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Bewertung von Nazena aus Göttingen am 17.03.2012 |
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Nach den Quarkkriegen vor hundert Jahren liegt London in Schutt und Asche. Das neurussische Imperium hat gewonnen und die Besetzer, die Vlads, lassen ganz London nach einem geheimnisvollen Artefakt von unterprivilegierten Arbeitern durchzusuchen. Cass und ihr jüngerer Bruder Wilbur sind zwei solcher Räumer. Obwohl die Kontrollen streng sind, schleicht sich Wilbur immer wieder auf eigene Faust in die Stadt, denn er ist besessen davon, das Artefakt zu finden. Seine Träume und diverse Comichefte weisen ihm angeblich den Weg. Als er eines Tages wieder spurlos verschwindet, muss Cass ihn erneut suchen und findet ihn schließlich in Lebensgefahr im Big Ben. Doch dort trifft sie auch einen seltsamen Jungen an, Peyto, der ganz offensichtlich nicht aus der Stadt stammt. Peyto und seine Freundin Erin sind ebenfalls verzweifelt auf das Artefakt angewiesen, denn ihre Leute haben es verloren. Und wenn es nicht innerhalb von sechs Tagen gefunden wird, kann dies das Ende der Welt bedeuten... Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet, man sieht eine blaue Landschaft aus Computerchips, die das zerstörte London nachbilden. Wer auf einen spannenden Endzeit-SF-Roman hofft, wird allerdings enttäuscht. Der Roman wird aus Cass'-Ich-Perspektive erzählt und dreht sich demzufolge nicht nur um die Jagd nach dem Artefakt, sondern auch um ihre Familie, Probleme und ihren ständigen Ärger auf ihren kleinen Bruder. Der Roman ist zwar für Jugendliche geschrieben, aber stellenweise sehr naiv: natürlich würden zuallererst die prominenten Orte abgesucht, bevor man jeden einzelnen Stein zerbröselt. Außerdem hätte das Artefakt schon wesentlich früher auffallen müssen, es ist ja kaum zu übersehen und muss vor einigen hundert Jahren an seinen jetzigen (öffentlichen!) Platz gebracht worden sein. Die Erklärungen sind sehr dürftig. Man erfährt so gut wie nichts über Peyto und Erin sowie ihre Leute, und den Hintergrund der ganzen Aktion. Auch wenn man das Zielalter bedenkt, ist die Geschichte in meinen Augen zu einfach gesponnen. Die Handlungen der Personen sind auch nicht nachvollziehbar: Wilbur hätte und würde ständig überwacht werden, wenn er dermaßen weltfremd (und/ oder Epileptiker) ist. Die Eroberer hätten ihn einfach erschossen. Die Jagd nach dem Artefakt gestaltet sich in meine Augen zu einfach. Hinweise in Comics- okay. Telepathische Verbindung zum Artefakt- auch gut. Aber telepathisches Fühlen von Comics? Die Geschichte hangelt sich von Punkt zu Punkt und beschreibt nur die spannenden Szenen ein wenig genauer, aber die Stellen dazwischen, der ganze Lösungsweg, geschieht einfach und wird nicht näher betrachtet. Das Buch war leidlich spannend, aber leider sehr vorhersagbar. Ich finde, man hätte es deutlich besser ausbauen können, besonders die Ideen der lebendigen Maschinen, oder was das Artefakt genau ist und wo es herkommt. Ein interessanter Punkt, aber kaum näher betrachtet und auch nicht die daraus folgenden Probleme (zB Nährstoffaufnahme) beachtet. Insgesamt gebe ich aber noch 3/ 5 Sterne. |
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Bewertung von Manja Teichner aus Krefeld am 16.03.2012 |
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Klappentext: Solange Cass denken kann, muss sie sich schon durch die Überreste der zerstörten Stadt wühlen. Genau wie alle anderen Räumer sucht sie nach dem Artefakt. Allerdings weiß niemand, wie es eigentlich aussieht. Und bis auf Cass‘ kleinen Bruder Wilbur glaubt auch keiner daran, dass es wirklich existiert. Doch als plötzlich Peyto und Erin auftauchen, ändert sich alles. Denn sie wissen, wonach sie suchen: nach etwas, dass überirdische Kräfte besitzt und die Macht hat, die Welt zu retten. Aber nur wenn sie es innerhalb von 6 Tagen finden … Meine Meinung: Die 15-jährige Cass und ihr 8-jähriger Bruder Wilbur leben in London in der fernen Zukunft. Die Stadt ist zerstört, sie wurde vor hunderten von Jahren mit Biowaffen angegriffen. Beide sind zusammen mit ihrem Vater Räumer. Diese werden von den Vlads, russische Soldaten, gezwungen nach einem wertvollen Artefakt zu suchen, welches große Kräfte haben soll. Dabei sind die Vlads äußerst streng, sie zögern auch nicht die Waffen zu nutzen. Wilbur findet beim Räumen immer wieder alte Comics, in denen er Hinweise zu sehen glaubt, wo das Artefakt ist. Als er im Big Ben ist geht er etwas zu weit und Cass muss ihn retten. Dabei taucht plötzlich der mysteriöse Peyto auf, der ganz und gar nicht wie ein Räumer aussieht. Eher wie eine „Pennratte“ mit Schlafanzug und verstrubbelten Haare. Peyto hilft Cass Wilburs Leben zu retten, wofür Cass sich ihm gegenüber verpflichtet sieht ihn vor den Vlads zu beschützen. Wenig später begegnen sie Erin, die wie Peyto ist. Beide besitzen etwas wertvolles, magisches, einen Falter. Auch sie suchen nun nach dem Artefakt, ja sie wissen sogar was es ist. Von nun an wird die Suche zu einem Wettlauf gegen die Zeit … Der Roman „Nur 6 Tage“ von Philip Webb ist eigentlich eine Dystopie aber es befinden sich auch Elemente eines spannenden Abenteuerromans darin. Das London, welches der Autor beschreibt, ist zerstört und nicht mehr bewohnbar. Vor dieser Kulisse lernt der Leser die Protagonisten kennen. Cass ist ein 15-jähriges Mädchen, das sehr verantwortungsbewusst und mutig ist. Ihrem Bruder gegenüber ist sie manchmal etwas grob aber nur um ihn seine Flausen aus dem Kopf zu treiben. Sie ist für mich die typische große Schwester und man kann sich als Leser gut in sie hineinversetzen. Wilbur ist ein kleiner Träumer. Er ist kindisch und wächst dem Leser sehr schnell ans Herz. Man möchte ihn gerne beschützen. Leider hört ihm eigentlich nie jemand richtig zu, was ihn ganz schön nervt. Wilbur soll ein sogenannter Helfer sein, da er immer wieder neue Ideen hat wo das Artefakt versteckt sein könnte. Erin wirkt etwas zickig, sie hat aber ihre Gründe dafür. Sie und Peyto sind auch auf der Suche nach dem Artefakt. Peyto ist eher der ruhigere Typ, passt aber dadurch sehr gut ins ganze Geschehen. Der Schreibstil ist sehr jugendlich. Man hat als Leser das Gefühl man wird direkt angesprochen. Sie Seiten lassen sich flüssig lesen. Erzählt wird die Handlung aus Cass‘ Sicht, so erlebt man alles hautnah. Der Autor baut von Beginn an Spannung auf und immer wieder kommt es zu Überraschungen, die es dem Leser schwer machen das Buch zur Seite zu legen. Allerdings ist das Ende ein wenig zu offen gehalten, denn es bleiben Fragen bestehen. Man möchte noch gerne wissen, was mit Wilbur und Erin passiert ist und ob denn die Theorie, die Cass hat, stimmt. Aber wer weiß, vielleicht schreibt der Autor ja eine Fortsetzung. Fazit: „Nur 6 Tage“ von Philip Webb ist ein gutes Buch. Es wirkt realistisch, die Charaktere sind sympathisch und der Leser wird von Beginn an mitgerissen. Besonders für junge Leser ist dieses Buch empfehlenswert. Vielen Dank an Buchbotschafter und den Carlsen Verlag für dieses Vorabexemplar. |
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