Hide Out / Bd. 2 - Eschbach, Andreas

Andreas Eschbach 

Hide Out / Bd. 2

Thriller

Gebundenes Buch
 
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Hide Out / Bd. 2

Was wäre, wenn das Wissen und die Gedanken eines Einzelnen für eine ganze Gruppe verfügbar wären? Jederzeit? Würde dann nicht Frieden und Einigkeit auf Erden herrschen? Wäre der Mensch dann endlich nicht mehr so entsetzlich allein? Oder könnte dadurch eine allgegenwärtige Supermacht entstehen, die zur schlimmsten Bedrohung der Welt wird?
Ein Thriller der Extraklasse von Andreas Eschbach, der die Themen Vernetzung und Globalisierung auf eine ganz neue, atemberaubende Weise weiterdenkt und die Frage stellt, was Identität und Individualität für die Menschheit bedeuten.


Produktinformation

  • Verlag: Arena
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 450 S.
  • Seitenzahl: 450
  • Out Bd.2
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 216mm x 162mm x 52mm
  • Gewicht: 907g
  • ISBN-13: 9783401065878
  • ISBN-10: 3401065874
  • Best.Nr.: 29971478
Andreas Eschbach, geboren 1959, studierte Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler, bevor er sich ausschließlich der Schriftstellerei widmete. Er lebt als freier Schriftsteller mit seiner Frau an der französischen Atlantikküste.

Leseprobe zu "Hide Out / Bd. 2" von Andreas Eschbach

"Alles sah tot und
verlassen aus, so weit das Auge reichte, und auch die Tankstelle, an der sie angehalten hatten, wirkte, als hätte man sie vor langer Zeit aufgegeben. Christopher beobachtete ein Insekt, das sich durch den Sand schleppte. Es sah aus wie ein Skorpion, und es war unterwegs in die Wüste.
'Ist hier überhaupt jemand?', fragte er.
Kyle war damit beschäftigt, sein Bargeld durchzuzählen. Er steckte seiner Schwester zwei Scheine zu; Christopher konnte nicht erkennen, was für welche. Diese Dollarscheine sahen in seinen Augen alle gleich aus. 'Bringt auch eine Zeitung mit', sagte Kyle. 'Den Nevada Herald, wenn sie den haben. Sonst eine andere.'
(...) Es tat gut, sich ein bisschen zu bewegen. Das auf jeden Fall. In einiger Entfernung stand der Mast einer Mobilfunkantenne. Aber Überwachungskameras waren keine zu sehen.
Serenity stieß die Tür zum Drugstore auf, mit einer heftigeren Bewegung, als nötig gewesen wäre. Und sie wartete nicht auf ihn, ließ die Tür hinter sich einfach wieder zufallen, ohne sich darum zu kümmern, ob Christopher nachkam oder nicht.
Drinnen war alles eng, vollgestopft und staubig. (...) Die Frau, die hinter der Kassentheke saß, würdigte sie keines Blickes. (...) Es war fast Mittag, und die klapprige Klimaanlage kam gegen die Hitze kaum noch an. Er trat neben Serenity, die vor dem Kühlregal mit den Getränken und den Sandwiches stand, in einigermaßen angenehmer Kühle.
'Man kann sich auch zu wichtig nehmen, weißt du?', sagte sie, ohne ihn anzusehen.
'Meinst du mich?', fragte Christopher.
Sie machte eine knappe, ärgerlich wirkende Handbewegung.
'Ja, ich geb's zu. Ich fand das zuerst ziemlich cool, dieses 'Die ganze Welt ist hinter mir her'-Ding. Aber ehrlich gesagt, auf die Dauer nervt es.'
Christopher blickte sich um. Vielleicht hatte sie ja recht. Das sah alles wirklich ziemlich aus wie der Arsch der Welt; man musste sich regelrecht wundern, dass es hier überhaupt elektrischen Strom gab. Was auch immer gerade an weltbewegenden Dingen geschehen mochte, an diesem Ort waren sie wahrscheinlich so weit davon entfernt wie nur irgend möglich. 'Tut mir leid', sagte er.
Sie warf ihm einen versöhnlichen Blick aus ihren bernsteinfarbenen Augen zu. 'Relax einfach. Wir sind bald da. Du machst dir entschieden zu viele Sorgen.'
Relaxen? Das war leichter gesagt als getan. Die Zeit, als er sich keine Sorgen gemacht hatte - seine Kindheit, sozusagen -, lag so lange zurück, dass er sich kaum noch daran erinnerte, wie sich das angefühlt hatte. Dagegen erinnerte er sich noch gut daran, wie sich der Tastendruck angefühlt hatte, mit dem er diese Zeit beendet hatte, schnell und unwiederbringlich. Wie sein Zeigefinger noch einen Moment über der Entertaste geschwebt war und er sich gefragt hatte, ob er das wirklich tun sollte, und wie es dann trocken Klick gemacht hatte, als er die Taste gedrückt und den Computervirus, der ihn berühmt machen sollte, auf die Reise geschickt hatte ..."

Kundenbewertungen zu "Hide Out / Bd. 2" von "Andreas Eschbach"

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Bewertung von http://gottagivethembooks.wordpress.com am 06.12.2011 ***** ausgezeichnet
Für die Kohärenz ist Christopher mittlerweile zur echten Bedrohung geworden. Sie jagen ihn und mit ihm die ganze Gruppe um seinen Unterstützer Jeremiah Jones. Die Situation wird immer gefährlicher und niemand scheint mehr sicher zu sein vor der Allmacht der Kohärenz. Sie ist überall. Sie sieht alles, sie weiß alles, sie kann alles – kann Christopher es trotzdem schaffen, ihr den entscheidenden Schritt voraus zu sein?

Den in “Black*Out” begonnenen, unglaubliche spannenden Plot setzt Andreas Eschbach hier nicht minder fesselnd fort und gleich nach wenigen Seiten ist man wieder mittendrin in der Zukunftsvision einer vollständig vernetzten, ihrer Individualität beraubten Menschheit.

Gottgleich glaubt die Kohärenz unbesiegbar zu sein – allmächtig! Scheinbar unaufhaltsam schreitet sie voran, assimiliert Mensch um Mensch.

Eschbach spielt so gekonnt mit seinem Thema, dass beim Leser bald die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt. Wie weit ist diese absolute Vernetzung wirklich weg? Ist die Technik längst soweit, ohne dass wir es auch nur ahnen? Sind wir wirklich allein in unserem Kopf?

Die Charaktere erreichen eine angemessene Komplexität und besonders die Entwicklung die Christopher durchlebt macht ihn glaubwürdig und verleiht ihm die nötige Tiefe. Die schwammige Ungreifbarkeit, die der Kohärenz hingegen anhaftet, macht sie nur umso beängstigender.

Rundherum eine perfekte Mischung aus Realität, Fiktion, Nervenkitzel und Erzählkunst, eine großartige Fortsetzung, die die Spannung auf das Finale ins Unermessliche steigert.

Zitate:

Ein Mann muss klug sein, natürlich. Und wenn er lange genug lebt, wird er vielleicht irgendwann weise. Aber Klugheit, das ist etwas anderes als das, was ihr Intelligenz nennt. Klugheit sitzt im ganzen Körper. Klugheit muss auch das eigene Herz kennen, muss mit der Kraft des eigenen Körpers vertraut sein. Intelligenz dagegen sitzt nur im Kopf. Sie ist wie ein Fieber. Eine Krankheit. (Seite 233)

Anstatt einfach nur ihre Sicht der Welt erzählen zu können, kam es immer so weit, dass sie sich verteidigen musste, sich und ihr Recht, nicht so zu sein wie alle anderen. Offenbar war dieses Recht irgendwann abgeschafft worden, ohne dass sie es mitgekriegt hatte. (Seite 317)

“Okay”, sagte er. “Ich tu’s.” Weiter sagte er nichts. Vor allem sagte er nicht so etwas wie auf deine Verantwortung, wie es wohl die meisten anderen getan hätten. Und dass er das nicht tat, weckte in Christopher eine plötzliche Zuversicht, die ihm selber unerklärlich war. Sie hatte etwas mit der Einsicht zu tun, dass man in Wirklichkeit niemals etwas auf die Verantwortung von jemand anderem tun konnte. Egal was man tat, man tat es immer auf eigene Verantwortung. (Seite 398)

Es kommt nicht auf den Kuss an, sondern darauf, was er ausdrückt. Wenn er die Verbindung zwischen zwei Menschen ausdrückt, dann ist es wirklich ein Kuss. Ansonsten sind es nur Lippen, die sich berühren. (Seite 447)

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