Schuhhaus Pallas - Fried, Amelie

Amelie Fried 

Schuhhaus Pallas

Wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte

Unter Mitarb. v. Peter Probst
Broschiertes Buch
 
2 Kundenbewertungen
**** ausgezeichnet
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Schuhhaus Pallas

Ein Buch für alle, die sich mit dem Schweigen nicht abfinden wollen. Amelie Fried schreibt die eigene Familiengeschichte in der NS-Zeit auf.

Amelie Fried auf den Spuren ihrer Familiengeschichte in der NS-Zeit. Frieds Großvater lebte als Jude und Österreicher in Ulm und besaß dort das Schuhhaus Pallas. Nach 1933 gerät er ins Visier der Nationalsozialisten: Nahe Verwandte des Großvaters werden im KZ ermordet. Er selbst überlebt nur durch einen unglaublichen Zufall. Nach dem Krieg führt die Familie wieder ihr gutbürgerliches Ulmer Leben. Amelie Frieds Vater wird der große Zeitungsverleger seiner Heimatstadt - trotzdem schweigt dieser Mann des Wortes sein Leben lang über die Nazizeit. Warum, das unter anderem versucht seine Tochter in diesem Buch zu ergründen. Sie selbst musste nach ihrer Familiengeschichte erst forschen. Sie erzählt sie, weil ihre eigenen Kinder sie erfahren sollen - sie und alle anderen, die wissen wollen, was damals gewesen ist.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2010
  • erw. Neuausg.
  • Ausstattung/Bilder: erw. Neuausg. 2010. 199 S. m. Fotos u. Doks.
  • Seitenzahl: 199
  • dtv Taschenbücher Bd.62464
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 135mm x 18mm
  • Gewicht: 216g
  • ISBN-13: 9783423624640
  • ISBN-10: 3423624647
  • Best.Nr.: 29743849
"Die aus Dokumenten und Gesprächen Stück für Stück rekonstruierte Geschichte lässt die Vergangenheit lebendiger werden, als ein historischer Roman es vermöchte. Denn die Spurensuche fördert keine Widerstandsgeschichte zutage, auch keine Täter- oder Mitläufergeschichte. Der Kampf um das Schuhhaus Pallas zeigt vielmehr die moralische Komplexität des Lebens unter den Nazis." Sieglinde Geisel, Neue Zürcher Zeitung, 02.04.08 "Ein gelungenes Familienporträt, das exemplarisch für viele Menschen und deren Schicksale in der Zeit des Nationalsozialismus steht. Geschrieben für ihre eigenen Kinder und alle, die nicht vergessen wollen." Brigitte, 09.04.08 "Ich freue mich über das Buch von Amelie Fried. Ihr gelingt es, abstrakte Geschichte und Begriffe greifbar zu machen. Ein eindrucksvolles Zeugnis des Widerstandes, der menschlichen Selbstbehauptung in unmenschlicher Zeit." Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, 29.02.08 "Ein Bericht und ein Hörbuch, die geeignet sind, um Fragen anzuregen. Was will man mehr?" Hans ten Dornkaat, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 09.03.2008 "Eins der wichtigsten Bücher 2008!" Bianca Wenzel, Literaturreport, 14.05.2008 "Eine so dramatische wie erschütternde Familiengeschichte - Amelie Fried hat sie sachlich und behutsam aufgeschrieben. Der Spiegel, 21.07.08

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Sieglinde Geisel stellt zwei Jugendbücher vor, die sich mit den moralischen Abgründen des Lebens in der Nazizeit beschäftigen. Amelie Frieds Buch über die eigene Familiengeschichte, in deren Zentrum das Ringen der Großeltern um den Erhalt des familieneigenen Schuhgeschäfts und damit einhergehend eine lange verschwiegene Schuld steht, findet die Rezensentin packender und lebensnäher als ein historischer Roman je hätte sein können. Fried, die durch intensive Recherche ein Familiengeheimnis aufdeckt, lässt die Nazivergangenheit in ihrem Buch greifbar werden, lobt Geisel. Dabei habe sie nicht etwa eine weitere Geschichte über Widerstand, Täterschaft oder Mitläufertum geschrieben, sondern eine Spurensuche zur "moralischen Komplexität" des Lebens während des Nationalsozialismus vorgelegt, so die Rezensentin beeindruckt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.03.2008

Darüber reden
Spurensuche: Amelie Frieds Familiengeschichte

Jedesmal, wenn in Amelie Frieds Elternhaus von der Nazizeit gesprochen wurde, verließ der Vater, Zeitungsverleger und Theaterkritiker in Ulm, den Raum. Seine Kinder wagten nicht zu fragen, wie er als Sohn eines jüdischen Kaufmanns die zwölf Jahre des Dritten Reichs überstanden hatte. An den Großvater erinnerten sie sich kaum.

Durch Zufall erfuhr Amelie Fried von näheren Familienangehörigen, die in Auschwitz ermordet wurden: Ihr Mann, der Drehbuchautor Peter Probst, stieß auf ihre Namen. Erschrocken, auch beschämt, entschloss sie sich, nicht länger wegzusehen, sondern die Geschichte ihrer Familie zu erforschen. Sie suchte nach amtlichen Schreiben, Briefen, Ausweisen, machte aber auch Ulmer Mitbürger ausfindig, die ihre Familie verfolgt und verstoßen hatten, in ihrem Buch ist sogar ein Foto des Polizeidirektors, der verantwortlich war für die Ausschreitungen gegen die Großeltern und ihr Schuhgeschäft - der Großvater hatte sich vergeblich dagegen gewehrt. Nur wenige Freunde hielten zu den Frieds. Nach dem Krieg lebten die meisten Deutschen weiter, als sei nichts geschehen. …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.03.2008

Verborgene Geschichte
Die Scham, Opfer gewesen zu sein und überlebt zu haben
Was bedeutet es für die Kinder und Enkel, wenn über die Familiengeschichte nicht gesprochen wird, wenn Eltern und Großeltern die Zeit des Nationalsozialismus und des Krieges einfach ausblenden – weiße Flecken in ihren Biographien. Wenn diese Nachkommen der zweiten und dritten Generation, wie die Autorin Amelie Fried, fast durch Zufall entdecken, warum in ihrer Familie bestimmte Fragen nicht beantwortet wurden. Dass ihr Großvater als österreichischer Jude, Besitzer des Schuhgeschäfts Pallas in Ulm, seit 1933 um die wirtschaftliche Existenz seiner Familie und später um sein Leben kämpfen musste. Dass ihr Vater, der für die Ulmer Tageszeitungen arbeitete, als „Halbjude” Berufsverbot bekam, aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen wurde und 1944 zur Zwangsarbeit in einem Außenlager von Buchenwald gezwungen wurde, verschweigt die Familie nach dem Krieg. Der Großvater ist längst wieder Besitzer des Schuhgeschäftes und angesehener Bürger der Stadt, ebenso wie der Vater, der als Herausgeber und Kulturredakteur der Schwäbischen Donauzeitung arbeitet.
Es ist die Scham, …

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"Die aus Dokumenten und Gesprächen Stück für Stück rekonstruierte Geschichte lässt die Vergangenheit lebendiger werden, als ein historischer Roman es vermöchte. Denn die Spurensuche fördert keine Widerstandsgeschichte zutage, auch keine Täter- oder Mitläufergeschichte. Der Kampf um das Schuhhaus Pallas zeigt vielmehr die moralische Komplexität des Lebens unter den Nazis." Sieglinde Geisel, Neue Zürcher Zeitung, 02.04.08 "Ein gelungenes Familienporträt, das exemplarisch für viele Menschen und deren Schicksale in der Zeit des Nationalsozialismus steht. Geschrieben für ihre eigenen Kinder und alle, die nicht vergessen wollen." Brigitte, 09.04.08 "Ich freue mich über das Buch von Amelie Fried. Ihr gelingt es, abstrakte Geschichte und Begriffe greifbar zu machen. Ein eindrucksvolles Zeugnis des Widerstandes, der menschlichen Selbstbehauptung in unmenschlicher Zeit." Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, 29.02.08 "Ein Bericht und ein Hörbuch, die geeignet sind, um Fragen anzuregen. Was will man mehr?" Hans ten Dornkaat, Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 09.03.2008 "Eins der wichtigsten Bücher 2008!" Bianca Wenzel, Literaturreport, 14.05.2008 "Eine so dramatische wie erschütternde Familiengeschichte - Amelie Fried hat sie sachlich und behutsam aufgeschrieben. Der Spiegel, 21.07.08

"Amelie Fried erzählt eine im Wortsinn tragische, erschütternde, bittere Familiengeschichte."
Amelie Fried, geboren 1958, moderierte nach ihrem Studium zahlreiche Fernsehsendungen, darunter "Live aus dem Alabama", "Live aus der Alten Oper", "Stern-TV" und "Kinderella". Von 1998 bis 2009 war sie Gastgeberin der Talkshow "3 nach 9". Sie wurde mit dem Grimme-Preis, dem Telestar-Förderpreis und dem Bambi ausgezeichnet. Ihre beiden ersten Romane wurden auf Anhieb zu Bestsellern. Für ihre Kinderbücher erhielt sie viele Auszeichnungen, darunter den "Deutschen Jugendliteraturpreis". Die Autorin lebt mit ihrer Familie bei München.

Kundenbewertungen zu "Schuhhaus Pallas" von "Amelie Fried"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
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***** schlecht
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Bewertung von Xirxe aus Hannover am 03.09.2011 ***** sehr gut
Völlig überraschend erfährt Amelie Fried, dass Mitglieder der Familie ihres Vaters während des III. Reiches im KZ umgekommen sind. Da ihr Vater bereits verstorben ist, macht sie sich auf die Suche nach weiteren Informationen. Bei ihren Recherchen trifft sie auf Verwandte, die sie bisher nur vom Hörensagen kannte und muss feststellen, dass sie über das Leben ihres Vaters wie auch seiner Familie im III. Reich kaum etwas wusste. Stück für Stück arbeitet sie sich voran, spricht mit noch lebenden Zeitzeugen, fordert Auskünfte ein von staatlichen Stellen, und nach und nach erhält sie ein Bild davon, was ihre Verwandten damals erleiden mussten.
Es ist kein Roman oder keine Biographie im herkömmlichen Sinne. Amelie Fried schildert recht detailliert, wie sie sich um Informationen bemühte und diese erlangte und präsentiert sie dann größtenteils im Originalton, immer im direkten Bezug zu ihrer Familie. Zeitungsartikel, amtliche Verlautbarungen, Rechtsanwaltsschreiben - es ist mehr eine Dokumentation als eine erzählte Historie. Obwohl dieser Teil der deutschen Geschichte sicherlich kaum jemandem unbekannt ist, bleibt der Bericht spannend und vor allem berührend. Denn man erlebt unmittelbar mit, wie aus unpersönlichen Vorgängen plötzlich Menschen aus Fleisch und Blut werden. Die Autorin trägt ihr Buch selbst vor und man glaubt zu spüren, wie nahe ihr das Ganze ging und vermutlich noch geht.
Wer eine durchgängige Familienchronik hören möchte, dürfte enttäuscht werden von diesem Hörbuch. Alle anderen werden jedoch miterleben, wie aus dürren Zahlen, Akten u.ä. eine wahre Familiengeschichte entsteht - ein Stück Zeitgeschichte.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD

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Bewertung von Sara aus Würzburg am 26.03.2008 ***** ausgezeichnet
Amelie Fried veranschaulicht die grausamen Taten der Nationalsozialisten anhand eines konkreten Beispiels: Ihrer Familie. In direktem Zusammenhang steht dabei das Schuhhaus Pallas, das ein weiterer Kernaspekt ihrer Recherche ist. Der Schreibstil lässt auf hohes literarisches Feingefühl deuten, die Thematik ist zeitlos; ein Buch, das für jeden zu empfehlen ist.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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