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Bewertung von joshi_82 aus Olbersdorf am 05.09.2012 |
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"The Sign 1 - Nur zu deiner Sicherheit" ist eines dieser Bücher, auf die ich mich wahnsinnig gefreut habe. Der Klappentext verspricht eine spannende Geschichte, in einer interessanten Welt. Größtenteils konnte die Autorin das auch genau so umsetzen, nur hatte ich so meine Probleme mit Nina, der Ich-Erzählerin dieser Geschichte. Zwar ist sie ein Mädchen, dass sich ihr Leben nicht von den Medien und der Regierung vorschreiben lassen will (wozu eben auch gehört, dass die Mädchen mit 16 ihre Unschuld verlieren dürfen und sollten), die ihren eigenen Kopf hat und den auch zum Denken benutzt, nicht so wie andere Mädchen in ihrem Alter. Und doch drehen sich ihre Gedanken viel zu oft um Sex, wie ich finde. Natürlich ist das in diesem Alter vollkommen normal, gerade wenn man dann noch jemanden kennenlernt, in den man sich verliebt. Trotzdem ging mir das teilweise etwas auf die Nerven. Einerseits ist sie absolut dagegen, sich zu benehmen, wie ein typischer "Sex-Teen" und findet Sex sogar eklig, andererseits hat sie ihre Hormone kaum im Griff. Auch benimmt sie sich teilweise doch ein wenig naiver, als in ihrer Situation angebracht wäre. Sie begibt sich immer wieder in Gefahr, obwohl sie weiß, dass sie verfolgt wird und lässt sogar ihre Schwester alleine, obwohl sie solche Angst davor hat, dass sie entführt werden könnte. Und der Grund dafür ist natürlich ihr Hormonhaushalt. Sicher ist das in ihrem Alter sehr normal, doch trotzdem habe ich deswegen mehr als einmal den Kopf schütteln müssen. Auch, dass sie sich keine anderen Gefühle erlauben will, vor allem nicht trauern, fand ich etwas schade. Gut hat mir allerdings gefallen, dass sie sich nicht einschüchtern lässt und für ihre Ziele kämpft. Auch Nina´s Freunde waren mir fast alle sympathisch, ebenso wie Wei´s Eltern. Wer mich allerdings tierisch genervt hat, war Sandy, die nur an Jungs zu denken scheint und sonst nicht allzu viel nachdenkt. Die Welt, die die Autorin hier geschaffen hat, ist schon recht beängstigend, denn es herrscht die absolute Kontrolle durch die Regierung und die Medien, die einem jeden Tag einbleuen, was man zu denken und zu tun hat. Die meisten Menschen sind damit zufrieden, doch natürlich gibt es auch andere, die so nicht leben wollen und sich damit zum Feind der Gesellschaft machen. Auch gibt es hier Ränge, in die die Menschen eingeteilt sind, von 1 bis 10, wobei 1 der niedrigste und ärmste Rang ist. Julia Karr hat einen recht einfachen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt. Ein bisschen mehr hätte sie gerne auf die technischen Details eingehen können, da ich mir manchmal einfach nicht vorstellen konnte, wie bestimmte Dinge aussehen oder für was genau sie eigentlich da sind. Der Spannungsbogen in diesem Buch ist relativ hoch, da Nina ständig neue Geheimnisse lüftet und immer wieder in Gefahr gerät. Gerade das Ende fand ich wirklich spannend. Auch ist es diesmal kein Ende, was komplett offen ist, sondern wenn man es wollte, könnte man mit diesem Buch abschließen, ohne die Reihe weiter zu verfolgen, allerdings bleiben natürlich auch noch einige Dinge offen, die ich zumindest gerne noch aufgelöst haben möchte. Teil 2 "Truth" ist am 19.1. diesen Jahres auf englisch erschienen und ich hoffe, dass er auch in deutsch bald erscheint. Fazit: Eine spannende Dystopie mit kleinen Schwächen, die mich aber trotzdem überzeugen konnte. |
1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
Bewertung von Claudias Bücherregal aus Schleswig-Holstein am 25.04.2012 |
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Der 10. Dezember 2150 ist definitiv kein Datum, welches Nina herbei sehnt, denn an diesem Tag wird sie 16 Jahre alt werden. Das bedeutet, sie wird eine Tätowierung ("The Sign") erhalten und ein Sex-Teen werden. Offiziell darf sie dann Sex haben, inoffiziell wird sie somit quasi zum Freiwild für das männliche Geschlecht. Das ist jedoch nicht Ninas einzige Sorge. Kurz vorher wird ihre Mutter ermordet und sie erfährt, dass diese dem Widerstand angehörte, dass ihr tot geglaubter Vater evtl. noch lebt und dass die Regierung die Menschen nicht nur belügt, sondern auch manipuliert. Ninas Leben steht Kopf und dann trifft sie auch noch auf Sal, einen mysteriösen Jungen. "Nur zu deiner Sicherheit" ist der Auftakt-Roman zu einer Dystopie-Serie, die den Leser ins futuristische Chicago entführt. Das Leben im Jahre 2150 unterscheidet sich schon ziemlich verglichen mit unserem heutigen Leben. Die Technik hat weitere Sprünge gemacht aber der größte Unterschied ist die Kontrolle, die die Regierung über die Menschen ausübt. Ausgewählte Videos, Werbeslogans und sogar der Schulunterricht wirken wir eine Art Gehirnwäsche auf die meisten Menschen. Ninas beste Freundin Sandy zum Beispiel freut sich extrem darauf ein Sex-Teen zu werden und möchte dann unbedingt an einem speziellen Programm der Regierung teilnehmen. Nina selbst hingegen hält davon nicht so viel, was auf den positiven Einfluss ihrer Mutter zurückzuführen ist. Aber Nina hat am Anfang des Romans selbst kaum eine Ahnung davon, was die Regierung wirklich plant und dass es unterschwellig bereits einen Krieg gibt: Widerstandsbewegung gegen Regierung. Der Einstieg in den Roman ist mir nicht sofort gelungen. Der Schreibstil ist zwar einfach gehalten, jedoch wird man sofort in das futuristische Chicago geworfen und hat Mühe sich mit den ganzen technischen Neuheiten auseinander zu setzen, die von der Autorin meistens noch mit irgendwelchen wilden, neu kreierten Abkürzungen (B.O.S.S., WeLS, ...) versehen werden. Viele werden zwar davon irgendwann erklärt, aber am Anfang ist das ziemlich verwirrend und wofür einige Abkürzungen stehen, ist mir nach dem Lesen des Romans immer noch nicht klar. Im Kopf der Autorin hat es wahrscheinlich alles von Anfang an Sinn gemacht, da sie sich mit der Geschichte ja bereits sehr auseinander gesetzt hat. Als Neuling und Erstleser des Romans hätte ich mir jedoch einen etwas einfacheren Einstieg gewünscht. Außerdem wäre es schön gewesen, wenn Julia Karr manche Dinge etwas detaillierter beschrieben hätte. So sind PAVs ein gängiges Kommunikationsmittel, aber ich habe keinerlei Vorstellung, wie ich mir so ein PAV (Personal-Audio/Video) genau vorstellen soll, außer, dass es am Handgelenk sitzt. Ich hätte es besser gefunden, wenn solche technischen Neuheiten ausführlicher beschrieben worden wären, damit man sich noch besser in der neuen Welt zu Recht finden könnte. Die Abkürzungen mal beiseite gestellt, lässt sich der Roman wirklich flüssig lesen und die Autorin hatte ein paar schöne, neue Ideen für ihre Dystopie-Welt. Am Anfang war ich noch etwas irritiert, da gefühlt jedes zweite Wort "Sex" war, aber entweder wird das im Laufe des Romans besser oder man gewöhnt sich daran. Jedenfalls war es sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich 15-jährige Mädchen auf ihren 16. Geburtstag reagieren. Ninas Freundin Sandy liest alles, was sie über Sex-Teens erfahren kann und schaut sich jedes Promotion-Video an, Nina hingegen will mit der ganzen Thematik am liebsten nichts zu tun haben. Die Figuren der beiden Mädchen und ihre Ansichten werden sehr glaubhaft präsentiert, was auch für die anderen Charaktere gilt, lediglich an ein paar wenigen Stellen wirken sie nicht komplett "rund". Fazit: Ein gelungener Auftakt zu einer neuen Dystopie-Serie, der zwar noch ein paar Schwächen hat, aber durchaus lesenswert ist. |
1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich. War diese Bewertung für Sie hilfreich? |
| Bewertung von Lenchen von www.mutos-buecherwelt.blogspot.com aus Fridingen am 26.02.2012 | |
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Ja, The Sign ist ein Buch, an dem sich gewiss die Geister scheiden. Manche finden es oberste Spitzenklasse, andere sind nicht so begeistert. Ich ordne mich in letztere Reihe ein. The Sign ist gewiss kein schlechtes Buch, ganz im Gegenteil. Es hat mir sehr gut gefallen, auch wenn einige Schwächen erkennbar sind. Die Idee dieses Sex-Medien-Regimes ist nur bedingt nachvollziehbar. Die Seite mit der mediengesteuerten Gesellschaft trifft heute absolut zu und wurde gut in Szene gesetzt. Die ganze Sache mit diesem XVI-Tattoo allerdings weniger. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie man auf eine solche Idee kommt. Warum? Was hätte die Regierung und die Gesellschaft von einem solchen Gesetzt? Überhaupt nichts! Mir scheint es, als wurde diese XVI-Geschichte nur eingebaut, um einen sexuellen Konflikt in die Geschichte einzubauen, mit der sich manche Mädchen eben identifizieren können. Auch diese ganzen technischen Spielereien und "Gruppierungen", wie das WeLS, wurden nicht näher erklärt. Ich meine, was heißt WeLS eigentlich? Das erfährt man nicht. Die Grundidee, die hinter der ganzen Hintergrundstory steckt, ist nicht schlecht, wurde aber leider wiederrum mehr schlecht als recht ausgebaut. Auch die Charaktere konnten mich nicht so recht vom Hocker reißen. Nina hat mir recht gut gefallen, da sie von Anfang an am Regime und der ganzen Mediengesellschaft zweifelt und sie zunehmend kritisiert. Auch die ganzen Nebencharaktere waren recht nett ausgearbeitet, allerdings fehlt es so gut wie jedem Charakter an einer essentiellen Eigenschaft: Emotion. Das liegt zum Teil auch am Schreibstil. Emotionale Szenen, wie der grausame Mord an ihrer Mutter wurden in einem kurzen Absatz erwähnt und nicht näher ausgeführt. Nina versucht stark zu bleiben, was durchaus nachvollziehbar gewesen wäre, wenn es besser umschrieben wäre. Gerade an diesem Szenen merkt man, dass die Autorin wohl Schwierigkeiten gehabt hat, die Stimmung richtig einzufangen. Das fande ich sehr schade. Auch die Liebesgeschichte mit Sal war ganz nett, auch wenn es mir hier wieder an emotionalen Tiefgang fehlte. Der Schreibstil ist durchweg gut und baut kontinuierlich Spannung auf. Jedoch hapert es sehr bei emotional geladenen Szenen, die damit nur eine maskenhafte Aura verliehen bekommen. Man fühlt nicht wirklich mit den Personen mit, was gerade bei so einer Story schade ist. Man kann sich nicht mit den Charakteren identifizieren. Allerdings versteht es die Autorin, wie man Spannung aufbaut. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand lesen und hatte es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen. Obwohl nicht unbedingt richtige "Knüller" passieren, will man immer wissen, wie es weitergeht. Dem Buch fehlt es an Herz und Seele. Wären diese beiden Aspekte dabei gewesen, wäre es sicherlich ein Highlight geworden, so allerdings ... Natürlich bleibt noch Hoffnung: Nächstes Jahr kommt der zweite Band heraus.Wollen wir hoffen, dass sich dort die Story etwas vertieft. Das die Charaktere Tiefgang bekommen, bezweifle ich ... Das Cover finde ich im Deutschen sehr unpassend. Ich weiß gar nicht, was für einen Storybezug es hat: Vermutlich gar keinen ... The Sign ist eine durchschnittliche Dystopie, die zwar Spannend ist, aber an emotionalen Momenten mehr oder minder scheitert. Wertung: Story: 3/5 Charaktere: 3/5 Sprache/Schreibstil: 4/5 Emotional: 2/5 Endwertung: 3/5 Altersempfehlung: 12+ |
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| Bewertung von Seelchen am 02.02.2012 | |
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Nur zu deiner Sicherheit lautet der Untertitel dieses Buches, doch ist der eigentliche Raum, den dieser kleine Satz einnimmt, viel weitläufiger, als man zunächst denken mag, denn er ziert nicht nur das Cover des Buches, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung der Geschichte. Während Nina als Hauptprotagonistin die Rolle der Ich-Erzählerin einnimmt und den Leser durch die Geschichte führt, hilft der lockere und moderne Schreibstil dabei, schnell seinen Rhythmus zu finden und die Handlung in sich aufzunehmen. Zwar gibt es hier und da ein paar Längen, die sich besonders auf den ersten paar Seiten bemerkbar machen, doch sind diese recht bald überwunden und werden durch den Rest der Handlung größtenteils wieder wett gemacht. Was die Rollenbesetzung dieser Geschichte betrifft, so findet man hier eine kunterbunte Mischung, deren Charaktere die unterschiedlichsten Spuren auf den Seiten hinterlassen. So zum Beispiel ist Sandy ein junges Mädchen, welches sich von Medien vollends beeinflussen lässt, den Jungs unbedingt auffallen möchte und alles dafür tun würde, ihrem Rang 2 Status zu entkommen, während Sal und Wei im Gegenzug keinen Wert auf Ränge legen und lieber weniger haben wollen würden, wenn sie dafür ihre Freiheit hätten, anstatt ihr Leben nach der steten Kontrolle und Zensur der Regierung ausrichten zu müssen. Doch nicht nur die unterschiedlichen Ansichten, die die einzelnen Protagonisten haben, sorgen für Abwechslung im Laufe der Geschichte, sondern auch all ihre Facetten, die von vorlaut und kess über liebevoll, traurig, wütend, zielstrebig, hilfsbereit und mutig bis hin zu hinterlistig und falsch reichen. Bei Nina hingegen hatte ich teilweise das Gefühl, die Autorin sei sich nicht ganz schlüssig gewesen, wie sie sie formen soll. Große Mühe hat sich die Autorin dabei gegeben, im Mantel ihrer Geschichte Probleme unseres Alltags aufzuzeigen. So wurde hier ein Großteil der Aufmerksamkeit darauf gelegt, die Problematik der stetig zunehmenden Überwachung der Bürger anzusprechen und innerhalb der Handlung damit eine Möglichkeit dargestellt, wie das Leben unter den stets wachen Augen der Regierung aussehen könnte. Auch wird der große Einfluss der Medien auf den Konsumenten als Thema aufgegriffen, aufgezeigt, wie sie uns unbewusst manipulieren und Kontrolle auf uns ausüben. Als weiteren Strang räumt die Autorin dem Thema Sex von Jugendlichen und dem Vollzug des Geschlechtsverkehrs aus einer Erwartungshaltung heraus einen ebenso großen Raum ein. Etwas gestört hat mich allerdings das Ende des Buches. Bei all den Problemen und Hürden, mit denen Nina im Laufe der Handlung zu kämpfen hatte, hatte ich damit gerechnet, mich mit einem gewaltigen Cliffhanger zufrieden geben zu müssen, doch dem war nicht so. Statt offener Fragen und dem Gefühl, auf gar keinen Fall länger auf die Fortsetzung warten zu können, weil die Neugier mich sonst auffrisst, ließ mich das Buch eher ruhig und gelassen ob all den aufgeklärten Fäden der Handlung zurück und genau das finde ich schade. Mir persönlich war das Ende zu einfach, zu rund und ich hätte es besser gefunden, wenn The Sign – Nur zu deiner Sicherheit ohne die letzten beiden Kapitel hätte leben müssen und der Leser dafür mit der ein oder anderen offenen Frage mehr dagestanden und sich das Warten auf den Folgeband mit Rätseleien und Spekulationen hätte versüßen können. Fazit The Sign – Nur zu deiner Sicherheit ist ein durchaus unterhaltsamer Auftakt für eine Reise, in eine neue in der Zukunft spielende Welt mit sympathischen Charakteren, glaubwürdigen Umständen, gefühlvoller Ausarbeitung und Luft nach oben, die sich die Autorin im Folgeband hoffentlich zu Nutze macht, denn sowohl die Idee der Geschichte als auch ihre Charaktere haben viel Potential und ich würde mich freuen, wenn es im nächsten Band ganz zum Vorschein kommt. |
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Bewertung von http://gottagivethembooks.wordpress.com am 24.01.2012 |
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Chicago im Jahr 2150: Die Regierung ist zu einer Art “Big Brother” geworden und überwacht alles und jeden, Kinder werden mit einem GPS-Chip versehen und Jugendliche mit sechzehn zwangstätowiert. Dieses Tattoo gibt ihnen das Recht legal Sex zu haben. Die Realität sieht, besonders für die Mädchen, aber anders aus. Durch das Tattoo werden sie zu Freiwild und ungeahndete Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Grund genug für Nina, sich vor ihrem sechzehnten Geburtstag zu fürchten. Immerhin hat sie eine Mutter, die hinter ihr steht und der sie vertrauen kann. Als diese jedoch bei einem Überfall ums Leben kommt und Nina erfährt, dass ihr totgeglaubter Vater lebt und zu den führenden Köpfen des Widerstands gehört, verändert sich alles. Mit dem Auftakt ihrer als Trilogie geplanten Reihe hat Julia Karr mich gleich für sich und ihr Buch gewinnen können. Ein Überwachungsstaat à la George Orwell, der auf den ersten Blick nur das Wohl der Bürger im Sinn hat, wenn man ein bisschen genauer hinsieht aber schlicht und ergreifend eine schlecht getarnte patriarchalische Diktatur ist, die ihre Bürger unterdrückt, in Klassen einteilt und junge Mädchen durch gezielte Propaganda quasi als Gebrauchsobjekte heranzüchtet. Die Autorin zeichnet das Bild ihrer dystopischen Welt absolut überzeugend und schafft so den perfekten Rahmen für die Geschichte. Ihr angenehmer, flüssiger Schreibstil und die Fähigkeit, die richtigen Gefühle zur richtigen Zeit zu vermitteln, machen das Lesen zu einem fesselnden Erlebnis. Die Protagonisten sind glaubhaft und eingängig beschrieben und besonders die toughe Wei konnte mich gleich für sich gewinnen. Nina ist eine starke Hauptfigur, die mir zwar gelegentlich ein wenig zu sprunghaft in ihren Entscheidungen ist, aber vielleicht muss man das einer knapp Sechzehnjährigen auch einfach zugestehen. Besonders gefallen hat mir, dass die Liebesgeschichte zwischen Sal und Nina zwar eine Rolle spielt, aber nicht ihre allumfassenden Schatten über die gesamte Story wirft und so der eigentlichen Handlung den Rang abläuft. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf die Fortsetzung und freue mich darauf, mehr von dieser talentierten Autorin zu lesen. |
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Bewertung von Eva L. aus Osnabrück am 11.01.2012 |
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Julia Karrs Debüt „The Sign Nur zu deiner Sicherheit“ ist eine weitere von vielen Dystopien, die momentan auf den Buchmarkt drängen. Sie widmet sich allerdings einem anderen Schwerpunkt als alle anderen Autoren, von denen ich bisher eine Dystopie gelesen habe. Bei Julia Karr steht der Teenager- Sex im Mittelpunkt. Solange Mädchen unter sechzehn sind, sind sie durch ihr unversehrtes Handgelenk geschützt und niemand darf sie anrühren. An ihrem sechzehnten Geburtstag erhalten sie umfassende Impfungen gegen sexuell übertragbare Krankheiten und ein XVI- Tattoo auf ihr Handgelenk und sind damit quasi zum Abschuss freigegeben. Wer sich nicht wehren kann hat schlechte Karten und die Täter werden noch nicht einmal bestraft, denn es heißt, alle Sechzehnjährigen seien ganz wild darauf, endlich Sex zu haben und die Taten seien mit ihrem Einverständnis verübt worden. Eine beängstigende Vorstellung. Zu Beginn habe ich mich sehr schwer damit getan, mich in das Buch hineinzufinden. Man wird ohne jegliche Vorkenntnis in die Geschichte hineinkatapultiert und befindet sich auf einmal im Chicago der Zukunft, wo nichts mehr so ist, wie es mal war. Die Autorin wirft mit fremden Begriffen wie PAV, WelS- Programm, Trannie etc. nur so um sich, ohne dass man eine Erklärung erhält, worum es sich dabei handelt. Das meiste wird irgendwann aufgeklärt, aber wofür beispielsweise PAV steht, weiß ich auch nach dem Beenden des Buches noch nicht. Das hat mich ziemlich gestört und am Anfang auch sehr verwirrt. Mit steigender Seitenzahl zieht „The Sign“ den Leser aber immer mehr in seinen Bann. Ninas Suche nach Antworten und Lösungen gestaltet sich sehr spannend und es gelingt Julia Karr immer wieder, durch unvorhersehbare Wendungen den Leser in die Irre zu führen und zu überraschen. Das Ende ist stimmig und weckt die Hoffnung auf eine Fortsetzung. Nina ist eine toughe, starke und mutige Heldin, der man das, was sie tut, einfach abnimmt. Mit ihr hat die Autorin eine Protagonistin geschaffen, bei der einfach alles zusammen passt, ohne dass sie zu perfekt oder unglaubhaft erscheint. Dafür fehlt ihrem männlichen Gegenpart, Sal, in meinen Augen ein wenig die Tiefe. Mit ihm konnte ich das ganze Buch über nicht wirklich warm werden. Entsetzlich nervig fand ich hingegen Sandy, Ninas beste Freundin. Mir ist auch nie ganz klar geworden, warum Nina an der Freundschaft zu diesem Mädchen, dass so anders ist als sie selbst und genau das verkörpert, was Nina nie sein will, so festhält. Sie will sie beschützen, ok, und die beiden haben in der Vergangenheit viel zusammen erlebt, aber trotzdem erscheint ihre Freundschaft wenig glaubhaft, denn eigentlich geht Sandy Nina doch nur auf die Nerven. Julia Karr schafft es, sich mit „The Sign“ von der breiten Masse abzuheben und aus den vielen anderen Dystopien hervorzustechen. Zwar ist ihr Debüt nicht frei von Makeln, aber dennoch ein vielversprechender Anfang, der Lust auf mehr macht. Ich freue mich auf eine Fortsetzung. |
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