Korea, das Land der Morgenstille, die Halbinsel zwischen Japan,
China und dem isolierten Bruder im Norden, steht für Moderne und
Traditionen, für Wir-Gefühl und Solidarität, für Werte und
Wertschätzung, für Wirtschaftswunder und Ehrgeiz, für Bbali Bbali
(Schnelligkeit) und Erfolg.
Korea ist ein Superlativ im Wandel der Zeit. Eine noch homogene,
konfuzianistisch geprägte Gesellschaft auf dem Weg an die
Weltspitze. Eine Nation am Scheideweg? Wer als Ausländer in Korea
lebt, stößt schnell an seine Grenzen. Man schafft es nur selten
unter die Oberfläche zu blicken. Die Kulturunterschiede und die
Sprachbarriere sind gewaltig und vermitteln häufig ein falsches
Bild von Land und Leuten. Man braucht Zeit, Geduld und etwas Mut.
Wem es gelingt, seine Vorurteile über Bord zu werfen und auf seine
Gastgeber zugeht, wird ein anderes Korea kennenlernen. Ein Land
voller Kontraste. Man wird überwältigt von der Gastfreundschaft und
der Güte der Menschen. Man entdeckt die Gemeinsamkeiten und nicht
die Unterschiede. Man wird gefangen genommen von der Faszination
der koreanischen Kultur, ihrer Rätsel und Offenbarungen. Man findet
Antworten auf Fragen, die sich vielen Ausländern nicht stellen. Man
beginnt zu begreifen und zu verstehen. Ein neuer Horizont öffnet
sich und damit neue Herausforderungen. Gleichwohl gibt es Momente,
in denen man sich unglaublich fremd, verloren und hilflos vorkommt.
Albert Schneider, geb. 1966 in Alf und aufgewachsen in der Eifel, arbeitete nach seinem Studium zum Diplom-Betriebswirt als Manager in der Automobilindustrie in Europa und den USA. Internationale Projekte und Individualreisen durch Südamerika und Asien wecken seine Neugierde für fremde Kulturen. 2005 lässt er sich auf das Abenteuer Südkorea ein.
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