Auf der Suche nach dem verlorenen Sohn - Jens, Inge; Jens, Walter

Inge Jens Walter Jens 

Auf der Suche nach dem verlorenen Sohn

Die Südamerika-Reise der Hedwig Pringsheim 1907/08

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Auf der Suche nach dem verlorenen Sohn

Thomas Manns Schwiegermutter auf Abenteuerreise

Im Winter 1907/08 reiste Hedwig Pringsheim nach Argentinien und Chile, um ihren dorthin verbannten Sohn Erik zu besuchen. Was sie erlebte, hielt sie einem Tagebuch fest. Inge und Walter Jens schildern eine abenteuerliche Reise und porträtieren eine ganz besondere Frau.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 2008
  • Überarb. u. erw. Ausg.
  • Ausstattung/Bilder: Überarb. u. erw. Ausg. 2008. 176 S., 29 Fotos, Dok. u. Faks. auf Taf.
  • Seitenzahl: 160
  • rororo Taschenbücher Nr.62345
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 126mm x 13mm
  • Gewicht: 200g
  • ISBN-13: 9783499623455
  • ISBN-10: 3499623455
  • Best.Nr.: 22815340
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.07.2007

Der arme, gute Dumme
Wie Hedwig Pringsheim einmal ihrem Sohn nachreiste

Vom 17. November 1907 bis zum 29. Februar 1908 unternahm Hedwig Pringsheim, die Schwiegermutter Thomas Manns, eine Reise nach Argentinien, um ihren seit zwei Jahren dorthin verbannten ältesten Sohn Erik zu besuchen. Das Tagebuch, das sie währenddessen führte, haben nun Inge und Walter Jens zugänglich gemacht. Anders als bei den von Inge Jens herausgegebenen Tagebüchern Thomas Manns verzichten die Autoren auf einen Stellenkommentar, stellen aber einen Essay voran ("Eine Spurensuche"), der auf die schwierige Recherchearbeit hindeutet.

Erik war das Sorgenkind der Familie. 1879 als erstes der fünf Pringsheimschen Kinder geboren, galt ihm die volle, fast schon einseitige Zuneigung der Mutter. Charakterliche Schwächen des in besten Verhältnissen aufgewachsenen Sohnes konnte dies offensichtlich nicht kompensieren. Schon früh deutete sich eine gewisse Lebensuntüchtigkeit des Erstgeborenen an. Eine Wett- und Pferdeleidenschaft verbindet sich mit einem scheinbar chronischen Hang zum Schuldenmachen, und auch das bestandene Juraexamen scheint 1902 keine Solidität gebracht zu …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Äußerst wohlwollend nimmt sich Thomas Meissner dieses von Inge und Walter Jens herausgegebenen Bandes über Hedwig Pringsheims "Suche nach dem verlorenen Sohn" an. Das argentinische Reisejournal der Schwiegermutter Thomas Manns hat ihm insofern zugesetzt, als es an der Hoffnungslosigkeit, den haltlosen Sohn "zu retten", von Anbeginn keinen Zweifel lässt. Ein Grund vielleicht, warum sich Meissner bald mehr für Pringsheims "hellwache" Reise-Beobachtungen interessiert, als für die Mutter-Sohn-Geschichte. Schließlich liest man nicht alle Tage von einer Reise über die Anden per Kutsche, ein "frühes touristisches Highlight", garniert mit "pittoresken Reizen". Dem Ehepaar Jens verdankt Meissner einen beigefügten Essay, der nicht nur über die Rechercheleistung informiert, sondern den Rezensenten auf die Fährte setzt. Spuren dieses Schicksals in den Werken der Manns lassen sich durchaus finden.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.02.2007

Der Verschollene
Inge und Walter Jens über den Kriminalfall Erik Pringsheim
In seinem Tagebuch vermerkt Thomas Mann unter dem 16. April 1921 eine Unterhaltung mit Schwager Peter und seiner Frau Katia „über den Tod ihres Bruders und das zu mutmaßende Verbrechen”. Die Familie Pringsheim hatte dem Autor nicht nur die Anregung für die skandalöse Novelle „Wälsungenblut” geliefert. Sie bot auch den Stoff für eine veritable Kriminalgeschichte. Was Thomas Mann möglicherweise für den zweiten Teil seines Hochstaplerromans „Felix Krull” plante, haben jetzt Inge und Walter Jens ausgeführt: die Erzählung vom schwarzen Familienschaf Erik, von der Verbannung des sechsundzwanzigjährigen Schuldenmachers und Tunichtguts nach Argentinien im Sommer 1905 und seinem dreieinhalb Jahre später ebendort unter mysteriösen Umständen erfolgten Tod.
Die Mutter Hedwig Pringsheim, deren „außerordentliches Leben” Inge und Walter Jens in einer vorletztes Jahr erschienenen Monographie beschrieben haben, hat das traurige Ende ihres Ältesten nie verwunden. Sie hatte ihn wenige Monate zuvor in Südamerika besucht. An den Reitunfall, der als offizielle Todesursache …

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Inge Jens, geboren 1927 in Hamburg, Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogik in Hamburg und Tübingen. Promotion 1953 mit einer Arbeit über die expressionistische Novelle.

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