Der Ring des Salomo / Bartimäus Bd.4 - Stroud, Jonathan
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Jonathan Stroud 

Der Ring des Salomo / Bartimäus Bd.4

Übersetzung: Orgaß, Katharina; Jung, Gerald
Gebundenes Buch
 
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**** ausgezeichnet
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Der Ring des Salomo / Bartimäus Bd.4

"Noch ein Zauberbuch? Ja! Eines, das zeigt, wie viel Saft und Kraft in diesem Genre steckt." -- Die Welt

"Ein unschlagbar liebenswert-böses Team. Stroud lässt auf jeder Seite Funken sprühen." -- Bild am Sonntag

"Harry ist nicht mehr allein!" -- Bunte

Endlich geht das grandiose Fantasy-Abenteuer weiter:
Bartimäus erzählt atemberaubend spannend, umwerfend komisch - und wie alles begann!

"Hier erzähle ich euch die Geschichte meiner Abenteuer und wahren Größe, bevor mich dieser widerliche kleine Magier namens Nathanael in seinen unsäglichen Bann schlug."

Endlich hat das Warten für alle Fans der fantastischen Bartimäus-Trilogie ein Ende: Das heiß ersehnte Prequel zu den faszinierenden Abenteuern um den jungen Magier Nathanael und seinen unfreiwilligen Diener Bartimäus ist da! Und Bartimäus, der Dschinn aller Dschinns, darf seine ruhmreiche Vergangenheit präsentieren - die sogar seine späteren Heldentaten mit Nathanael beinahe in den Schatten stellt. Schließlich hat Bartimäus seinerzeit nur den Besten der Besten und Hochwohlgeborenen gedient: Mächtige Magier und wunderschöne Königinnen waren seine Gebieter - und mit dem berühmten König Salomon stand er sogar auf Du und Du ...Ein spektakuläres Feuerwerk an atemberaubender Spannung, unnachahmlichem Witz und mit einem unwiderstehlichen Helden!


Produktinformation

  • Verlag: Cbj
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 477 S.
  • Seitenzahl: 480
  • Bartimäus Bd.4
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 146mm x 45mm
  • Gewicht: 666g
  • ISBN-13: 9783570139677
  • ISBN-10: 3570139670
  • Best.Nr.: 29501381
"Noch ein Zauberbuch? Ja! Eines, das zeigt, wie viel Saft und Kraft in diesem Genre steckt." Die Welt

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.12.2010

Spionage und Verrat
Neue Abenteuer des frechen Dschinns Bartimäus
Er ist vielleicht einer der unangenehmsten Helden der Fantasy-Literatur: Sarkastisch, bösartig, verschlagen und gemein lässt sich der Dschinn Bartimäus nur ungern auf den Kontakt zu Menschen ein. Doch gehört es zu den höheren Gesetzen der Dämonen, dass sie demjenigen zu dienen haben, der sie heraufbeschwört, unabhängig von jeglicher möglichen (oder eher: unmöglichen) gegenseitigen Sympathie. Im vorchristlichen Jerusalem ist er ein Diener des sagenumwobenen Königs Salomon, der sich allzu optimistisch an der Beschwörung versucht und alsbald als Dämonenhäppchen sein irdisches Dasein beschließt. Doch obwohl nach dämonischen Gesetzen alles ganz fair und gerecht zugegangen ist, lässt sich Salomon nicht ohne weiteres einen seiner ältesten Zauberer wegfressen und sorgt dafür, dass Bartimäus sehr bald wieder in seinen Diensten steht. Keine angenehme Ausgangssituation für den Dschinn, befindet sich doch Salomon im Besitz eines mächtigen Ringes, der ihm die Herrschaft über dämonische Wesenheiten bis hin zur höchsten Kategorie verleiht und es dem Dschinn damit beinahe unmöglich macht, sich …

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"Strouds politischer Fantasy-Roman gehört aktuell fraglos zu den besten seiner Gattung."

"Strouds politischer Fantasy-Roman gehört aktuell fraglos zu den besten seiner Gattung."
Jonathan Stroud wurde 1970 im englischen Bedford geboren. Er schreibt Geschichten, seit er sieben Jahre alt ist. Er arbeitete zunächst als Lektor für Kindersachbücher. Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte, beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner Frau Gina, einer Grafikerin und Illustratorin von Kinderbüchern und den gemeinsamen Kindern Isabelle und Arthur in der Nähe von London.

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Sonnenuntergang über den Olivenhainen. Der Himmel errötete pfirsichfarben wie ein verschämter Jüngling beim ersten Kuss. Durch die offenen Fenster wehte ein kaum spürbarer Windhauch, der die Düfte des Abends hereintrug. Er verfing sich im Haar der jungen Frau, die allein und in Gedanken versunken in der Mitte des Raumes auf dem Marmorfußboden stand, und ließ ihr Gewand um die schlanken, gebräunten Glieder flattern.

Sie hob die Hand. Schmale Finger spielten mit einer Locke.

"Warum so schüchtern, mein Herr?", raunte sie. "Kommt näher und lasst Euch betrachten."

Der alte Mann im Pentagramm gegenüber ließ die wachsbeschichtete Tonrolle sinken und funkelte mich mit dem gesunden Auge ärgerlich an. "Bei Jehova, Bartimäus! Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die Masche bei mir zieht?"

Ich klimperte betörend mit den Wimpern. "Wenn du ein Schrittchen näher trittst, tanze ich für dich. Das willst du dir doch nicht etwa entgehen lassen? Ich führe dir den Tanz der Sieben Schleier vor."

"Nein danke", sagte der Zauberer gereizt. "Und das kannst du auch bleiben lassen."

"Was denn?"

"Dieses ... dieses Gewackel. Da! Schon wieder!"

"Ach, komm schon, Kumpel, reg dich ab. Was passt dir denn nicht?"

Mein Herr stieß einen Fluch aus. "Womöglich dein gespaltener linker Fuß. Vielleicht auch dein schuppiger Schwanz. Oder aber der Umstand, dass jedes Neugeborene weiß, warum man auf keinen Fall aus dem Schutzkreis treten darf, wenn man von einem tückischen, doppelzüngigen Geist wie dir dazu aufgefordert wird. Und jetzt schweig endlich, verfluchte Kreatur der Luft, und verschone mich mit deinen elenden Versuchungen oder ich verpasse dir eine Pestilenz, wie sie nicht einmal das ägyptische Weltreich erleiden musste." Der alte Knabe spulte sich ganz schön auf. Sein Atem ging schwer und das weiße Haar stand ihm um den Kopf wie ein wirrer Heiligenschein. Er zog einen Griffel hinter dem Ohr hervor und kritzelte mit grimmiger Miene etwas in die Wachsschicht der Tonrolle. "Der nächste Eintrag, Bartimäus. Wenn die Zeile voll ist, ist ein für alle Mal Schluss mit den Vergünstigungen, verstanden? Keine gebratenen Kobolde mehr, keine Freizeit, gar nichts. Und jetzt habe ich einen Auftrag für dich."

Die Maid im Pentagramm verschränkte die Arme und rümpfte das niedliche Näschen. "Ich habe eben erst einen Auftrag abgeschlossen."

"Stimmt. Und jetzt kommt der nächste."

"Den erledige ich, sobald ich mich erholt habe."

"Du erledigst ihn sofort."

"Warum immer ich? Schickt doch Tufec oder Rizim los."

Ein scharlachroter Blitz schoss aus dem Zeigefinger des Alten und setzte mein Pentagramm in Brand. Ich jaulte auf und vollführte wilde Luftsprünge.

Das Knistern ließ nach, ebenso der Schmerz in meinen Füßen, und ich verharrte in einer unvorteilhaften Pose.

"Du hattest recht, Bartimäus", kicherte der Alte. "Du tanzt wirklich nicht übel. Ist dir immer noch nach Widerworten zumute? Dann wäre nämlich ein weiterer Eintrag fällig."

"Nein, nein _ nicht nötig." Zu meiner großen Erleichterung steckte er den Griffel bedächtig wieder hinter das runzlige Ohr. Ich klatschte schallend in die Hände. "Ihr habt einen neuen Auftrag für mich? Welche Freude! Ich bin gerührt, dass Ihr unter so vielen anderen würdigen Dschinn ausgerechnet mich auserwählt habt. Was verschafft mir diese Ehre? Ist sie der Lohn dafür, dass ich den Riesen im Libanon-Gebirge quasi nebenbei erledigt habe? Dass ich die kanaanitischen Rebellen mit unermüdlichem Eifer in die Flucht schlug? Oder verdanke ich sie schlicht meinem guten Ruf?"

Der Alte kratzte sich die Nase. "Falsch geraten. Du verdankst sie deinem Benehmen gestern Abend, als dich die Wachkobolde dabei beobachtet haben, wie du in Gestalt eines Mandrill-Affen vor dem Schaftor durchs Unterholz stolziert bist, anstößige Lieder über König Salomo geschmettert und deine eigene Herrlichkeit lautstark gepriesen hast."

Das junge Mädchen zuckte missmutig die Achseln. "Vielleicht handelt es sich ja um eine Verwechslung."

"Wenn jemand hartnäckig wiederholt: >Bartimäus ist der Größte<, lässt das gewisse Schlussfolgerungen zu."

"Na schön, ich war's. Dann hatte ich eben zu viele Stechlinge zum Abendessen. Macht doch nichts."

"Ach nein? Die Wächter haben es ihrem Vorgesetzten gemeldet, und der hat sich bei mir gemeldet. Ich habe es dem Obermagier Hiram gemeldet und ich glaube, inzwischen ist es auch dem König zu Ohren gekommen." Der Alte setzte eine förmliche Miene auf und sagte streng: "Der König ist ganz und gar nicht erfreut."

Ich blies die Wangen auf. "Kann er mir das nicht selber sagen?"

Das gesunde Auge des Zauberers trat aus der Höhle. Es sah aus wie ein Ei, das gerade aus dem Hinterteil eines Huhnes hervorkommen will. "Du wagst es vorzuschlagen", keifte er, "dass der große Salomo, König von ganz Israel, Herr über alle Ländereien vom Golf von Akaba bis zum Strom des Euphrat, sich herablassen soll, das Wort an einen schwefligen Sklaven wie dich zu richten? Allein die Vorstellung! In meinem ganzen Leben habe ich noch nie eine solche Unverschämtheit...

"Ich bitte Euch. Seht Euch doch an. So etwas müsst Ihr schon mal erlebt haben."

"Macht zwei Einträge, Bartimäus, für deine Dreistigkeit." Er kratzte wütend mit dem Griffel auf der blöden Tonrolle herum. "Schluss jetzt! Hör mir gut zu. Salomo wünscht neue Trophäen für seine Wunderkammer. Er hat seine Zauberer angewiesen, die gesamte bekannte Welt nach kunstvollen und zaubermächtigen Gegenständen zu durchsuchen. Zu dieser Stunde beschwören meine Rivalen auf sämtlichen Türmen Jerusalems lauter Dämonen, die dir an Widerwärtigkeit in nichts nachstehen, und senden sie wie feurige Kometen in alle vier Himmelsrichtungen aus, damit sie versunkene Städte plündern. Mit den erbeuteten Schätzen wollen sie Eindruck auf den König machen und sich bei ihm einschmeicheln. Aber das wird ihnen nicht gelingen, Bartimäus, denn wir werden ihm die prächtigste Trophäe von allen überreichen. Habe ich mich verständlich ausgedrückt?"

Das hübsche Mädchen zog einen Flunsch, meine langen, scharfen Zähne glitzerten feucht. "Schon wieder Grabräuberei? Soll Salomo die Drecksarbeit doch selber erledigen. Aber nein, es wäre ja zu viel verlangt, dass er mal den Finger hebt und den Ring benutzt. Noch fauler geht's wirklich nicht."

Der Alte grinste verschlagen. Die schwarze Höhle seines fehlenden Auges schien das Licht einzusaugen. "Deine Ansichten sind sehr interessant. So interessant, dass ich sie dem König nicht vorenthalten möchte. Ich werde ihn sogleich aufsuchen. Wer weiß? Vielleicht hebt er ja doch den Finger und benutzt den Ring - gegen dich."

Eine kleine Pause trat ein und das dämmrige Zimmer verdunkelte sich merklich. Ein kalter Schauer rieselte mir den wohlgeformten Rücken herunter. "Macht Euch keine Umstände, Meister", knurrte ich. "Ich beschaffe ihm seine Trophäe. Wo soll's denn hingehen?"

Mein Herr zeigte auf das Fenster, durch das die Lichter Jerusalems heiter hereinblinkten. "Du fliegst ostwärts, nach Babylon. Hundert Meilen südöstlich dieser sündigen Stadt und dreißig Meilen südlich vom derzeitigen Lauf des Euphrat findest du die verfallenen Überreste einer uralten Stadt. Die Bauern dort meiden die Ruinen aus Furcht vor Geistern, und die Nomaden weiden ihre Herden nur jenseits der äußersten Hügelgräber. Heute hausen dort nur noch ein paar religiöse Eiferer und andere Verrückte, aber der Ort war nicht immer so verlassen. Einst hatte er sogar einen Namen."

"Eridu", sagte ich leise. "Ich weiß."

"Wie seltsam müssen die Erinnerungen eines Wesens sein, das den Aufstieg und Fall solcher Orte miterlebt hat Nun erschauerte der Alte. "Ich mag gar nicht darüber nachdenken. Aber umso besser, wenn du dich noch daran erinnerst! Durchstöbere die Ruinen, mach die alten Tempel ausfindig. Wenn man den Schriftrollen glauben darf, muss es dort noch zahlreiche Geheimkammern geben, in denen unschätzbare antike Kostbarkeiten schlummern! Wenn wir Glück haben, sind einige davon noch unberührt."

"Ganz bestimmt. Bei den Wächtern ..."

"Gewiss, die Zauberer dürften damals gewisse Vorsorgemaßnahmen getroffen haben!" Die Stimme des Alten schwoll dramatisch an, er fuchtelte abwehrend mit den Händen. "Wer weiß, was für Geschöpfe dort noch lauern mögen? Wer alles in den Ruinen umgeht? Welch abstoßende Wesen, was für abscheuliche Ungeheuer dort . _ Was machst du da eigentlich mit deinem Schwanz? Lass das! Das ist unappetitlich."

Ich riss mich zusammen. "Schon verstanden. Ich soll nach Eridu und mich dort umschauen. Aber wenn ich wiederkomme, will ich auf der Stelle entlassen werden! Ohne Wenn und Aber. Ich habe mich jetzt lange genug auf der Erde herumgetrieben. Meine Substanz schmerzt wie ein eitriger Backenzahn."

Mein Herr grinste zahnlos, reckte mir das Kinn entgegen und wackelte wichtigtuerisch mit dem schrumpligen Zeigefinger. "Kommt ganz drauf an, was du mir bringst, Bartimäus. Wenn es dir gelingt, mich in Erstaunen zu versetzen, lasse ich dich vielleicht, vielleicht gehen. Also streng dich gefälligst an! Und jetzt - sei bereit. Ich werde dich nun an deinen Auftrag binden."

Mitten in der Beschwörungsformel erscholl das Horn unter dem Fenster. Das Kidrontor wurde geschlossen. Die Wachposten am Schaftor, am Gefängnistor und am Wassertor griffen das Signal auf, und so ging es einmal rund um die Stadtmauer, bis schließlich das große Horn auf dem Palastdach ertönte und ganz Jerusalem für die Nacht verriegelt war.

Noch vor ein, zwei Jahren hätte ich darauf spekuliert, dass die Ablenkung meinen Herrn zu einem Versprecher verleiten würde, sodass ich mich auf ihn stürzen und ihn verschlingen konnte.

Diese Hoffnung hatte ich längst aufgegeben. Er war zu alt und zu erfahren. Ich musste abwarten, bis ich ihn anderweitig überrumpeln konnte.

Der Zauberer kam zum Ende, sprach die abschließenden Worte. Das hübsche Mädchen zerfloss und wurde durchsichtig. Einen Augenblick lang schwebte ich noch in meinem Pentagramm wie ein dunstiger Schemen, dann zerplatzte ich geräuschlos.

Bartimäus 2 Ganz gleich wie oft man schon wandelnden Toten begegnet ist, man vergisst jedes Mal, wie bescheuert sie aussehen, wenn sie sich tatsächlich in Bewegung setzen. Klar, sobald sie aus einer Mauer treten, sehen sie erst mal scharf aus und sammeln Extrapunkte wegen der Schockwirkung, der klaffenden Augenhöhlen und malmenden Kiefer und manchmal (wenn der Wiederbelebungszauber allererste Sahne war) wegen ihres grausigen Geheuls. Aber dann tappen sie einem schwerfällig durch den Tempel hinterher, mit ruckelndem Becken und schlackernden Schenkelknochen, und strecken die fleischlosen Arme auf eine Art von sich, die einschüchternd wirken soll, aber eher den Eindruck macht, als wollten sie sich gleich ans Klavier setzen und einen fetzigen Boogie-Woogie in die Tasten hämmern. Und je mehr Tempo sie zulegen, desto lauter klappern ihre Zähne, desto öfter verfängt sich ihr hüpfender Halsschmuck in den Augenhöhlen, und dann stolpern sie noch über ihre Leichentücher und fallen hin und sind einem flinkfüßigen Dschinn, der es eilig hat, immerzu im Weg. Außerdem sind sie sehr wortkarg. Keins dieser Gerippe hat je einen flotten Spruch parat, der die lebensbedrohliche Lage, in der man sich in ihrer Gesellschaft befindet, ein bisschen auflockern würde.

"Herrschaftszeiten", begrüßte ich sie durch das Loch in der gewölbten Decke, an dessen Rand ich mich mit einer Hand festhielt, "ist denn hier keiner, mit dem man mal vernünftig quatschen kann?" Mit der freien Hand feuerte ich einen Plasmablitz ab, der vor den Füßen eines Untoten ein Loch riss. Ein Schritt und der Kerl war in der Versenkung verschwunden. Ich stieß mich ab, sprang quer durch den Tempelsaal und landete gelenkig auf einem Standbild des Gottes Enki.

Von links kam ein mumifizierter Leichnam aus seiner Wandnische geschlurft. Er trug ein Sklavengewand und um den ledrigen Hals ein rostiges Eisenband mit einer Kette dran. Mit knarzenden Gelenken stürzte er sich auf mich. Ich ruckte einmal kräftig an der Kette und ploink - sein Kopf fiel ab. Ich fing den Schädel auf, während der Rest zusammenbrach, und kegelte ihn treffsicher gegen die nächste Mumie, der prompt das Rückgrat entzweiknackte.

Dann sprang ich von dem Götterbild herunter in die Saalmitte. Die Untoten näherten sich jetzt von allen Seiten. Ihre Gewänder waren hauchdünn wie Spinnweben, an ihren Handgelenken klirrten Bronzereifen. Einst waren sie lebendige Männer und Frauen gewesen - Sklaven, Freie, Höflinge und niedere Priester, Mitglieder aller Gesellschaftsschichten von Eridu -, aber jetzt bedrängten sie mich mit gebleckten Zähnen und schartigen gelben Fingernägeln und wollten meine Substanz in Stücke reißen.

Ich bin von Natur aus höflich und verhielt mich angemessen entgegenkommend. Eine Detonation nach links, einen Schüttelkrampf nach rechts. Es hagelte munter Mumienbrösel auf die glasierten Reliefs alter sumerischer Könige.

Das verschaffte mir eine kurze Atempause. Ich schaute mich um.

In den achtundzwanzig Sekunden, seit ich mich durch die Decke gebohrt hatte, war mir noch keine Zeit geblieben, meine Umgebung ausführlich in Augenschein zu nehmen, aber die Ausstattung und der Zustand des Tempels lieferten mir gewisse Hinweise. Zum einen handelte es sich zweifelsfrei um einen Tempel des Wassergottes Enki (das verriet mir das Standbild, außerdem tauchte Enki in allen Wandreliefs auf, umringt von seinen Fischen und Schlangendrachen), der seit mindestens 1.500 Jahren nicht mehr verehrt wurde. Zum anderen war in den langen Jahrhunderten, seit die Priester die Türen versiegelt und die Stadt dem alles verschlingenden Wüstensand überlassen hatten, niemand mehr hier eingedrungen. Das erkannte ich an der dicken Staubschicht auf dem Boden, dem unversehrten Steinblock vor dem Eingang, dem Eifer der untoten Wächter und - nicht zuletzt - an der Figur auf dem Altar am anderen Ende des großen Raumes.

Bei der kunstvoll aus purem Gold gefertigten Figur handelte es sich um eine Wasserschlange, eine Verkörperung des Enki. Sie blinkte matt im Schein der von mir zur Beleuchtung des Saales entflammten Signalfeuer, und ihre Rubinaugen funkelten unheilvoll wie verlöschende Glut. Allein als antikes Kunstwerk war sie vermutlich unbezahlbar, aber das war nur die halbe Miete.

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Kundenbewertungen zu "Der Ring des Salomo / Bartimäus Bd.4"

10 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.6 von 5 Sterne bei 10 Bewertungen **** ausgezeichnet)
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Bewertung von löwe aus Bad Berka am 31.07.2011 ***** ausgezeichnet
Ich möchte euch das Buch Bartimäus der Ring des Salomo von Jonathan Stroud empfehlen. In diesem geht es um den Dschinn Bartimäus, also ein Dämon, dieser wird in die Menschenwelt versklavt, von Zauberern, und muss verschiedene Aufträge ausführen. Außerdem soll er mit einer Verschwörung gegen den König von Jerusalem, wo sich das Wesen meistens aufhält, fertig werden, was sich als nicht so einfach erweist. Außerdem taucht man in eine magische Welt ein und wer Zauberei und Fantasy liebt, dem ist dieses Werk wirklich zu empfehlen.
Ich bewerte dieses Buch mit fünf von fünf Punkten, denn es ist sehr spannend und hat sehr viel Sarkasmus sowie Humor. Übrigens die anderen drei Teile sind sehr zu empfehlen.

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Bewertung von Romy am 25.05.2011 ***** ausgezeichnet
Ich habe lange auf den letzten Teil gewartet und wurde nicht enttäuscht. Der 4.Teil der Bartimäus- Reihe ist - wie die anderen Teile auch - super geschrieben. Besonders die frechen Untertitel sind gelungen und haben mich zum Schmunzeln gebracht. Ich hatte das Buch nach nur 2 Tagen durch. Für Leute mit schwarzem Humor ist das Buch auf jeden Fall empfehlenswert.

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Bewertung von palufu aus Horb a.N. am 18.04.2011 ***** ausgezeichnet
Bartimäus ist ein Dämon, der im Dienste Salomos arbeitet. Sein Meister ist einer der 17 Zauberer, die im Dienste Salomos arbeiten. Da sein Meister nicht hält, was er verspricht, frisst er ihn auf. Zur Strafe muss er für den strengen Meister Khaba arbeiten. In der Zeit bekommt die Königin von Saba eine Drohung, das König Salomo sie vernichtet, wenn sie nicht 100 Säcke Weihrauch im zur Abholung bereitstellt. Die Königin von Saba schickt darauf Asmira, ihre beste Leibwächterin, um König Salomo zu Töten. Khaba bekommt den Auftrag, einen Tempel ohne Magie zu errichten. Doch Bartimäus und die anderen Dämone halten sich nicht an die Regel, und Khaba wird zur Strafe in die Wüste zur Banditenjagt geschickt. Khaba verspricht, die aus seinen Diensten zu Entlassen, die die Banditen fangen oder töten. Bartimäus fand die Bandieten und wurde von seinen Diensten befreit, aber anders, als er es sich vorgestellt hatte. Er musste in einer Glasflasche bleiben. Aber er hatte Glück, denn Asmira, die in den Palast eingedrungen war, zerbrach die Flasche, um Bartimäus in ihre Dienste zu stellen. gemeinsam schafften sie es in das Gemach Salomos zu kommen. aber dort bemerkten sie etwas, an das sie nie zuvor zu denken gewagt hätten.
Ich finde das Buch spannend. Es ist toll, das es aus zwei Sichten geschrieben ist.

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Bewertung von tiba aus Marl am 06.01.2011 ***** ausgezeichnet
Dieses Buch wurde von meinem Sohn innerhalb von 3 Tagen verschlungen.

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Bewertung von Totsänger am 30.12.2010 ***** ausgezeichnet
Bartimäus reißt Alles raus!

Wider Erwarten ist doch noch ein weiterer Band um den spitzzüngigen Dschinn erschienen, wie er zurecht genannt wird. Das hätte ich selbst nicht mehr für möglich gehalten, nachdem die Triliogie um Nathanael bereits beendet war. Leser, die diese Bücher nicht gelesen haben, haben aber trotzdem keine Schwierigkeiten diese Vorgeschichte zu lesen, die mit den nachfolgenden Ereignissen nichts zu tun hat.
Faquarl Bartimäus Erzfeind ist auch wieder mit von der Partie. Leider bekommt er keine allzu große Rolle.
Das Buch ist insgesamt von der Story her schlechter als die Teile 1-3 aber Bartimäus reißt wieder Alles raus, weßhalb ich nicht umhinkomme 5Sterne zu vergeben.
Zum Inhalt.
Kaum hat Bartimäus seinen Beschwörer, einen Zauberer am Hofe König Salomos überlistet und getötet, wird er schon wierder gerufen. Denn Salomo lässt keinen seiner Diener einfach so gehen.
Bartimäus verbündet sich mit Asmira, einer Attentäterin, die Salomo töten will. Denn ihr Land wird von im unterdrückt. Doch der König besitzt einen Ring, von gigantischer Macht...
Fazit:
Ein empfehlenswertes Buch für alle Fans von sarkastischem Humor!

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Bewertung von Balu aus Billerbeck am 21.11.2010 ***** gut
Spannend wie die vorhergehenden Bücher dieser Reihe.

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Bewertung von Caro aus München am 18.11.2010 ***** ausgezeichnet
Mein Sohn hatte ihn in Lichtgeschwindigkeit gelesen, muss also wirklich sehr gut sein.

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Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 25.10.2010 ***** sehr gut
Eigentlich war die Trilogie um den sarkastisch-frechen Dschinn Bartimäus bereits beendet. Doch jetzt ist das Prequel „Bartimäus – Der Ring des Salomo“ erschienen, das die Vorgeschichte dieses Dschinns der vierten Ordnung erzählt. Unter den vielen Dämonen in Jonathan Strouds fantastischer Welt, das wissen Eingeweihte bereits, zählen die Dschinns zu den besonderen, denn sie können von den Zauberern unter bestimmten Bedingungen gerufen werden und sind ihnen dann zu bedingungslosem Gehorsam verpflichtet. Auch wenn der neue vierte Band noch etwas mehr Handlung vertragen hätte und man das Mysterium um den mächtigen Ring schon kennt, versteht es Stroud hier wieder, mit einer lebendigen und einfallsreichen Geschichte zu bezaubern. Natürlich fehlen dabei auch die gewohnten Fußnoten und der schnodderige Tonfall nicht. Für Mystery-Fans eine neue Einstiegschance in das bunte Dschinn-Abenteuer, für Bartimäus-Fans ohnehin ein Muss.

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Bewertung von Feenfeuer - Fantasy Blog am 24.10.2010 ***** ausgezeichnet
Dies war nicht Bartimäus erste Beschwörung, bei weitem nicht, hatte er doch bereits grosse Städte längst vergessener Kulturen wachsen und fallen sehen, als 950 v. Chr. seine Dienste in Jerusalem verlangt wurden.
Nach einigen Sperenzien des aufmüpfigen Dschinns im Herzen Israels, wird Bartimäus von Uruk dem, unter Kobolden, Afriten, Foliots, Dschinns, kurz allen Dämonen gefürchteten, Magier Khaba unterstellt und sogleich mit der strafenden Aufgabe eines Tempelbaus betraut.
Doch Bartimäus wäre nicht Bartimäus, wenn er sich dieser Arbeit ohne Schabernack gewidmet hätte...

Mit Der Ring des Salomo legt Jonathan Stroud seinen lang erwarteten vierten Band um den quirligen Dschinn Bartimäus vor. Der Ring des Salomo ist ein Prequel zu den bisher erschienenen drei Büchern und wirft sein Licht auf einen kurzen Abschnitt in dem Leben des vorlauten Dschinns. Bartimäus 4 ist ein in sich abgeschlossener Roman, der für Fans der Trilogie um Nathanaels Abenteuer mit Bartimäus natürlich Pflichtlektüre ist, aber auch für Einsteiger in die Geschichte des Bestseller-Dschinns das ideale Werk darstellt.

Jonathan Stroud begibt sich wieder in die Urban Fantasy Gestade seines Dschinns Bartimäus , der weltweit unzählige junge wie ältere Leserherzen erobern konnte. Das fantastische Feuerwerk, welches der Autor in den ersten drei Bänden von Anfang an entzaubern konnte, gelingt ihm in Der Ring des Salomo mit Anlaufschwierigkeiten. So springt der Funke zwar auf den ersten Seiten bereits über und es entwickelt sich eine gewitze Geschichte, den farbenfrohen Glanz aus dem ersten Bartimäus Roman besitzt er jedoch nicht. So ist die erste Hälfte von Der Ring des Salomo zwar absolut interessant, gespickt von dem Flair des Israels um 950 v. Chr. und ungewöhnliche Fantasy in Bestform, für Kenner der Bartimäus Reihe aber etwas blass in Ausformung und Inhalt. Wo Das Amulett von Samarkand (Bartimäus 1) bereits auf den ersten Seiten einen rasanten Strudel magischer Hochspannung entfachte, begibt sich Der Ring des Salomo auf die Pfade einer, im direkten Vergleich, zurückhaltenden Einführung, die zunächst doch die Bartimäus typische Quirlichkeit ein wenig vermissen lässt.

Nach diesem eher ruhigerem Aufbau der Geschichte in der ersten Hälfte des Bandes, brechen dann aber bei Jonathan Stroud alle Dämme und es entfacht sich das, was seine Fans so lieben. Ein wahres Feuerwerk des Fantastischen. Als wäre der Autor nun wirklich in seiner Bartimäus Welt angekommen, feuert er aus allen Rohren und lässt ein temporeiches, actiongeladenes und turbulentes Abenteuer, voller Witz und Tücke, unerwarteten Wendungen, überraschenden Entwicklungen, ausweglosen Situationen und grossen Bildern auf den Leser einprasseln. Absolut spannend und fesselnd wird hier ein magisches Chaos entfacht, das droht zu einem Weltenbrand zu werden und schlichtweg nur als brodelnde Kreativität in höchst eigenständiger Form bezeichnet werden kann.
Fantasy der Güteklasse 1A.

Jonthan Stroud hat mit Bartimäus 4 erneut sein Vermögen ungewöhnliche und packende All Age Fantasy zu schreiben, unter Beweis gestellt. Mit schön gezeichneten Figuren und einem Dschinn als Hauptfigur, der mal als tanzendes Nilpferd, mal als schwarze Katze, glühender Phönix, Engel oder Rieseneidechse Israel unsicher macht, ist ein durchaus würdiger Nachfolger und eine faszinierende Vorgeschichte seiner Trilogie um Bartimäus gelungen. Spritzige Fantasy für Jung und Alt.

Jonathan Strouds „Bartimäus 4 – Der Ring des Salomo“ – All Age Fantasy, die keine Wünsche offen lässt. Zwar mit leichten Anlaufschwierigkeiten, aus denen dann aber ein schillerndes und gewitztes Abenteuer entsteht, das an Explosivkraft kaum zu überbieten ist. Für Fans der Reihe ein Muss, für Neugierige ein absoluter Einstiegstipp.

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Bewertung von Manuela2205 am 17.10.2010 ***** sehr gut
Wir schreiben das Jahr 950 vor Christus. Bartimäus steht in den Diensten eines der Zauberer von König Salomon. Dieser besitzt eine unglaubliche Macht, aufgrund eines Ringes, dem eine Wesenheit innewohnt, die ihm sämtliche Wünsche erfüllen kann und ihm Heerscharen von Dämonen untertan macht. Salomon hat nun ein Auge auf die Königin von Saba geworfen, diese weist seine Heiratsanträge jedoch ab. Nun wird ihr gedroht, ihr Königreich platt zu machen, sollte sie nicht jährlichen Tribut an König Salomon zu zahlen. Darauf will sie sich jedoch nicht einlassen und schickt eine ihre Leibwächterinnen, Asmira, los, um König Salomon zu töten und ihm seinen Ring zu stehlen.
Die Karawane von Asmira wird überfallen und als Retter erscheint ausgerechnet Bartimäus, der in König Salomons Auftrag unterwegs ist, um die Wüste von Räubern zu säubern.
Als Bartimäus bei seinem Herrn und Meister in Ungnade fällt, nutzt Asmira die Gelegenheit, ihn in ihre Dienste zu zwingen. Mit seiner Hilfe will sie ihren Auftrag erfüllen.



***Meine Meinung***


Ich fühlte mich sofort an die vorangegangene Trilogie erinnert. Auch in diesem Buch findet man nämlich die kleinen Fußnoten, in denen man von Bartimäus Anmerkungen zum Geschehen findet oder auch Erklärungen oder diverse Erinnerungen. Diese sind in seiner typischen Art gehalten: Rotzfrech und sarkastisch.
Bartimäus ist in diesem Band eigentlich die ganze Zeit in das Geschehen integriert. Ich muss sagen Gott sei dank, denn die Story an sich ist eher dünn. In meiner kurzen Inhaltsangabe habe ich einen großen Teil davon schon dargelegt. Dazu kommen natürlich diverse Nebengeschehnisse, in denen Barti für einige Lacher sorgt. Insbesondere seine Persiflage auf eine der Ehefrauen von König Salomo fand ich einfach göttlich, diese stellt er als fettes Nilpferd im Baströckchen dar.
Ich habe mich von diesem Buch zwar durchaus gut unterhalten gefühlt, im Vergleich zu den Vorgängerbänden sackt es aber ein wenig ab. Dort hatten die Charaktere die Möglichkeit sich zu entwickeln und zu wachsen, was mir hier ein wenig fehlt. Asmira ist recht verbohrt, manchmal einfach zum Reinhauen, weil sie rein gar nicht nachdenkt. Allerdings muss ich sagen, dass sich die Handlung auf wenige Tage beschränkt, also auch wenig Zeit für Entwicklungen bleibt. Überraschende Wendungen gibt es nicht viele, trotzdem passiert genügend, so dass man immer gern weiter liest, Langeweile kommt keine auf.
Man kann das Buch problemlos ohne Kenntnis der Vorgänger lesen, da es ja vor diesen spielt. Für mich war es ein Schmankerl einfach über die Zeit zu lesen, die Bartimäus in London angedeutet hat: Dass er nämlich schon mit König Salomo auf Du und Du war.
Was mich ein wenig verwirrt ist die Altersangabe. Mit 10 Jahren kann man die Feinheiten von Bartimäus Sarkasmus eigentlich noch nicht richtig verstehen. Da würde ich schon ein paar Jahre draufpacken.
Insgesamt vergebe ich 4 Sterne.

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