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Zwischen Erdbeben
Streifzüge eines europäischen Exzentrikers. Zusgest. u. m. einl. Texten versehen v. Jobst Welge
Übersetzer: Killisch-Horn, Michael von / Mitwirkender: Welge, Jobst
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Ab - Die Andere Bibliothek
- 2007
- Lim. u. num. Erstausg.
- Ausstattung/Bilder: Lim. u. num. Erstausg. 2007. 360 S. m. Fotos.
- Seitenzahl: 360
- Die Andere Bibliothek Bd.267
- Deutsch
- Abmessung: 221mm x 129mm x 32mm
- Gewicht: 584g
- ISBN-13: 9783821845821
- ISBN-10: 3821845821
- Best.Nr.: 21136273
Produktbeschreibung zu "Zwischen Erdbeben"
Kurzbeschreibung
Malaparte war Faschist, Kommunist, Wendehals, Egozentriker, Narziss, Dandy und Held und manchmal wirkt es, als habe Malaparte keine Sünde auslassen wollen, wie sie sich die Intellektuellen während der Totalitarismen des 20. Jahrhunderts haben zuschulden kommen lassen. Dass er aber zugleich ein großer Reisender, ein Kenner des alten Kontinents, einer der schärfsten Beobachter und originellsten Denker Europas war, ist kaum bekannt. Egal, ob er über die »englischen Manieren« oder die »schwedische Insel« schreibt, aus der Nachkriegsgesellschaft in Deutschland und Frankreich berichtet, oder ob er in den frühen fünfziger Jahren sich für die Welt der chilenischen Indios begeistert oder am Ende seines Lebens von Maos China fasziniert ist: Seine stilistisch unverwechselbaren Reisereportagen sind oft von einer überraschenden Weitsicht und noch in ihren Fehlurteilen erhellend. Erstmals ins Deutsche übersetzt, präsentieren sie einen ebenso eigenwilligen wie faszinierenden Beobachter der europäischen Katastrophe.
Beschreibung
Malaparte war Faschist, Kommunist, Wendehals, Egozentriker,Narziss, Dandy und Held - und manchmal wirkt es, als habe Malaparte keine Sündeauslassen wollen, wie sie sich die Intellektuellen während der Totalitarismendes 20. Jahrhunderts haben zuschulden kommen lassen. Dass er aber zugleich eingroßer Reisender, ein Kenner des alten Kontinents, einer der schärfstenBeobachter und originellsten Denker Europas war, ist kaum bekannt. Egal, ob erüber die "englischen Manieren" oder die "schwedische Insel" schreibt, aus derNachkriegsgesellschaft in Deutschland und Frankreich berichtet, oder ob er inden frühen fünfziger Jahren sich für die Welt der chilenischen Indiosbegeistert oder am Ende seines Lebens von Maos China fasziniert ist: Seinestilistisch unverwechselbaren Reisereportagen sind oft von einer überraschendenWeitsicht und noch in ihren Fehlurteilen erhellend. Erstmals ins Deutscheübersetzt, präsentieren sie einen ebenso eigenwilligen wie faszinierendenBeobachter der europäischen Katastrophe.
19.07.2007
Ein Mann von 1914
Nur Romane konnte er nicht richtig: Das bleibt von
Malaparte
"Curzio Malaparte war ein höchst sonderbarer
Schriftsteller." Das schreibt, in seinem Text über "Die
Casa Malaparte", Bruce Chatwin, der seinerseits auch ein
höchst sonderbarer Schriftsteller war. Chatwins Text ist dem Band
mit Reisereportagen Malapartes beigegeben, den der Verlag mit dem
selten dämlichen Untertitel "Streifzüge eines europäischen
Exzentrikers" versehen hat.
Vielleicht sind Stilblüten dieser Art aber auch unvermeidlich
angesichts der Figur des Autors, der 1898 als Kurt Erich Suckert im
toskanischen Prato geboren wurde und heute vor fünfzig Jahren als
Curzio Malaparte in Rom gestorben ist. Denn bei der Rezeption
Malapartes hat das schillernde Erscheinungsbild des Autors immer
wieder den Blick auf seine Texte verstellt. Malaparte war ein
Meister der Selbstinszenierung und wäre deshalb im jüngeren
Literaturbetrieb gewiss hochwillkommen gewesen.
Curzio Malaparte beginnt seine Karriere 1914 als sechzehnjähriger
Kriegsteilnehmer an der französischen Front und später in den
italienischen Alpen. Er ist nacheinander Attaché des …
05.06.2007
Nachrichten von den Barbaren
„Zwischen Erdbeben” – Curzio Malapartes Reiseberichte und Feuilletons zum ersten Mal auf Deutsch
Er hatte eine Vorliebe für alles Extreme. Curzio Malaparte war der schillerndste italienische Intellektuelle seiner Zeit. Schon in den dreißiger Jahren riss man sich in den Pariser Salons um den Verfasser der provozierenden Studie „Technik des Staatsstreichs” (1931); nach der Veröffentlichung seines Kriegspanoramas „Kaputt” (1944) erlangte Malaparte Weltruhm, „Die Haut” (1949), eine danteske Höllenfahrt durch das kriegsgeschundene Neapel, sorgte in seiner Heimat für Empörung und landete sogar auf dem Index. Da verspricht man sich einiges von der Entdeckung des Journalisten Malaparte.
Der neue Band „Zwischen Erdbeben” präsentiert einen Querschnitt seiner publizistischen Aktivitäten. Für den stets tadellos gekleideten Dandy, Frauenhelden und offiziellen Kriegsberichterstatter des Corriere della Sera schlossen sich Soireen mit polnischen Prinzessinnen, Fußmärsche in der italienischen Infanterie, Abendessen bei führenden Nationalsozialisten, die Begeisterung für streikende Arbeiter, Freundschaften mit …
19.07.2007
Höchst dankenswert findet es Rezensent Eberhard Falcke, dass
Beispiele von Curzio Malapartes journalistischen Arbeiten jetzt
gesammelt und in deutscher Sprache erschienen sind, da er für
Falcke ein kongenialer Zeuge des 20. Jahrhunderts und seiner
blutigen Weltverbeserungsprojekte ist. Dass Malaparte darin beides
war, nämlich Journalist und Symbolist zugleich, macht die Sache für
den Rezensenten erst richtig interessant. Na gut, es gebe da ein
Problem mit Tatsachen und Erfindungen. Doch diene die Erfindung der
Verdeutlichung und Schärfung des Bildes, nie seiner Verwässerung,
weshalb Falcke diese Technik entschuldbar findet. Ebenso verhält es
sich mit Malapartes Mischung von Kunst und Kitsch in den
Reportagen, ihrem spekulativen Kalkül und den aufwühlenden
Einblicken, die sie bieten. Manchmal führt das Falcke zufolge zwar
dazu, dass "schlichte Einfälle" in der exzentrischen
Behandlung etwas aufgebläht wirken. In Fall der Belagerung
Leningrads beispielsweise kann er aber nur beeindruckt von
"fesselnd" sprechen. Auch der Herausgeber wird für seine
"instruktiven Kommentierungen" gelobt.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Curzio Malaparte"
Curzio Malaparte, 1898 in Prato, nahe Florenz geboren, starb 1957. Er arbeitete als Journalist u. a. bei La Voce, La Stampa und Corriere della Sera.
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