Wo ist meine Schwester? - Nordqvist, Sven

Sven Nordqvist 

Wo ist meine Schwester?

Ausgezeichnet mit dem August-(Strindberg)-Preis 2007

Illustrator: Nordqvist, Sven / Übersetzer: Kutsch, Angelika
Gebundenes Buch
 
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Wo ist meine Schwester?

Einmal um die Welt: eine grandiose Traumreise von Sven Nordqvist - im extragroßen Sonderformat
Glaubst du, dass sie versteht, was die Vögel singen? Dass man hoch oben zwischen den Wolken fliegen kann? Und dass es einen Weg gibt, der vielleicht um die ganze Erde führt? Die große Schwester hat der kleinen Maus viel von den Wundern der Welt, von geheimen Verstecken und großen Erfindungen erzählt. Deshalb weiß der Mäusebruder genau, wo er sie suchen kann. Die Traumreise mit dem Birnen-Ballon führt die kleine Maus und die Leser von Seite zu Seite durch fantastische Landschaften, die zum Entdecken und Staunen einladen. Und auf jeder Seite, inmitten unzähliger Details, ist die Schwester versteckt wer findet sie? Ein Kunstwerk für Kinder und Erwachsene - mit detailreichen Bildern, poetischem Text und Verweisen auf Dali, Magritte u.a.


Produktinformation

  • Verlag: Oetinger
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 32 S. m. zahlr. bunten Bild.
  • Seitenzahl: 32
  • Altersempfehlung: ab 5 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 385mm x 320mm x 13mm
  • Gewicht: 937g
  • ISBN-13: 9783789169403
  • ISBN-10: 3789169404
  • Best.Nr.: 23857099
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.10.2008

Mit dem Birnen-Ballon ins Wunderland

Kinderbücher können ganz schön gruseln, wenn ihre Bilder den Leser umschließen und hinabziehen in die rauschhafte Welt der Phantasie, wo Vögel zu Monstern werden, sich die Wolken in unheimlich füllige Frauen mit dicker Zigarre zwischen den grellrot lackierten Fingern verwandeln oder auch zu lechzenden Pudelhunden werden: Man hört sie ihre Orgie mit lautem Gelächter feiern. So schaurig schräg präsentiert sich die Welt im neuen Bilderbuch vom "Pettersson und Findus"-Schöpfer Sven Nordqvist. "Wo ist meine Schwester?" zeigt einen tapsigen kleinen Mäuserich mit strubelblonden Haaren; er sucht seine Schwester mit ebenso blondem Haar und fragt einen alten, weisen Mann um Hilfe. Dieser lässt bereitwillig seine lange Pfeife auf Rädern zurück und schwebt mit seinem kleinen Freund in einem Birnen-Heißluftballon davon.

Dieses Traumbuch zeigt neuerlich, über welche Bildgewalt Nordqvist verfügt. Übersetzt in Sprache, könnte jede seiner Seiten Romane füllen, denn die zauberhaften Absonderlichkeiten der Bilder werden noch beim phantasielosesten Charakter wahre Erzählkaskaden auslösen. Das Reich, das die Freunde …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.10.2008

Nacktärschige Mucklas
Im Fesselballon durch die Phantasiewelt des schwedischen Illustrators Sven Nordqvist Von Alex Rühle
Sven Nordqvist, der Vater von Pettersson und Findus, sagt, vom Wesen her sei er Bastler und Tüftler, am liebsten erfinde er in seiner Werkstatt aus zufälligem Material sinnlose Dinge. In den Büchern über den knorzigen Pettersson und seinen Kater Findus lässt er hinter dem Rücken der Geschichte diesem Spieltrieb seinen Lauf, überall wimmelt es von sogenannten Mucklas, Phantasiewesen, die emsig sinnfreie Tätigkeiten verrichten. Immer aber musste Nordqvist in den 12 Pettersson-Büchern darauf achten, mit den Bildern doch dem Plot zu folgen.
Mit seinem neuen Buch nun hat er sich einen Traum erfüllt, den er nach eigenen Worten über 25 Jahre lang mit sich herumtrug: statt eine Geschichte im Nachhinein zu bebildern, wollte er sich einmal frei treiben lassen, ein Buch malen, in dem sich vom ersten bis zum letzten Bild alles auseinander entwickelt, fortspinnt wie im Traum oder im magischen Denken der Kinder. So ist denn alles metamorph und belebt, aus einem Hundehalsband wird eine Straße, Granitwände verwandeln sich in weiche Kuhrücken, …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Fast in ein Wimmelbuch-Delirium hat Sven Nordqvists neues Bilderbuch Rezensent Siggi Seuss versetzt, der von einem ”gewaltigen” übergroßen Bilderbuch spricht, das M.C. Escher mit Alice im Wunderland verbinde. Beim Betrachten der kleinteiligen Bilder gerät er als Individualreisender in die schrullig-schönsten und poetischsten Geschichten. Tief und tiefer führen ihn die Riesenpanoramen auf immer traumverlorenere Entdeckungsreisen durch Nordqvists, von den seltsamsten Wesen bevölkerten Kosmos. Begeistert vom Detailreichtum dieses surrealen Panoptikums lässt Seuss sich genüsslich in dessen Lebensdetails und Ideenreichtum treiben.

© Perlentaucher Medien GmbH

Überall ist die Rede von Veränderung und Umgestaltung der Welt. Das was seit Jahrzehnten die Leser von Science-Fiction-Literatur erschreckt, schein jetzt mancherorts ganz schnell Wirklichkeit zu werden. Wer eine Reise durch Südostasien macht, weiß, was ich meine. Dort sind aus dem Boden gestampfte Retortenstädte in vielen Ländern bereits selbstverständlich. Und es könnte durchaus sein, dass Europa diesen Weg der Architektur im Zuge von Energiesparmaßnahmen mitgeht oder aber in Zukunft seine Existenzberechtigung vor allem daraus zieht, für Touristen aus dem Rest der Welt als Erinnerung an Zeiten der individuellen Wohn- und Lebensgestaltung zu dienen. Sven Nordqvist bezieht mit seinem neuen, lang ersehnten Bilderbuch eine ganz klare Position: Kinder brauchen Gemütlichkeit, Buntheit, Vielseitigkeit, brauchen Abenteuer und Phantasie, die sich aus der Wahrnehmung aller kleinen und großen Dinge dieser Welt speist. Dieses neue Buch ist nicht mehr und nicht weniger als dieses Kinderuniversum. Hier geschieht eben alles, was es gibt und nicht gibt. Aber erstmal fängt alles an. Da ist ein kleiner ziemlich aufgeregter Kerl. Er hat keinen Namen, aber er ist der kleine Bruder einer großen Schwester, die verschwunden ist. Das scheint ein Riesenunglück für ihn zu sein - hört, ihr großen Schwestern! Was soll er denn auch machen ohne seine Schwester "rauf und runter und überall"? Aber er hat einen Großvater, auch wenn wir nicht wirklich erfahren, ob der alte Herr im Schaukelstuhl tatsächlich sein Großvater ist. Heutzutage könnte man fast annehmen, es müsste eher der Urgroßvater sein, denn er scheint alle Zeit der Welt zu haben - und er weiß, was ihm gut tut. So lebt er in seinem gemütlichen Zimmer, wohlig an seiner Pfeife ziehend und inmitten seiner schönen Welt in einem Buch lesend. Aber jetzt ist da dieses verzweifelte Kind. Es hilft nichts, er muss mit ihm los, um die Schwester zu suchen. Und schon sind sie mitten drin, in der lebendigen Welt voller Abenteuer. Tja, und was die beiden erleben, bis sie am Ende, wie sich das gehört, die Vermisste finden, das muss jeder selber durchmachen, einmal, fünfmal, tausendmal..., wie sich das gehört. Und nicht zu vergessen: Dieses Buch ist auch für Urgroßeltern, große Schwestern und alle, die Kinder lieben! Lieben meint übrigens nicht "irgendwelche sentimentalen Gefühle entwickeln", sondern es bedeutet, die Kinder an die Hand zu nehmen und ihnen all das zu zeigen, was das Leben schön macht. Sven Nordqvist hat das Seine dazu getan, aber jedes einzelne Kind braucht "seine Großen", die sich ihm so zuwenden, wie es auch "Große Schwester" am Ende der Geschichte tut. (Rezension von Gabriele Hoffmann aus dem Libri-Fachkatalog Harry & Pooh 2008/2009)
Sven Nordqvist, 1946 in Helsingborg geboren und in Halmstad aufgewachsen, studierte in Lund Architektur. Eigentlich wollte er schon damals Zeichner werden, doch er wurde von mehreren Kunsthochschulen abgelehnt. Nach dem Studium arbeitete Nordqvist zunächst als Architekt und Dozent an der Hochschule für Architektur in Lund. Nach einigen Jahren versuchte er trotzdem, seinen Lebensunterhalt als Zeichner zu verdienen, zunächst in einer kleinen Werbefirma, später mit der Illustration von Schulbüchern und Romanen, Plakaten und Gratulationskarten und auch Bilderbüchern. Nebenher nahm er an einem Fernkurs in Zeichnen teil. Seit Nordqvist 1983 bei einem Kinderbuch-Wettbewerb den ersten Preis gewann, zeichnet er nur noch das, was er wollte, nämlich Kinderbücher. Für sein Gesamtwerk wurde er mit dem Elsa-Beskow-Preis und dem Ann-Marie-Lunds-Encyklopädiepreis ausgezeichnet.

Kundenbewertungen zu "Wo ist meine Schwester?" von "Sven Nordqvist"

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Bewertung von eulenkind aus düsseldorf am 05.06.2009 ***** ausgezeichnet
Voller Vorfreude auf dieses neue Bilderbuch von Sven Nordquist begannen meine Kinder gemeinsam mit mir die Expedition ins Reich der Phantasie. Wir begleiteten den kleinen Mäusejungen und seinen alten, klugen Ballon-Mitfahrer (für unsere Kinder war es der "Opa") auf dem "Weg... , der vielleicht nach Afrika, China oder Grönland führt und vielleicht sogar um die ganze Erde" und halfen ihm eifrig bei der Suche nach seiner Schwester.
Denn: "ganz und gar verschwunden kann sie ja nicht sein." Und tatsächlich, bei sehr genauer Betrachtung kann man sie auf (fast) jedem Bild entdecken!
In diesem Buch stellen Bilder einmal nicht die Illustrationen zu einem Text dar. Eher sind es die Texte, welche die Bilder kommentieren. Nordquist hat sie tatsächlich erst nachträglich geschrieben.
Der Mausebruder erläutert in ihnen die Eigenheiten der Schwester, die immer wieder Hinweise für die Suche liefern.
In seinen Bildern bietet Nordquist ein großes Repertoir: märchenhaft verwunschene Landschaften und Gebäude wechseln mit surrealistisch verfremdeten und perspektivisch unmöglichen. Dabei gibt es unglaublich zahlreiche liebevolle Details und verrückte Einfälle zu bewundern: ein Tischtennismatch gegen einen Frosch, Dosenbier-trinkende Kühe, ein wirklich platzsparender Parkplatz... Und ist das nicht "He-Man", der zwischen nostalgischen Spielsachen drohend sein Schwert erhebt? Gewissermaßen augenzwinkernd beweist Nordquist, dass in der kindlichen Phantasie eben nichts unmöglich ist.
Kinder und besonders auch Erwachsene, die sich gern in ihre Kindheit zurück versetzen und auf dieses Abenteuer einlassen, entdecken in diesem Bilderbuch kindliche Weisheiten, kindlich formuliert und meisterhaft versinn"bildlicht".
Es ist ein Buch, immer neue Betrachtungsweisen bietet.

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