Raga - Besuch auf einem unsichtbaren Kontinent - Le Clézio, Jean-Marie G.

Jean-Marie G. Le Clézio 

Raga - Besuch auf einem unsichtbaren Kontinent

Aus d. Franz. v. Beate Thill
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Raga - Besuch auf einem unsichtbaren Kontinent

Jean-Marie Gustave Le Clézios Buch "RAGA-Besuch auf einem unsichtbaren Kontinent" ist ein literarischer Reisebericht über seine Erlebnisse und Begegnungen in Ozeanien, einem Kontinent, der vom Wendekreis des Krebses bis in die Nähe des Südpols und von der Osterinsel im Osten und Indonesien im Westen bis nach Madagaskar im Indischen Ozean reicht. Le Clézio nennt Ozeanien den "Traumkontinent". "Ein Kontinent, eher aus Meer als aus Land, von der Tiefe emporschießende Vulkane und Korallenriffe bildeten seine Archipele, und sie waren besiedelt von Menschen, die eine der kühnsten Odysseen aller Zeiten über das Meer gemeistert hatten.
Le Clézio vergisst bei seinem Blick auf diesen Kontinent nicht die historischen Fakten, die aus Sklaverei, Vergewaltigungen und eingeschleppten Krankheiten durch die europäischen Eroberer bestehen und wendet sich bewusst gegen das von Paul Gauguin und anderen geprägte und bis heute völlig falsche Bild einer Südsee-Idylle. Die Geschichte von RAGA - der Pfingstinsel - wird für ihn zum Symbol von trotz allem bewahrten Traditionen, 1980 erlangter Unabhängigkeit ( die neuen Hebriden heißen seither Vanuatu), dem Kampf um die Rechte der Frauen und dem Misstrauen gegenüber der westlichen Zivilisation, die nur Versklavung, Verschleppung und Unterdrückung brachte. Le Clézios Buch lädt Sie ein, die Kultur Ozeaniens zu entdecken und dabei über Globalisierung, den damit verbundenen Verlust von Menschlichkeit und fremden Kulturen nachzudenken.


Produktinformation

  • Verlag: Wunderhorn
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 121 S.
  • Seitenzahl: 140
  • Völker am Wasser
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 147mm x 15mm
  • Gewicht: 274g
  • ISBN-13: 9783884233108
  • ISBN-10: 3884233106
  • Best.Nr.: 25409716

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Das Buch ist das Ergebnis eines einzigartigen Projekts. Eines von zwölf Ergebnissen, um genau zu sein. Am Anfang stand nämlich im Jahr 2004 eine mehr als tausend Tage währende Expedition zu Völkern, die man einzig per Schiff erreicht. Über jedes der Völker schreibt nun ein Autor. Und Jean-Marie Gustave Le Clezio, nachmaliger Nobelpreisträger, berichtet über die Bewohner der Pfingstinseln, die aber aus ihrer von ihm übernommenen Perspektive den Namen Raga tragen. Burkhard Müller schätzt das so entstandene Buch, wenngleich nicht unbedingt seiner literarischen Kraft wegen. Es gebe aber, meint er, Wichtigeres als Literatur. Die Fähigkeit nämlich, sich einzulassen auf die unterschiedlichsten "Facetten des Menschlichen". Und genau das gelinge Le Clezio ein ums andere Mal, so auch hier. Er verstehe sichtbar zu machen, wie die Raga die "revolutionäre Anverwandlung" der ihnen fremden Elemente von außen vollziehen. Auf den nächsten Band der Serie - "Die Osterinseln" - ist der Rezensent nach Lektüre des ersten jedenfalls schon gespannt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.06.2009

Korallenkalk und Wassertaufe
Der Literaturnobelpreisträger Jean-Marie Gustave Le Clézio entdeckt den Geist der Pfingstinsel
Das Zeitalter der großen Reisen ist nicht tot. Am 27. Juli 2004 sticht der Dreimaster „La Boudreuse” von Bastia auf Korsika in See, um zwölf Expeditionen zu Völkern zu unternehmen, die nur vom Wasser aus erreichbar sind. Als das Schiff 1063 Tage und 60 000 Kilometer später zurückkehrt, hat es zwölf Schriftsteller an Bord gehabt, die je ein Buch über eins dieser Völker verfassten. Nach und nach werden diese Bücher nun in der Reihe „Völker am Wasser” des Wunderhorn-Verlags erscheinen.
Einer der Autoren, die dabei waren, ist Jean-Marie Gustave Le Clézio, der, was damals noch niemand ahnen konnte, bald darauf den Nobelpreis für Literatur erhielt. Seine Familie stammt aus Mauritius im Indischen Ozean, und so hat er zu Inseln ein besonderes Verhältnis. Diejenige, die er sich aussucht, trägt den Namen der Pfingstinsel – Pentecost auf Englisch, Pentecôte auf Französisch –, denn der pazifische Staat Vanuatu, dem sie angehört, stellte bis zu seiner Unabhängigkeit 1980 ein Kondominium beider europäischer Mächte dar, ein …

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Jean-Marie Gustave Le Clézio wurde 1940 in Nizza geboren und studierte in Frankreich und England Literatur. Er veröffentlichte über dreißig Bücher - Romane, Erzählungen und Essays. Der promovierte Literaturwissenschaftler zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen französischen Schriftstellern. 2008 wurde Jean-Marie Gustave Le Clézio der Nobelpreis für Literatur verliehen.

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