"Sie roch nach Jasmin und ^ Orangen, glaube ich."

"Tatsächlich?" Ihre Stimme hinter mir ist nur ein Murmeln. "Das wusste ich nicht."

Ich rücke ein wenig von ihr ab. "Jetzt bin ich an der Reihe."

Sie dreht sich um, so gehorsam wie ein Kind. "Lia?" "Ja?"

"Wenn du etwas wüsstest, über Mutter, wenn du dich an etwas erinnern könntest, an etwas Wichtiges würdest du es mir sagen?" Ihre Stimme ist leise. Es liegt eine Unsicherheit darin, die ich von meiner Schwester nicht gewohnt bin.

Mein Atem verfängt sich in meiner Kehle, scheinbar erdrückt von der merkwürdigen Frage. "Ja, natürlich, Alice. Du nicht?"

Sie zögert. Das einzige Geräusch im Raum ist das sanfte, kaum hörbare Knistern der Bürste, die durch seidiges Haar gleitet.

"Ich denke schon."

Ich ziehe die Bürste durch ihr Haar und erinnere mich. Nicht an meine Mutter. Nicht jetzt. Sondern an Alice. An uns. An die Zwillinge. Ich erinnere mich an die Zeit, bevor Henry geboren wurde, bevor meine Mutter in dem dunklen Zimmer Zuflucht suchte. An die Zeit, bevor Alice sich vor mir zurückzog und mir fremd wurde.

Es wäre ein Leichtes, auf unsere Kindheit zurückzublicken und zu behaupten, dass Alice und ich einander nahestanden. Verklärt durch die vergangenen Jahre, erinnere ich mich an ihren sanften Atem in der Nacht, ihre Stimme, die murmelnd die Dunkelheit in unserem gemeinsamen Kinderzimmer durchdrang. Ich versuche, unsere Nähe als Trost zu betrachten, versuche, die Gewissheit zu verdrängen, dass wir schon damals verschieden waren. Aber es geht nicht. Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass wir uns seit jeher misstrauisch beäugen. Dennoch - einst war es ihre weiche Hand, die ich vor dem Einschlafen um- schloss, ihre Locken, die ich von meiner Schulter strich, wenn sie im Schlaf zu nah bei mir lag.

"Danke, Lia." Alice wendet sich um und schaut mir in die Augen. "Ich vermisse dich, weißt du?"

Meine Wangen werden unter ihrem hartnäckigen, prüfenden Blick warm. Ihr Gesicht ist meinem ganz nah. "Ich bin hier, Alice, wo ich immer war."

Sie lächelt, aber in ihrem Lächeln liegt etwas Trauriges, Wissendes. Sie beugt sich vor und schlingt ihre dünnen Arme um meinen Körper, wie früher, als wir noch Kinder waren.

"Und ich auch, Lia. Auch ich bin hier, wo ich immer war."

Sie steht auf und geht ohne ein weiteres Wort. Ich sitze im Dämmerlicht auf der Bettkante und versuche, mir ihre ungewöhnliche Traurigkeit zu erklären. Nachdenklichkeit liegt sonst nicht in der Natur meiner Schwester, aber vermutlich fühlen wir uns alle wegen Vaters Tod irgendwie verletzlich.

Die Gedanken an Alice zögern den Moment hinaus, in dem ich mir mein Handgelenk anschauen muss. Ich komme mir vor wie ein Feigling, weil ich allen Mut zusammennehmen muss, um den Ärmel meines Nachthemds hochzuschieben. Um das Zeichen zu betrachten, dass erschien, nachdem mein Vater im dunklen Zimmer den Tod gefunden hatte.

Als ich es endlich tue - wobei ich mir einrede, dass es egal ist, ob ich nachschaue oder nicht, weil sich dadurch an der Existenz des Zeichens nichts ändern wird -, muss ich mich zusammennehmen, um nicht laut aufzuschreien. Nicht das Zeichen selbst auf der zarten Haut an der Unterseite meines Handgelenks ist der Grund für mein Entsetzen, sondern die Tatsache, dass es seit heute Morgen so viel dunkler geworden ist. Der Kreis ist viel deutlicher zu sehen, obwohl die Zacken, die den Rand unförmig erscheinen lassen, noch verschwommen sind.

Ich kämpfe die aufsteigende Panik nieder. Es muss doch einen Ort geben, wo ich hingehen, etwas, das ich tun kann, jemanden, dem ich davon erzählen kann - aber wem könnte ich so etwas anvertrauen? Früher wäre ich zu Alice gegangen - wem sonst hätte ich all die kleinen und großen Geheimnisse meines Lebens zur Aufbewahrung geben können? Aber die wachsende Entfremdung zwischen uns kann ich nicht ignorieren. Sie gibt mir das Gefühl, dass ich mich vor meiner Schwester in Acht nehmen muss.

Ich rede mir ein, dass das Zeichen von selbst verschwinden wird, dass es nicht nötig ist, jemanden mit einer solchen Kleinigkeit - wie merkwürdig sie auch sein mag - zu belasten, wenn es ohnehin in ein paar Tagen wieder verblasst. Instinktiv fühle ich, dass ich mich selbst belüge, aber trotzdem räume ich mir das Recht ein, an einem solchen Tag nicht den Glauben zu verlieren.

An dem Tag, an dem ich meinen Vater begraben musste.

as fahle Novemberlicht schiebt seine Finger durch den Raum, den Ivy gerade mit einem Kessel heißen Wassers betritt.

"Guten Morgen, Miss." Sie gießt das Wasser in eine Schüssel auf der Kommode. "Soll ich Ihnen beim Ankleiden helfen?"

Ich stütze mich auf die Ellbogen. "Nein, danke. Das mache ich allein."

"Sehr wohl." Sie verlässt mit dem leeren Kessel in der Hand den Raum.

Ich werfe die Bettdecke zurück und gehe zur Kommode, verwirbele das Wasser mit einer Hand, um es abzukühlen, bevor ich mich damit wasche. Als ich fertig bin, trockne ich meine Wangen und meine Stirn ab und betrachte mich im Spiegel. Meine grünen Augen sind so tief wie ein bodenloser Brunnen und sie sind leer. Ich frage mich, ob es möglich ist, sich von innen heraus zu verändern, ob die Trauer nach außen dringen kann, durch die Adern, die Organe und die Haut, sodass alle sie sehen können. Ich schüttele den Kopf angesichts dieser düsteren Gedanken und sehe mein kastanienbraunes Haar, das im Rhythmus meiner Kopfbewegung meine Schultern streift.

Ich ziehe das Nachthemd aus und hole Unterrock und Strümpfe aus der Kommode. Dann kleide ich mich an. Ich schiebe gerade den zweiten Strumpf über meinen Oberschenkel, als Alice, ohne anzuklopfen, ins Zimmer rauscht.

"Guten Morgen." Schwer lässt sie sich auf das Bett fallen und schaut mit jenem atemberaubenden Charme zu mir auf, den ihr keiner so schnell nachmacht.

Ihr müheloser Umschwung von kaum verhohlener Bitterkeit zu Trauer und schließlich zu sorgloser Ruhe trifft mich unvorbereitet. Das sollte es nicht, denn Alices Launen waren schon immer sprunghaft. Doch ihr Gesicht verrät keine Spur der Trauer, keine Spur der Melancholie von letzter Nacht. Bis auf die Schlichtheit ihres Kleides und die Abwesenheit jeglichen Schmucks sieht sie genauso aus wie immer. Vielleicht bin ich die Einzige, die sich von innen heraus verändert.

"Guten Morgen." Ich beeile mich, den Strumpf zu befestigen, fühle mich schuldig, weil ich so lange in meinem Zimmer verweilt habe, während meine Schwester schon längst auf ist. Ich gehe zum Schrank, sowohl, um mir ein Kleid zu holen, als auch, um ihren Augen auszuweichen, die sich zu tief in meinen verschränken.

"Du wirst es nicht glauben, Lia: Alle Dienstboten müssen Trauer tragen. Anweisung von Tante Virginia."

Ich drehe mich um, bemerke die Röte ihrer Wangen und einen Anflug von Erregung in ihren Augen. Ich schiebe meine Verärgerung beiseite. "In den meisten Häusern wird die Trauerzeit eingehalten, Alice. Alle liebten Vater. Ich bin sicher, dass sie ihm nur zu gerne ihren Respekt bezeugen."

"Ja, schön und gut, aber wir werden hier auf absehbare Zeit eingesperrt sein, und es ist so schrecklich langweilig. Glaubst du, dass Tante Virginia uns erlauben wird, nächste Woche wieder zum Unterricht zu gehen?" Ohne auf eine Antwort zu warten, fährt sie fort. "Aber dir ist das natürlich egal! Du wärst bestimmt heilfroh, wenn du Wycliffe nie mehr im Leben sehen müsstest."

Ich mache mir nicht die Mühe, ihr zu widersprechen. Es ist allgemein bekannt, dass Alice sich nach dem zivilisierten Leben in Wycliffe verzehrt, wo wir zweimal in der Woche am Unterricht teilnehmen, während ich mich dort immer wie ein exotisches Tier in einem Schaukasten fühle. Wenn ich sie in der Schule beobachte, wie sie unter den Schmeicheleien der höflichen Gesellschaft aufblüht, stelle ich mir vor, dass sie unserer Mutter ähnlich ist. Es stimmt vermutlich. Während ich Vergnügen an der Stille in Vaters Bibliothek empfinde, kann nur Alice ihre Augen funkeln lassen wie unsere Mutter.

Wir verbringen den Tag in nahezu vollkommener Stille, in Gesellschaft des leise knisternden Kaminfeuers. Wir sind an die Einsamkeit in Birchwood gewöhnt und haben gelernt, uns innerhalb der düsteren Mauern selbst zu beschäftigen. Es ist wie an jedem anderen regnerischen Tag, nur dass die laut dröhnende Stimme unseres Vaters fehlt, die oft aus der Bibliothek drang, und der Geruch seines Pfeifentabaks. Wir sprechen nicht über ihn, noch über seinen rätselhaften Tod.

Ich vermeide es, auf die Uhr zu schauen. Ich fürchte das behäbige Fortschreiten der Zeit, das umso langsamer erscheint, je öfter ich es beobachte. Und ich habe Erfolg. Der Tag vergeht schneller, als ich es erwartete. Die kurzen Unterbrechungen durch die Mahlzeiten schieben mich sanft auf die Stunde zu, in der ich mich in die Leere des Schlafs flüchten kann.

Diesmal schaue ich vor dem Zubettgehen nicht auf mein Handgelenk. Ich will nicht wissen, ob das Zeichen noch da ist. Ob es sich verändert hat. Ob es tiefer oder dunkler geworden ist. Ich schlüpfe unter die Decke und versinke ohne einen weiteren Gedanken in der Dunkelheit.

In befinde mich in diesem Zwischenraum, an jenem Ort, zu dem wir gleiten, ehe die Welt in Schlaf zerfällt, als ich das Flüstern höre. Zunächst ist es nur mein Name, mit dem mich die Stimme aus der Ferne lockt. Aber das Flüstern schwillt an, teilt sich in viele Stimmen, die alle hektisch murmeln, so schnell, dass ich nur gelegentlich ein einzelnes Wort erhasche. Das Flüstern wird stärker und stärker, verlangt nach meiner Aufmerksamkeit, bis ich es nicht länger missachten kann. Bis ich kerzengerade in meinem Bett sitze und die letzten geflüsterten Worte in den Höhlen meines Geistes widerhallen.

Das dunkle Zimmer.

Es kommt nicht gänzlich überraschend. Das dunkle Zimmer schwirrt mir im Kopf herum, seit Vater starb. Er hätte nicht dort sein sollen. Nicht ausgerechnet in dem Raum, der mehr als jeder andere die Erinnerung an meine Mutter wachruft, seine geliebte, tote Gemahlin.

Und doch - in jenen letzten Momenten, ehe das Leben wie ein Hauch aus seinem Körper entwich, war er dort.

Ich schiebe meine Füße in die Pantoffeln und schleiche zur Tür, lausche einen Moment lang, bevor ich sie öffne und in den Korridor hinausschaue. Das Haus ist dunkel und still. Weder über mir in den Dienstbotenquartieren noch unten in der Küche ist das leiseste Geräusch zu hören. Es muss ziemlich spät sein.

All dies mache ich mir in wenigen Sekunden bewusst, ohne wirklich darüber nachzudenken. Was meine ganze Aufmerksamkeit auf sich lenkt, was mir die Haare auf meinen Armen und in meinem Nacken zu Berge stehen lässt, ist die Tür am Ende des Korridors, die einen kleinen Spalt offen steht.

Die Tür zum dunklen Zimmer.

Es ist merkwürdig genug, dass ausgerechnet die Tür zu diesem Raum geöffnet ist, aber noch merkwürdiger ist der sanfte Lichtschimmer, der durch den Spalt scheint.

Ich schaue nach unten auf das Zeichen. Es beschattet mein Handgelenk, selbst in der Dunkelheit des Korridors. Das ist die Frage, die ich mir die ganze Zeit gestellt habe, nicht wahr'?, denke ich. Ob der Schlüssel zu dem rätselhaften Tod meines Vaters und der Grund für das Zeichen auf meinem Handgelenk im dunklen Zimmer zu finden sind. Jetzt ist mir, als rufe man mich genau zu diesem Ort, um mir die Antworten zu geben, nach denen mich so verlangt.

Langsam gehe ich durch den Korridor, hebe sorgsam die Füße, damit die Sohlen meiner Pantoffeln nicht über die Holzdielen schaben. Vor der Tür ins dunkle Zimmer bleibe ich stehen.

Jemand ist drinnen.

Eine Stimme, leise aber drängend, kommt aus dem Zimmer. Es ist nicht das hektische Murmeln, das mich hierher rief, nicht das Wirbeln und Wimmeln von unzähligen Stimmen. Nein. Es ist die Stimme einer einzelnen Person. Einer Person, die im dunklen Zimmer flüstert.

Ich wage es nicht, die Tür aufzuschieben, aus Angst, dass sie ein Geräusch verursachen könnte. Stattdessen lehne ich mich dagegen, spähe durch die Öffnung in den Raum dahinter. Es ist schwierig, durch den schmalen Spalt etwas zu erkennen. Zunächst besteht alles nur aus Umrissen und Schatten. Aber schon bald erkenne ich die Möbel, die sich unter den weißen Tüchern, mit denen sie abgedeckt sind, abzeichnen, die dunkle Masse in der Ecke, von der ich weiß, dass sie ein Schrank ist, und die Gestalt, die - umringt von Kerzen - auf dem Boden sitzt.

Kundenbewertungen zu "Die Prophezeiung der Schwestern / Die..."

8 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 8 Bewertungen **** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(6)
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
***** weniger gut
 
(1)
***** schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Die Prophezeiung der Schwestern / Die Prophezeiung der Schwestern Bd.1" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

Bewertung von addi am 10.11.2011 ***** weniger gut
Ich muss leider sagen, dass mir dieses Buch weniger gut gefallen hat.
Die ersten Kapitel und den Schreibstil fand ich wirklich gut doch leider ließ sich für mich keine Spannung aufbauen. Ich muss auch zugeben, dass ich dieses Buch nicht zu Ende gelesen habe.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Jule.b.4.1 aus Bielefeld am 16.05.2011 ***** ausgezeichnet
Wie in dem klappentext schon gsagt geht es um zwei Schwestern deren Zukunft voher gesagt ist. Es ist nur eine frage der zeit bis sich heraus stellt wer vom Bösen gelockt wird und wer zum guten neigt doch bei Lia und Alice ist es komplizierter als bei anderen... Lia ist das Tor müsste also eigentlich vom Bösen gelockt werden ist jedoch aber die gute der beiden man merkt aber auch von Anfang an das von Alice Bosheit ausgeht.Außerdem geht es in dem Buch auch um die Liebesgeschichte von James und Lia und um die Anderswelten... aber ich will nicht zu viel verraten sonst ist es ja auch kein spaß mehr das Buch zu lesen :D achja eins noch: das Buch ist in der ich Form geschrieben und aus der Sicht von Lia ;)
Mir gefällt das Buch super, weil es mal was anderes ist es ist leicht alterstümlich geschrieben aber von der ausdrucksweise gut verstäntlich außerdem finde ich es sehr interessant immer stückchenweise dinge zu erfahren und das ist bei der prophezeihung der fall. ich finde aber auch sehr interessant uber die andersweltenzu lesen. Ich empfehle es allen weiter die gerne ausführlich geschriebenen Fantasieromane lesen. Es ist ein Buch für jung und alt. Ich bin total begeistert von dem Buch und frage mich warum ich nicht viel früher etwas von ihm erfahren habe. So das war meine Bewertung ich hoffe sie hilft euch weiter. Lieben Gruß Jule

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von maya/zaNy aus Heilbronn am 09.04.2011 ***** ausgezeichnet
Nach dem mysteriösen Tod des Vaters, passieren Dinge im Leben der beiden siebzehnjährigen Zwillingsschwestern, namens Lia und Alice, die nicht normal sind. Es werden Dinge geschehen, die den Zusammenhalt der beiden Geschwister auf eine harte Probe stellen werden, doch der Zusammenhalt wird mehr und mehr zerstört. Als sich auf Lias Handgelenk ein geheimnisvolles Zeichen,eine Schlange, die sich um ein c windet, zeigt, fühlt sich Lia in ihren Träumen bedroht und von seltsamen Stimmen gerufen. Dann verschließt sich Alice ihr gegenüber auch noch immer mehr. Lia ertappt Alice immer mehr dabei wie sie nachts geheimnisvolle Rituale durchführt, und die Räume durchsucht; auf der Suche wonach ? Lias Freund James findet in der Bibliothek ein altes Buch, in dem von einer ,,Prophezeiung der Schwestern" geredet wird. Lia wird bewusst : Sie hat einen ersten Hinweis zur Lösung gefunden. Doch es werden noch Dinge geschehen, die das Leben der beiden so verändern wird, das es kein zurück mehr gibt. Als dann auch noch jemand unter tragischen Umständen stirbt, der den beiden wohl am nahesten steht, merken die beiden das es zuspät für eine Rückkehr ist ...
Mir hat dieses spannende Buch sehr gut gefallen, da man zwei Fassetten des Lebens sieht : wahre und bedingungslose Liebe und die Trauer um einen Menschen, der einem alles bedeutet. In diesem Buch erkennt man auch, wie die Personen mit dem Tod umgehen. Dieses nicht fassend könnende Ereignis ist so realitätsnah geschrieben, das es dem Leser den Atem rauben wird. Leider zeigt es einem auch, wie das wahre Leben ist : denn Hass,Trauer,Liebe und Gewalt mischen sich und ergeben so ein nahezu unglaubliches Leseerlebnis.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Dina1606 aus Halle am 08.04.2011 ***** ausgezeichnet
Die Schwestern Lia und Alice verlieren nach ihrer Mutter nun auch noch ihren Vater auf seltsame Art und Weise.
Für beide ändert sich von heute auf morgen alles. Nicht nur, dass Lia plötzlich ein mysteriöses Tattoo auf ihrem Unterarm entdeckt, nein auch Alice, ihre Schwester verhält sich seltsam.
Lia beobachtet wie Alice nachts in dem dunklen Zimmer ihrer Mutter auf dem Fußboden sitzt und seltsame Rituale abhält und sie spürt, dass sich Alice immer weiter von ihr entfernt.
Sie wird bösartig und Lia kann sich das alles nicht erklären, bis sie mit ihrem Freund zusammen ein Buch in der Bibliothek ihres Vaters findet. Erst gibt sie nichts auf die Worte die in dem Buch nieder geschrieben sind, aber schon bald muss sie erkennen, dass das Schicksal von Alice und ihr dort nieder geschrieben ist.
Auch ihre Tante Virginia, ihr Bruder Henry und der Kutscher Edmund hängen da mit drin.
Lia hat eine Aufgabe zu erfüllen und muss sich dabei gegen ihre Schwester Alice wenden, denn auch Alice hat eine Aufgabe zu erfüllen. Und bald merkt Lia, dass Alice alles tun würde um Lia auf ihre Seite – die dunkle Seite zu ziehen.

Im zweiten Teil ist Lia aus dem Haus ihres verstorbenen Vaters ausgezogen und hat ihre Schwester Alice, die mittlerweile gemeinsame Sache mit dem Bösen macht, zurück gelassen. Mit ihrer verbündeten Sonia ist sie nach London gereist um dort ihre Fähigkeiten zu trainieren.
Als eines Tages ihre Tante Virginia vor der Tür steht und ihr sagt, das ihre Großtante Abigail nach ihr schickt, weis Lia, dass sie eine neue Reise antreten muss mit ungewissem Ausgang.
Zusammen mit Sonia und dem Kutscher Edmund macht sie sich Auf den Weg nach Altus.
Was sie nicht weis ist, was sie auf ihrem Weg zur Heimat der Schwesternschaft alles erwartet und wer ihr bereits auf den Fersen ist.


Ich habe den ersten Teil als TB zur Rezension gehabt und den zweiten als TB nachgekauft. Nun hab ich zwar ein TB und ein HC im Schrank und das auch noch von 2 völlig verschiedenen Verlagen, aber das war’s mir wert.

Der Anfang des ersten Buches hat sich etwas gezogen, aber es war keineswegs langweilig.
Man konnte gut mit verfolgen, wie gerade Alice sich verändert hat. Wenn auch nicht zum Vorteil. Lia dagegen brauch etwas länger um zu begreifen, dass es für ihre Schwester Alice derzeit keine Rettung gibt und sie sich ganz der dunklen Seite verschworen hat. Sie ist noch sehr naiv und weis lange nicht wie sie mit allem umgehen soll, während Alice schon in der Wiege von den Seelen besucht und bekehrt wurde.

In Teil zwei merkt man Lia dann schon deutlicher an, dass sie reifer geworden ist und sich nun auch mehr zu traut. Auch hat sie sich damit abgefunden, dass sie gegen und nicht mit ihrer Schwester kämpfen muss.
Ihre Liebe zu Dimitri gibt ihr viel Kraft und Durchhaltevermögen. Und auch auf ihrer Reise nach Altus, hält sie die Gewissheit ihre Großtante Abigail bald zu treffen auf den Beinen.

Beide Bücher sind sehr spannend und dennoch recht verständlich geschrieben. Es ist nichts Anspruchsvolles und man kann es recht zügig lesen. Ich bevorzuge diese Bücher, da man sie auch mal zwischendurch beim Arzt oder in der bahn zur Hand nehmen kann. Bei anspruchsvollen Werken brauch ich dann immer absolute Ruhe zum lesen und muss mich konzentrieren, diese Bücher lese ich dann auch nur daheim.
Deswegen bin ich immer froh, wenn ich so leichte Lektüre lesen kann.

Ich freue mich sehr auf Teil 3 und hoffe, das man bald mal was zu lesen bekommt, wann dieser erscheinen soll.

Kurzum: ein empfehlenswertes Buch, was es durchaus mit bekannteren Werken aufnehmen kann und den Leser sofort in seinen Bann zieht.

Für beide Bücher jeweils 5 Sterne!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

0 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von grace aus Gerolstein am 28.09.2010 ***** ausgezeichnet
In dem Buch die Prophezeiung Schwestern geschrieben von Michelle Zink,geht es um die Zwillinge Alice und Lia.
Nach dem Tod ihres Vaters ,hat Lia immer mehr unheimliche Erfahrung mit dem Bösen.. Mit Hilfe eines Buches findet sie etwas über die uralte Prophzeiung ihrer Familie heraus . Sie glaubt sie ist sie der Schlüssel und Alice das Tor duch das Samael,ein gefallener engel aus der Anderstwelt in das diesseits gelange kann. Doch es kommt alles ganz anders,durch einen geburstfehler ist es genau umgekehrt. Sie ist verzweifelt den der sage nach ist sie nun die Böse und Alice,die alles dafür tut das Samael frei kommt ,die einzige die es verhindern kann.Die Not ist groß und Lia muss schnell eine lösung finden....
Ich fande das buch sehr gut! Es ist packend geschreibend und ich würde es immer wieder lesen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von michaela am 16.10.2009 ***** sehr gut
Die Prophezeihung der Schwestern ist ohne Zweifel ein Erfolg von Michelle Zink. In dem Buch wird berichtet, wie sich die Zwillinge immer mehr auseinander leben und hinterher erkennen müssen, dass sie auf der gegnerischen Seite stehen- der andere Zwilling ist der größte Feind. Lia lebt durch die Welt, probiert den Verlus des verstorbenden Vaters zu verkraften und stößt auf merkwürdige Unannehmlichkeiten, von denen sie schon bald in einen tieferen Strudel gerissen wird. Auch Alice tritt in diese Welt ein, allerdings auf eine ganz andere Weise. Lia muss immer mehr erkennen, dass Alice ihr Feind ist und das sie die Prophezeihung erfüllen muss, um die Welt vor Satan zu bewahren.

Als ich das Buch gesehen habe, bin ich mit voller Energie in einen Buchladen gegangen und habe es gekauft um es auch gleich zu lesen. Das erste Kapitel hat mir sehr gut gefallen, die Trauer von Lia wird sehr gut beschrieben und ich konnte mich in sie hinein versetzten. Wäre so dass ganze Buch gewesen, hätte ich ihm sicher fünf Sterne gegeben, aber das habe ich nicht, da es immer zunehmend langweiliger wurde, besser gesagt, es war einfach nur ein Dahinleben, dass beschrieben wurde ohne Spannungsaspekte. Trotzdem waren viele Stellen sehr rührend und traurig, dass liegt daran, dass ich selbst Zwilling bin und somit die Entzweiung der Zwillinge genau mit verfolgen konnte. Dann baut die Autorin einen Wendepunkt mitein, der alles vorherige in Vergessenheit fallen lässt. Ab diesem Zeitpunkt habe ich richtig angefangen das Buch zu mögen. Die Ereignisse reihen sich aneinander und am Ende konnte auch ich fast nicht mehr aufhören zu lesen.
Dieses Buch ist empfehlenswert, da es mit vielen Emotionen geschrieben ist und die Hauptpersonen haben jeder ihren ganz persöhnlcihen Charakter, den die Autorin wunderbar in die Geschehnisse mit einfließen lässt. Ich warte schon gespannt auf das folgende Buch und hoffe, dass auch dieses Mal Alice nicht zu kurz kommt, und dennoch die Geschwisterliebe gezeigt wird, die auch im ersten immer noch existiert. Allerdings fande ich die Liebe von Lia und James zu wenig beschrieben, dass war sehr schade. Trotzdem sollten sich die Lesefleißigen unter uns dieses Buch nicht entgehen lassen!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

9 von 10 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 11.08.2009 ***** ausgezeichnet
Mit dem ersten Teil ihrer Trilogie „Die Prophezeiung der Schwestern“ um die Zwillinge Lia und Alice liefert uns Michelle Zink feinste Fantasy-Unterhaltung. Eingebettet in das Neu-England des ausgehenden 19. Jahrhunderts schafft es Zink, uns mit ihrer Story um uralte Vorsehungen, neue Freundschaften, mysteriöse Bücher und seltsame Begegnungen ganz in ihren Bann zu ziehen.

Die Autorin erzählt die Geschichte ebenso authentisch wie einfühlsam aus der Sicht der 16-jährigen Lia, und so fiebern wir mit ihr mit auf dem ungewöhnlichen Weg zu ihrer Bestimmung. Wer die Bücher von Libba Bray mag und auch sonst gerne Historisch-Mystisches liest, ist hier genau richtig - ein echter „Fanthistoy“-Schmöker für Jungendliche ab 12 Jahren. Freuen wir uns schon auf die Fortsetzung!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

5 von 9 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Silke B. aus Köln am 04.08.2009 ***** ausgezeichnet
"Die Prophezeiung der Schwestern" hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und begeistert. Leider ist es nur der erste von drei Bänden rund um die beiden ungleichen Zwillingsschwestern und die Prophezeiung, so dass ich nun leider noch lange warten muss, um zu erfahren wie die Geschichte weiter geht. Es scheint auch noch kein Veröffentlichungsdatum für den zweiten Band bekannt zu sein.
Ich mag generell sehr gerne Bücher, die Mythologie und Fantasy mit der realen Welt verbinden. Diese Mischung hat auch für "Die Prophezeiung der Schwestern" hervorragend funktioniert. Gemeinsam mit Lia entdeckt man als Leser immer mehr von den Hintergründen und viele Details werden der Reihe nach offenbart und ergeben das Gesamtbild. Da die Geschichte auch aus Lias Perspektive erzählt wird, weiß man zu jedem Zeitpunkt nur genauso viel wie sie selber und kann so ganz mit ihr mit fiebern.
Zwar ist der grundsätzliche Kampf von Gut gegen Böse schon oft in der Literatur verarbeitet worden, doch in dieser Art war es mir doch neu. Meistens ist es eine Gruppierung von Licht, die gegen die Dunkelheit kämpft. Doch die Personifizierung von Gut und Böse durch die mit der Geburt vergebenen Rollen von Wächter und Tor an zwei Zwillingsschwestern, war mir absolut neu. Besonders spannend finde ich jedoch daran den Aspekt, dass diese Rollen nicht festgeschrieben sind, sondern die Mädchen zusätzlich noch die Wahl haben auf welche Seite sie sich schlagen. Die weitere Entwicklung der Trilogie rund um die Schwestern ist dadurch noch überhaupt nicht absehbar.
Die Figuren des Buchs haben mir sehr gut gefallen, insbesondere auch Lias Freundinnen Sonia und Luisa, denen hoffentlich in den Nachfolgebänden noch eine größere Rolle zufallen wird.
Sehr interessant finde ich auch die zeitliche Epoche zum Ende des 19. Jahrhunderts, in der das Buch spielt. Zwar scheint Lia nicht gerade ein Musterbeispiel für die Konventionen zu sein, denen sich Mädchen zu dieser Zeit zu unterwerfen hatten, doch ich bin trotzdem sehr gespannt wie sie es schaffen wird, ihren Weg nun ohne ihre Eltern fortzusetzen.
In diesem Zusammenhang fällt mir auch das Titelcover ein, das zwar sehr schön anzusehen ist, stilistisch aber viel zu modern ausfällt. Viel besser gefällt mir da das Cover der amerikanischen Ausgabe, das sehr viel zurückhaltender ist und besser zur zeitlichen Epoche passt.
Da die Sprache des Buchs recht einfach gehalten ist, kommen sicherlich auch junge Leser schon gut damit zurecht. Inhaltlich würde ich jedoch eine Empfehlung ab ca. 13 Jahren aussprechen, nach oben hin steht die Grenze auch für an Jugendbüchern interessierte Erwachsene offen. Das Buch wurde mit sehr großer Schriftart gedruckt, die 408 Seiten der deutschen Ausgabe täuschen daher ein wenig mehr Inhalt vor, als tatsächlich vorliegt.
Insgesamt fällt mein Urteil zu "Die Prophezeiung der Schwestern" also absolut positiv aus und ich würde mich sehr freuen, noch mehr von der Autorin Michelle Zink zu lesen.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Sie kennen "Die Prophezeiung der Schwestern / Die Prophezeiung der Schwestern Bd.1" von Michelle Zink ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

3 Marktplatz-Angebote für "Die Prophezeiung der Schwestern / Die Prophezeiung der Schwestern Bd.1" ab EUR 3,95

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
3,95 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten) Davids Antiquariat + catch-a-book 99,6% ansehen
wie neu 7,75 1,90 Banküberweisung Norei 99,5% ansehen
wie neu 8,77 1,50 Banküberweisung robo-buch 97,6% ansehen
Mehr von