Osterweiterung - Wackwitz, Stephan

Stephan Wackwitz 

Osterweiterung

Zwölf Reisen

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Osterweiterung

Fast zehn Jahre lang lebte Stephan Wackwitz in Krakau und Bratislava und reiste von dort aus durch das Herz Europas durch Tschechien und die Slowakei, durch Polen, Ungarn und Litauen. Es ist ein europäisches Kernland, das uns erst seit Beginn der 90er Jahre zugänglich ist. Aber kennen wir es? Oder beginnt für uns hinter Wien noch immer das Loch in der Welt, »der Osten«, die Steppe, in der die sprichwörtlichen Böhmischen Dörfer liegen? Mit dem Blick des Flaneurs und Spurendeuters führt uns Wackwitz durch die slowakische Boomtown Bratislava und gleich danach vor verwunschene Schlösser und Landstädtchen, in deren Museen riesige Gemäldesammlungen schlummern. Er führt uns an vergessene Orte, aus denen einst die Welt aufbrach, eine andere zu werden, und begegnet Menschen, in deren Biographien die Katastrophen und Wunder des 20. Jahrhunderts noch immer lebendig sind Expeditionen durch Kultur und Alltag eines noch immer unentdeckten geographischen und historischen Raums und eine einzigartige Schule des Sehens und Denkens.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 220 S.
  • Seitenzahl: 220
  • Fischer Taschenbücher Bd.17459
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 126mm x 19mm
  • Gewicht: 177g
  • ISBN-13: 9783596174591
  • ISBN-10: 3596174597
  • Best.Nr.: 27980455
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.02.2010

Dass der Mensch was lernen muss

Wer hat schon einmal von Mikova gehört, von Ojcóv, Zamosc oder Petrjalka? Fast scheint es, als seien Orte mit solchen Namen wie diesen in irgendeiner fernen Welt gelegen, aber in Wirklichkeit braucht es - mit zeitgenössischer Geschwindigkeit - keinen halben Tag, um aus der Mitte Europas bis dorthin voranzukommen, wo heute - wieder - auch noch Europa ist. Allein daran zeigt sich, dass ein paar Jahrzehnte währender Kalter Krieg samt seinem Eisernen Vorhang genügte, um ganze Regionen fast völlig aus dem Bewusstsein zu löschen. Was damit hierzulande auch verlorenging, ist die Kenntnis von geistigen und politischen Zusammenhängen. Es ist deswegen ein besonderes Verdienst von Stephan Wackwitz, der lange Zeit in Krakau und Bratislava gelebt hat, dass er sich vor allem um die Restaurierung von "Beziehungen" bemüht und die zwölf Reisen seiner "Osterweiterung", die ihn unter anderem nach Pressburg, Krakau und Vilnius führen, in erster Linie der Horizonterweiterung dienen. Allerdings wären nicht so viel Bildungskoketterie mit zahllosen Zitaten und Querverweisen und etwas weniger manierierte persönliche Anmerkungen wie "Aber mein …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Jenny Friedrich-Freksa ist fasziniert von Stephan Wackwitz' Essays, die von seinen Reisen durch Osteuropa, durch Polen, Tschechien und die Slowakei, Ungarn und Litauen erzählen. Sie attestiert dem Autor, nicht in "historisch-politischen Schubladen" zu bleiben, sondern handwerklich überaus geschickt persönliches Erleben in der Kulturgeschichte zu spiegeln. Dabei gelinge es Wackwitz nicht nur, Bilder der aufgesuchten Orte zu zeichnen, sondern auch ein Gefühl für sie zu schaffen. Entstanden sind für sie Texte, die auf eine erfreuliche und zurückhaltende Art belehren und unterhalten.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.03.2008

Der Schamane des Ostens
Stephan Wackwitz’ Reisen
Es ist das Dilemma vieler literarischer Reisebücher, dass sie die Tradition der federleichten Flaneursliteratur fortsetzen möchten, denn heutzutage ist jeder, der durch fremde Städte, halbbekannte Regionen oder entlegene Landschaften schlendert, als Flaneur unterwegs. Das Resultat ist dann meistens ein mit sogenannter leichter Hand hingezaubertes Feuilleton über Zufallsbegegnungen, vermeintliche Stimmungen und Skurrilitäten der Einheimischen, kurz: Man bekommt eine Art Oberflächenliteratur zu lesen, die einem wenig hilfreich ist, wenn man in einen unbekannten Kosmos eindringen will.
Das Gegenteil dieser Art Reisefeuilleton ist die Erzähltechnik von Stephan Wackwitz, der schon seit vielen Jahren den Spagat zwischen verwaltender, repräsentativer Kulturarbeit und dem Schreiben belletristischer wie essayistischer Bücher macht. Wackwitz leitete zuletzt die Goetheinstitute in Krakau und Bratislava, bevor er seine Arbeit in New York fortsetzte. Und es ist jene aus lauter Grenzregionen bestehende Welt des Ostens, aus welcher, so schreibt Wackwitz, „die grundlegenden Erfahrungen und Beschreibungen …

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Stephan Wackwitz geboren 1952 in Stuttgart, studierte Germanistik und Geschichte in München und Stuttgart. Er arbeitete als Lektor für Deutsch am King's College in London, danach für das Goethe-Institut in Frankfurt am Main, Neu Delhi, Tokio und München. Seit 1999 leitet er das Goethe-Institut in Krakau. Neben zahlreichen Aufsätzen sind von ihm die Bücher "Kleine Reisen" und "Tokyo. Beim Näherkommen durch die Straßen. Essays", "Walkers Gleichung. Eine deutsche Erzählung aus den Tropen", "Die Wahrheit über Sancho Pansa" und die Monographie "Friedrich Hölderlin" erschienen.
Im Jahr 2010 wird Stephan Wackwitz mit dem Wilhelm-Müller-Preis des Landes Sachsen-Anhalt für sein literarisches Gesamtwerk geehrt.

Blick ins Buch "Osterweiterung"

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