Die Rose von Jericho - Bardill, Linard; Sauvant, Henriette

Linard Bardill Henriette Sauvant 

Die Rose von Jericho

Ein Märchen

Illustrator: Sauvant, Henriette
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Die Rose von Jericho

Es war einmal ein König, der sagte zu seinem Sohn: »Bring mir das Mächtigste auf der ganzen Welt. Suche, was stärker ist als alles andere! Dann bekommst du
mein Reich.«
Der Königssohn macht sich auf, und bald sieht er einen Waldbrand. Groß ist die Kraft des Feuers. Aber ist das Wasser nicht stärker? Und treibt nicht der Wind die Wasserwolken über den Himmel? Ja, aber die Erde bremst den Wind.
Jedes Element hat seine Grenzen. Ratlos und verzweifelt beginnt der Königssohn zu weinen. Seine Tränen fallen auf eine unscheinbare Pflanze, der verdorrte Knäuel entfaltet
ein lebendiges Grün.
Was stark ist, muss anderes nicht verdrängen oder beherrschen. Linard Bardill erzählt von der Reise zu den vier Elementen, die darüber hinaus führt. Und Henriette Sauvant gibt den Elementen eine ungeahnt neue und symbolkräftige Gestalt


Produktinformation

  • Verlag: Atlantis, Orell Füssli
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 32 S. m. zahlr. bunten Bild.
  • Seitenzahl: 28
  • Altersempfehlung: ab 5 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 150mm x 10mm
  • Gewicht: 477g
  • ISBN-13: 9783715205878
  • ISBN-10: 3715205873
  • Best.Nr.: 26359653
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.12.2009

Ich fress dich auf, sagte Max
„Bei den Wilden Kerlen”: Spike Jonze hat aus Maurice Sendaks berühmtem Bilderbuch einen Film gemacht, sein Freund Dave Eggers hat das Drehbuch fortgeschrieben in einen Roman
Der Alex stellt sich gerne quer, er verweigert meistens den Konsens, die Gefolgschaft – selbst wenn man ihm die allerschönsten, die aufregendsten Aufgaben offeriert: „Alexander, willst du dafür zuständig sein, eine neue Sprache zu erfinden?”, fragt Max, der König der Wild Things, und Alexander, das Wild Thing mit dem Ziegenkopf, sagt: „Nein.”
Sie haben nun Namen, die wilden Wesen des Maurice Sendak, aus dem weltberühmten Kinderbuch von 1963, in dem Film, der eben danach gedreht wurde, von Spike Jonze. Nach dem Drehbuch dafür hat Dave Eggers nun ein Buch gemacht – Dave Eggers, der junge Star der amerikanischen Literaturszene, der sich nicht mit dem Schreiben begnügt („Ihr werdet (noch) merken, wie schnell wir sind”, 2002), sondern auch blogt und fürs Kino arbeitet. Man merkt dem Buch die Herkunft an, man spürt die Tausende von Stunden erregter Gespräche über die Natur, die Fallgeschichte, die Traumata und Möglichkeiten jedes …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ganz hingerissen zeigt sich Rezensentin Silja von Rauchhaupt von Linard Bardills und Henriette Sauvants Kinderbuch "Die Rose von Jericho". Die legendenhafte Geschichte um einen Königssohn, der von seinem Vater ausgeschickt wird, das Stärkste auf der Welt zu finden, liest sie als Geschichte, die auf das große Ganze zielt: auf Verwandlung, Wiedergeburt, Auferstehung. Hin und weg ist sie von Henriette Sauvants Illustrationen des Buchs. Sie gerät geradezu ins Schwärmen über Sauvants anspielungsreichen, an die Renaissance erinnernden Malstil. Besonders bewundert sie die reiche Bildersprache der Illustratorin, die voll von Allegorien und Symbolen ist und die Geschichte auf "subtilste Weise" weiterführt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.12.2009

Und dann noch dieses Hermelin!

Symbole soll man nicht erklären, weiß Henriette Sauvant. Also illustriert sie Linard Bardills "Die Rose von Jericho" so listig wie anspielungsreich. Und erschafft dabei ein wunderbares Bilderbuch.

Hier geht es um Erhabenes, ums Wesentliche, die Quintessenz. Diesen Anspruch erhebt schon der aufwendige Einband des Bilderbuches "Die Rose von Jericho" mit seinen in Gold geprägten Symbolen. Auch Linard Bardills legendenhafte Geschichte zielt aufs große Ganze: Ein Königssohn wird von seinem alternden Vater ausgeschickt, das Stärkste zu finden, das es auf der Welt gibt. Er begegnet auf seiner Suche den vier Elementen. Doch nicht Feuer, Wasser, Luft oder Erde bringt der Junge zurück, sondern ein kleines vertrocknetes Bündel: eine Wüstenblume, die lange ohne Wasser auskommen kann, aber aufblüht, wenn sie mit Wasser in Berührung kommt. Dafür sorgen die Tränen des Prinzen, es kommt zu der hygroskopischen Verwandlung, die ihn erkennen lässt, dass diese Blume das Stärkste ist, was zu finden war.

Die Rose von Jericho (Anastatica hierochuntica) gibt es wirklich, und Bardill ist nicht der erste Autor, der eine Legende …

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Hier wird von den Urelementen unserer Welt und des Lebens erzählt. In schlichten, ganz in der Märchentradition bei den Lesern urtümliche Bilder freisetzenden Worten, und in träumerisch-symbolischen Bildern. Es geht, wie in vielen Märchen, um die Suche nach letztem Sinn. Ein Königssohn muss das Stärkste, was es auf Erden gibt, finden, denn nur mit einem angemessenen Machtsymbol ausgestattet, ist er würdig, König zu werden. Als erstes findet er das gewaltige, zerstörende Feuer, doch schnell erkennt er, dass das Wasser, das Feuer zu löschen vermag, stärker ist. Das Wasser wiederum kann durch die Luft ausgetrocknet werden. Wohin aber die luftigen Winde wehen, das bestimmen die Berge der Erde. Wie aber soll der Königssohn die Erde, also letztlich alles, dem Königsvater bringen können? Doch dann entdeckt er im Wüstensand eine Rose. Sie ist der Erde entwachsen, vom Wind angeweht, von wenigen Wasser-Tropfen, sogar nur von Tränen erblühend und dabei wie Feuer flammend und seine Gefühle erweckend. So begreift der Prinz, dass genau dies es ist, was jeden Menschen und deshalb auch den König wirklich stark macht: Der Welt, dem Leben und sich selbst mit Achtsamkeit, Intensität und dem herausfordernden Charakter der Gefühle begegnen zu können. Dies zu lernen, müssen alle in die Welt hinausgehen. Dieses wunderschöne, weise Märchenbilderbuch mit seinen Traumbildern kann seine Leser auf dieser Reise angemessen begleiten. Gabriele Hoffmann (Leanders Leseladen, Heidelberg)
Linard Bardill geboren 1956, wuchs in Graubünden (CH) auf. Gleich nach dem Theologiestudium tauschte er die Kanzel mit der Bühne und wurde zu einem der bekanntesten Schweizer Liedermacher. Zudem ist er Geschichtenerzähler und Autor von Theaterstücken, Drehbüchern sowie Kinderromanen. Linard Bardill hat fünf Kinder und wohnt in Scharans (Graubünden).

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