Wilde Hunde - Zusak, Markus

Markus Zusak 

Wilde Hunde

Ruben Wolfe; Cameron Wolfe. 2 Romane in 1 Band

Übersetzung: Ernst, Alexandra, Plenzdorf, Ulrich
Broschiertes Buch
 
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Wilde Hunde

Die Schilderung des Vorstadtlebens zweier Jugendlicher: authentisch, kraftvoll, poetisch - ein großartiges literarisches VergnügenRuben und Cameron Wolfe leben am Rande. Am Rande Sydneys, am Rande des Wohlstands. In einer Welt der Buchmacher und dubiosen Boxmatches, der Armut und der Arbeitslosigkeit. Als die Brüder das Angebot bekommen, mit illegalen Kämpfen ein paar Dollar zu verdienen, ergreifen sie es. Und sie kämpfen. Für ihre Identität, ihren Stolz und füreinander. Doch dann verliebt sich Cameron - in Octavia, die Freundin von Ruben, das erste Mädchen, das ihn glücklich macht ...

'Durch Zusaks knappe und direkte Sprache und Beschreibungen hört man die beiden Teenager reden und sieht sie vor sich ... Der Leser ist traurig, wenn dieses Buch zu Ende geht.' -- Die Welt

'Eine Liebesgeschichte, in der ein Junge erwachsen wird, die sich nicht nur durch die expressive Sprache von den gängigen Jugendbüchern unterscheidet, sondern auch darin, dass dieses Erwachsenwerden mit einer solch ungewöhnlichen Familiengeschichte verbunden ist.' -- Süddeutsche Zeitung

'Markus Zusak gelang eine großartige Brüder-Saga, ebenso rüde wie zärtlich im Ton, brutal und hoffnungsfroh zugleich.' -- Nürnberger Nachrichten


Produktinformation

  • Verlag: Cbj
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 365 S.
  • Seitenzahl: 368
  • cbj Taschenbücher Bd.40005
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 184mm x 135mm x 36mm
  • Gewicht: 390g
  • ISBN-13: 9783570400050
  • ISBN-10: 3570400050
  • Best.Nr.: 27946532
Durch Zusaks knappe und direkte Sprache und Beschreibungen hört man die beiden Teenager reden und sieht sie vor sich Der Leser ist traurig, wenn dieses Buch zu Ende geht. Die Welt

"Markus Zusak gelang eine großartige Brüder-Saga, ebenso rüde wie zärtlich im Ton, brutal und hoffnungsfroh zugleich."

"Zusaks schlichter und unverblümter Stil wird zerschossen von Ein-, Zwei-, Dreiwortsätzen, die sicher ihr Ziel treffen wie die Schläge und Haken seiner Charaktere im Boxring." (teenreads.com)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 02.12.2008

Mehr als Träume wagen
In Martin Zusacks Jugendroman „Wilde Hunde” suchen zwei Brüder nach ihrem Leben
„Aber manchmal stehe ich auf dem Dach meiner Existenz, mit ausgebreiteten Armen, und wünsche mir mehr. Und dann tauchen die Geschichten in mir auf. Sie finden mich immer und überall. Sie sind aus Underdogs und Kämpfern gemacht. Sie sind aus Hunger gemacht, aus Verlangen und dem Wunsch, anständig zu leben.” Diese Geschichten sind es, die Cameron, der Held in Martin Zusacks Jugendroman Wilde Hunde, dem Leser erzählt. Wilde Geschichten, aus einem ungewöhnlichen Leben am Stadtrand von Sydney.
Im ersten Teil des Buches, der bereits 2005 unter dem Titel Vorstadtfighter erschien und von Ulrich Plenzdorf übersetzt wurde, schildert der Erzähler, wie er zusammen mit seinem Bruder bei Hunderennen und als Kämpfer in einer illegalen Boxertruppe versucht an Geld zu kommen. Die Dramatik dieser Kämpfe bestimmt die Handlung, in der sich die unterschiedlichen Temperamente der Brüder zeigen. Ruben, der strahlende Held, der Fighter und Sieger, dem alles gelingt, dem die Mädchen nachlaufen, und Cameron, der Denker, Zauderer, der viel zu unsicher und schüchtern …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 15.02.2009

TIPPS

Buch. Der junge australische Schriftsteller Markus Zusak hat mit den Romanen "Der Joker" und "Die Bücherdiebin" großes Aufsehen erregt. "Der Joker" schildert einen jungen Mann, dessen Leben aus den Fugen gerät, als er von einem Unbekannten Spielkarten zugeschickt bekommt, die erstaunlich viel mit seiner Situation zu tun haben. Und in "Die Bücherdiebin" erzählt kein Geringerer als der Tod vom Leben und Sterben im Zweiten Weltkrieg. Vor kurzem ist nun ein früherer Roman von Zusak auf Deutsch erschienen, und man merkt "Wilde Hunde" an, dass ein Autor schreibt, der noch längst nicht so routiniert und geschickt ist wie der Verfasser der "Bücherdiebin". Dafür fesselt die Geschichte der beiden Brüder aus schwierigen Verhältnissen, die sich in Schaukämpfen für ein bisschen Geld die Köpfe einschlagen lassen. Der coole Ruben führt dabei das große Wort, sein Bruder Cameron aber ist der Erzähler in diesem Roman. Nur dass irgendwann der gespielte Kampf echt wird und die beiden Brüder, die sonst so fest gegen die ganze Welt (und nicht zuletzt gegen ihre Eltern) zusammenhalten, zu erbitterten Feinden werden.

spre

Markus Zusak: "Wilde Hunde". Verlag cbj, 2008. 14,95 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
Markus Zusak, Jg. 1975, lebt und arbeitet in Sydney, spielt Fußball und schreibt Romane.

Leseprobe zu "Wilde Hunde" von Markus Zusak

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Leseprobe zu "Wilde Hunde" von Markus Zusak

Der Hund, auf den wir setzen wollen, sieht eher aus wie eine Ratte.

"Aber er rennt wie eine gesengte Sau", meint Rube - an den Füßen ausgelatschte Schuhe, aber im Gesicht immer ein Lächeln wie Flanell. Gleich wird er es einschalten. Da ist es schon. Netter Typ, mein Bruder. Ruben Wolfe. Es ist Winter und wir sind am Boden, wie immer. Wir stehen zuunterst auf der offenen, staubigen Tribüne. Ein Mädchen trippelt vorbei. Ich denke: Jesus! Rube sagt es: "Jesus!"

Und das ist der ganze Unterschied zwischen uns beiden, während wir ihr durchatmend nachsehen, beide ganz bei der Sache, beide voller Verlangen.

Mädchen wie dieses sind nicht gerade die Regel beim Hunderennen.

Die Mädchen, die man hier normalerweise zu sehen kriegt, sind entweder kettenrauchende Zwergmäuse oder kuchenmampfende Pferdeärsche. Oder biersaufende Schlampen.

Diese eine ist ein seltener Vogel. Ich hätte auf sie gesetzt, wenn sie gelaufen wäre. Sie ist fantastisch. So bleibt mir nichts als die normale Säuernis, wenn ich Beine sehe, die ich nicht anfassen kann, Lippen, die nicht für mich lächeln, Hüften, die nicht für mich schaukeln. Und Herzen, die nicht für mich schlagen.

Ich stecke meine Hand in die Tasche und hole einen Zehner raus, um mich abzulenken.

Es kann zwar nichts schaden, ab und zu einen Blick auf ein Mädchen zu werfen, führt aber immer nur zu Verletzungen. Ein einziger Blick von Weitem - schon tun dir die Augen weh. Alles, was du dagegen tun kannst, ist, irgendwas zu sagen wie: "Setzen wir dieses Geld jetzt, Rube, oder was?"

An diesem grauen Tag in dieser herrlichen, lüsternen Stadt, in der wir zu Hause sind.

"Rube?", frage ich also.

Stille.

"Rube?"

Wind. Rollende, leere Büchsen. Ein paar Kerle hinter uns qualmen und rotzen vor sich hin.

"Rube, setzen wir jetzt oder nicht?"

Ich boxe ihn auf den Arm. Mit der Rückhand.

Jetzt sieht er mich an und grinst.

"Okay", sagt er, und wir sehen uns nach jemand um, der für uns setzt.

Jemand über der Altersgrenze. Normalerweise kein Problem hier. Irgendwelche alten Schlaffis, denen die Ritze hinten halb aus der Hose guckt, finden sich dafür immer. Meistens wollen sie allerdings Prozente, wenn der Köter gewinnt, auf den wir gesetzt haben. Obwohl uns keiner der Kerle mehr finden würde, wenn wir das wollen. Andererseits haben wir auch nicht viel Spaß daran, diese armen alten Bitte-hilf-mir-Alkoholiker über die Nudel zu schieben. Auch wenn es sie nicht gerade umgebracht hätte. Aber schließlich soll doch jeder profitieren... Der Witz ist nur, es ist noch nie passiert, wir haben noch nie was gewonnen.

"Come on!" Ruben steht auf und wir gehen los - ich die Mädchenbeine im Blick. Ich denke: Jesus. Ruben sagt: "Jesus." Aber er meint nicht das Mädchen. Am Wettschalter gibt es ein kleines Problem - Cops! Was du Scheiße machen die Cops hier, denke ich. "Was du Scheiße machen die Cops hier", sagt Ruben. Nicht dass ich Cops hasse. In Wahrheit tun sie mir sogar immer ein bisschen leid. Diese abartigen Hüte! All dieses lächerliche Cowboygebammel um ihre Hüften! Und dass sie gleichzeitig taff und zugänglich sein sollen, und dazu immer mit Schnurrbart (die Männer), damit es aussieht, als wenn sie irgendwas zu sagen haben. Und all die Chin-ups und Sit-ups, die sie auf der Polizeischule machen müssen, bevor sie die Lizenz kriegen, sich wieder einen Bauch zulegen und den Leuten erzählen zu dürfen, dass auch in ihrer Familie einer bei einem Autounfall zermantscht worden ist. Meine Liste ist noch länger, also höre ich lieber von selbst auf. "Sieh dir mal den Bullen mit dem Hotdog an", sagt Ruben und deutet zum Schalter.

Es interessiert ihn offenbar überhaupt nicht, dass die beiden Cops hier rumhängen wie ein schlechter Geruch. Im Gegenteil. Er geht direkt auf den mit dem Schnurrbart zu, der gerade das Teil mit Soße in sich reinschiebt. Der andere Cop ist eine Frau, eine brünette, die langen Haare unter ihre Mütze gesteckt. (Bis auf ein paar Fransen über den Augen, die wohl verführerisch wirken sollen.) Wir stehen vor ihnen und es fängt an.

Ruben L. Wolfe: "Wie geht's denn heute so, Constable?"

Der Cop mit dem Fastfood: "Nicht schlecht, Kumpel, und dir?"

Rube: "Ist er gut, der Fraß?"

Cop, den Fraß verschlingend: "Ist er, Kumpel. Spaß dran zuzusehen?"

Rube: "Und wie! Was kostet die hier?" Cop, immer schluckend: "Dollar achtzig." Rube, lächelnd: "Das ist glatter Nepp." Cop, abbeißend: "Ich weiß."

Rube, jetzt breit grinsend: "Sie sollten die hochnehmen dafür."

Cop, mit einem Klecks Soße auf der Unterlippe: "Vielleicht. Oder dich."

Rube, während er auf den Klecks Soße zeigt: "Und wofür?"

Cop, während er die Soße wegwischt: "Ganz klar für Klugscheißerei."

Rube, während er sich demonstrativ im Schritt kratzt und mit dem Kinn auf die Frau zeigt: "Und wo hast du die aufgegabelt?"

Cop, jetzt auch witzelnd: "In der Kantine."

Rube, während er sich immer weiter kratzt: "Für wie viel?"

Cop, während er mit seinem Hotdog fertig wird: "Dollar sechzig."

Rube "Das ist Nepp."

Cop, sich straffend: "Sieh dich vor!"

Rube, während er sein Flanellhemd und die Hose glatt zieht: "Haben sie für die Soße extra was verlangt?"

Cop, spielt den Verlegenen: "Nichts."

Rube: "Wirklich?"

Cop: "Na ja, zwanzig Cent."

Rube: "Zwanzig Cent! Für Soße?"

Cop, anscheinend sauer auf sich selbst: "Ich weiß." Rube, ernst und ehrlich, oder jedenfalls eines von beidem: "Das hätten Sie verweigern sollen, aus Prinzip. Haben Sie denn keine Selbstachtung?" Cop: "Was willst du eigentlich von mir?" Rube: "Nichts. Gar nichts." Cop: "Sicher?"

In dem Moment fangen die Frau und ich an, betretene Blicke zu wechseln. Ich überlege, wie sie wohl ohne Uniform aussieht, nur in Unterwäsche. Rube beantwortet die Frage der Cops: "Sicher, Sir. Ich hab ganz und gar nichts vor. Mein Bruder und ich sind gerade dabei, diesen wundervollen grauen Tag in dieser herrlichen Stadt zu genießen. Und den schnellen Tieren im Stadion zuzusehen, wie sie ihre Runden drehen." Ein Showstar, mein Bruder. Voll Müll. "Ist das ein Verbrechen, Sir?" Cop, fertig mit Essen: "Und warum quatschst du uns so voll?"

Seine Begleiterin und ich sehen uns an.

Kundenbewertungen zu "Wilde Hunde" von "Markus Zusak"

3 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.7 von 5 Sterne bei 3 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(2)
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
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Bewertung von callunaful am 09.05.2011 ***** sehr gut
Hinten auf dem Klappentext steht folgendes: "Ruben und Cameron Wolfe sind Brüder, Freunde, Vorstadtfighter. Jede Nacht geben sie bei illegalen Boxkämpfen alles - für ein paar Dollar, für ihren Stolz und füreinander. Bis sie sich in dasselbe Mädchen verlieben und zu Gegnern werden, im Ring wie in der Liebe."
Glaubt diesem Klappentext nicht, er lügt! Und ich frage mich ernsthaft wer das geschrieben hat und ob er das Buch wirklich gelesen hat...
Zuersteinmal muss erwähnt werden, dass in diesem Buch zwei Geschichten zusammengefasst werden.
Die erste Geschichte: Ruben Wolfe
Es geht tatsächlich um illegale Boxkämpfe, in die die beiden Brüder Cameron und Ruben Wolfe verwickelt werden. Allerdings ist dies nicht das essentielle an der ganzen Geschichte. Zumal sie nicht jede Nacht illegal boxen, sondern immer nur Sonntags. Und obwohl sie Brüder sind, sind beide total unterschiedlich. Ruben gewinnt jeden Kampf, Cameron eher selten. Eines Tages stehen sie sich tatsächlich im Ring gegenüber, aber nicht als Gegner, wie im Klappentext beschrieben, sondern als Brüder.. Boxen interessiert mich absolut gar nicht und ich hätte es vermutlich auch nicht gelesen, wenn es nicht von Markus Zusak wäre. Und ich bin eigentlich ganz froh, dass ich es doch getan habe. Denn meiner Meinung nach geht es hier gar nicht ums boxen, sondern ums kämpfen!
Die zweite Geschichte: Cameron Wolfe
Cameron verliebt sich tatsächlich in das Mädchen, mit dem Ruben zusammen ist. Allerdings sind sie auch hier keine Gegner, sondern Brüder! Es herrscht keine Feindschft unter den Brüdern, auch wenn Ruben sich ständig mit seinen Brüdern vergleicht und sich selbst für einen Versager hält. Diese Geschichte ist etwas langatmig. Denn hier passiert kaum etwas. Es geht tatsächlich um die Gefühls- und Gedankenwelt von Ruben und wie er zu sich selbst findet. Das haut aber die Sprache und der Schreibstil wieder raus.
"Er hat mich mit seiner Sprache maßlos beeindruckt." (Cornelia Funke über Markus Zusak). Oja, und mich auch!
Insgesamt sollte man bei diesem Buch keine herausragende Unterhaltung erwarten, sondern sich einfach von den Worten und der Sprache von Markus Zusak mitreißen lassen...
"Es gibt so viele Momente, an die man sich erinnert, und manchmal glaube ich, dass wir gar keine Menschen sind.
Vielleicht sind wir nur Momente.
Momente der Schwäche, der Stärke.
Momente der Rettung, der Ganzheit."

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Bewertung von König Gras aus Burg am 05.08.2010 ***** ausgezeichnet
Ruben ist ein Loser. Er hat in seinem Leben bisher kaum etwas erreicht bis er und sein älterer Bruder Cameron das Angebot bekommen illegal an Boxkämpfen teilzunehmen und damit etwas Geld zu verdienen. Überglücklich nehmen die beiden Brüder an und begeben sich damit in ein Abenteuer, das sie zu entzweien droht. Denn während Cameron jeden Kampf gewinnt, ist Ruben, wie vorher auch nur am Verlieren.
Ein extrem gut geschriebenes Buch, das eine Person mit der sich viele identifizieren können auf eine Reise zur Selbstfindeung schickt. Insgesamt eine Meisterleistung, die für jeden empfehlenswert ist-

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2 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Luca.Henninger aus 90431 Nürnberg am 05.01.2009 ***** ausgezeichnet
Das Buch ist sehr spanend zum Teil Witzig geschrieben, und hat mich sehr beeindruckt.

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