Gabriele Hoffmann, Harry & Pooh 2007/2008 "Es hatte ein Mann einen Esel ... - es ist wunderbar, dass es noch immer Bücher gibt, die so anfangen und mit einem Ausdruck wie diesem enden: ""... dem ist der Mund noch warm."" Ganz unberührt vom alltäglichen Sprachverfall, doch unmittelbar verständlich lässt die Sprache Bilder entstehen, Bilder, mit denen Kinder in die geheimnisvolle Welt der Literatur eingeführt werden können. Und wenn dann noch so verzaubernde und trotzdem ganz klare und sinnoffene Bilder den Text erhellen und ergänzen wie die von Lisbeth Zwerger, wird Lesen zum nachhaltigen Erlebnis. Das Märchen ist bekannt, doch Zwergers Bilder füllen es mit neuem Sinn: Esel, Hund, Katze und Hahn sind alt und werden nicht mehr gebraucht; hier sieht man es ihnen auch deutlich an: Wie zum Beispiel der Esel kaum noch gerade stehen kann und lieber vom Schlaf im weichen Bett träumt, oder der Hund, der auch träumt, aber eher einen Alptraum, 127 mal 9 Hasen muss er hinterher jagen, und das, obwohl ihm sichtbar das scharfe Augenlicht schon fehlt. Auch die arme Katze wird mit ihrem arglos gewordenen Blick und den stumpf gewordenen Zähnen die vielen Mäuse nicht mehr fangen können. Nur der Hahn scheint noch ganz munter zu krähen, allerdings wird das offensichtlich nicht mehr anerkannt, was auch bei ihm zu wilden Angsträumen führt. Und so reißen die vier aus, schließen sich zusammen, um nach Bremen zu reisen, bis sie unterwegs eine Räuberbande in einem einsamen Haus entdecken. Zwerger hat daraus eine übersättigte, nicht nur vom Alkohol unkommunikativ und langweilig gewordene Tischgesellschaft gemacht, die nicht kann, was die vier Tiere noch bzw. gerade jetzt wollen: einfach genießen. Das weckt ihre Lebensgeister und sie probieren aus, ob sie noch lebendig sind: mit entsetzlichem Geschrei jagen sie die übersättigten Räuber in die Flucht. So wird der Raum frei für die Altersmüden. Das Haus steht wieder bunt, gepflegt und lebendig da, und aus den Fenstern schauen die Tiere zufrieden in eine schöne Welt. Jetzt dürfen sie endlich die Ruhe genießen und ihre schönen Träume leben, vielleicht mit den im Garten abgelegten Musikinstrumenten. Muße ist eben etwas anderes als Langeweile, und Leben etwas anderes als Nutzenmaximierung. Dieses Bilderbuch zeigt, wie schön es sein kann."
Jacob Grimm wurde 1785 in Hanau geboren. Er studierte in Marburg und Paris. Der Germanist arbeitete als Professor in Göttingen, wurde jedoch als Mitverfasser des politischen Protestes der Göttinger Sieben von seinem Amt enthoben. 1841 holte der preußische König Friedrich Wilhelm IV. ihn und seinen Bruder Wilhelm Karl Grimm (1786-1863) als Mitglieder an die Akademie der Wissenschaften nach Berlin. Mit seinen auf eingehender Quellenforschung beruhenden Werken Deutsche Grammatik und Geschichte der deutschen Sprache legte Jacob Grimm die Grundlage der Germanistik. Er bearbeitete die ersten Bände des von ihm und Wilhelm Grimm begründeten Deutschen Wörterbuchs. Gemeinsam mit seinem Bruder und K. Lachmann gilt Jacob Grimm als der eigentliche Begründer der deutschen Philologie. Jacob Ludwig Carl und Wilhelm Karl Grimm sind die bekannten Herausgeber der "Kinder- und Hausmärchen". Jacob Grimm starb 1863 in Berlin.