Ich wünschte, ich könnte dich hassen - Christopher, Lucy

Ich wünschte, ich könnte dich hassen

Ausgezeichnet mit dem Branford Boase Award 2010

Lucy Christopher 

Übersetzung: Beate Schäfer
Broschiertes Buch
 
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Ich wünschte, ich könnte dich hassen

Du hast mich zuerst gesehen. Auf dem Flughafen, an jenem Tag im August. Dein intensiver Blick, noch nie hat mich jemand so angeschaut. Ich hab dir vertraut. Dann hast du mich entführt. Raus aus meinem Leben, weg von allem, was ich kannte. Hinein ins Nirgendwo, in Sand und Hitze und Dreck und Gefahr. Du hast geglaubt, dass ich mich in dich verliebe. Und dort im Nirgendwo, in Sand und Hitze und Dreck und Gefahr, hab ich mich in dich verliebt. Doch ich wünschte, ich könnte dich hassen.
Die Geschichte einer Entführung - sensibel, verstörend, dramatisch.


Produktinformation

  • Deutsch
  • Abmessung: 198mm x 130mm x 35mm
  • Gewicht: 462g
  • ISBN-13: 9783551520081
  • ISBN-10: 3551520089
  • Best.Nr.: 29910716

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Lucy Christopher erzählt in ihrem Buch "Ich wünschte, ich könnte dich hassen" von der Entführung der 16-jährigen Londonerin Gemma durch den sehr viel älteren Ty, der das Mädchen vor den Verführungen und Missständen der Großstadt bewahren will, erzählt Rezensentin Heidi Strobel. Ty versteckt Gemma in einem Holzhaus in der australischen Wüste, und dort lernt Gemma, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt ist, ihren Entführer so gut kennen, dass sie anfängt, ihm eine gewisse Zuneigung entgegenzubringen. Die Rezensentin findet das manchmal arg "plakativ" erzählt, doch lobt sie auch die einfühlsame Beschreibung der verwirrten Gefühle Gemmas.

© Perlentaucher Medien GmbH

"In der Jugendliteratur ist diese Geschichte einzigartig. Die Umsetzung der zwischen Hass und Zuneigung wechselnden Gefühle Gemmas für ihren Entführer lässt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr los. ... Das Buch gewinnt eine Intensität, die stellenweise kaum zu ertragen ist." Bulletin Jugend & Literatur, Begründung der Eule des Monats Februar 2011 "Eine grandiose Geschichte mit wunderbaren Naturschilderungen und einem überraschenden Schluss, der einen auch lange nach dem Lesen so schnell nicht mehr loslässt." Gießener Allgemeine "Christopher (beschreibt) die einzelnen Stationen dieser ambivalenten Beziehung ... atmosphärisch überzeugend." Frankfurter Allgemeine Zeitung "Kein Motiv (bleibt) Selbstzweck; alles geht auf in einem Leseabenteuer, das nachdenklich macht." Kölnische Rundschau "Ein ungewöhnliches Romandebüt." Luzerner Rundschau "Die in Briefform geschriebene Geschichte einer Entführung nimmt auch den Leser in Geiselhaft. Entkommen? Unmöglich!" Focus Schule

Lucy Christopher erzählt in ihrem Buch "Ich wünschte, ich könnte dich hassen" von der Entführung der 16-jährigen Londonerin Gemma durch den sehr viel älteren Ty, der das Mädchen vor den Verführungen und Missständen der Großstadt bewahren will, erzählt Rezensentin Heidi Strobel. Ty versteckt Gemma in einem Holzhaus in der australischen Wüste, und dort lernt Gemma, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt ist, ihren Entführer so gut kennen, dass sie anfängt, ihm eine gewisse Zuneigung entgegenzubringen. Die Rezensentin findet das manchmal arg "plakativ" erzählt, doch lobt sie auch die einfühlsame Beschreibung der verwirrten Gefühle Gemmas.

© Perlentaucher Medien GmbH
Lucy Christopher wurde 1981 in Wales geboren und wuchs in Australien auf. Bis zum Hauptstudium lebte sie in Melbourne. Nachdem sie sich als Schauspielerin, Kellnerin und Wanderführerin versucht hatte, zog sie nach England und machte ihren Magister in Kreativem Schreiben. Heute unterrichtet sie an der Bath Spa University.

Kundenbewertungen zu "Ich wünschte, ich könnte dich hassen"

11 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.2 von 5 Sterne bei 11 Bewertungen   sehr gut)
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Bewertung von Steffi am 17.11.2013   sehr gut
Ein klasse Buch über einen leicht verwirten und gestörten Jungen, der ein Mädchen raubt.
Man könnte sich gut in die Figuren einfühlen und litt richtig mit.

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Bewertung von chatty68 aus Bretten am 21.08.2013   gut
Wahrscheinlich bin ich mit zu hohen Erwartungen an das Buch gegangen. Ich fand die Geschichte nichtssagend, stellenweise unglaubwürdig, naiv und teilweise auch etwas weltfremd. Die ganze Zeit habe ich mich gefragt, ob der Autorin bewusst war, dass die Charakteren so verschwommen wirken. Eigentlich sollte man doch erwarten, dass da ein bisschen mehr Abstand (zumindest zu Beginn der Entführung) zwischen Entführer und Opfer ist. Irgendwie dümkelt die Geschichte einfach nur so vor sich hin. Man liest und liest, aber eigentlich steht da nicht wirklich etwas.

Das Buch erhält von mir 3 Sterne, weil ich die Thematik sehr gut finde, leider hinkt die Umsetzung

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Bewertung von http://gottagivethembooks.wordpress.com am 21.09.2011   ausgezeichnet
Auf eine Zusammenfassung des Inhalts möchte ich ausnahmsweise verzichten, weil der Klappentext schon alles sagt.

Mit „Ich wünschte, ich könnte Dich hassen“ legt Lucy Christopher ein sehr überzeugendes Debut vor. Es ist ein Roman in Briefform – geschrieben von Gemma an Ty, ihren Entführer. Ab der ersten Zeile hat mich die Geschichte der Beiden in ihren Bann gezogen und mich atemlos in einem Rutsch bis zur letzten Seite durchlesen lassen.

Befürchtete ich anfangs noch, ich käme mit der Briefform nicht zurecht, wurde sehr schnell klar, dass die Autorin genau den richtigen Weg gewählt hat um Gemma und Tys gemeinsame Geschichte zu erzählen. Man kommt beiden unglaublich nah und man begreift einmal mehr: die Welt besteht nicht nur aus schwarz und weiß. So ist Ty nicht nur Täter sondern auch Opfer und mein Empfinden für Recht / Unrecht wurde auf beinahe jeder Seite neu auf die Probe gestellt.

Der Roman entwickelt in sehr kurzer Zeit eine spannende Dynamik, die gut zu der erzählten Geschichte passt. Stehen am Anfang noch Angst und Hoffnungslosigkeit im Vordergrund mischen sich im Laufe der Zeit beim Leser, genauso wie bei Gemma, immer mehr andere Gefühle wie Faszination, Verständnis und auch Zuneigung dazwischen. Und auch wenn man es sicher bei der Thematik nicht erwartet, habe ich schon das ein oder andere Mal sehr grinsen müssen.

Selbst die zum Teil recht ausführlichen Beschreibungen des Australischen Outbacks haben mich nicht gelangweilt (das passiert mir bei Umgebungsbeschreibungen sonst recht schnell) und es gab keine Längen.

Absolut glaubhaft und völlig kitschfrei wird eine (Liebes-?)Geschichte erzählt, die so komplex ist, dass sie sich unmöglich in 368 Seiten stecken lässt und deshalb im Kopf des Lesers weiter gesponnen werden muss. Es ist kein Buch, nach dem man sich gut fühlt. Kein Buch, das man weglegt und vergisst.

Lediglich das Cover spricht mich nicht besonders an und mich hätte ein kleiner Hinweis darauf (wie auch bei der englischen Originalausgabe geschehen), dass es sich um einen Roman in Briefform handelt, gefreut.

„Ich wünschte, ich könnte Dich hassen“ hat mich sprach- und ratlos gemacht. Es hat mich betroffen gemacht und mich tief berührt. 5 Sterne dafür und die Aufforderung an Lucy Christopher bitte sehr bald für Nachschub zu sorgen.

Zitate:

Ich spitze angestrengt die Ohren, um das Brummen eines Motors aufzuspüren, lauschte auf ein Auto oder ein Flugzeug, das näher kam. Ich staunte, als mir klar wurde, dass ich mich nach einer Autobahn sehnte. Aber ich hörte nie irgendwas. Es war verrückt, wie still es hier war. Daran war ich nicht gewöhnt. Ein paar Tage überlegte ich sogar, ob ich einen Hörschaden hätte. Es kam mir vor, als wären alle Geräusche, die mir vertraut waren, einfach abgetrennt und weggeschmissen worden. Im Vergleich zu dem Lärm, der einen in London bombardierte, gab mir die Wüste das Gefühl, taub zu sein. (Seite 59)

Ich war fest entschlossen, nicht aufzugeben. Mir war klar, dass alles zu Ende wäre, wenn ich das tat. Wenn ich aufgab, war ich so gut wie tot. (Seite 60)

Er war so groß, dieser Ausblick, unvorstellbar groß. Ich werde mich nie mehr wirklich an ihn erinnern können. Wie soll man sich an etwas so überwältigend großes erinnern? Ich glaube, das Gehirn normaler Menschen ist für Erinnerungen dieser Art nicht geschaffen. (Seite 65)

„Die Menschen lieben, was ihnen vertraut ist.“ „Nein.“ Du schütteltest den Kopf. „Die Leute sollten das lieben, was ihre Liebe braucht. Damit sie es retten können.“ (Seite 266)

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Bewertung von Kristin Friedrich aus Hof am 25.07.2011   sehr gut
Für die sechzehnjährige Gemma wird ein Alptraum wahr. Sie wird an einem Flughafen betäubt und nach Australien in die tiefste Einöde entführt. Weit und breit ist nichts außer Sand, Hitze und Dreck. Das Mädchen total verzweifelnd und wütend. Doch es scheint keinen Ausweg zu geben... Doch dann beginnt sich das Blatt zu wenden. Sie lernt nämlich ihren Entführer mit den wunderschönen Augen näher kennen und sie beginnt sich in ihn zu verlieben. Doch wie kann ein Opfer seinen Täter lieben?
Das alles rückt in den Hintergrund, als die Geschichte eine dramatische Wendung nimmt...

Schon beim Titel und Klappentext war ich sehr neugierig auf das Buch. Man kann schon erahnen, dass sich hier eine sehr interessante Geschichte versteckt. Und ich für meinen Teil wurde nicht enttäuscht. Meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen!

Am Anfang war es durch den ungewöhnlichen Schreibstil sehr schwer für mich in die Geschichte reinzukommen. Die Erzählperspektive ist aus der Sicht von Gemma. Allerdings spricht sie nicht den Leser an, sondern den Täter. Diese Du-Form ist sehr gewöhnungsbedürftig. Wenn man allerdings ein paar Seiten gelesen und sich in die Handlung eingefunden hat, merkt man das gar nicht mehr. Man hat das Gefühl dieser Schreibstil muss so sein und kann sich das gar nicht anders vorstellen.

Der Verlauf der Geschichte ist sehr fesselnd. Man möchte als Leser so einige Dinge erfahren. Warum wurde Gemma entführt? Kann sie sich befreien? Wer ist Ty wirklich? Und warum hat er sich ausgerechnet dieses Mädchen ausgesucht? Aus welchem Grund entwickelt sie Sympathie für ihren Entführer? Ist er wirklich böse? Sind solche Menschen nicht eigentlich gewalttätig?

Für mich war "Ich wünschte, ich könnte dich hassen" etwas völlig neues. Die Charakter und die Gefühle waren sehr realistisch und nachvollziehbar beschrieben. Ich konnte Gemmas Ängste und ihre Aggressionen von Anfang an nachempfinden. Und irgendwie wurde mir sogar auf unerklärlicher Weise nach einiger Zeit Ty immer sympathischer.

Das Jugendbuch von Lucy Christopher hat mich persönlich nicht mehr losgelassen und ich war nach anfänglichen Schwierigkeiten richtig begeistert von der Geschichte. Ich habe hier einen typischen All-Age-Roman in den Händen gehalten. Ich kann mir einfach vorstellen, dass der Roman jeden begeistern kann, egal welches Alter der Leser hat.
Ich spreche hier ganz klar eine Leseempfehlung an alle aus, die mal eine komplett andere Geschichte über eine wohl sehr ungewöhnliche Entführung lesen möchten. Beide Daumen hoch!

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Bewertung von Bella von www.bellaswonderworld.de aus Karlsruhe am 20.07.2011   gut
Meine Meinung

Lucy Christopher erzählt in ihrem Jugendroman Ich wünschte, ich könnte dich hassen auf eine dramatische und fesselnde Art die Geschichte einer Entführung aus Liebe und schlüpft dabei in die Rollen des charmanten Entführers Ty und des jungen Opfers Gemma. Mit einer sensiblen und emotionalen Erzählweise schildert die Autorin erschreckend Real die Enführer und Opferrolle, und wie es sein kann dass sich ein junges Mädchen in ihren Entführer verliebt. Treffend schildert Lucy Christopher die einzelnen Phasen der Enführung und die emotionale Achterbahnfahrt des Opfers Gemma.

Gemma weiß genau, was sie für Ty empfinden sollte: Hass, Wut und Angst. Doch es kommt alles anders, denn Ty ist symphatisch, freundlich und äußerst gutaussehend. Er verhält sich ihr gegenüber wie ein verliebter Junge und schon bald kann Gemma nicht anders als für ihn Zuneigung, Verständis, ja sogar Liebe zu empfinden.

Die so deutlich dargestellten Emotionen überdecken eine grauenhafte Geschichte, denn Ty hat Gemma mit Drogen benebelt und ins australiche Outback verschleppt in dem Gemma ihrem Entführer unwillkürlich ausgeliefert und von ihm abhängig ist. Die Erzählungen sind teilweise hoffnungslos und wimmeln dann wieder von ihrem heillosen Gefühlsdurcheinander bis sie sich schließlich für die Seite der Liebe hindurchschlägt und durch einen Unfall von Ty ins Krankenhaus gebracht und schließlich getrennt wird. Am Ende kommt es wie es kommen muss Ty stellt sich den Behörden und Gemma findet sich in einem neuen Widerstreit der Gefühle vor Gericht wieder.

Diese faszinierende und erschreckend reale Entführungsgeschichte wird von Anne Weber gesprochen. Teilweise fand ich die erzählweise der Sprecherin passend gewählt und dennoch konnte ich mich nicht so ganz dafür begeistern, denn Anne Weber hat es in meinen Augen nicht geschafft die Figuren mit Leben zu erfüllen und mir diese noch ein Stückchen näher zu bringen. Teilweise war ich sogar gelangweilt von dem monotonen vorgelese, das einzige was mich dann noch fesseln konnte war die Geschichte an sich selbst.

Lucy Christopher konnte mich mit Ich wünschte, ich könnte dich hassen fesseln und hat mich außerdem durch die erschreckend reale Darstellung nachdenklich gestimmt. Das Buch an sich hätte von mir wohl 5 Sterne erhalten, da ich jedoch die Hörbuchumsetzung nicht ganz so perfekt empfunden habe vergebe ich an dieser Stelle 3,5 von 5 Sternen.

Mein Fazit

Dramatisch, emotional und grauenhaft fesselnd! Einzig die Hörbuchumsetzung hat mir nicht so ganz zugesagt.

Handlung: 4 Sterne
Charaktere: 4 Sterne
Sprecher: 2,5 Sterne
Hörspaß: 3 Sterne

Gesamteindruck: 3,5 Sterne

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Bewertung von YVHZ aus Arnsberg am 19.03.2011   sehr gut
An für sich ist es eine tolle Geschichte.Es macht Spaß sich in Gemma hinein zu versetzen und fängt an zu denken wie sie.
Man kann aus diesem Buch sogar ''lernen''.

ABER: Ich hätte erwartet ,dass die Geschichte zwischen dem Entführer und Gemma intensiver und beeindruckender wird, war alles etwas abgehackt gehalten,leider.
Auch das Ende hat mich SEHR enttäuscht....,da man nach der Hälfte des Buches eher an eine Liebesgeschichte denkt oder darauf hofft :).

Aber ich denke, dass die Geschichte einfach real gehalten werden sollte!
Und das war sie!

Hat mich trotzdem beeindruckt! Lesen lohnt sich.

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Bewertung von kleinfriedelchen aus Berlin am 04.03.2011   ausgezeichnet
In "Ich wünschte, ich könnte dich hassen" schreibt Gemma rückblickend die Geschichte ihrer Entführung auf. Wie sie von Ty, dem jungen Mann mit den schönen, durchdringend blauen Augen betäubt und vom Flughafen entführt wird und wie er sie in die Wüste Australiens verschleppt. Schon der erste Fluchtversuch zeigt ihr, wie sinnlos der Gedanke an ein Entkommen ist: rings um das kleine Holzhäuschen, in dem Ty sich mit ihr versteckt, gibt es kilometerweit nur Staub, Geröll und vertrocknete Pflanzen, eine unendlich erscheinende Wüstenebene. Ihre anfänglichen Sorgen, er wolle ihr etwas antun, verschwinden nie so ganz, selbst als Ty ihr immer wieder versichert, dass er ihr nichts tun wird. Denn wieso hält er sie dann in der Wüste fest? In der Einsamkeit des Outbacks bleibt Gemma nichts anderes übrig, als sich mit ihrem Entführer zu arrangieren und sie muss feststellen, dass sich nach und nach noch andere Gefühle außer Angst und Hass für Ty in ihr Bewusstsein schleichen. Dabei müsste sie ihn doch eigentlich hassen...

Stockholm-Syndrom nennt man es, wenn ein Opfer mit der Zeit positive Gefühle für seinen Entführer entwickelt. Um so einen Fall scheint es sich auf den ersten Blick bei Gemma zu handeln. Denn natürlich weiß sie, dass das, was Ty mit ihr gemacht hat, falsch war, trotzdem kann sie ihn nicht hassen, denn nach und nach lernt sie den Menschen hinter der Fassade des Entführers und seine traurige Geschichte kennen:

"Bis zu dem Moment warst du für mich einfach nur der Entführer. Du hattest keinen Grund für das, was du machtest. Du warst dumm, böse und geisteskrank, fertig. Doch als du zu reden begannst, fingst du an, dich zu verändern."

Ty hat sich bewusst für das abgeschiedene Leben in der australischen Wüste entschieden, nachdem ihn erst seine Mutter und dann auch sein Vater im Stich gelassen haben. Seit frühester Kindheit versorgt er sich selbst und die Wüste ist sein Zuhause. Dieses neue Heim will er auch Gemma näherbringen und mit der Zeit lässt er sie immer mehr an ihrem alten Leben zweifeln. War sie wirklich so glücklich in London, wie sie es Ty weismachen will?

Für ein Jugendbuch ist die Geschichte wirklich "harter Stoff" und aufgrund der Thematik würde ich dieses Buch erst ab einem Alter von 14 Jahren empfehlen, denn besonders am Anfang drehen sich Gemmas Gedanken immer wieder um ihre Ängste, von Ty vergewaltigt, gefoltert oder ermordet zu werden, auch wenn er ihr ständig versichert, ihr nichts antun zu wollen. Trotz der erwachsenen Thematik ist das Buch jugendgerecht verpackt, sexuelle Übergriffe oder Gewaltakte finden hier nicht statt. Trotzdem geht einem das Buch an die Nieren, denn die Geschichte ist sehr eindringlich und verstörend geschrieben, Gemmas Reaktionen und Gefühle erschienen mir absolut verständlich und nachvollziehbar. Wieviel von ihren Gefühlen letztlich der Extremsituation geschuldet sind und was echt ist, bleibt offen. Und gerade das gibt der Beziehung der beiden eine noch melancholischere Note.

Genau wie Gemma war auch ich beim Lesen hinsichtlich meiner Gefühle für Ty hin- und hergerissen. Einerseits ist es absolut falsch, dass er sie gegen ihren Willen festhält, andererseits entwickelt man als Leser Sympathie für diesen jungen Mann, der für sich und Gemma einfach den falschen Weg gewählt hat. Unter anderen Umständen wären sie vielleicht ein glückliches Liebespaar geworden, doch Ty entschied sich stattdessen für die Entführung. Über seine Motive möchte ich an dieser Stelle gar nicht zu viel verraten, denn natürlich ist das das große Geheimnis, dem Gemma nach und nach auf die Schliche kommt.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und wirkt gerade deshalb absolut authentisch und hautnah, als wäre ich live dabei, wie Gemma der rote Staub der Wüste auf den Lippen kratzt und der heiße Wind über ihre Haut weht.
Die Autorin schreckt nicht davor zurück, ein für Jugendb

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Bewertung von Nazena aus Göttingen am 21.02.2011   ausgezeichnet
„Ich wünschte ich könnte dich hassen“ (OT: „Stolen- a Letter to my Captor“) ist der Debütroman der britischen Schriftstellerin Lucy Christopher.

Kurz zur Autorin:
In Wales geboren, in Australien aufgewachsen, und schließlich nach England zurückgekehrt, wo sie ihren Master in kreativen Schreiben machte- Lucy Christopher hat schon einiges von der Welt gesehen und verschiedene Berufe (Kellnerin, Wanderführerin, Schauspielerin) durchprobiert. „Stolen“ begann als Doktorarbeit und zeigt, wie innig sich die Autorin noch mit ihrer alten Heimat Australien verbunden fühlt.

Inhaltsangabe:
Die 16jährige Gemma wird auf dem Bangkoker Flughafen von einem jungen, gutaussehenden Mann angesprochen, der ihr den Kaffee ausgibt. Die beiden beginnen ein Gespräch, und Gemma ist sicher den jungen Mann schon einmal gesehen zu haben. Plötzlich wird ihr schwummrig. Ihr Gegenüber hilft ihr auf und zieht sie mit sich. Nur vage wird ihr bewusst, dass er ihr andere Kleidung anzieht und mit sich zieht. Als sie schließlich nach längerer Zeit wieder aufwacht und vollkommen zu sich kommt, liegt sie benommen auf einem Bett. Als sie aufsteht und versucht aus dem Haus zu flüchten, kommt sie nicht weit, denn um sie herum ist nur rote Wüste und brütende Hitze.
Ihr Entführer, Ty, beteuert ihr, dass er sie „gerettet“ habe- vor der Stadt, ihren Eltern und ihrem Leben. Er will sie für sich behalten und mit ihr gemeinsam im australischen Outback leben. Gemma versucht zu fliehen, doch die kommt nicht weit. Trotzdem bleibt Ty größtenteils gelassen und freundlich und versichert ihr immer wieder, dass er ihr nichts tun will, sondern sie nur beschützt. Er hat schon vor langer Zeit erkannt, dass sie beide zusammengehören, schon vor Jahren in England, und seitdem beobachtet er sie…

Mein Fazit:
Das Buch ist als eine Art Briefroman oder Tagebucheintrag geschrieben. Gemma nennt Ty immer nur „du“ und spricht ihn nicht mit Namen an. Dadurch entsteht eine unglaubliche Nähe zu beiden Charakteren. Der Roman beginnt gleich in bangkok mit der Entführung. Gemma beschreibt ungemein detailliert und lebensecht, wie sie sich fühlt, welchen Hass sie Ty und auch ihrer Umwelt entgegenbringt. Sie ist nicht eingekerkert, aber die lebensfeindliche Wüste hält sie sicherer fest als jede Kette. Sie schreibt, wie sie fast verrückt wird vor Angst, denn sie kann Tys Beweggründe nicht verstehen.
Doch nach und nach erzählt er von sich, seiner Kindheit, und wie sehr er sie will und auch braucht, denn er glaubt in ihr eine verwandte Seele gefunden zu haben. Nach und nach verändert sich Gemmas Blickwinkel, sie beginnt Mitgefühl und auch Verständnis für ty zu entwickeln. Der seinerseits bleibt felsenfest davon überzeugt, nur das beste für sie zu wollen und auch getan zu haben. Er denkt, sie werde sein leben – und ihn- schon zu lieben lernen.
Gemmas Gefühlsleben ist sehr überzeugend dargestellt. Angst und Verzweifeln, Resignation, dann Akzeptanz- und schließlich weiß sie selbst kaum noch, was sie denken und fühlen soll. Hat sie sich tatsächlich in Ty verliebt? Wahrhaftig, oder weil er sich ihr förmlich aufgezwungen hat? Wieviel ist echt, wieviel Stockholm-Syndrom und aus ihrer erzwungenen Nähe und gemeinsamer Gefahrenbewältigung hervorgegangen?
Der Roman hat mich tief bewegt und zum Nachdenken gebracht. Ich habe mit Gemma mitgelitten und konnte mich vollkommen in sie hineinversetzen.
Gerade das Ende, was häufig in Schwachpunkt in solchen Pseudo-Erlebnisberichten ist, war sehr überzeugend und glaubhaft dargestellt. Die Autorin hat ein absolut überzeugendes Werk geschaffen, das sich intensiv mit dem Gefühlsleben von Entführungsopfern auseinandersetzt und auch lange nach dem Lesen noch die Frage zurücklässt: Wie würde man sich selbst in einer solchen Situation verhalten? Konnte Gemma überhaupt anders fühlen?
Von mir daher volle 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung.

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Bewertung von tinabauer aus essingen am 06.02.2011   gut
Gemma kommt zu sich und befindet sich in einer ganz anderen Welt. Sie kann sich an nichts mehr erinnern. Wo ist sie und was soll sie hier? Sie versucht aufzustehen, aber ihr ist schwindelig. Sind das Drogen? Nach einer Verschnaufpause macht sie sich auf den Weg durch das Haus, bis sie die Eingangstüre findet. Sie ist im Nirgendwo gelandet. Weit und breit keine Menschen, Bäume und Wiesen. Nur Wüste. Sie fängt an zu Laufen. Will fliehen und dann hört sie das Geräusch des Autos. Was anfangs eine spannende Story zu sein scheint, wird aufgrund der vielen Seiten etwas zu langatmig und das Finale zu kurz.

Ein junges Mädchen auf der Flucht vor ihrem Entführer. Ein wahnsinniger Einblick mit kleinem Ausflug in das Stockholm-Syndrom.

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Bewertung von Midnight-Girl aus NRW am 16.01.2011   ausgezeichnet
Die 16-jährige Gemma wird einfach so mir nichts dir nichts vom Fleck weg entführt, ohne dass es jemandem auffällt. Anders kann man es gar nicht sagen, denn es passiert am Flughafen, der zu diesem Zeitpunkt mehr als belebt ist. Natürlich lässt sie sich nicht freiwillig entführen, der Täter setzt sie unter Drogen, damit sie gefügig wird, aber es ist wirklich schwer vorstellbar, dass niemand etwas mitbekommt. Als Gemma wieder halbwegs klar denken kann, findet sie sich mitten im Nirgendwo wieder, wo es nichts gibt, außer sie und ihren Entführer. Sie hat nur einen Wunsch, endlich wieder nach Hause zu kommen, doch wird ihr dieser erfüllt werden?

Schon nach den ersten Zeilen ist man mitten im Geschehen, denn Gemma erzählt dem Leser ihre Geschichte und redet ihn persönlich an, so dass quasi der Leser der Täter ist, der nun ihre Sicht der Entführung erfährt. Durch dieses Persönliche ist man emotional schon recht stark an die Geschichte gebunden und schnell hat man das Gefühl das alles wirklich zu durchleben, auch wenn man merkt, dass das Schlimmste eigentlich schon vorbei ist, denn Gemma schreibt in der Vergangenheit. So richtig lösen kann man sich allerdings nicht davon, dass alles in diesem Moment geschieht. Sie schreibt sehr eindringlich, so dass man ihre Gefühle nicht nur erahnen kann, sondern sie im wahrsten Sinne des Wortes spürt.

Bei allen Erlebnissen bleibt Gemma sehr sachlich und erzählt es so wie es war, zumindest nimmt der Leser dies an, da es einem nicht so vorkommt, als würde sie sich oder sonstwem etwas vormachen wollen. Daher geschieht es auch, dass sie ihren Entführer nicht ausschließlich anklagt, sondern eher auch seine Sicht ein wenig erklärt und interpretiert und somit zu verstehen geben möchte was ihn zu der Tat getrieben hat, auch wenn diese an sich natürlich nicht richtig war, so soll der Leser doch das richtige Bild erhalten und nicht nur das Schlechte sehen. So gelingt es ihr, dass man als Leser beide Seiten erfährt und auch beide in gewissem Maße verstehen kann. Natürlich kann man es nicht vollends nachvollziehen, da man der Situation nun einmal nicht persönlich beigewohnt hat, aber man kann zumindest ein wenig verstehen weshalb bestimmte Verhaltensmuster aufgetreten sind.

Das Thema an sich ist sehr ernst und wird auch mit dem nötigen Respekt behandelt. Gleichzeitig wird sehr tiefgründig geschildert, welche Beziehungen zwischen Täter und Opfer entstehen und auch warum. Man hat das Gefühl, dass die Autorin sensibel mit diesem Thema umgeht, da man schnell voreilige Schlüsse aus Formulierungen ziehen kann, hier ist dies jedoch nicht der Fall, denn man hat nicht das Gefühl, dass sie die Täter als unschuldig darstellen möchte oder die Opfer als schuldig. Eher geht sie neutral an das Ganze heran und versucht beide Seiten so gut wie irgend möglich zu beleuchten, sowohl Positives als auch Negatives herauszustellen, sich dabei aber nie auf eine bestimmte Seite zu schlagen und diese zu unterstützen.

Ein sehr bewegendes Buch, das absolut lesenswert ist und ohne Weiteres zu empfehlen ist, man sollte jedoch ein gewisses Alter haben, um den gesamten Umfang des Themas begreifen zu können. Ein pauschales Alter ist hier nicht zu nennen, da es mehr darauf ankommt, inwiefern man schon das richtige Verständis für etwas solch komplexes hat.

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7,95 2,00 offene Rechnung (Vorkasse vorbehalten), offene Rechnung Davids Antiquariat + catch-a-book 99,7% ansehen
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