Berichte über ferne Länder und Kontinente können auch eine Art
autobiographischen Rückblick auf ein ganzes Leben darstellen. Genau
dies findet man in den Aufzeichnungen August Kapplers, der fast 50
Jahre in der holländischen südamerikanischen Kolonie Guayana, dem
heutigen Surinam, verbrachte. Im Jahr 1846 erhielt er von Seiten
der holländischen Kolonialverwaltung die Erlaubnis, sich am
Hauptfluss Surinams, dem Maroni, niederzulassen. Dort gründete er
das nach seiner Jugendfreundin und späteren Ehefrau benannte
Landgut Albina, das sich im Lauf der Zeit zu einer Kleinstadt
entwickelte. Kappler betrieb in dieser Zeit einen erfolgreiche
Holz- und Naturalhandel, was Grundlage für seinen Wohlstand wurde.
In all den Jahren widmete er sich aber auch seinen naturkundlichen
Interessen, sammelte gezielt unbekannte Insekten- und
Pflanzenarten, um später die Ergebnisse auch dieser Arbeit zu
publizieren. Da er seine neue Heimat Surinam aufgrund dieser
Forschungen sehr gut kannte, leitete er im
Auftrag der Kolonialverwaltung wiederholt auch Expeditionen und
Entdeckungsreisen. Im Jahr 1876 kauften die Holländer von August
Kappler die Stadt Albina zurück, die nunmehr auch eine gewisse
strategische Bedeutung besaß. Allerdings setzte man ihn als
Distriktverwalter ein, da er zum einen die Gegend sehr gut kannte
und zum anderen mit der ansässigen Bevölkerung in bestem
Einvernehmen lebte. Warum Kappler im Jahr 1879 in seine deutsche
Heimat zurückkehrte, ist nicht ganz klar. Sicherlich war sein
Wirkungskreis durch die Übernahme Albinas ein wenig eingeschränkt,
doch lohnte sich für ihn der Verkauf in wirtschaftlicher Hinsicht
sehr. In sein Werk ließ Kappler neben Ereignisberichten aber auch
immer wieder Erzählungen über seine naturkundlichen Entdeckungen
imtropischen Regenwald einfließen.
August Kappler wurde am 11. November 1815 in Mannheim geboren und stammte aus einfachen Verhältnissen. Ähnlich wie in unseren Tagen, in denen viele Menschen Deutschland den Rücken kehren, weil hier die Pfründe offenbar verteilt sind und man für das eigene Vorankommen oder auch für das seiner Kinder keine echte Perspektive mehr sieht, stellte Kappler fest, dass ihm seine 1815 im Wiener Kongress neu geordnete Heimat keine echten Möglichkeiten dazu bot, aus seinem Leben etwas zu machen. Als Alternative jedoch konnte man auswandern, wobei das Europa jener Jahre durchaus offene Grenzen bereithielt. So trat er 1836 in den holländischen Militärdienst ein, den er sechs Jahre lang in der Kolonie Holländisch-Guayna, dem heutigen Staat Surinam im nordwestlichen Südamerika ableistete. Danach kehrte er für kurze Zeit nach Stuttgart zurück, fand sich jedoch in den Erwartungen an seine Heimat so sehr enttäuscht, dass er bereits im Jahr 1843 erneut nach Surinam aufbrach und trat der Kolonialverwaltung Surinams bei. Dort arbeitete sich Kappler im Lauf der Zeit weit empor und hatte so großen wirtschaftlichen Erfolg, dass er seine eigene Stadt gründen konnte. 1879 kehrte er in seine deutsche Heimat zurück, wo er 1887 starb. Dr. Lars Hoffmann studierte evang. Theologie, Byzantinistik, Geschichte und Gräzistik und ist seit 1996 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mainz. Seit 2001 Sekretär der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Byzantinische Studien.
August Kappler wurde am 11. November 1815 in Mannheim geboren und stammte aus einfachen Verhältnissen. Ähnlich wie in unseren Tagen, in denen viele Menschen Deutschland den Rücken kehren, weil hier die Pfründe offenbar verteilt sind und man für das eigene Vorankommen oder auch für das seiner Kinder keine echte Perspektive mehr sieht, stellte Kappler fest, dass ihm seine 1815 im Wiener Kongress neu geordnete Heimat keine echten Möglichkeiten dazu bot, aus seinem Leben etwas zu machen. Als Alternative jedoch konnte man auswandern, wobei das Europa jener Jahre durchaus offene Grenzen bereithielt. So trat er 1836 in den holländischen Militärdienst ein, den er sechs Jahre lang in der Kolonie Holländisch-Guayna, dem heutigen Staat Surinam im nordwestlichen Südamerika ableistete. Danach kehrte er für kurze Zeit nach Stuttgart zurück, fand sich jedoch in den Erwartungen an seine Heimat so sehr enttäuscht, dass er bereits im Jahr 1843 erneut nach Surinam aufbrach und trat der Kolonialverwaltung Surinams bei. Dort arbeitete sich Kappler im Lauf der Zeit weit empor und hatte so großen wirtschaftlichen Erfolg, dass er seine eigene Stadt gründen konnte. 1879 kehrte er in seine deutsche Heimat zurück, wo er 1887 starb. Dr. Lars Hoffmann studierte evang. Theologie, Byzantinistik, Geschichte und Gräzistik und ist seit 1996 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mainz. Seit 2001 Sekretär der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Byzantinische Studien.
4 Marktplatz-Angebote für "Leben und Reisen im tropischen Regenwald" ab EUR 9,00