Tom Sawyer / cbj Klassiker Bd.2 - Twain, Mark

Mark Twain 

Tom Sawyer / cbj Klassiker Bd.2

Illustrator: Matthies, Don-Oliver / Übersetzer: Bestmann, Susanne
Broschiertes Buch
 
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Tom Sawyer / cbj Klassiker Bd.2

Tom Sawyer ist alles andere als ein Musterschüler - sehr zum Leidwesen seiner Tante Polly! Stets hat Tom den Kopf voller Streiche und abenteuerlicher Ideen. Gemeinsam mit seinen Freunden Huckleberry Finn und Joe Harper führt er ein aufregendes Leben, sei es als Schatzsucher, Pirat oder - wie Robin Hood - als 'edler Geächteter'. Als er dann auch noch hilft, einen Mord aufzuklären, ist Tom Sawyer einmal mehr der Held des Tages!

Ein Abenteuer kommt selten allein ... - Die schönsten Klassiker der Kinderliteratur jetzt bei Omnibus.

Tom Sawyer ist alles andere als ein Musterschüler - sehr zum Leidwesen seiner Tante Polly! Stets hat Tom den Kopf voller Streiche und abenteuerlicher Ideen. Gemeinsam mit seinen Freunden Huckleberry Finn und Joe Harper führt er ein aufregendes Leben, sei es als Schatzsucher, Pirat oder - wie Robin Hood - als 'edler Geächteter'. Als er dann auch noch hilft, einen Mord aufzuklären, ist Tom Sawyer einmal mehr der Held des Tages!

- In wunderschöner moderner Ausstattung

- Behutsam überarbeitet und gekürzt


Produktinformation

  • Verlag: Omnibus Tb Bei Bertelsmann
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 236 S. m. Illustr. v. Don-Oliver Matthies.
  • Seitenzahl: 236
  • Omnibus Taschenbücher Bd.21869
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 182mm x 126mm x 28mm
  • Gewicht: 257g
  • ISBN-13: 9783570218693
  • ISBN-10: 3570218694
  • Best.Nr.: 22835781
" Tom Sawyer ist für mich das tollste, stärkste, beste Buch. Alles ist drin: Liebe, Eifersucht, Mord, Verbrechen und es ist einfach superschön geschrieben." (hr 2 Domino Lesezeichen)

"'Tom Sawyer' ist für mich das tollste, stärkste, beste Buch. Alles ist drin: Liebe, Eifersucht, Mord, Verbrechen - und es ist einfach superschön geschrieben."
Mark Twain, geb. am 30.11.1835 in Florida (Missouri). Sein eigentlicher Name ist Samuel Longhorne Clemens. Der Vater starb 1847 und Twain musste im Alter von zwölf Jahren die Schule abbrechen und begann eine Lehre als Schriftsetzer. Mit 17 Jahren ging er nach New York, dann nach Philadelphia, wo er die ersten Reiseskizzen schrieb. Von 1857-60 war er Lotse auf dem Mississippi, nahm am Sezessionskrieg auf der Seite der Konföderierten teil und war 1861 Silbersucher in Nevada. 1864 lebte er in San Francisco, 1866 als Reporter auf Hawaii und 1867 als Reisender in Europa und Palästina. Er gründete einen Verlag, musste aber 1894 Konkurs anmelden und ging auf Weltreise, um mit Vorträgen seine Schulden abzutragen. Mark Twain starb am 21.4.1910 in Redding (Connecticut).

Leseprobe zu "Tom Sawyer / cbj Klassiker Bd.2" von Mark Twain

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Leseprobe zu "Tom Sawyer / cbj Klassiker Bd.2" von Mark Twain

Vorwort Die Abenteuer, von denen dieses Buch erzählt, sind fast alle so passiert. Ein oder zwei davon habe ich selbst erlebt, die restlichen haben mir Schulkameraden berichtet. Huckleberry Finn hat es wirklich gegeben, Tom Sawyer ebenso, allerdings habe ich in seiner Person die charakteristischen Eigenschaften von drei Jungen zusammengefasst, die ich kannte.

In der Zeit, in der diese Geschichte spielt, etwa vor dreißig oder vierzig Jahren, war im Westen noch bei Kindern und Sklaven der alte Aberglaube lebendig.

Ich habe dieses Buch vor allem für Jungen und Mädchen geschrieben. Ich hoffe jedoch, dass es von Männern und Frauen nicht abgelehnt wird; denn mein Hintergedanke beim Schreiben war, die Erwachsenen auf unterhaltsame Weise an ihre eigene Kindheit zu erinnern. An ihre Erlebnisse, ihre Gefühle, die Art, wie sie sprachen, und daran, in welche verqueren Unternehmungen sie sich so manches Mal eingelassen haben.

Hartsford 1876 Der Autor 1. Kapitel Tom!"

Keine Antwort.

"Tom!"

Keine Antwort.

"Wo steckt der Junge bloß wieder! Hallo, Tom?"

Die alte Dame zog ihre Brille auf die Nasenspitze und schaute über die Gläser hinweg durchs Zimmer. Dann schob sie die Brille auf die Stirn und schaute unter ihr hindurch in den Raum. Selten oder nie sah sie durch die Gläser hindurch, wenn sie nach etwas so unwichtigem wie einem kleinen Jungen suchte. Denn die Brille war ihr ganzer Stolz. Sie diente zur Zierde, nicht zum Gebrauch; ebenso gut hätte sie durch ein Paar Herdringe sehen können.

Überrascht, dass sie ihn nicht entdeckte, sagte sie: "Na warte, wenn ich dich erwische... "Sie beendete den Satz nicht, denn sie hatte sich bereits gebückt und stocherte mit dem Besenstiel unter dem Bett herum - doch sie beförderte nur die Katze ans Licht.

"So was wie diesen Bengel habe ich noch nie erlebt!", murmelte sie. Dann ging sie zur offenen Tür und sah über die Tomatenstöcke und wilden Sträucher hinweg in den Garten. Kein Tom. Jetzt erhob sie ihre Stimme und rief so laut, dass man es weithin hören konnte: "Tom!"

Hinter ihr war ein leises Geräusch zu hören und sie fuhr herum. Gerade noch rechtzeitig konnte sie einen schmalen Jungen am Jackenzipfel packen und seine Flucht verhindern.

"Aha! Da bist du also! Ich hätte es mir denken können! Was hast du in der Speisekammer zu suchen?"

"Nichts."

"Nichts? Sieh deine Hände und deinen Mund an! Was ist das?"

"Weiß ich nicht, Tante Polly!"

"Aber ich weiß es - es ist Marmelade! Mindestens vierzigmal habe ich dir schon gesagt, du sollst die Marmelade in Ruhe lassen. Jetzt hab ich genug! Hol den Stock!"

Die Rute schwebte bereits in der Luft, es bestand höchste Gefahr...

Da rief der Junge plötzlich: "Da, hinter dir! Schau!"

Die alte Dame fuhr herum und raffte mit einem Griff ihre Röcke zusammen, und der Junge schoss mit einem Satz zur Tür hinaus, kletterte blitzschnell über den Gartenzaun und verschwand.

Seine Tante stand einen Augenblick verdutzt da, brach aber dann in lautes Lachen aus. "Zum Kuckuck mit diesem Bengel! Dass ich es aber auch nie lerne. Wie oft hat er mich schon an der Nase herumgeführt! Aber je älter man wird, desto dümmer wird man. Ein alter Hund lernt keine neuen Kunststücke mehr, sagt das Sprichwort. Und wie soll ich wissen, was ihm wieder Neues eingefallen ist. Jeden Tag spielt er mir einen anderen Streich. Dabei weiß er genau, wie weit er gehen kann, bis mich der Zorn packt...

Wenn er mich dann auch nur einen Moment lang verwirrt oder mich zum Lachen bringt, ist die Wut verflogen, und ich kann ihm kein Härchen krümmen. Bei Gott, ich tu meine Pflicht nicht an dem Jungen. Wer sein Kind liebt, züchtigt es. So steht es in der Heiligen Schrift. Und so wäre es meine Pflicht. Er steckt voller Teufeleien, der Bengel - aber er ist schließlich das Kind meiner verstorbenen Schwester, der Ärmsten, und ich bringe es nicht übers Herz, ihn zu verprügeln. Wenn ich ihn nicht bestrafe, dann quält mich mein Gewissen, und wenn ich ihn schlage, dann bricht mir fast das Herz. Heute Nachmittag, da bin ich sicher, wird der Junge die Schule schwänzen, und ich bin gezwungen, ihn zur Strafe morgen arbeiten zu lassen. Ausgerechnet am Samstag, wenn alle anderen Jungen freihaben. Aber ich muss meine Pflicht tun und Arbeit hasst er mehr als alles andere..."

Tom schwänzte an diesem Tag tatsächlich die Schule. Er verbrachte einen sehr vergnügten Nachmittag. Am Abend kam er so spät nach Hause, dass er Jim, dem kleinen Negerjungen, nicht mehr helfen konnte, das Holz für den nächsten Tag zu hacken, aber doch rechtzeitig genug, um ihm von seinen Abenteuern zu berichten, während Jim drei Viertel der Arbeit machte. Toms Halbbruder Sid war mit dem Aufsammeln der Späne bereits fertig. Er war ein ruhiger Junge, der seiner Tante keinerlei Schwierigkeiten machte.

Während Tom sein Abendbrot aß und etwas Zucker stiebitzte, als sich die Gelegenheit bot, stellte ihm Tante Polly verfängliche Fragen, um ihn in die Falle zu locken. Wie viele einfache Seelen wiegte sie sich in dem Glauben, die dunkelsten Geheimnisse mit besonderem Geschick entschleiern zu können. Selbst ihre durchsichtigsten Finten betrachtete sie als Meisterleistungen an Schläue und Verschlagenheit.

So fragte sie: "Es war doch sicher sehr warm in der Schule, was, Tom?"

"Ja, Tante Polly."

"Furchtbar warm, was?"

"Ja!"

"Hattest du keine Lust, zum Schwimmen zu gehen?"

Tom zuckte zusammen. Er forschte im Gesicht seiner Tante nach verdächtigen Spuren, aber es verriet nichts. So sagte er: "Nein, eigentlich nicht..."

Die alte Dame streckte ihre Hand aus und befühlte Toms Hemd. "Aber nun ist dir nicht mehr warm?", fragte sie lauernd.

Endlich wusste Tom, woher der Wind wehte, darum kam er ihrer nächsten Frage zuvor. "Einige von uns haben den Kopf unter die Wasserpumpe gehalten. Meiner ist immer noch ein bisschen feucht. Schau!"

Tante Polly ärgerte sich. Das hatte sie völlig übersehen. "Musstest du nicht deinen Hemdkragen abmachen, den ich dir angenäht habe, als du den Kopf unter die Pumpe gehalten hast? Zeig mal her!"

Aus Toms Gesicht verschwand alle Unruhe. Er knöpfte die Jacke auf. Sein Hemdkragen war sorgfältig wieder angenäht.

"Tatsächlich! Ich hätte geschworen, dass du die Schule geschwänzt hast und schwimmen gegangen bist. Na, lassen wir's gut sein." Halb tat es ihr Leid, dass ihr Scharfsinn versagt hatte, und halb freute sie sich, dass Tom wenigstens diesmal gehorsam gewesen war.

Da sagte Sid: "Hattest du den Kragen nicht mit weißem Garn angenäht, Tante Polly? Der hier ist schwarz!"

"Wie - natürlich habe ich ihn mit weißem Faden angenäht! Tom!" Die Stimme klang scharf, darum wartete Tom das Weitere nicht ab. In der Tür rief er Sid zu: "Das sollst du mir büßen, Sid!"

An einem sicheren Ort holte Tom die beiden Nadeln hervor, die er unter den Aufschlag seiner Jacke gesteckt hatte, die eine mit weißem Faden umwickelt, die andere mit schwarzem. Wütend murmelte er: "Sie hätte es nie gemerkt, wenn Sid mich nicht verraten hätte. Da soll sich einer auskennen! Manchmal näht sie's mit Schwarz an und manchmal mit Weiß. Weshalb kann sie bloß nicht bei einer Sorte bleiben? Das wird er mir büßen, der Verräter... Der kann was erleben!"

Zwei Minuten später hatte er all seine Sorgen vergessen. Fröhlich begann er wie ein Vogel zu trillern - das hatte er kürzlich von einem alten Negersklaven gelernt -, als plötzlich ein Fremder vor ihm stand, ein Junge, etwas größer als er selbst. Jeder Neuankömmling, ganz gleich ob Frau oder Mann, stellte für die Bewohner des kleinen Ortes St. Petersburg eine Sensation dar. Dieser fremde Junge war noch dazu gut gekleidet. Und das an einem Wochentag! Das war schlicht überwältigend für Tom. Er hielt mitten im Pfeifen inne. Der Fremde trug eine Kappe auf dem Kopf, eine blaue Tuchjacke, die er fest zugeknöpft hatte, und eine tadellos saubere Hose. Seine Füße steckten in Schuhen, obwohl erst Freitag war. Sogar eine Krawatte, ein farbiges Band, hatte er um den Hals geschlungen. Es lag etwas Städtisches in seinem Aussehen, was Tom bis ins Innerste reizte. Je länger Tom dieses elegante Wunder anstarrte, desto schäbiger kam er sich selbst vor. Keiner von beiden sprach ein Wort, aber sie ließen sich nicht aus den Augen. Sobald sich der eine bewegte, bewegte sich auch der andere, jedoch nur seitlich, immer im Kreis herum.

Schließlich brach Tom das Schweigen. "Ich kann dich verprügeln!", sagte er.

"Versuch's doch mal!", erwiderte der Fremde.

"Ich kann's!"

"Nein, das kannst du nicht!"

"Und ob ich das kann!"

"Nein!"

"Doch!"

"Nein!"

Eine unbehagliche Pause entstand. Darum fragte Tom: "Wie heißt du?" "Das geht dich gar nichts an!" "Wirst schon sehen, dass es mich was angeht!" "Na gut, dann zeig's mir doch!" "Wenn du noch lange so herummachst, dann tu ich's!" "Lange - lange, na los!" "Du hältst dich wohl für besonders schlau, was? Ich könnte dich sogar mit einer Hand verdreschen, wenn ich wollte!"

"Dann tu's doch endlich und rede nicht immer davon!"

"Wenn du mich noch länger nervst, mach ich's!"

"So, so, da sind mir schon ganz andere untergekommen!"

"Angeber! Kommst dir wer weiß wie toll vor, was? Und erst der komische Hut..."

"Wenn er dir nicht gefällt, dann musst du dich eben dran gewöhnen! Versuch doch mal, ihn mir herunterzuschlagen. Aber ich warne dich! Du kannst jetzt schon deine Knochen nummerieren."

"Lügner!"

"Selber einer!"

"Nimm's Maul nicht so voll, du Feigling!"

"Blödmann! Hau doch ab!"

"Wenn du noch lange so weitermachst, dann knall ich dir einen Stein auf die Birne!"

"Glaub ich nicht!"

"Ich tu's!"

"Du hast ja Schiss!"

"Hab ich nicht!"

"Doch!"

"Nein!"

Es entstand eine weitere Pause. Schweigend umkreisten sich die beiden Gegner. Auf einmal standen sie Schulter an Schulter.

"Verzieh dich endlich!", sagte Tom.

"Verzieh dich doch selber!"

"Hab aber keine Lust!"

"Ich auch nicht!"

Mit rot erhitzten Gesichtern standen sie da, jeder ein Bein zur Seite gestemmt, und versuchten, sich gegenseitig wegzudrücken. Sie starrten sich hasserfüllt an. Doch keiner von beiden gab nach, keiner gewann einen Vorteil. Wachsam und vorsichtig zogen sie sich zurück und Tom sagte:
"Du bist ein Feigling. Und ein eitler Fatzke noch dazu! Mein großer Bruder wird dich wie eine lästige Fliege zerquetschen, wenn ich's ihm sage!"

"Was geht mich dein großer Bruder an! Wenn erst mein großer Bruder kommt, dann befördert er ihn mit einem Fußtritt über den Zaun." Natürlich existierten die beiden Brüder nur in ihrer Fantasie.

"Du lügst schon wieder!"

"Hab ich gar nicht nötig!"

Mit seinem großen Zeh zog Tom einen Strich in den Straßenstaub. "Einen Schritt drüber, und ich verhaue dich, dass du nicht mehr stehen kannst!", sagte er.

Natürlich trat der Fremde über den Strich. Höhnisch sagte er: "So, jetzt zeig, was du kannst!"

"Ich warne dich, reiz mich nicht! Für zwei Cents mache ich's sofort!"

Der fremde Junge griff in seine Hosentasche und holte zwei Münzen heraus, die er Tom unter die Nase hielt.

Tom schlug sie ihm aus der Hand.

Im nächsten Augenblick wälzten sich die beiden Jungen am Boden, ineinander verkrallt wie zwei Katzen. Sie rissen sich an den Haaren, schlugen und kratzten sich gegenseitig, zerrten an den Kleidern und bedeckten sich mit Dreck und Ruhm. Endlich nahm der verschlungene Kampfknoten erkennbare Formen an, Tom saß rittlings auf dem Neuen und bearbeitete ihn heftig mit den Fäusten.

"Sag, dass du genug hast!", rief er.

Der Fremde schlug um sich und versuchte, sich zu befreien. Er heulte vor Wut.

"Sag genug!" Die Schläge prasselten weiter.

Schließlich stieß der Junge ein halb ersticktes "...nug" aus und Tom ließ unverzüglich von ihm ab. "Das wird dir eine Lehre sein!", keuchte er. "Besser, du passt nächstes Mal auf, mit wem du dich einlässt!"

Heulend und schniefend lief der neue Junge davon und klopfte sich den Staub aus seinen zerfetzten Kleidern. Ab und zu wandte er sich um und stieß wilde Verwünschungen aus, was er das nächste Mal mit Tom alles anstellen würde. Tom antwortete nur mit Hohngelächter. Bester Laune machte er sich auf den Heimweg. Doch kaum hatte er sich umgewandt, schnappte sich der Neue einen Stein und schleuderte ihn auf Tom. Er traf Tom genau zwischen den Schulterblättern. Jetzt hieß es abhauen! Der Fremde rannte, so schnell er konnte, davon. Tom verfolgte den Verräter bis zu seinem Haus, doch der Feind befand sich bereits in Sicherheit und streckte Tom durch die Fensterscheibe die Zunge heraus. Einige Zeit wartete Tom noch am Zaun und forderte den Fremden heraus. Doch schließlich erschien dessen Mutter, nannte Tom einen ungezogenen, bösartigen und gefährlichen Jungen und jagte ihn fort.

Wütend trollte sich Tom. Er schwor bittere Rache.

Es war schon spät, als er schließlich nach Hause kam. Vorsichtig kletterte er zu seinem Fenster hinauf und - sprang seiner Tante direkt in die Arme. Ihre Entscheidung, ihn an seinem freien Samstag mit einer schwierigen Arbeit zu bestrafen, festigte sich, als sie den Zustand seiner Kleidung bemerkte.

2. Kapitel Ein herrlicher Samstagmorgen brach an. Die sommerliche Natur strahlte im hellen Licht, die Bäume standen in voller Blüte, der Duft unzähliger Blumen erfüllte die Luft. In den Gesichtern der Menschen leuchtete die Freude über diesen wundervollen Tag und manch einer hatte ein frohes Lied auf den Lippen.

Tom erschien auf dem Weg vor dem Haus mit einem Eimer voll weißer Farbe und einem riesigen Pinsel. Als er den dreißig Meter langen Gartenzaun vor sich sah, schwand alle Fröhlichkeit aus seinem Gesicht. Das Leben schien ihm hohl und leer, eine einzige Last! Seufzend tauchte er den Pinsel in die Farbe ein und strich lustlos über die oberste Latte. Er wiederholte diese Übung einige Male und sank dann entmutigt auf einem Baumstumpf nieder. Das geweißte Stück war so lächerlich winzig im Vergleich zu der riesigen Fläche, die noch vor ihm lag... Singend hüpfte jetzt Jim durchs Tor, einen Blecheimer in der Hand. Sonst hasste Tom das Wasserholen am Brunnen und er hatte sich immer davor gedrückt, doch heute erschien es ihm geradezu paradiesisch im Vergleich zu seiner eigenen Arbeit. An der Pumpe ging es wenigstens lustig zu. Weiße und Schwarze, Jungen und Mädchen, trafen sich da, und während sie darauf warteten, an die Reihe zu kommen, tollten sie herum, tauschten Spielsachen, kämpften und lachten. Obwohl die Pumpe nur hundertfünfzig Meter entfernt lag, brauchte Jim immer mindestens eine Stunde, bis er mit dem gefüllten Eimer zurückkehrte, und selbst dann musste man ihn gewöhnlich holen.

"Ich hole das Wasser für dich, wenn du solange am Zaun weiterstreichst!", schlug Tom vor.

Doch Jim schüttelte den Kopf. "Geht nicht, Master Tom. Die Missis hat mich geschickt und gesagt, ich darf keinen Unsinn machen unterwegs und nirgendwo stehen bleiben. Dass Master Tom versuchen wird, mich den Zaun streichen zu lassen, hat sie gesagt, und dass ich weitergehen und mich um meine Arbeit kümmern soll. Das hat sie gesagt, die Missis."

"So redet sie doch immer, Jim, darum brauchst du dich nicht zu kümmern. Gib mir den Eimer - ich bleib keine Minute weg!"

"Ich trau mich nicht, Master Tom. Die alte Missis reißt mir den Kopf ab."

"Die? Die kann doch keiner Fliege was zu Leide tun. Sie redet nur immer davon und reden tut nicht weh. Oder? Und außerdem wird sie's nicht erfahren. Ich geb dir auch 'ne weiße Murmel dafür!", lockte Tom.

Jim begann zu schwanken.

"Eine weiße Murmel, Jim. Sie läuft prima!"

"Wäre toll, die hätt ich gern... Aber ich hab Angst vor der alten Missis, Master Tom."

"Wenn du willst, zeig ich dir auch noch meine verletzte Zehe!"

Jim war auch nur ein Mensch. Die Verlockung war zu groß. Er setzte den Eimer ab und nahm die weiße Murmel. Doch im nächsten Augenblick schon floh er, den Eimer in der Hand, die Straße hinunter, und Tom strich den Zaun, was das Zeug hielt.

Triumphierend zog sich Tante Polly vom Schlachtfeld zurück und schwenkte ihren Pantoffel in der Hand.

Aber Toms Arbeitseifer erlahmte sehr rasch wieder. All die schönen Pläne, die er für diesen Samstag gehabt hatte, gingen ihm im Kopf herum, und sein Kummer wurde immer größer.

Bald würden auch die anderen Jungen - auf dem Weg zu den herrlichsten Unternehmungen - bei ihm vorbeikommen und ihn arbeiten sehen. Er konnte ihr Hohngelächter förmlich hören und allein der Gedanke daran brannte wie Feuer.

Tom kramte aus seinen Hosentaschen seine Habseligkeiten hervor und betrachtete sie: eine Zwille, ein abgebrochener Bleistift, Murmeln und sonstigen Plunder. Das war zwar genug, um eine Arbeit gegen eine andere einzutauschen, reichte aber keinesfalls aus, um eine halbe Stunde völliger Freiheit zu erkaufen. Mutlos steckte er seine Schätze wieder in die Tasche, als ihm plötzlich ein Gedanke durch den Kopf schoss - eine großartige, fabelhafte Idee!

Er nahm den Pinsel zur Hand und begann ruhig und gelassen mit der Arbeit. Kurze Zeit später erschien Ben Rogers am Ende der Straße, ausgerechnet Ben, vor dessen Spott er sich am meisten gefürchtet hatte. Ben aß einen Apfel und gab in regelmäßigen Abständen lange, melodische Pfiffe, gefolgt von dröhnendem Ding-dong-ding-dong, von sich. Er verkörperte nämlich einen Mississippi-Dampfer. Als er herankam, drosselte er die Geschwindigkeit, hielt sich in der Straßenmitte, lehnte sich weit nach Steuerbord und drehte umständlich bei, denn die Big Missouri, die er darstellte, hatte mindestens zwei Meter Tiefgang. Ben war gleichzeitig Maschine, Kapitän und Schiffsglocke, er gab die Befehle und er führte sie selbst aus.

"Stoppt die Maschinen! Ding-dong-ding-dong!" Die Vorwärtsbewegung hörte fast völlig auf und er steuerte langsam den Gehsteig an. "Maschine volle Kraft rückwärts! Klingelingeling! Ch - ch - ch - ch..." Er hielt die Arme steif an den Körper gepresst. Dann rief er: "Backbord drosseln! Klingeling." Sein rechter Arm beschrieb riesige Kreise, denn er stellte das zwölf Meter große Schaufelrad dar. "Backbord stopp! Klingeling. Steuerbord stopp. Klingeling. Ganze Maschine stopp! Jetzt das Spanntau! Was macht ihr denn da? Zum Donner, ihr müsst sie über dem Poller vertäuen! Ran an die Landungsbrücke! Jetzt! Scht-scht-scht-scht!"

Tom strich am Zaun und tat, als würde er den Dampfer nicht bemerken.Verblüfft sah Ben ihn an. "Na, alter Junge, musst arbeiten, was?", sagte er schließlich.

Kundenbewertungen zu "Tom Sawyer / cbj Klassiker Bd.2" von "Mark Twain"

6 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.3 von 5 Sterne bei 6 Bewertungen **** sehr gut)
***** ausgezeichnet
 
(2)
***** sehr gut
 
(4)
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***** weniger gut
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Bewertung von 5 aus Pullach im isartal am 19.07.2010 ***** ausgezeichnet
In dem Buch geht es um einen Jungen namens Tom Sawyer. Tom ist sehr faul und lässt viel von anderen machen. Zusammen mit seinen Freunden Huckleberry Finn und Joe Harper spielt er anderen leuten gerne Streich oder erlebt spannende Abenteuer. Am Schluss will Tom einen Mord aufklären..... ob er das wohl schafft?
Ich finde, dass das Buch sehr lustig geschrieben ist und man sich gut in Toim hineinversezten kann, auch wenn er manchmal ein bisschen faul ist. Ich emfehle das buch allen, weil es eine tolle Geschichte von Faulheit und freundschaft ist!!!

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Bewertung von Julia aus Frankfurt am 19.05.2010 ***** sehr gut
Der Klassiker der Kinderliteratur dreht sich um den Jungen Tom Sawyer,der 12 Jahre alt ist.Er wächst bei seiner Tante in einer amerikanischer Kleinstadt auf.Sein Leben ist lustig und abwechslungsreich.Als Tom Huckelberry Finn kennenlernt verändert sich sein Leben.Beide stellen fest ,dass es in der Kleinstadt sehr langweilig ist und sie beschließen auszureißen.Doch dann kriegen die beiden Heimweh und als sie sich auf den Weg nach Hause machen ahnen sie nicht,dass ihnen ein riesiges Abenteuer bevorsteht an dessen Ende ein großer Schatz auf sie wartet.
Das Buch ist,obwohl es so alt ist spannend zu lesen.Mark Twain schreibt zeitlos und immer noch sind seine Bücher aktuell.Allerdings werden in der Originalausgabe verwendet die heutzutage kaum jemand noch kennt.

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von p.51 aus Nordhorn am 08.05.2010 ***** sehr gut
In diesem Buch geht es um hauptsächlich 2 Teenager, die viele Abenteuer in der schönen Gegend des Mississippi erleben.
Mir gefiel das Buch sehr gut, weil es vor allem für Kinder und auch jüngere Jugendliche die große, weite Welt verherrlicht und die Abenteuerlust auch noch bei älteren lesern weckt.

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Bewertung von Zapadeus aus Herne am 08.05.2010 ***** sehr gut
Habe das Buch gekauft um meinem Enkel daraus vorzulesen. Jeder Lesetag wird mit Spannung erwartet.

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Dem Autor für die Bewertung danken
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Bewertung von Blacky (blacky-book@live.de) am 19.03.2009 ***** sehr gut
Das abenteuerliche des Tom Sawyer ist nicht nur für Jugendliche interressant.
Auch Erwachsene haben noch ihren Spaß an den Erlebnissen dieses Jungen und seiner Freunde.
Man kann es immer wieder lesen.

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Dem Autor für die Bewertung danken
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Bewertung von unbekanntem Benutzer aus frankfurt am 21.05.2008 ***** ausgezeichnet
Das buch "tom saywer" von john Twain handelt von einem Kind der am Missisippi wohnt.
Er ist sehr verspielt und speilt gerne streiche seiner Tante.
Nach einer Weile lernt er einen jungen kennen namens huckyberry finn.
zusammen erleben die beiden viele Abenteuer wie z.B. das sie zusammen auf eine Insel gehen und sich dort verstecken und dabei stellt sich heraus, dass auf der insel eine sehr bekannte gang doch die beiden flüchten mit dem gold,dass in der hölle war
ich finde ds buch sehr spannend es ist für ab 8jahren zu empfehlen jedoch khaben sogar noch erwachsene spaß daranzu haben da es einige an ihre Kindheit wieder erinnert.

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