Eine Burg für Ritter Rudi / Erst ich ein Stück, dann du Bd.6 - Schröder, Patricia

Patricia Schröder 

Eine Burg für Ritter Rudi / Erst ich ein Stück, dann du Bd.6

Illustr.: Karsten Teich
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Eine Burg für Ritter Rudi / Erst ich ein Stück, dann du Bd.6

Das neuartige Buchkonzept schließt wie ein Puzzlestück die Lücke zwischen Vorlesebuch und Erstlesebuch.

Sonntags hat Ritter Rudi nichts zu tun. Und wer nichts zu tun hat, kommt ins Grübeln ... und auf Ideen. Ritter Rudis neueste Idee: Er will sich eine andere Burg suchen. Eine, die nicht so abseits liegt wie seine alte. Sein Esel Ignatus will sofort lospreschen, aber Ritter Rudi hat keine Rüstung. Zum Glück klopft eine an sein Burgtor und bietet ihre Dienste an. Jetzt steht großen Ritter-Abenteuern nichts mehr im Wege  ...

Gemeinsamlesen ist bewährte Familienpraxis:

Groß ist der Schritt vom Vorlesebuch zum Erstlesebuch, wenn man Leseanfänger ist und das Lesen noch anstrengend und mühsam ist. In vielen Familien heißt es darum heute: 'Lass uns gemeinsam lesen. Erst ich ein Stück, dann du, wir wechseln uns ab.' Die erste Buchreihe zum Gemeinsamlesen:

Extra für das gemeinsame Lesen konzipiert, sind die aufregenden Leseabenteuer der neuartigen Reihe 'Erst ich ein Stück, dann du' für Leseanfänger und erfahrene Leser. Damit wird erstmals in Deutschland ein Typ Buch angeboten, der wie ein Puzzlestück die Lücke zwischen dem klassischen Vorlesebuch und dem Erstlesebuch schließt.

Gemeinsamlesen ist aktive Leseförderung ...
... darum empfiehlt die Stiftung Lesen die Reihe

'Erst ich ein Stück, dann du', denn: die Interaktion mit dem erfahrenen Leser und der Wechsel von Selbstvorlesen und Vorgelesen bekommen, Anstrengung und Entspannung, ist für Leseanfänger ein wichtiges, motivierendes Moment auf dem Weg zum versierten, begeisterten Leser.

Das bietet jeder Band:
- Für den erfahrenen Vorleser: längere, komplexere Textpassagen
- Für den Leseanfänger: kurze, einfache Abschnitte in großer Fibelschrift großzügig farbig illustriert von bekannten Illustratoren

"Ein tolles Konzept fürs erste Lesealter hat sich cbj ausgedacht. (...) Eine attraktive Hilfestellung, um den Schritt zum Lesealter endgültig zu vollziehen." Frankfurter Neue Presse

"Einfach Idee, große Wirkung!" Frankfurter Neue Presse

Sonntags hat Ritter Rudi nichts zu tun. Und wer nichts zu tun hat, kommt ins Grübeln und auf Ideen. Ritter Rudis neueste Idee: Er will sich eine andere Burg suchen. Eine, die nicht so abseits liegt wie seine alte. Sein Esel Ignatus will sofort lospreschen, aber Ritter Rudi hat keine Rüstung. Zum Glück klopft eine an sein Burgtor und bietet ihre Dienste an. Jetzt steht großen Ritter-Abenteuern nichts mehr im Wege


Produktinformation

  • Verlag: Cbj
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 75 S. m. zahlr. farb. Illustr.
  • Seitenzahl: 80
  • Altersempfehlung: ab 6 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 218mm x 162mm x 14mm
  • Gewicht: 364g
  • ISBN-13: 9783570135471
  • ISBN-10: 3570135470
  • Best.Nr.: 23819313
"Ein tolles Konzept fürs erste Lesealter hat sich cbj ausgedacht. (...) Eine attraktive Hilfestellung, um den Schritt zum Lesealter endgültig zu vollziehen." Frankfurter Neue Presse

"Der cbj-Verlag hat mit "Erst ich ein Stück, dann du" eine pfiffige Reihe gestartet."
Patricia Schröder, 1960 geboren, wuchs in Düsseldorf auf. Sie studierte Textildesign und arbeitete einige Jahre in diesem Beruf. Als ihre Kinder zur Welt kamen, zog sie sich in den Norden auf eine kleine Warft zurück. Anfangs vermisste sie den Trubel der Stadt, und so fing sie an, sich Geschichten auszudenken. Mittlerweile gehört sie zu den bekanntesten Kinder- und Jugendbuchautorinnen in Deutschland und hat schon zahlreiche Romane veröffentlicht und engagiert sich für die Leseförderung.

Für Veranstaltungen mit dem neuen Vorlesekonzept "Erst ich ein Stück, dann du" hat sich die renommierte Autorin Patricia Schröder etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Sie tritt mit Handpuppen auf, die jeweils den Part des weniger geübten Lesers übernehmen. Auf diese Weise werden Leseanfänger ermutigt, interaktiv in die Lesung einzusteigen.

Leseprobe zu "Eine Burg für Ritter Rudi / Erst ich ein Stück,..."

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Leseprobe zu "Eine Burg für Ritter Rudi / Erst ich ein Stück,..."

Ein ohrenbetäubendes Schnarchen erschütterte das Burgverlies.

'Chrrr Chrrr Chrrr tjapüüüh tjapüüüh tjapitjepüüüh!", dröhnte es aus Ritter Rudis Rachen. Er lag mit ausgebreiteten Armen und weit offen stehendem Mund rücklings im Stroh und holte tief und rasselnd Luft. Dann ging es wieder von vorne los. 'Chrrr Chrrr Chrrr tjapüüüh tjapüüüh tjapitjepüüüh!"

Esel Ignotus lag unmittelbar neben ihm. Auch er zog eine Schlafposition auf dem Rücken vor, das Maul nach oben gestreckt und die Hufe über dem Bauch entspannt angewinkelt.

'Du schläfst wie ein Kaninchen", sagte Rudi immer. 'Und du wie ein schlecht geöltes Kanonenrohr", erwiderte Ignotus dann.

Heute schliefen sie besonders lange.

Denn heute war Sonntag.

Sonntags hatte Rudi nichts zu tun.

Er musste kein Heu holen.

Er musste nicht nach dem Rechten sehen.

Und er musste auch sonst nichts.

Den ganzen Tag gab es nichts als Langeweile.

Irgendwann am späten Nachmittag drehte Ritter Rudi sich auf den Bauch. Sein Kinn wurde ins Stroh gedrückt und sein Mund automatisch geschlossen. Ritter Rudi konnte nicht mehr schnarchen. Sein Brustkorb blähte sich mächtig auf und sein kugelrunder Kopf lief dunkelrot an.

Plötzlich war er hellwach. 'Hilfe!", schrie er.

Mit einem Satz sprang er auf die Füße. Er fasste sich an den Hals, verdrehte die Augen und röchelte. 'Hilfe! Ignotus! Ich ersticke."

Der Esel streckte seine Beine kerzengerade in die Luft und rekelte sich. Anschließend kullerte er so lange hin und her, bis er genug Schwung hatte, um auf die Hufe zu kommen. Er schüttelte sich und nickte dreimal mit dem Kopf, dann erst öffnete er seine Augen.

'Du erstickst jeden Sonntag", sagte er gelangweilt. 'Seit dreiunddreißig Jahren, und bisher ist noch nie etwas passiert."

'Wirklich nicht?", fragte Ritter Rudi. Er ließ die Hände sinken und sah Ignotus verwundert an. 'Ich bin noch nie erstickt?"

'Wirklich nicht", bestätigte der Esel. 'Du lebst doch noch. Oder etwa nicht?"

Ritter Rudi ließ sich auf einen Strohballen sinken und blickt trübselig vor sich hin. 'Glaub schon", meinte er schließlich. 'Es ist nur _ Mir ist sonntags immer so schrecklich langweilig."

'Das kommt daher, dass du sonntags immer so lange schläfst", erklärte Ignotus seinem Herrn. 'Irgendwann wird dein Rücken ganz steif vom langen Liegen und du drehst dich auf den Bauch. Dann kannst du nicht mehr schnarchen 'Ich schnarche nicht", sagte Ritter Rudi entrüstet. 'Ich schnarche sogar nie."

'^ und hast das Gefühl zu ersticken", fuhr Ignotus ungerührt fort.

Ritter Rudi schwieg. Er ließ sich auf einen Strohballen sinken und betrachtete seine großen Füße, die aus den ausgefransten Enden seiner löchrigen Schlafanzughose hervorschauten.

'Was soll ich sonntags denn sonst tun?", fragte er traurig.

'Die Burg fegen", schlug Ignotus vor.

Ritter Rudi schüttelte den Kopf. 'Wozu das?"

'Nun ja, falls mal jemand vorbeikommt", erwiderte der Esel.

'Hier ist seit zwanzig Jahren niemand mehr vorbeigekommen", sagte Ritter Rudi. 'Meine Burg liegt einfach viel zu weit weg von allem."

'Dann brauchst du wohl eine neue", meinte Ignotus gähnend. Er bog seinen Rücken durch und reckte gähnend den Hals.

Ritter Rudi sah den Esel nachdenklich an. 'Vielleicht hast du recht", meinte er. 'Vielleicht ist das gar keine so schlechte Idee. Obwohl 'Obwohl was?", fragte Ignotus. 'Na ja", meinte Ritter Rudi. 'Eine neue Burg suchen, kann sehr gefährlich sein." 'Warum das?", fragte der Esel.

'Weil wir neue Länder erobern, Königsheere besiegen, gegen Drachen kämpfen und die Gunst eines Burgfräuleins gewinnen müssen", sagte Ritter Rudi. Ignotus bleckte die Zähne. 'Das klingt doch sehr spannend", sagte er. 'Worauf warten wir also noch?" Ritter Rudi blickte an sich herab. 'Ich denke, ich brauche eine Rüstung", sagte er.

'Gut." Ignotus scharrte mit den Hufen. 'Dann suchen wir jetzt eine."

Ritter Rudi war ein wenig unschlüssig. Er hatte schon seit Ewigkeiten keine Rüstung mehr getragen und völlig vergessen, ob er überhaupt eine besaß.

'Vielleicht sollten wir mal oben in der Burg nachschauen", meinte er und deutete zur Decke des Verlieses.

'Iiaaah!", machte Ignotus.

'Dann mal nix wie los!"

Der Esel trat in den finsteren Gang.

Ritter Rudi folgte ihm bis zur Treppe.

Nacheinander stiegen sie hinauf und Ritter Rudi öffnete die schwere Holztür.

'Du hast aber wirklich schon lange nicht mehr gefegt", stelle Ignotus fest.

Der Boden des Rittersaales und die lange Tafel waren von einer dicken Staubschicht bedeckt und zwischen den Wandleuchten hingen große Spinnennetze. Unzählige Mäuse huschten von einer Ecke in die andere. Ritter Rudi nickte. 'Ich habe eben lieber mit dir zusammen im Verlies gewohnt", sagte er kleinlaut. 'Das war irgendwie gemütlicher."

'Und weniger einsam", meinte Ignotus.

Wieder nickte Ritter Rudi. Eine dicke Träne quoll aus seinem Auge, kullerte über seine Wange und tropfte auf den Steinboden. 'Sieh mal!", freute sich der Esel. 'Die Stelle ist jetzt ganz sauber."

Ritter Rudi hatte aber keine Lust, die ganze Burg staubfrei zu heulen. Er schnäuzte sich die Nase in seinem Schlafanzugärmel und steuerte die Rüstung an, die neben dem Eingang des Rittersaales stand.

'Die ist zu groß", sagte Ignotus. Also trotteten sie weiter.

Sie suchten in der Küche und in sämtlichen Kammern, doch sie fanden keine andere Rüstung. 'Vielleicht sollten wir mal draußen nachsehen", schlug der Esel vor.

'Im Schlafanzug?" Ritter Rudi schüttelte den Kopf. 'Aber hier ist doch weit und breit kein Mensch", erwiderte Ignotus. 'Das hast du eben selber noch gesagt." 'Trotzdem", sagte Ritter Rudi. 'Man geht nicht im Schlafanzug vor die Tür."

'Gut", meinte Ignotus. 'Dann suche ich eben alleine weiter."

'Vielen Dank", sagte Ritter Rudi.

Er öffnete die große Eisentür und der Esel trat ins Sonnenlicht hinaus.

Seltsamer Besuch Während Ritter Rudi in seinem Schlafanzug im Türrahmen lehnte, trabte Ignotus in den Burghof hinaus. Er spazierte an der Mauer entlang und blickte durch jede einzelne Schießscharte. Schließlich kehrte er mit hängendem Kopf zu Ritter Rudi zurück.

'Nichts", sagte er. 'Keine Rüstung, kein Schwert, kein gar nichts. Nur Burghofsteine und dahinter weite grüne Landschaften."

'Hm?" Ritter Rudi kratzte sich am Kopf. 'Vielleicht sollte ich die Zugbrücke herunterlassen", überlegte er. 'Und dann?", fragte der Esel. 'Hinter der Zugbrücke ist doch auch nichts weiter als grüne Landschaft." Er musterte seinen Herrn von oben bis unten. 'Eigentlich könntest du gleich im Schlafanzug losreiten." 'Und dann?", fragte jetzt Ritter Rudi. 'Dann suchen wir eine Schmiede."

'Und dann?", fragte Ritter Rudi. 'Dann bestelle ich dir eine Rüstung", sagte Ignotus.

'Und wer nimmt meine Maße?", fragte Ritter Rudi.

'Ich natürlich", sagte er Esel.

Er ging ein paar Schritte zurück und kniff ein Auge zu.

Dann musterte er seinen Herrn noch einmal.

Von oben bis unten und von rechts nach links.

Danach trabte er um ihn herum.

'Hm", meinte Ignotus. 'Zwölf Eselshufe hoch, fünf Eselshufe breit, Armlänge vier Eselshufe, Beinlänge fünf Eselshufe, Kopflänge und Kopfbreite jeweils zweieinhalb Eselshufe."

'Bist du sicher?", fragte Ritter Rudi zweifelnd. 'Total sicher", sagte Ignotus. 'Gut, dann lasse ich jetzt die Zugbrücke herunter." Entschlossen durchschritt Ritter Rudi den Burghof. Die Zugbrücke war genau gegenüber dem Burgtor in die Mauer gebaut und mit einer schweren Eisenkette gesichert. Ritter Rudi löste das unterste Glied aus dem Haken. Die Kette wirbelte rasselnd von der Trommelrolle und die Brücke donnerte mit lautem Gepolter zu Boden.

Entsetzt legte Ignotus die Ohren an. Er guckte sehr gequält. Doch Ritter Rudi kümmerte sich nicht darum.

Er trat auf die Brücke und sah sich um. Auf der anderen Seite des Burggrabens stand eine Rüstung. 'Guten Tag", sagte sie und lupfte den Helm.

'Guten Tag", sagte Ritter Rudi. Er war sehr erfreut, dass mal jemand zu Besuch kam.

Doch dann fielen ihm der viele Staub auf der Rittertafel, die Spinnweben an den Wandleuchtern und der löcherige Schlafanzug wieder ein.

'Tut mir leid", sagte er deshalb. 'Aber ich habe leider keine Rüstung."

'Das trifft sich gut", erwiderte die Rüstung. 'Ich habe nämlich keinen Ritter."

Sie lupfte abermals ihren Helm, nahm ihn diesmal allerdings ganz herunter. Dort, wo nun eigentlich der Kopf eines Ritters hätte zum Vorschein kommen müssen, war nichts als grüne Landschaft.

'Oh!", rief Ritter Rudi.

Und noch einmal: 'Oh!"

'Darf ich bitte reinkommen?", fragte die Rüstung.

'Ja, natürlich", erwiderte Ritter Rudi.

Er trat einen Schritt zur Seite und verbeugte sich leicht.

Es schepperte und klapperte zum Gotterbarmen, als die Rüstung in den Burghof stakste.

'Ich bitte vielmals um Entschuldigung", sagte sie, nachdem Ritter Rudi die Brücke wieder hochgezogen und die Kette eingehakt hatte. 'Aber ohne Ritter läuft es sich so schlecht." 'Ich bitte Euch!", rief Ritter Rudi abwiegelnd. 'Ich muss mich entschuldigen! Es tut mir sehr leid, dass ich dich im Schlafanzug empfange. Aber ohne Rüstung _ Was soll man da machen?"

'Vielleicht eine kleine Anprobe", schlug Ignotus vor, der sich inzwischen mutig genähert hatte und die Rüstung nun neugierig beäugte. 'Ein bisschen größer als Ritter Rudi seid Ihr ja schon."

'Oh, das macht überhaupt nichts", erwiderte die Rüstung. 'Ich bin außerordentlich anpassungsfähig."

'Sehr schön!", freute sich Ritter Rudi.

'Bitte folge mir!"

Er schritt auf das Burgtor zu und betrat den Rittersaal.

Die Rüstung sah sich überall um.

'Nun ja", meinte sie.

'Ein Burgfräulein kann man hier nicht empfangen."

'Ist das denn nötig?", fragte Ritter Rudi.

'Natürlich", sagte die Rüstung.

'In jede Burg gehört ein Fräulein."

Ritter Rudi schüttelte unwillig den Kopf. Natürlich hätte er sehr gerne etwas mehr Gesellschaft gehabt, aber auf ein Burgfräulein war er nun wirklich nicht scharf. Bestimmt hatte sie sehr besondere Vorstellungen, was das Leben auf einer Burg betraf. Womöglich durfte Ritter Rudi dann nicht einmal mehr bei seinem Esel im Verlies schlafen! Ignotus war der treueste Freund, den er hatte, und auch jetzt stand ihm der Esel bei.

'Alles schön der Reihe nach", sagte er. 'Zunächst einmal machen wir die Anprobe. Dann reiten wir in die Welt hinaus und suchen eine neue Burg für Ritter Rudi." 'Und unterwegs bestehen wir viele Abenteuer", fuhr die Rüstung eifrig fort. 'Aber nur die, die nicht gefährlich sind", fügte sie hinzu.

'Nun ja wollte Ritter Rudi einwenden, aber Ignotus ging sofort dazwischen. 'Zunächst die Anprobe", sagte er.

'Bitte sehr", sagte die Rüstung.

Sie nahm den Helm ab und setzte ihn dem Esel auf den Kopf.

'Ich doch nicht!", rief Ignotus empört.

'Oder sollen wir etwa auf Ritter Rudi reiten?"

'Aber nein", sagte die Rüstung.

'Auf gar keinen Fall!"

Unter lautem Quietschen und Knarzen klappte sie nun ihre Hinterseite auseinander, sodass Ritter Rudi bequem hineinsteigen konnte. Anschließend angelte er den Helm von Ignotus' Kopf und zog ihn über seinen eigenen.

Die Rüstung passte perfekt!

Das Abenteuer beginnt Während Ritter Rudi in der Rüstung neben dem großen Tor stand und wartete, packte Ignotus noch rasch ein paar Dinge für die lange Reise zusammen: ein Schwert, das er nach längerer Suche im Küchenschrank fand, und einen Schild, der als Deckel über dem Plumpsklo gelegen hatte. Außerdem einen Bund Möhren, fünf Äpfel, etwas trockenes Brot und einen kleinen Sack voller Heu. 'Das Schwert nimmst du in die Hand", sagte Ignotus zu seinem Herrn.

Doch das fand Ritter Rudi viel zu unpraktisch. Er und die Rüstung legten Ignotus Zügel an und anschließend eine schwere Decke über seinen Rücken. Daran befestigten sie das Schwert, den Schild und den Reiseproviant. Als alles verstaut war, sank der Esel mit seinen Vorderbeinen in die Knie, damit sein Herr und die Rüstung besser aufsteigen konnten. Ritter Rudi fasste den Zügel und hob sein Bein.

'Nein!", rief die Rüstung.

'Das ist falsch rum!"

'Ist es nicht", sagte Ritter Rudi.

Ignotus wieherte ungeduldig.

'Doch", beharrte die Rüstung.

'Der Feind kommt immer von hinten."

'Sie hat recht", meinte der Esel.

'Besser, ihr schaut zurück.

Und ich gucke nach vorn."
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