Barfuss durch den Winter - Klos, Jutta; Junker, Robert

Jutta Klos Robert Junker 

Barfuss durch den Winter

Ein Sabbatical in der Lebensmitte. Bildband und Tagebuch einer Reise um die Südhalbkugel

Fotograf: Klos, Jutta / Herausgeber: Junker, Robert
Broschiertes Buch
 
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Barfuss durch den Winter

Was tun, wenn der Job keinen Spaß mehr macht? Die Firma wechseln oder eine Auszeit nehmen? Verbissen an der Karriere festhalten oder einen Gang runterschalten? Ein beruflich erfolgreiches, aber ausgepowertes Paar, Anfang 40, stand vor exakt diesen Fragen und machte - nachdem sie plötzlich kapierten, dass Glück und Lebenszeit die einzigen Luxusgüter sind, die man nicht kaufen kann - schließlich wahr, wovon andere nur träumen. Sie zogen die Handbremse in ihrem Hamsterrad, buchten zwei Round-the-world-Tickets, vermieteten ihre Wohnung und flohen vor dem deutschen Winter auf die Südhalbkugel.


Produktinformation

  • Verlag: Tusitala
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 256 S. m. Ktn.-Skizzen u. über 250 Farbfotos.
  • Seitenzahl: 256
  • Deutsch
  • Abmessung: 273mm x 192mm x 27mm
  • Gewicht: 935g
  • ISBN-13: 9783981267402
  • ISBN-10: 3981267400
  • Best.Nr.: 25709593
"Von Hong Kong nach Bali, über Australien und Neuseeland in die Südsee nach Samoa und letztendlich nach Chile, Argentinien und Uruguay - jede Station ihrer Weltreise wird mit lakonisch-humorigen und doch persönlichen Worten beschrieben. Texter und Creative Direktor Robert Junker hat die lehrreichen wie witzigen Absätze verfasst. Wer muss nicht schmunzeln, wenn die Farbe der Flüsse uns an das Gletschereis-Bonbon erinnert, das wir als Kind gerne lutschten? Oder: Ein Mann muss nicht zwingend sein Leben aufs Spiel setzen, um seine Leistungsgrenzen kennenzulernen. Es reicht manchmal auch, mit der Partnerin alle ortsansässigen Schuhgeschäfte zu durchstöbern und dabei prallgefüllte Einkaufstüten mitzuschleppen. So summieren sich die vielen bunten Seiten zu einem poppigen Miteinander aus Reisebericht, Reisetipps, Insider-Informationen, phänomenalen Bildern und Überlebensregeln. Keine Frage, dieses Buch hat einiges zu bieten." (Outdoor-Magazin)
"Die beiden haben Humor. Das merkt man auch an den unterhaltsamen Reiseberichten in ihrem Buch, einem Mix aus Tagebuch, informativem Weltreiseführer und Bildband." (Frankfurter Rundschau)
Als Robert Junker Ende Juli 1965 in einem weißgetünchten Kreißsaal das Neonlicht der Welt erblickte, konnte er noch nicht ahnen, wie herrlich bunt sein Leben einmal sein würde. Sechs Jahre später wurde er gegen seinen Willen eingeschult, was unweigerlich dazu führte, dass er viel lieber verträumt aus dem Fenster sah, als am Unterricht teil zu nehmen. "Aus einem Jungen wie diesem kann nichts Anständiges werden", sagten damals seine Lehrer und hatten recht damit. Nach abgeschlossenem Marketing-Studium arbeitete er zunächst in einer Unternehmensberatung, bevor er sich als preisgekrönter Texter und Creative Director einen Namen in der Werbebranche machte. Nachdem es in der letzten Agentur aber vorrangig um (zweistellige) Renditezuwächse ging, verlor er die Lust am Job und reiste mit Freundin Jutta um die Welt. Heute lebt und arbeitet er als Autor, Verleger und freier Creative Director in Frankfurt am Main.

Leseprobe zu "Barfuss durch den Winter" von Jutta Klos; Robert Junker

"Today very slow" ist das erste, was wir von der freundlichen Balinesin nach Betreten ihres Internetshops zu hören kriegen. Und das überrascht uns gleich zweimal.
Zum Einen, weil diese Begrüßung für balinesische Verhältnisse sehr ungewöhnlich ist. Dazu muss man wissen, dass jeder Balinese ein Gespräch mit den üblichen vier Fragen beginnt: 1) Hallo, how are you? 2) Where you from? 3) How long do you stay? 4) Do you need a driver? Möglicherweise hat das indonesische Fremdenverkehrsamt einen Ratgeber mit dem Titel "How to talk to tourists" herausgegeben, auf dem exakt diese Fragen aufgelistet sind.
Und zum Anderen, weil uns diese Offenheit und Ehrlichkeit schier umwirft. Eine
Internet-Angestellte warnt ihre Kunden vor dem Benutzen ihrer Produkte. Unfassbar.
Das ist vergleichbar mit dem Besuch in einer deutschen Konditorei, in der die Bäckereifachverkäuferin gleich erwähnt: "Unser Brot ist von gestern. Und die frischen Mohnbrötchen sind unten leicht angebrannt!". In Deutschland undenkbar.
Nicht so auf Bali. Hier leben die ehrlichsten und nettesten Menschen, die uns je begegnet sind. Das liegt vermutlich an ihrem hinduistischen Glauben und an den drei Göttern Brahma, Wischnu und Schiwa, die ihnen Anhängern Lug und Trug verbieten. Und falls sie es doch tun, kommen sie im nächsten Leben als Ratte oder Kakerlake zur Welt.
In welchem Körper der Geist letztendlich wieder geboren wird, hängt dabei entscheidend vom angesammelten Karma ab. Wer im fortgeschrittenen Alter noch mit leerem Seelenbeutel dasteht und trotzdem lügt, darf sich langsam aber sicher an stinkende Abwasserrohre und Duschabflüsse gewöhnen.
Da wir unseren aktuellen Punktestand auf der nach oben offenen Nirwana-Skala nicht kennen, wollen wir diesbezüglich kein Risiko eingehen und ehrlich zu euch sein. Der Grund für diese späte E-Mail ist definitive der oben genannte. "Today very slow" hörten wir nämlich täglich. Und wenn wir es trotzdem mal wagten, war beim Hochladen einer Seite auch ein Nachmittagsschläfchen drin. Der technische Fortschritt auf Bali war auf halbem Wege eingeschlummert und wir hofften auf australische Besserung.
Doch zuvor fliegen wir gedanklich noch mal zurück nach Hong Kong, eine Stadt, die so hoch gebaut ist, dass wir vom ständigen nach oben gucken Nackenprobleme bekamen. Sitzt man dagegen auf dem Oberdeck eines 100 Jahre alten Doppeldeckerbusses, der über Hochstraßen fährt, wird das Genick entlastet, weil man von dort bequem in die Wohnungen blicken kann, wenn man das denn will..."