Land ohne Eile - Lehmkuhl, Tobias

Tobias Lehmkuhl 

Land ohne Eile

Ein Sommer in Masuren

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Land ohne Eile

Wer hierher kommt, hat die Heimatgeschichten von Siegfried Lenz und Arno Surminski im Gepäck und wähnt sich selig in einer untergegangenen Welt: Eichenalleen, Burgen, Ruinenromantik, elegische Seenlandschaften - Masuren, diese Region im Norden Polens, einst Teil Ostpreußens, das ist nicht zuletzt ein Sehnsuchtsort der Deutschen. Was aber steckt hinter der Idylle? Um das herauszufinden, hat Tobias Lehmkuhl einen Sommer in Masuren verbracht. Er begegnet empfindsamen Dichtern ebenso wie stoischen Anglern, wehmütigen Heimattouristen und trinkfreudiger Dorfjugend; er lässt sich den Wind der tausend Seen um die Nase wehen, wandelt durch endlose Nadelwälder und flüchtet vor sintflutartigen Gewittern; und überall stolpert er über Spuren deutscher Geschichte: vom traumschön verfallenen Gutsschloss der Familie Lehndorff und den Schlachtfeldern bei Tannenberg bis zur Wolfsschanze, dem einstigen "Führerhauptquartier", wo er eine unruhige Nacht verbringt. Tobias Lehmkuhl erlebt ein zerrissenes, wunderschönes Land im Schatten der Geschichte, das noch dabei ist, seinen Platz im heutigen Polen zu finden. Ein Reisebuch von großer Kraft und ein frischer Blick auf einen mythischen Ort, der nichts von seinem Zauber eingebüßt hat.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Berlin
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 218 S., . 2 Übers.-Ktn.
  • Seitenzahl: 224
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 134mm x 25mm
  • Gewicht: 313g
  • ISBN-13: 9783871347337
  • ISBN-10: 3871347337
  • Best.Nr.: 34504367

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Langweilig wird es dem Rezensenten nie, dieses Masuren-Reisebuch des Journalisten Tobias Lehmkuhl. Karl-Markus Gauß hat sich anstecken lassen von der Liebe des Autors für die masurische Abgeschiedenheit, die Landschaft, das tagelange Wandern und Fahren und Trinken mit Einheimischen. Auch die angelesenen historischen Fakten zur Region bringt der Autor laut Gauß angenehm unaufdringlich rüber. Zwar kann Gauß nichts Unverwechselbares finden an diesen Reiseimpressionen, aber das muss ja vielleicht auch nicht sein.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.06.2012

Schaukeln auf der Landstraße 16
Roadmovie, ostwärts: Tobias Lehmkuhl ist durch Masuren gereist und berichtet vom „Land ohne Eile“
Dichte Wälder, verborgene Seen, ein weicher Boden – Masuren, das ist das verwunschene Land der Deutschen. Es liegt heute im Norden Polens, dort, wo einst Ostpreußen war, und ist von Schriftstellern wie Siegfried Lenz oder Arno Surminski als Welt beschrieben worden, über der der Zauber der verlorenen Kindheit liegt. Der Name bezeichnete nie ein Verwaltungsgebiet oder eine administrative Einheit, darum waren und sind die masurischen Grenzen nicht festgezogen, sondern ungenau. Wer durch das Land fährt, verspürt bald ein starkes Gefühl für seine Eigenheit, und nach ein paar Stunden merkt er in irgendeinem Dorf, einer Kleinstadt, auf der Landstraße plötzlich, dass dieses Besondere nicht mehr vorhanden ist, da hat er Masuren hinter sich gelassen und wird den Wunsch empfinden, eines Tages zurückzukehren.
Der 1976 geborene, in der Nähe von Osnabrück aufgewachsene Journalist Tobias Lehmkuhl, der in Berlin lebt, hat einen Sommer in Masuren verbracht und sich gründlich in das „Land ohne Eile“, wie er es nach einem Wort von …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.03.2013

Keiner entkommt der Vergangenheit

Wer sich diesem Thema nähert, tut gut daran, es mit aller Bescheidenheit zu versuchen, denn Masuren ist ein schwieriges Feld. Abgesehen davon, dass dieses Stück Erde so schmerzgetränkt ist wie nur wenige andere in Europa und noch immer manchen nationalistischen Missdeutungen ausgesetzt ist, wurde es auch schon so schön und so innig beschrieben, dass es nicht leicht ist, neue Worte für dieses Zauberland zu finden. Siegfried Lenz, Arno Surminski, Ralph Giordano und Ernst Wiechert, in dessen - fast vergessenen - Werken vielleicht am ehesten der Schlüssel zum Verständnis Masurens zu finden ist, sind gewissermaßen die Konkurrenten von Tobias Lehmkuhl, und er zieht sich mit seinem "Land ohne Eile" recht gut aus der Affäre. Sein Vorteil ist, dass er einer Generation angehört, die nicht die so schwer lastenden Erinnerungen an Krieg und Nachkrieg mit sich herumschleppt, und er daher Masuren mit einem freien Blick betrachten kann. Ganz der Vergangenheit kann allerdings auch er nicht entgehen - der allgegenwärtigen Gräfin Dönhoff ebenso wenig wie den sogenannten Heimwehtouristen. Aber er kann sie ohne den melancholischen und …

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"Der Autor verfügt über die Fähigkeit, historische Fakten wie nebenhin in seine Erzählung einzuflechten. Unangestrengt werden die Leser von der Geschichte dieser Region unterrichtet ... Wer sich auf eine masurische Reise einstimmen möchte oder sich lieber gleich nur auf die Lesereise durch dieses Land der Deutschen und der Polen begeben will, der wird sich mit Tobias Lehmkuhls Buch gewiss nicht langweilen." (Süddeutsche Zeitung)
Tobias Lehmkuhl, geboren 1976, arbeitet als freier Autor und Kritiker in Hamburg und Berlin. Zahlreiche Rezensionen und Essays zur zeitgenössischen Lyrik.

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