Reportage Namibia - Poser, Fabian von

Fabian von Poser 

Reportage Namibia

Durch die Augen des Geparden

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Reportage Namibia

Betörend schöne Landschaften, Tiere, die sich in Jahrmillionen an das harte Leben in der Wüste angepasst haben, ein Weinbauer, der dem Wüstenboden einen der besten Weine des südlichen Afrika abtrotzt, und ein Pilot, der seine Gäste an die abgelegensten Orte Namibias fliegt: In elf abenteuerlichen, mitreißenden Reportagen führt Fabian von Poser in das südwestliche Afrika. So gelangt er auch zu den Letzten eines von der immer näher rückenden Zivilisation bedrohten Stammes, der Himba im Kaokoveld, zu den jahrtausendealten Felsmalereien des Brandbergs und in den Fish River Canyon, wo er sich mit störrischen Maultieren herumschlägt. In der Küstenstadt Swakopmund, die gerne als Deutschlands südlichstes Seebad bezeichnet wird, spürt von Poser der kolonialen Vergangenheit Namibias nach und geht dem seltsamen Verhältnis von Schwarz und Weiß auf den Grund, das einerseits so stabil zu sein scheint wie in kaum einem anderen Land Afrikas, andererseits aber so brüchig wie die Tonerde des weltbekannten Etosha-Nationalparks. Der Autor vereint Geschichten aus einem Land, das durch archaische Landschaften verzaubert und von dem seine Einwohner bis heute sagen, dass es hart wie Kameldorn ist.


Produktinformation

  • Verlag: Picus Verlag
  • 2010
  • Nachdruck.
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 132 S.
  • Seitenzahl: 131
  • Picus Reportagen
  • Deutsch
  • Abmessung: 209mm x 115mm x 18mm
  • Gewicht: 215g
  • ISBN-13: 9783854529750
  • ISBN-10: 3854529759
  • Best.Nr.: 27986663
Fabian von Poser, geboren 1969 in Hamburg, wuchs in München auf. Während des Studiums der Geschichte und der spanischen Sprachwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität jobbte er beim Lokalteil der "Süddeutschen Zeitung". 1997 machte er sich selbständig und arbeitet seitdem als freier Autor für zahlreiche Tageszeitungen und Magazine. Für seine Reportagen bereiste er Argentinien mehr als ein Dutzend Mal. Fabian von Poser lebt in München.

Leseprobe zu "Reportage Namibia"

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Leseprobe zu "Reportage Namibia" von Fabian von Poser

Die Hüter des heiligen Feuers (S. 71-72)

Die Himba sind die letzten Nomaden Namibias. Ihr Vermächtnis sind jahrhundertealte Rituale, ihr Leben der Kontakt zu den Ahnen. Doch ihr Lebensraum ist in Gefahr

Bevor das Ritual beginnt, rühren die Frauen eine zähflüssige Paste an, so rot wie Stierblut. In Schalen aus Granit zermahlen sie Roteisensteine. Dann vermengen sie das Pulver mit Butter und den aromatischen Blättern des Omuzumba-Strauches und streichen die Paste über ihre nackten Körper, bis auch der letzte Flecken benetzt ist. Sind sie von Kopf bis Fuß eingeschmiert, haben selbst die Zehen einen ockerfarbenen Teint, sind sie bereit für die Zeremonie.

Das letzte Licht des Tages beleuchtet jetzt den Platz. Waagrecht fallen die Sonnenstrahlen in das Rund zwischen den Hütten, hauchen noch einmal Farbe in die Gesichter der Frauen. Ein paar Mopane-Bäume werfen knorrige Schatten. Das Sonnenlicht zerfließt in der Arena. Dann betreten die Heilerinnen das Oval. Zuerst ist es nur die Schamanin selbst, später auch ihre Gehilfinnen. Die Frauen stellen sich im Kreis auf, in ihrer Mitte die Schamanin, eine ältere Frau von hohem Wuchs, mit nichts bekleidet als einem Lendenschurz aus Ziegenleder und einer Kette aus Kauri-Muscheln. Jetzt folgt die Patientin.

Ihr Körper ist bis auf die Knochen ausgemergelt, das Gesicht gezeichnet von der Krankheit. Schwankend tritt sie aus dem [97]Schatten einer der Hütten in die Mitte des Platzes. Die Heilerinnen richten sich auf. Dann beginnt das Ritual. Zuerst bedächtig, später immer schneller, schlägt die Schamanin die Trommel. Die Helferinnen schwingen die Kürbisrasseln, jede hat einen gegabelten Heilstock in der Hand. Langsam bringen sich die Heilerinnen im Takt der Trommeln in Trance. Die Patientin verfällt in Apathie. Ihre Augen rollen im Kreis wie weiße Bälle, die Pupillen sind geweitet.

Der Körper bebt, das Herz pocht, die Adern an den Schläfen schwellen an. Noch einmal schwenkt die Schamanin die Trommel über das Feuer, damit das Fell die richtige Spannung erhält, ihr Instrument kurze, bellende Laute ausstößt. Dann werden die Schläge immer eindringlicher. Apathisch kniet die Patientin im Gemenge der Leiber. Ist ein fortgeschrittener Zustand der Trance erreicht, ist die Kranke zwischen der Halbwelt und der ihren, ist die Schamanin bereit, den Fluch zu erkennen. Es gibt sie noch, diese traditionellen Rituale. Es gibt sie dort, wo die Sonne im Sommer unerbittlich brennt, dort, wo es kaum schattenspendende Bäume gibt, dort, wo sich die trockenen Flussbetten des Hoanib, des Hoarusib, des Khumib, des Sechomib, des Nadas und des Munutum vielleicht einmal im Jahr, manchmal auch nur alle drei, fünf oder gar zehn Jahre mit Wasser füllen.

Kundenbewertungen zu "Reportage Namibia" von "Fabian von Poser"

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Bewertung von Flieder aus Hagen am 21.04.2010 ***** sehr gut
Sehr interessante und informative Reportagen über Namibia. Wer einmal in Namibia war, wird viel wieder entdecken aber auch viel Neues und Wissenswertes erfahren.

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