Der Erdbeerpflücker - Feth, Monika

Monika Feth 

Der Erdbeerpflücker

Thriller. Nominiert für den Martin Kinder- und Jugendkrimipreis 2004

Broschiertes Buch
 
89 Kundenbewertungen
***** ausgezeichnet
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Produktbeschreibung zu Der Erdbeerpflücker

Als ihre Freundin ermordet wird, schwört Jette öffentlich Rache - und macht den Mörder damit auf sich aufmerksam. Er nähert sich Jette als Freund, und sie verliebt sich in ihn, ohne zu ahnen, mit wem sie es in Wahrheit zu tun hat.

Das Besondere an Monika Feths Art zu schreiben, ist, dass sie von der Ebene der seelischen Erfahrungen ausgeht, auf der das nicht Sichtbare, nicht Beweisbare Gültigkeit hat. - SZ

"Das Besondere an Monika Feths Art zu schreiben, ist, dass sie von der Ebene der seelischen Erfahrungen ausgeht, auf der das nicht Sichtbare, nicht Beweisbare Gültigkeit hat." -- SZ

Produktinformation


  • Verlag: (Cbt)
  • 2003
  • 17. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: o.J.. 350 S.
  • Seitenzahl: 352
  • cbt bei Omnibus Bd.30258
  • Altersempfehlung: ab 14 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 126mm x 36mm
  • Gewicht: 370g
  • ISBN-13: 9783570302583
  • ISBN-10: 357030258X
  • Best.Nr.: 12044597
"Das Besondere an Monika Feths Art zu schreiben, ist, dass sie von der Ebene der seelischen Erfahrungen ausgeht, auf der das nicht Sichtbare, nicht Beweisbare Gültigkeit hat." (Süddeutsche Zeitung)

Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Einen feinfühligen Kommissar, der zum "Serienhelden" taugt, drei junge Frauen, die in einer WG das Leben auf eigenen Füßen proben, und einen Serienmörder, der sich wünscht "jung, schön und unschuldig" zu sein, findet Gabriela Wenke in Monika Feths Buch zu einem "ungewöhnlich gelungenen" Krimi verwoben. Als Caro, eine der Frauen, die sich in einen mysteriösen Mann verliebt hatte, ermordet aufgefunden wird, begeben sich ihre Freundinnen Jette und Merle auf Spurensuche, erzählt die Rezensentin, - bis auch Jette dem "Liebeswahn" verfällt. Das "geschickt" entwickelte Szenario sei genau das Richtige für Liebhaber "realistischer Alltagsschilderungen", empfiehlt Wenke.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.02.2004

Als Caro verschwand
Liebe, Tod und Poesie – ein Serienmörder im Erdbeerfeld
Ein Mann im Erdbeerfeld voller Unruhe, voller Wünsche, die ihm nur eine Fee erfüllen kann: „Jung. Schön. Und unschuldig.” Eine junge Frau, die Ich-Erzählerin Jette, die an den Feldern mit den Erdbeerpflückern vorbei zur luxuriös umgebauten alten Mühle fährt, in der ihre Mutter ganz allein lebt und ihre Kriminalromane schreibt. Dann der erste Mord an der 18-jährigen Simone Redleff. Es treten auf: ein nachdenklicher Kommissar und der Mörder, der sich in Sicherheit wiegt. Ein Zeitungsausschnitt stellt die Verbindung zu zwei ähnlich strukturierten Morden an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit her. Dieser Mord ist nicht der Anfang.
Geschickt leuchtet Monika Feth in ihrem Krimi Der Erdbeerpflücker das Szenario aus verschiedenen Blickwinkeln. Jette, Merle und Caro, alle drei 18 Jahre alt, leben in einer WG und erproben die Selbstständigkeit: das Leben, die Liebe und ihre Freundschaft. Nebenbei gehen sie noch in die Schule. Caro ist in einen geheimnisvollen Mann verliebt, der nicht will, dass die beiden Freundinnen von ihm erfahren. Es ist eine Liebe wie noch …

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Das Besondere an Monika Feths Art zu schreiben, ist, dass sie von der Ebene der seelischen Erfahrungen ausgeht, auf der das nicht Sichtbare, nicht Beweisbare Gültigkeit hat.

»Ein aussergewöhnlich gelungener Kriminalroman.«
Monika Feth wurde 1951 in Hagen geboren, arbeitete nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium zunächst als Journalistin und begann dann, Bücher zu verfassen. Heute lebt sie in der Nähe von Köln, wo sie vielfach ausgezeichnete Bücher für Leser aller Altersgruppen schreibt. Der sensationelle Erfolg der "Erdbeerpflücker"-Thriller machte sie weit über die Grenzen des Jugendbuchs hinaus bekannt. Ihre Bücher wurden in über 20 Sprachen übersetzt.

Leseprobe zu "Der Erdbeerpflücker" von Monika Feth

Es war einer dieser Tage, an denen man die Hitze riechen konnte. Die von der Sonne verbrannte Haut. Den Schweiß, der aus sämtlichen Poren trat, sobald man sich bewegte. Einer dieser Tage, die ihn kribblig machten und gereizt. An denen man ihm besser nicht in die Quere kam.

Die andern hatten sich allmählich daran gewöhnt. Sie ließen ihn in Ruhe arbeiten, sprachen ihn nicht an, dämpften sogar die Stimme, wenn er an ihnen vorbeiging.

Er konnte nicht verstehen, dass es Menschen gab, die immerzu redeten. Sie machten keinen Unterschied zwischen Wichtigem und Unwichtigem, überschütteten einfach alles mit ihren kleinen, dummen, aufgeregten Worten. Schon als Kind hatte er gelernt, sich dagegen zu wappnen, indem er sich in sich selbst zurückzog. Er liebte es zu sehen, wie die Lippen seines Gegenübers sich bewegten, ohne dass auch nur ein Ton seine Ohren erreichte. Wie ein Fisch, dachte er dann. Wie ein Fisch auf dem Trockenen.

Früher hatte er für solche Rückzüge Schläge kassiert. Heute merkte niemand mehr, dass er abgetaucht war. Die meisten Menschen waren armselig und dumm wie ihre Worte.

Noch eine Stunde, dann würde es Mittagessen geben. Er würde das rasch hinter sich bringen und sich wieder an die Arbeit machen.

Er wusste, wohin diese Unruhe ihn brachte, wenn er sich nicht ablenkte. Was passierte, wenn seine Hände anfingen zu zittern. Wie jetzt.

Oh Gott. Er unterdrückte ein Stöhnen. Zwei Frauen drehten sich nach ihm um. Er kannte sie kaum. Finster starrte er sie an. Sie senkten den Blick und wandten ihm wieder den Rücken zu.

Die Sonne am Himmel war ein einziges Gleißen.

Brenn mir diese Gedanken aus dem Leib, dachte er. Bitte! Und diese Gefühle!

Aber die Sonne war nur die Sonne.

Sie hatte nicht die Kraft, ihm Wünsche zu erfüllen.

Diese Kraft hatte nur eine Fee.

Jung. Schön. Und unschuldig. Das vor allem.

Und nur für ihn auf der Welt.

Der Fahrtwind fächelte den Duft nach frischen Erdbeeren ins geöffnete Fenster. Und die Hitze, die in diesem Jahr viel zu früh gekommen war. Der Rock klebte mir an den Beinen. Auf meiner Oberlippe standen Schweißperlen. Ich liebte meinen alten, klapprigen Renault mit seinen Macken, aber an manchen Tagen sehnte ich mich heftig nach einem jüngeren Modell mit Klimaanlage.

Nach der Kurve konnte ich sie sehen - die Erdbeerpflücker auf den Feldern, wie sie sich über die Pflanzen beugten oder vorsichtig zwischen ihnen entlanggingen, gefüllte Kisten auf den Armen balancierend. Sie erinnerten mich an baumwollpflückende Sklaven. Bunte Tupfer auf der weiten grünen Fläche, braun gebrannt von der Sonne.

Sie waren Saisonarbeiter, viele von ihnen aus Polen, viele von anderswo, viele aus den entlegensten Winkeln Deutschlands, die letzten Abenteurer, eine alljährliche Invasion, vor der die Dorfbewohner Türen und Fenster verschlossen.

Abends trafen sich die fremden Frauen und Männer, die Jungen und Mädchen am Brunnen, dem Mittelpunkt des Dorfs, tranken, rauchten, redeten, lachten. Sie hielten sich abseits, grüßten die Nachbarn nicht, lächelten ihnen nicht mal zu.

Es stimmte schon mit manchen Sprichwörtern. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Die Dorfbewohner hatten Misstrauen gesät und ernteten nun die Zurückhaltung, die sie verdienten.

Ich fuhr die lange, gewundene Auffahrt zum Haus hinauf. Der weiße Kies knirschte unter den Reifen. Wie im Film, dachte ich. Alles viel zu perfekt, viel zu gut, um wahr zu sein. Was, wenn ich aufwachte und feststellte, dass ich nur träumte?

Sobald man sich dem Haus näherte, konnte man das Geld förmlich riechen, das hier in jedem Detail steckte. Die ehemalige Wassermühle war sorgfältig und kostspielig restauriert worden. Selbst den Bachlauf hatte der Architekt in die Innenausstattung mit einbezogen, indem er ihn angezapft und in einer schmalen Rinne durch die Eingangshalle geführt hatte.

Die Sonne spielte auf dem zweihundert Jahre alten roten Backstein, ließ den Kiesbelag erstrahlen und brach sich in der Glasfront des Anbaus, der aussah wie von einem Science-Fiction-Autor erdacht.

Das Haus meiner Mutter. Seine Schönheit fesselte mich bei jedem Besuch aufs Neue.

Ich schloss die Tür auf und betrat die Halle. Eine wohl tuende Kühle empfing mich. Und unser Kater Edgar, der seinen Namen der simplen Tatsache verdankt, dass meine Mutter die Geschichten von Edgar Allan Poe vergöttert.

Ich hob ihn auf und knuddelte ihn, wobei enorm viele Haare auf den Boden rieselten. Konnte es sein, dass er immer noch Winterfell verlor? Ich setzte ihn wieder ab und er leckte sich die Flanke und stolzierte vor mir her zur Treppe.

Auch im Innern des Hauses war alles erlesen und kostbar, von kundiger Hand zusammengestellt. Die Sonne warf ihr weiches Nachmittagslicht durch die hohen Fenster der Halle und brachte das Holz der Treppe zum Leuchten. Die Rattansessel auf dem Terrazzoboden weckten Sehnsucht nach Italien, ebenso die karg getünchten weißen Wände und die runden, mönchischen Nischen der Fenster.

Allein die Treppe war ein Kunstwerk für sich. Die Stufen schienen förmlich in der Luft zu schweben. Der Schreiner, der sie gebaut hatte, war dafür bekannt, dass er sich immer für ein Minimum an Material und ein Maximum an Wirkung entschied. Mit Erfolg. Es war übrigens mit allem hier so. Mit jedem Zimmer und jedem Einrichtungsgegenstand. Meine Mutter hatte grundsätzlich das Beste gewählt. Und das Teuerste. Sie konnte es sich leisten.

Am Ende der Treppe angelangt, durchquerte Edgar schnurstracks die obere Halle. Er wusste, dass mein erster Weg mich stets zu meiner Mutter führte.

Aus ihrem Zimmer drangen keine Geräusche. Vielleicht war sie eingeschlafen. Vorsichtig öffnete ich die Tür.

Meine Mutter saß an ihrem Schreibtisch vor einem Stapel Papier, die Lesebrille auf der Nase. Sie drehte sich zu mir um und lächelte. "Jette! Wie schön!"

Meine Mutter ist Schriftstellerin. Krimiautorin, um genau zu sein. Sie schreibt für die schwarze Reihe des Piepenbrink Verlags, und das äußerst erfolgreich.

Seit sie dem, was meine Großmutter und ihr Damenzirkel so unter echter Literatur verstehen, den Rücken gekehrt hat, verkaufen sich ihre Bücher wie warme Semmeln. Sie sind inzwischen in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt worden und um die Filmrechte reißen sich die Produktionsfirmen.

"Setz dich einen Augenblick. Bin gleich fertig."

Man darf meine Mutter jederzeit und bei allem stören, nur nicht beim Notieren eines Einfalls oder beim Skizzieren einer Idee. Ich hatte mich längst daran gewöhnt und nahm es ihr nicht mehr übel. Früher war das anders gewesen. Es war mir immer so vorgekommen, als wären ihr die Worte wichtiger als ich.

Edgar war schon auf das Sofa gesprungen und wartete darauf, dass ich mich setzte. Er rollte sich auf meinem Schoß zusammen, schloss die Augen, schnurrte und bohrte mir zärtlich die Krallen in den Oberschenkel.

Ich kann mich noch an das Leben vor dem Erfolg meiner Mutter erinnern. Damals wohnten wir in einem Reihenhaus in Bröhl. Die Vorgärten sahen aus wie gut gepflegte Familiengräber, bepflanzt mit Nadelsträuchern, Rhododendren und einjährigen Pflanzen. Hier und da gluckerte Wasser über sauber gebürstete Quellsteine in ein Seerosenbecken mit einer Hand voll fetter Goldfische.

Im Souterrain, hinter von Efeu umspielten Fenstern, hatte mein Vater sein Büro. Rechts neben der Haustür hing, etwa in Augenhöhe, ein Messingschild mit der Aufschrift: Theo Weingärtner. Steuerberater. Das Schild war blank geputzt. Viele Kundinnen meines Vaters überprüften darin ihr Make up, bevor sie auf den Klingelknopf drückten.

Wir hatten eine Putzhilfe, die zweimal wöchentlich das Haus umkrempelte, und einmal pro Monat kam ein Fensterputzer. Meine Mutter schrieb und schrieb.

Ihr liebstes Betätigungsfeld neben ihrem Arbeitszimmer im ersten Stock war der Garten, der aussah wie ein Paradebeispiel für eine Hochglanzausgabe von Homes & Gardens, mit genau der richtigen Mischung aus gepflegten und verwilderten Ecken, die bei den Gartenzeitschriften gerade in Mode ist.

Meine Mutter pflegte ihre Schreibkrisen bei der Gartenarbeit auszukurieren. Vielleicht hätte sie es hin und wieder vorgezogen, ein Problem mit meinem Vater zu besprechen, statt es in der Erde zu verbuddeln oder an Spalieren festzubinden, doch er konnte den Konflikten, die meine Mutter auf dem Papier entstehen ließ, und der Sprache, mit der sie das tat, kein Interesse abgewinnen.

Wenn er über den Beruf meiner Mutter sprach, was selten vorkam, dann bezeichnete er ihn als Schreiberei und meine Mutter nannte er eine Schreiberin. Er tat das mit einem freundlichen Augenzwinkern, das man ihm nicht glaubte. Schriftstellerin oder Autorin brachte er nicht über die Lippen, denn das hätte bedeutet, dass er ihren Beruf ernst nahm.

Sein Verhalten änderte sich auch dann nicht, als meine Mutter in den ersten Talkshows auftauchte und Journalisten unser Haus für Fotoreportagen und Kurzfilme mit ihr auf den Kopf stellten.

Die Abrechnungen des Verlags jedoch nötigten selbst meinem Vater Respekt ab. Extras wurden davon angeschafft, der neue BMW, eine moderne, zweckmäßigere Einrichtung für das Büro meines Vaters, ein neuer Computer für meine Mutter, der lang ersehnte Wintergarten.

Das Schreiben meiner Mutter hatte mit unserem täglichen Leben wenig zu tun. Es geschah wie nebenbei, ohne dass wir viel davon mitbekamen.

Irgendwann tauchte sie dann mit der Bemerkung in der Küche auf, sie habe das neue Manuskript fertig. Einige Wochen später kam ihre Lektorin und sie setzten sich in den Wintergarten und besprachen das Manuskript und verteilten die Blätter überall, sodass es schwierig war, hin und her zu gehen, ohne ein heilloses Durcheinander zu verursachen.

Wieder später brachte der Postbote die Korrekturfahnen, den Entwurf des Umschlagbilds und irgendwann das fertige Buch.

Meine Mutter braucht das Schreiben. Um den Alltag auszuhalten, wie sie es ausdrückt. Das war schon immer so. Vielleicht brauchte sie das Schreiben damals noch nötiger, weil sie neben dem Alltag an sich auch noch meinen Vater aushalten musste.

Er mag keine Überraschungen und bastelt an dem perfekten Leben in einem perfekten Zuhause und einem perfekten Beruf. Manchmal kommt er mir vor wie der Bewohner einer überdimensionalen Puppenstube, wo nichts jemals verrückt wird, wo alles hübsch an seinem Platz bleibt.

Meine Mutter dagegen ist von Natur aus chaotisch. Bestimmt waren ihr Puppenstuben schon als Kind ein Gräuel und es war nur folgerichtig, dass sie die Pflege des Hauses anderen überließ.

Mehr und mehr wandte sie sich dem Garten zu. Er war ihr eigenes, überschaubares, eingegrenztes Universum, in dem sie schalten und walten konnte, wie sie wollte. Erfolge zeigten sich unübersehbar, Fehler konnten leicht korrigiert werden.

Ebenso war es mit dem Schreiben. Meine Mutter war fähig, eine komplexe Welt zu erschaffen, in der sie allein Macht über die Figuren und ihr Schicksal hatte. Menschen wurden geboren, Menschen starben, und es war meine Mutter, die an den Fäden zog. Das fand hinter der geschlossenen Tür und in der Stille ihres winzigen Arbeitszimmers statt. Manchmal erzählte sie davon und ihre Augen schienen Funken zu sprühen. Doch meistens behielt sie ihre Schreiberlebnisse für sich und wir sprachen über andere Dinge.

Eine Illustrierte bezeichnete meine Mutter einmal als eine vom Schreiben besessene Frau, die es gelernt habe, ihre Sucht gut zu verbergen. Der das Leben zu wenig sei. Die sich in ihren Geschichten ein anderes Leben erfinde.

Ein anderes Leben. Vielleicht hätte mein Vater sie dorthin begleiten können, wenn er gewollt hätte. Aber er wollte nicht.

Und ich? Mich hat keiner gefragt.

Meine Mutter flüchtete sich auch in Lesereisen. Wochenlang war sie unterwegs, rief mich aus München an, aus Hamburg, Zürich und Amsterdam. Neben unserem Telefon lag ständig eine Liste der Hotels, in denen sie sich gerade befand. Mama: erreichbar unter ...

Für die Dauer ihrer Abwesenheit verwandelte sich unsere Putzhilfe in eine Haushälterin, die von früh bis spät bei uns war und sämtliche Arbeiten erledigte, die anfielen. Sie kochte auch für uns, deftige Hausmannskost, die meinem Vater mit der Zeit zehn Kilo Übergewicht bescherte.

Meine Mutter wurde bekannt. In der Schule bekam ich allmählich einen Sonderstatus. Selbst manche Lehrer starrten mich ehrfürchtig an. Ich begann, Autogramme meiner Mutter zu verhökern, und verdiente ziemlich gut dabei.

Abends, sobald die Schatten in den Zimmern unruhig wurden, vermisste ich meine Mutter. Nicht, dass ich sie mir immer zu Hause gewünscht hätte. Im Gegenteil. Ich war nur daran gewöhnt, sie zu hören, wenn sie die Treppe rauf- oder runterlief. Wenn sie sich eine Stelle aus einem Manuskript halblaut vorlas. Wenn sie telefonierte. Ich vermisste auch den Duft ihres Parfüms, der wie ein unsichtbarer Schleier in einem Zimmer lag, in dem sie sich aufhielt oder das sie eben verlassen hatte.

Wir wurden reich. Meine Eltern kauften die alte Wassermühle in Eckersheim mit zwanzigtausend Quadratmetern Grund, idyllisch im Landschaftsschutzgebiet gelegen, und engagierten einen bekannten Architekten für die Renovierungs- und Umbauarbeiten. Mein Vater, der eine Villa am Stadtrand von Bröhl vorgezogen hätte, sich aber nicht durchsetzen konnte, stellte eine Sekretärin ein.

Sie hieß Angie und sah auch so aus, Mitte dreißig, aschblonder Pferdeschwanz, die Finger voller Ringe, die Röcke zu kurz und zu eng. Meine Mutter verbrachte jede freie Minute auf der Baustelle, mein Vater hatte keine freien Minuten mehr, weil er sich mit Angie in der Arbeit vergrub.

Ich pendelte irgendwo dazwischen, trieb mich herum, vernachlässigte die Schule und wurde mit einem Schlag erwachsen. Damals war ich fünfzehn.

Ein Jahr später ließen meine Eltern sich scheiden. Mein Vater zog nicht mit uns in die fertige Mühle ein. Er blieb im alten Haus, zusammen mit Angie, die schwanger war.

"So." Meine Mutter nahm die Brille ab. "Du kommst gerade recht. Ich lechze nach einem Kaffee. Hast du ein bisschen Zeit mitgebracht?"

"So viel du willst. Und ich stör dich wirklich nicht?"

Sie legte den Stift weg. "Doch. Aber genau im richtigen Moment. Ich komme nämlich gerade nicht weiter. Den Computer hab ich längst ausgemacht. Weißt du, wie das ist, wenn man den letzten Satz anstarrt wie das Kaninchen die Schlange, und auf einmal stellt man fest, dass eine ganze Stunde vergangen ist?" Meine Mutter wartete die Antwort nicht ab. Rhetorische Fragen sind ihre Spezialität. Sie stand auf, beugte sich zu mir herunter und gab mir einen Kuss.

Ihr Parfüm war mir so vertraut wie ihre Stimme oder die Wärme ihrer Haut. Calypso. Sie nahm nie ein anderes. Es war leicht und frisch und duftete nach Sommer. Meine Mutter ließ es sich in einer Parfümerie mischen. Der Duft wurde eigens für sie zusammengestellt und sie selbst hatte ihm den Namen gegeben.

Die einzige Extravaganz, die sie sich erlaubte, seit sie eine reiche Frau war, außer, dass sie ein kleines Vermögen für ungewöhnliche Ringe, Ketten und Armbänder ausgab, die sie dann nicht trug, weil sie sie zu auffällig fand.

"Stimmt was nicht?" Sie fuhr sich über das kurz geschnittene schwarze Haar, das von silbrig grauen Fäden durchsetzt war.

"Im Gegenteil." Ich lächelte. "Du siehst klasse aus. Wie immer."

Sie nahm mich am Arm und zog mich aus dem Zimmer. "Du auch."

Das war eine glatte Lüge. Aber vielleicht merkte sie nicht mal, dass sie mich belog. Vielleicht belog sie sich selbst. Redete sich ein, dass ich schön sei. Ihr Ebenbild.

Doch das bin ich nicht. Und wollte es auch nie sein. Gegen keine Schönheit der Welt würde ich meine Einzigartigkeit eintauschen, selbst wenn sie nichts Besonderes ist. Ich bin ich selbst und das ist mehr, als manche von sich behaupten können.

Wir gingen nach unten. Sonnenflecken hatten sich auf dem Küchenboden ausgebreitet. Auf dem größten aalte sich Molly, unsere Katze, schwarzweiß wie die Schachbrettfliesen. Molly, die ihren stinknormalen, durch nichts und niemanden inspirierten Namen allein mir verdankt, begrüßte mich mit einem hellen Miauen, erhob sich und strich mir um die Beine. Dann verschwand sie mit Edgar durch die weit geöffnete Terrassentür in den Garten.

Meine Mutter machte uns Kaffee an dem schon etwas betagten Espressoautomaten. Mir fiel wieder auf, wie sehr sie allmählich meiner Großmutter ähnlich wurde. Sie ärgerte sich oft darüber, denn Großmutter und sie sind wie Feuer und Wasser und nichts scheint daran etwas ändern zu können.

"Wie kommst du mit dem neuen Buch klar?", fragte ich und setzte mich auf die Tischkante, die warm war von der Sonne.

"Es wird mich Jahre meines Lebens kosten." Meine Mutter bringt es locker fertig, die theatralischsten Sätze mit den banalsten Handgriffen zu verbinden. Konzentriert stellte sie Kaffeetassen, Zucker und eine Schale mit Orangenplätzchen auf ein Tablett, das ich noch nicht kannte oder aber noch nie wahrgenommen hatte, und trug alles auf die Terrasse hinaus. "Ich konnte besser schreiben, als du noch hier gewohnt hast. Mir fehlt die ruhige Regelmäßigkeit, die unser Leben hatte."

"Und ich fehle dir nicht?"

Die Worte waren kaum heraus, da bereute ich sie schon. Machte es mir etwa immer noch etwas aus, ein eher unbedeutender Bestandteil im Leben meiner berühmten Mutter zu sein? Tat es mir immer noch weh, dass sie mich im Grunde nicht brauchte? Dass ihr jede Tochter recht gewesen wäre, beliebig und austauschbar?

"Vergiss es." Ich wischte meine Frage mit einer Handbewegung beiseite. "War nicht ernst gemeint."

Verletzt sah sie mich an.

"Kannst du dir diese Überempfindlichkeit nicht endlich abgewöhnen, Jette?"

Und das ausgerechnet von ihr! Wo man sich mit meiner Mutter stundenlang um eine Silbe streiten konnte.

Ich ließ mich auf einen der Gartenstühle fallen, lehnte mich zurück und atmete tief ein. Wenn ich es jemals bereuen sollte, nicht mehr hier zu wohnen, dann nur wegen dieser Landschaft. Der Blick ging über buckliges Land, auf dem die Schafe eines benachbarten Bauern weideten. Hier und da stand ein trotziger, krummer Obstbaum wie vergessen im Gras.

Niemand hatte diese Landschaft angerührt. Auch meine Mutter war dankenswerterweise nicht auf die absurde Idee verfallen, hier einen parkähnlichen Garten anzulegen oder anlegen zu lassen. Wie ich hatte sie den Zauber gespürt und ihn nicht angetastet.

Das Rauschen des Bachs machte die Idylle komplett. Ich verschränkte die Hände hinterm Kopf und schloss die Augen.

"Wann bist du wieder unterwegs?", fragte ich.

Meine Mutter wartete mit der Antwort, bis ich die Augen öffnete. "Nur zu ein paar Einzellesungen. Du weißt doch, dass ich das Sommerloch immer zum Schreiben nutze."

Sommerloch. Alles kreiste um ihr Schreiben. Sogar die Jahreszeiten. Seit sie sich von meinem Vater getrennt hatte, war das Schreiben noch wichtiger geworden. Als wäre es ein Schutz vor der Welt, dem Alleinsein oder den Gefühlen.Ich sah meine Mutter genauer an. Und wenn ihr ganzes erlesenes Äußeres nur Fassade war? Ein perfekter Panzer? Ich spürte ihre nervöse Energie. Sie schien förmlich über den Tisch zu fließen. So war sie immer am Anfang eines neuen Buchs.

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Kundenbewertungen zu "Der Erdbeerpflücker" von "Monika Feth"

Durchschnittliche Kundenbewertung 4.7 von 5 Sterne bei 89 Bewertungen **** ausgezeichnet
(aus 89 Bewertungen)
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Bewertung von polosanny aus Hamburg am 02.02.2012 ***** gut
Hallo zusammen,

ich habe mir diese Buch gekauft, weil mir schon alleine das Titelbild sehr gefallen hat.
Ich war auf der suche nach einen guten Krimi.
Die Bewertungen vorher habe ich mir auch durchgelesen und ich muß sagen das Buch ist wirklich sehr spannend geschrieben.
Was mir allerdings überhaupt nicht gefallen hat ist der ständige wechsel der erzählenden Personen, ich mußte ersteinmal ein paar Zeilen lesen um zu wissen wer nun als nächstes dran ist..
Aber das ist ja auch geschmackssache :-)
Die Geschichte ist gut, deshalb 3 Sterne :-9

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Bewertung von sabberschnute09 aus Leipzig am 08.01.2012 ***** ausgezeichnet
Mein erstes Buch von Monika Feth. Der Erdbeerpflücker ist ein Krimi wie man Ihn sich wünscht ! Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Es fällt schwer, diesen weg zu legen. Ein unbedingtes Lesemuss für jeden der Spannung liebt und mitfiebern möchte.... Immer wenn man glaubt, aha so gehts weiter...kommt es doch anders.... Viel Vergnügen...

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Bewertung von kotik825 am 03.11.2011 ***** ausgezeichnet
Ich bekam dieses Buch zum Geburtstag geschenkt und war zu Beginn sehr skeptisch, da ich noch nie zuvor einen Thriller gelesen hatte. Dennoch fing ich an dieses Buch zu lesen. Nach den ersten Seiten schon war ich gefesselt in die spannende Handlung. Monika Feth hat es geschafft mich für Thriller zu begeistern und ich habe mit Freude auch die anderen fünf Thriller von ihr (Mädchenmaler, Scherbensammler, Schattengänger, Sommerfänger & Teufelsengel) gelesen.
Diese Bücher sind ein Muss!

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Bewertung von Anna-Nellie13 aus Krefeld am 13.07.2011 ***** sehr gut
In dem Buch " Der Erdbeerpflücker" von Monika Feth geht es um Jette, Caro und Merle, die zusammen in einer Wohnung leben. Doch seit kurzem ist etwas anders: Caro hat seit neustem einen Freund und ist kaum noch zu Hause. Auch nachts bleibt sie des Öffteren weg und wenn sie einmal zu Hause ist, dann spricht sie kaum mit den anderen. Eines Morgens taucht Caro aber nicht wieder auf und Jette und Merle machen sich große Sorgen. Doch Caro wird von der Polizei im Wald gefunden, allerdings tot. Die beiden Mädchen verstehen die Welt nicht mehr und beschließen neben den Ermittlungsarbeiten der Polizei auf eigene Faust den Mörder von Caro zu finden. Dabei verliebt sich Jette in einen charmanten jungen Mann und trotz des Wissens, dass sie garnicht viel über ihn weiß, kann sie ihm nicht wiederstehen.
Eines Tages trifft sich Jette mit ihrem neuen Freund, der sie in den Wald führt. Als Jette plötzlich bewusst wird, dass Caros Mörder vor ihr steht, schafft sie es gerade noch, ihrem eigenen Tod zu umgehen, indem sie den Mann zu Boden wirft und um ihr Leben rennt. Gott sei Dank findet sie in der Nähe ein kleines Haus, wessen Bewohner ihr gleich helfen. Sie rufen die Polizei und der junge Mann wird verhaftet. Es stellt sich heraus, dass er ein Erdbeerpflücker von einem Nahe gelegenen Feld ist.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil mir die Art, wie Monika Feth schreibt, sehr gefällt und mich auch immer weiter und weiter lesen lässt.

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Bewertung von Lesemaus aus Sauerlach am 12.07.2011 ***** sehr gut
Super Roman
sehr gut zu lesen, werde mir bestimmt noch weitere von Monika Feth zulegen.

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Bewertung von Judith aus Hünfelden am 14.06.2011 ***** gut
In dem Thriller „Der Erdbeerpflücker“ geht es um das Mädchen Jette und ihre zwei besten Freundinnen Merle und Caro. Eines Tages wird Caro ermordet aufgefunden und Jette und Merle sind todtraurig und am Boden zerstört. Aber die beiden sitzen nicht nur trauernd in der Wohnung herum, Jette schwört öffentlich Rache und will den Mörder auf eigene Faust finden. Sie lässt sich nicht davon abbringen, obwohl ihr bewusst ist, dass sie ein sehr gefährliches Spiel spielt und obwohl sich alle Sorgen um sie machen. Während ihrer Suche trifft sie auch auf einen Jungen, Georg, in den sie sich verliebt. Die beiden werden ein Paar und Jette ist überglücklich. Aber eines weiß sie nicht: Georg ist kein stinknormaler, dahergelaufener Junge, er ist der Mörder von Caro und hat es wahrscheinlich auch auf Jette abgesehen…
Ich finde diesen Thriller von Monika Feth eher mittelmäßig. Er ist zwar teilweise auch spannend, aber am Anfang und zwischendrin ist er öfters etwas langweilig und langatmig. Ich empfehle ihn aber trotzdem weiter, weil ich denke, dass dieses Buch einfach nicht meinem Stil entspricht und dass es vielen anderen sicher gefällt.

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Bewertung von HERBERT aus Krefeld am 09.06.2011 ***** ausgezeichnet
Das Buch Der Erdbeerpflücker handelt von Jette, einer jungen Studentin in dn Semesterferien. Sie lebt mit zwei Freundinnen in einer WG. Als Caro, ihre Freundin und Mitbewohnerinnen erstochen aufgedunden wird, schwört sie auf deren Beerdigung Rache. Da ihre Mutter bekannte Schriftstellerin ist, wird die Presse auf ihre Drohung aufmerksam - und somit auch der Mörder, der sich unter die Gäste geschmuggelt hat. Er nähert sich ihr unauffällig und Jette verliebt sich in ihn. Als sie bemerkt, wer er ist und was er vorhat, ist es schon fast zu spät ...
Das Buch hat Klasse. Es ist spannend und mitreißend, ohne dabei billig oder einfach gestrickt zu wirken. Ich empfehle es an Leute, die gerne Krimis lesen und älter als 10 Jahre sind.

3 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Luzie aus Salzgitter am 13.05.2011 ***** ausgezeichnet
Jette, Caro und Merle wohnen zusammen in einer WG. Jeder hat seine Geheimnisse, doch sie sagen sich fast alles. Doch auf einmal macht Caro ein großes Geheimnis aus ihrem neuen Freund. Für Jette und Merle ist das nicht toll, ab er sie können sich damit abfinden. Doch dann wird Caro ermordet aufgefunden. Die Polizei tappüt im Dunkeln und so beschliesst Jette selber nach Caros Mörder zu suchen. Dies schwört sie öffentlich und macht den Mörder damit auf sich aufmerksam . . . Bei ihren Nachforschungen lernt sie einen Mann kennen, der sehr nett ist. DIe beiden werden Freunde und Jette verliebt sich sogar ein bisschen in ihn. Die Polizei hat Caros ganzes Zimmer durchsucht und vieles mitgenommen, doch Jette findet einen Hinweis, den die Polizei übersehen hat: ein Gedicht in Caros Tagebuch:
DU
wer bist du
lauter
ungefragte fragen
lauter
lieder
nicht gesungen
neun
ungelebte leben
auf deinem mund
ein schrecklich rotes
süßes lächeln

Rotes lächeln-rot wie Erdbeeren.
Rot wie Erdbeerpflücker.
Doch die Polizei hat bereits die Erdbeerpflücker verjört, alle einzeln, doch keiner scheint schuldig zu sein . . .
Jette fühlt sich immer mehr zu dem Mann hingezogen, doch weiß sie nicht mit wem sie es in Wirklichkeit zu tun hat . . .
Das Bcuh hat mir sehr gut gefallen, weil es sehr spannend war und es ist fast unmöglich, wenn man es einmal angefangen hat, es wieder aus der Hand zu legen, weil es keine richtige Stelle gibt, wo einen der Drang zum weiterlesen verlässt. Man möchte wissen, was passiert ist, was mit den Gedichten von Caro gemeint ist. Das Buch ist aus verschiedenen Perspektieven geschrieben und das macht es noch spannender, weil man immer mehr weiß, als nötig wäre um jeden zu verstehen. Man kann sich sehr gut in die Rolle der jeweiligen Person hereinversetzen und alles nach vollziehen. Ich empfehle es allen Thriller-Fans, weil wie gesagt, dass Buch einfach spannend ist und viel Action und Spannung vorhanden ist.

3 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von Mango aus Odenthal am 12.05.2011 ***** sehr gut
Für Jette bricht eine Welt zusammen, als ihre Freundin Caro plötzlich stirbt. Und noch schlimmer kommt es für sie, als sie erfährt, dass sie ermordet wurde! Warum ausgerechnet ihre Freundin? Sie kann es einfach nicht verstehen. Sie ahnt nicht, wie nah ihr der Mörder in letzter Zeit ist: Es ist ein Junge, den sie zufällig bei einem Buchlauf kennengelernt hat! Er ist ihr auf Anhieb sympatisch, sie verliebt sich schließlich sogar in ihn. Jette ahnt nicht, in welche Gefahr sie sich nach und nach begibt. Dieser angebliche"Freund" nutzt sie nämlich nur. Ihr soll es als Nächstes so ergehen, wie Caro. Wird sie es herausbekommen, bevor es zu spät ist?
Ein fesselnder Thriller.Er ist wirklich gut gelungen. Wenn man einmmal anfängt, muss man auch weiterlesen. So ein dickes Buch hat man nicht an einem Tag durch. Ich finde gut, dass es auch um Liebe geht. Es vervollständigt dieses Werk einfach. Ich weise darauf hin, dass dieses hier nicht das Einzigste Buch von Monika Feth ist. Ihre Krimis haben so ein gewisses Etwas, dass sie zu etwas ganz besonderem macht. Deswegen sind sie für Krimifreunde wieder ein toller Erfolg.

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Bewertung von Amelie und Jasmin aus Markgröningen am 11.05.2011 ***** gut
In dem Thriller ,,Der Erdbeerpflücker" geht es um die Rache an einem gewaltsamen Mord. Jette, Tochter einer berühmten Schriftstellerin, Merle, eine militante Tierschützerin und Caro, die aus schwierigen Verhältnissen kommt wohnen zusammen in einer WG. Die Welt ist in Ordnung bis zu dem Tag von Caros Mord. Sie wird mit sieben Messerstichen und ohne ihre Kette aufgefunden, wie schon einige Mädchen vor ihr. Jette und Merle versuchen alles um Caros Mörder zu finden und ihn zu rächen. Jette lernt den Mörder kennen, ohne zu wissen, dass es sich um jenen handelt. Sie verliebt sich in ihn und bringt sich damit in große Gefahr.
Ich habe dieses Buch gelesen und man konnte mich nur schwer dazu bringen eine Pause zu machen. Es ist spannend und wenn man einmal angefangen hat, ist es schwer wieder aufzuhören, weil man wissen möchte, wie es ausgeht. In dem Buch werden immer wieder die Sichtweisen geändert, sodass man Einblicke in die Gedanken aller wichtigen Personen bekommt. Im ersten Abschnitt liest man noch aus Jettes Sicht, im nächsten schon wieder aus der des Mörders. Gegen Ende werden diese Wechsel immer häufiger, was die Spannung sehr steigert. Dadurch, dass Jette und Merle dem Mörder ständig über den Weg laufen, denkt man, dass sie ihn jeden Moment enttarnen, was aber nie der Fall ist. Man erfährt schon früh den Namen des Mörders, was der Spannung aber keinen Abbruch tut, weil das Ende so überraschend ist.
Wenn man das Buch nachts liest, kann man sich schon ein wenig gruseln, aber alles in allem ist es ein sehr gelungener Thriller, von dem man nicht genug bekommen kann.

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