 | Besprechung von 03.01.2011 |
Kein Ort zum Leben
Die letzten Jahre der Ceausescu-Diktatur in Rumänien
Wer beim Geheimdienst arbeitet, trägt gute Lederschuhe. Das weiß
jeder im Rumänien der Ceausescu-Ära, auch die 16-jährige Agnes. Als
zwei Securitate-Mitarbeiter sie in der Schule abfangen und zum
Verhör in einen Abstellraum bringen, erstarrt sie vor Schreck. Denn
ihr Freund Petre, der heimlich Flugblätter druckt, ist in größter
Gefahr, durch unüberlegtes Handeln trägt sie auch noch Schuld an
seiner Entdeckung. Agnes macht manches falsch, und das ist kein
Wunder. Seit ihre deutschstämmigen Eltern Kronstadt und die einzige
Tochter verlassen haben und in den goldenen Westen geflüchtet sind,
ist sie zutiefst verunsichert. Sie tarnt dies hinter
Kratzbürstigkeit und unbedingter politischer Linientreue; während
sie mit Hass an die abtrünnigen Eltern denkt, widmet sie sich umso
inniger dem Aufbau des sozialistischen Vaterlands.
Doch selbst Agnes Begeisterung bröckelt irgendwann merklich, denn
Rumänien Ende der achtziger Jahre ist wahrlich kein guter Ort zum
Leben. Das wird im Jugendroman
Zusammen allein von Karin
Bruder an vielen Details deutlich – auch wenn die so …
"Zusammen allein ist ein gutes, ein besonderes Buch, (...) vor allem auch, weil das Buch fesselnd und bravourös erzählt ist. Karin Bruders Jugendroman bietet eben mehr als nur das geschichtliches Panorama einer dunklen Zeit, es sind einige Nebenthemen, die das Buch bereichern darunter die Suche eines Mädchens nach der Liebe." (Jugendbuchtipps.de)
Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension
Karin Bruders Jugendroman über die letzten Jahre der Ceausescu-Ära in Rumänien scheint Antje Weber rundum gelungen. Die Geschichte um die 16-jährige Agnes, deren Eltern sich in den Westen abgesetzt haben und deren Freund in die Fänge des staatlichen Unterdrückungsapparats geraten ist, vermittelt für sie ein eindrückliches Bild vom Leben in einer Diktatur, von Hunger, Armut und von der Angst vor dem Geheimdienst. Trotz der bedrückenden Thematik fühlt sich Weber von der Darstellung nicht abgeschreckt. Das liegt für sie vor allem an der "geschliffenen" Sprache des Romans und an der Schilderung aus der Perspektive der jugendlichen Ich-Erzählerin, die auch mit den Problemen erster Liebeserfahrungen und ihrer eigenen tabuisierten Familiengeschichte herumschlagen muss.
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"›Zusammen allein‹ ist ein gutes, ein besonderes Buch, (...) vor allem auch, weil das Buch fesselnd und bravourös erzählt ist. Karin Bruders Jugendroman bietet eben mehr als nur das geschichtliches Panorama einer dunklen Zeit, es sind einige Nebenthemen, die das Buch bereichern - darunter die Suche eines Mädchens nach der Liebe." -- Ulf Cronenberg, Jugendbuchtipps.de 21.08.2010<br/><br/>"Die ungemein lebendige Schilderung des Lebens der Menschen unter dieser grausamen Diktatur und parallel dazu die Familiengeschichte mit der großartigen Figur der vitalen und ungewöhnlichen Großmutter machen den Roman für Jugendliche und Erwachsene lesenswert." -- Hilde Elisabeth Menzel, Süddeutsche Zeitung 03.09.2010<br/><br/>"Wunderbare Figuren hat Karin Bruder ersonnen [...]." -- Ina Hochreuther, Stuttgarter Zeitung 17.11.2010<br/><br/>"Ein spannender und bewegender Teenager-Roman." -- Anja Hartmann, Der Evangelische Buchberater November 2010<br/><br/>"Ein überaus lesenswertes Buch nicht nur für jüngere Leserinnen und Leser." -- Tomas Unglaube, vorwärts.de 22.10.2010<br/><br/>"Wie sich das Leben in einer Diktatur anfühlt, lässt sich in diesem Roman gut nachvollziehen, der auf autobiographischen Erinnerungen beruht." -- Antje Weber, Süddeutsche Zeitung 03.01.2011<br/><br/>"Ein berührender Roman, für Jugendliche ebenso wie für Erwachsene." -- Badische Neueste Nachrichten - Der Sonntag 09.01.2011<br/><br/>"Dabei bleibt der Text in seiner Knappheit vielsagend, unterstützt durch einen ausdrucksstarken, bildhaften Sprachgebrauch." -- Sigrid Kranepuhl-Goeritz, Nordbayerischer Kurier 08.01.2011<br/><br/>"Ein Roman, der mehr über eine Diktatur zu vermitteln vermag als manches Geschichtsbuch." -- Münchner Merkur 29.01.2011<br/><br/>"Karin Bruder braucht keine expliziten und schockierenden Schilderungen. Ihre treffenden, bilderreichen Beschreibungen gehen einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf - eine äusserst gelungene Vermittlung historischer Tatsachen für ein jugendliches Publikum." -- NZZ 02.02.2011<br/><br/>"Der Leser macht die Wandlung von der Uneingenommenheit bis zum Entsetzen mit, die Agnes durchlebt. Dabei kommt der Sprache des Romans eine besondere Bedeutung zu: Je klarer und schnörkelloser die Sätze, desto beklemmender wirkt das, was sie erzählen. Karin Bruder braucht keine expliziten und schockierenden Schilderungen. Ihre treffenden, bilderreichen Beschreibungen gehen einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf - eine äußerst gelungene Vermittlung historischer Tatsachen für ein jugendliches Publikum." -- Anja Knabenhans, Neue Zürcher Zeitung 02.02.2011<br/><br/>"Das Buch verbindet auf einzigartige Weise drei Themen: Politik, die erste große Liebe und eine Familiengeschichte." -- Ute Wegmann, Deutschlandfunk - Bücher für junge Leser 12.02.2011<br/><br/>"Ein starker Roman, der durch die Wucht der Wirklichkeit fesselt." -- Verena Hoenig, Buchjournal Februar 2011<br/><br/>"Als zeitgeschichtlicher Roman seltener Qualität sollte es in keiner (Schul-)Bibliothek fehlen." -- Franz Derdak, 1000 und 1 Buch, Wien Februar 2011<br/><br/>"Packender Jugendroman." -- Angelika Berends, Der Harlinger 11.03.2011
»Die Stärke des Buches liegt in der überzeugenden Verknüpfung von politischer und persönlicher Geschichte.« Anne Fahß, Der rote Elefant November 2011
»Die Stärke des Buches liegt in der überzeugenden Verknüpfung von politischer und persönlicher Geschichte.« Anne Fahß, Der rote Elefant November 2011
Karin Bruder, in Kronstadt/Rumänien geboren, lebt seit 1970 in Deutschland. Sie leitet u. a. Schreibwerkstätten an Schulen und beim Bildungszentrum für politische Bildung Baden-Württemberg. Für das Manuskript zu ›Zusammen allein‹ erhielt sie den Frau Ava Literaturpreis 2007. Karin Bruder lebt in Waldbronn.
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