Deutschlandreise - Willemsen, Roger

Roger Willemsen 

Deutschlandreise

Taschenbuch
 
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Deutschlandreise

"Was ist das für ein Buch, ein Sachbuch? Nein, das ist viel mehr, das ist eine grandios erzählte Reise ins Innerste eines Landes, das unser Land ist, bereist von einem Autor, der Klischees nicht auf den Leim geht, vor Obrigkeiten und ihren Vorschriften nicht in die Knie bricht und der Menschen so zuhören und sie so beschreiben kann, daß wir in ihr Herz sehen. Das können nur die Dichter. Willemsen ist einer." Elke Heidenreich


Produktinformation

  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 266 S.
  • Seitenzahl: 272
  • Fischer Taschenbücher Bd.50959
  • Deutsch
  • Abmessung: 97mm x 144mm x 19mm
  • Gewicht: 166g
  • ISBN-13: 9783596509591
  • ISBN-10: 3596509599
  • Best.Nr.: 20757642
»Was ist das für ein Buch, ein Sachbuch? Nein, das ist viel mehr, das ist eine grandios erzählte Reise ins Innerste eines Landes, das unser Land ist, bereist von einem Autor, der Klischees nicht auf den Leim geht, vor Obrigkeiten und ihren Vorschriften nicht in die Knie bricht und der Menschen so zuhören und sie so beschreiben kann, daß wir in ihr Herz sehen. Das können nur die Dichter. Willemsen ist einer.« (Elke Heidenreich)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.05.2006

Deutsche Grenzgänger
Reise als hybrides Genre

In Rückbesinnung auf Heinrich Heines "Harzreise" und das "Wintermärchen" hat sich mittlerweile eine neue Gattung von Deutschlandbüchern etabliert, die fröhlich an der Grenze zwischen Belletristik und Sachbuch entlangwandern, um die persönlichen, politischen und poetischen Zustände der deutschen Gegenwart zu ermessen.

Den Anfang machte im Jahre 2002 Roger Willemsens überaus erfolgreiche "Deutschlandreise" (Eichborn-Verlag), auf welcher der Autor nach seinem freiwilligen Abschied vom Status der Fernsehprominenz erkunden wollte, wie das Land aussieht, auf das er jahrelang sein Bild projiziert hatte. Er nahm den Zug und hörte den Leuten zu. Dabei fielen ihm Dinge auf, die wenig mit den großen nationalen Klischees zu tun hatten, aber mit großer Präzision Veränderungen der deutschen Lebenswelt beschreiben, etwa der Umstand, daß alle permanent irgendwas essen, die Leute so dicke Füße haben und daß sich manche Innenstädte mit Shopping-Malls von der Außenwelt abschneiden. Es wundert einen dann nicht mehr, wenn Jahre später der Berliner Hauptbahnhof im wesentlichen als eine von der Stadt …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.11.2002

Durch das Eroscenter geht ein Ruck
Vieles ist unerquicklich auf Roger Willemsens „Deutschlandreise”, aber nicht an allem ist Deutschland schuld
„Deutschlandreise”, so hieß das Brettspiel, bei dem es darum ging, dass jeder Spieler mit seiner Spielfigur alle Städte in Deutschland erreichen und von ihnen wieder nach Hause zurückkehren sollte. Etwas Ähnliches hat sich Roger Willemsen vorgenommen: einen Sommer und einen Frühling lang ist er mit dem Zug kreuz und quer durchs Land gefahren. Touristisch Lohnendes hat er dabei nicht entdeckt. Seinen Feldforschungen könnte viel mehr der Vers als Motto dienen, den Robert Gernhardt einst über Metzingen schrieb: „Dich will ich loben: Hässliches / Du hast so was Verlässliches”. Der Unterschied ist, dass Willemsen das Hässliche nicht loben mag. Eher macht es ihn, in der Nachfolge Adornos, traurig: „Über die Hügel und in die Wälder, über die Dörfer und in die Kleinstadt. Jeder Ort hat noch seine ,gemütliche Altstadtkneipe‘ namens ‚Funzel‘ oder ‚Peters Klause‘, der Ramschladen heißt noch ‚Knüllers Kiste‘, der Trödelladen ‚Sammelsurium‘, die …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Es ist keine Liebe auf den ersten Blick, die Rezensent Andreas Platthaus hier für die beiden Roger-Willemsen-CDs empfindet. Anfänglich ist er sogar ziemlich spitz. Wenn es etwas gebe, wofür Willemsen kein Auge habe, dann sei es für Landschaft, meint er angesichts dieser Deutschland-Reisebilder. Auch so manche Pointe findet er ziemlich "absehbar". Manches sei "läppisch", das "ärgste Klischee" will er gar nicht nennen. Und dass Willemsen seine Texte offensichtlich auch nicht sehr ausdrucksstark zu lesen versteht, trägt für Platthaus "auch nicht zum Genug bei". Aber dann erwacht seine Liebe zu Willemsens Betrachtungen. Die exakten Porträts von Deutschen nämlich zählen für den Rezensenten "zum Besten, was man in diesem Genre" lesen kann. Nicht die "politischen Sottisen", nicht "die wohlfeilen Spitzen gegen ostdeutsche Larmoyanz", Willemsens Personenbeschreibungen, "in denen aus Kleinigkeiten" manchmal Weltentwürfe werden, machen für Platthaus "dieses wahllos durchfahrene Deutschland zu einem schönen Bild".

© Perlentaucher Medien GmbH

"Ich sitze im Zug und fahre weit weg. Nach Deutschland."<br /> Wochenlang reiste der Publizist und Fernsehmoderator Roger Willemsen im vergangenen Jahr mit der Bahn durch Deutschland. Seine <em>Deutschlandreise</em> führt ihn von Kap Arkona bis nach Konstanz, von Bonn nach Berlin, von Oberstdorf nach Rostock. Ihn interessieren die unterschiedlichen Landschaften, die am Zugfenster vorüberziehen, die Mitreisenden, die neben ihm im Abteil sitzen, v.a. aber die unterschiedlichen Menschen draußen , die ihm auf den Straßen begegnen, ob jung oder alt, ob erfolgreich oder gescheitert, ob arm oder reich. <br />Aus diesen teilweise skurrilen wie auch anrührenden Beobachtungen und Begegnungen gestaltet Willemsen ein mannigfaltiges Bild von Deutschland, in dem sich der Leser immer wieder selbst erkennt und findet.<br /> "Deutschland ist irgendwo und nirgendwo oder überall."<br /> Auf jeder Seite seiner Reportage fühlt man die unersättliche Neugier des Publizisten und den gewissenhaften Blick des Ethnologen. Ganz gleich von welcher Landschaft, von welcher Stadt, von welchen Menschen Willemsen gerade berichtet - seine Sichtweise bleibt stets kritisch und unvoreingenommen. Doch trotz dieser Distanz, mit der er das erlebte schildert, meint man immer wieder Willemsens Sorge um dieses Land und seine Menschen zu spüren. Roger Willemsen entdeckt ein Deutschland, das uns allen bekannt zu sein scheint und deshalb unbekannt zu werden droht.<br /> (Wibke Garbarukow)
Roger Willemsen veröffentlichte sein erstes Buch 1984 und arbeitete danach als Dozent, Herausgeber, Übersetzer, Essayist und Korrespondent aus London, ab 1991 auch als Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Er erhielt u.a. den Bayerischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Heute steht er mit Soloprogrammen oder gemeinsam mit Dieter Hildebrandt auf der Bühne. Sein Roman 'Kleine Lichter' wurde mit Franka Potente in der Hauptrolle verfilmt, sein Film über den Jazzpianisten Michel Petrucciani in vielen Ländern gezeigt. Willemsen ist 'amnesty'-Botschafter, Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins und Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin. 2011 wurde er mit dem Julius-Campe-Preis ausgezeichnet.

Kundenbewertungen zu "Deutschlandreise" von "Roger Willemsen"

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Bewertung von silent rose aus Osfildern am 04.09.2005 ***** sehr gut
Der Stich ins Herz wird immer als Schmerz empfunden werden


Ein Verkaufserfolg war es. Und ich wage zu behaupten, daß ein wesentlicher Teil im Wiedererkennungseffekt verborgen liegt. Die Präzision, mit denen Willemsen uns Gefangene des Alltages porträtiert, ist erdrückend. Fast möchte ich meinen, daß sich jeder in einer Scherbe des Spiegels erkennt, der an der Einfalt und Verwahrlosung zerbrochen ist.

Mit anregenden Formulierung und einem Gespür für Situationskomik schafft Willemsen es, seine hervorragende Beobachtungsgabe auf punktgenau treffende Prognosen zuzuspitzen und nimmt damit dem Leser das abweisende „aber ich doch nicht“ aus seinem Antwortrepertoire.

„Reisen bildet“ und wer Deutschland nicht in eben dieser Art bereist, tut gut daran, sich mit diesem Buch zu beschäftigen. Einige Städte werden sich übergangen fühlen, andere Ortschaften ob ihrer Größe übergebührlich berücksichtigt. Das Ergebnis ist Vielfalt.

Einziger Wehrmutstropfen scheint mir, daß einige Zeitsprünge manchmal nicht eindeutig zu identifizieren sind und so einen leichten Schleier hinterlassen. Aber ungeachtet dessen: Dieses Buch will zum Nachdenken anregen und die Lust an der Neugierde erwecken. Nicht auszudenken, wenn sich die verdutzten Eltern eines Schülers für einige Stunden in seiner Unterrichtslektüre verlieren würden, weil die Deutschlandreise neben Faust als Lückenfüller herangenommen wurde….


Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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