Allein unter 1,3 Milliarden - Schmidt, Christian Y.

Christian Y. Schmidt 

Allein unter 1,3 Milliarden

Eine chinesische Reise von Shanghai bis Kathmandu

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Allein unter 1,3 Milliarden

Wie ticken die Chinesen? Christian Y. Schmidt, 'die weiße Massai Asiens', reist 5386 Kilometer quer durch das Reich der Mitte.

Um China und die Chinesen zu verstehen, begibt sich Christian Y. Schmidt auf eine ungewöhnliche Reise. Er folgt der Nationalstraße 318, auch "Windknochen Chinas" genannt, die das Riesenreich auf einer Länge von 5386 Kilometern vom Gelben Meer im Osten bis zu den westlichen Rändern des Himalaya durchquert. Es ist eine Zeitreise vom glitzernden 21. Jahrhundert Shanghais bis nach Tibet, wo Yaks züchtende Nomaden und Bauern noch immer halb im Mittelalter leben. Eine Sehenswürdigkeit reiht sich hier an die andere: die malerische Wasserstadt Xitang, der gewaltigste Staudamm aller Zeiten, die mit 30 Millionen Einwohnern weltgrößte Stadt Chongqing, der Potala-Palast in Lhasa und zahllose Tempel, Klöster, heilige Berge, Punkschuppen und Discos und ganz zuletzt der Mount Everest. Christian Y. Schmidt war drei Monate unterwegs und hat Massagen chinesischer Ringerinnen und Erdrutsche überlebt, mit Kakerlaken Freundschaft geschlossen, Chinesinnen beim Shopping begleitet und sich mit Soldaten Tortenschlachten geliefert. Wie er dabei das Wesen der Chinesen ergründet, davon erzählt sein spektakulärer,humorvoll und pointiert geschriebener Reisebericht.


Produktinformation

  • Verlag: Rowohlt, Berlin
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 315 S.
  • Seitenzahl: 320
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 152mm x 26mm
  • Gewicht: 510g
  • ISBN-13: 9783871346026
  • ISBN-10: 3871346020
  • Best.Nr.: 23333510

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Jan Wiele hat sich gut amüsiert mit Christian Y. Schmidts schelmenromanartigem Reisebericht. Über die vom Autor kredenzten "Chinglish"-Kostproben kann Wiele ebenso lachen wie über seine Attacken auf das Goethe-Institut und seine Kulturexportschlager. Dass Schmidts Reise auf der über 5000 Kilometer langen Nationalstraße 318 den früheren Maoismus des Autors in selbstverständlich nicht ganz ernst gemeinter Weise wiederbelebt, kann Wiele auch goutieren, und zitiert seine Rechtfertigung, er habe von den Morden damals nichts gewusst.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.10.2008

Ein Simplicissimus in China
Christian Y. Schmidt hat eine weite Reise gemacht
Die Olympiade ist vorbei. In den Augen der Nachrichtenverwalter ist das Thema „China” nun abgenudelt. Aber China gibt es immer noch. Und nicht nur das Land gibt es, sondern auch einen Reisenden, der mit dem Bus auf der 5386 Kilometer langen Nationalstraße 318 von Shanghai nach Tibet gefahren ist und aufgeschrieben hat, was ihm begegnete. Christian Y. Schmidt gesteht seinen Lesern, dass er für diese Aufgabe denkbar ungeeignet war. Sein Rucksack wird ihm von Tag zu Tag schwerer, er erkältet sich, seine Konstitution ist schlecht, im Gebirge bekommt er keine Luft. Und vor allem: Er spricht bestenfalls „Gastarbeiterchinesisch”. Bis er sich zum Busbahnhof in Shanghai durchgekämpft hat, braucht er drei Tage, die er in den Fängen europäischer Exilanten in irgendeiner Bar verbringt, wo er gern ist, weil er dort noch verstanden wird.
Dann reißt er sich los und besteigt seinen ersten Bus. Immer mal wieder fährt er ein paar hundert Kilometer in die falsche Richtung, weil seine Aussprache der Städte, zu denen er will, so ausfällt, dass man ihm Fahrkarten für Busse verkauft, die …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.11.2008

Ich ist ein Läucherstäbchen

Deutschland, da regiert doch Juli Zeh? Christian Y. Schmidt legte sechstausend Kilometer auf fernöstlichen Straßen zurück - und wurde dabei zum Chinesen. Wer es ihm nachtun möchte, sollte sein Leisetagebuch lesen.

Wer wissen will, wie sich unser Banker-Denglisch von außen anhört, der greife zu Christian Y. Schmidt. Der ehemalige "Titanic"-Redakteur, der für das Satiremagazin noch immer die China-Kolumne "Bliefe von Dlüben" verfasst, hat auf einer Reise von Schanghai bis zum Himalaja viele Kostproben des sogenannten "Chinglish" gesammelt, das auch dem Nichtreisenden bisweilen auf Tee-Packungen oder Bierflaschen begegnet. "Can I interest you in cup of drink?", wird der Autor etwa von einer jungen Chinesin gefragt, oder er amüsiert sich darüber, dass es in China Kleidungsgeschäfte mit dem Namen "Ebola Pop Culture" gibt.

Zur Belustigung trägt auch die Form des Schelmenromans bei, die Schmidt seinem Reisebericht gegeben hat. Die ganze Tradition hindurch hat diese ja so manchen Romanhelden mit der nötigen Prise distanzierender Ironie ausgestattet. Hier reicht sie bis in die Kapitelüberschriften, die etwa, wenn …

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Christian Y. Schmidt war bis 1996 Redakteur des Satiremagazins "Titanic". Seitdem arbeitet er als freier Autor. Außerdem ist er Senior Consultant der Zentralen Intelligenz Agentur, sowie Redakteur und Gesellschafter des Weblogs "Riesenmaschine", dem 2006 der Grimme online-Preis verliehen wurde. Seit 2009 berichtet Schmidt zweiwöchentlich in einer satirischen taz-Kolumne aus China. Mehrere Veröffentlichungen.

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