Milo und die Jagd nach dem grünhaarigen Mädchen - Herfurtner, Rudolf

Rudolf Herfurtner 

Milo und die Jagd nach dem grünhaarigen Mädchen

Ausgezeichnet mit dem Martin Kinder- und Jugendkrimipreis 2001

Gebundenes Buch
 
2 Kundenbewertungen
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Produktinformation

  • Verlag: Kosmos (Franckh-Kosmos); Die Zeit
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 190 S.
  • Seitenzahl: 190
  • Die ZEIT Krimis für junge Leser Bd.12
  • Altersempfehlung: ab 11 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 200mm x 23mm
  • Gewicht: 390g
  • ISBN-13: 9783440131121
  • ISBN-10: 3440131122
  • Best.Nr.: 33374055
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.09.2000

Einmal Hölle und zurück
Entführung aus dem Paradies: Rudolf Herfurtners Kinderroman
Die Welt ist kein Paradies. Auch eine heile Kinderwelt gibt es nicht mehr. Erwachsene haben Geld und Erfolg im Kopf, Kinder sind die Opfer. Sie werden entführt und sexuell missbraucht. Rudolf Herfurtners Kinderbuch Milo und die Jagd nach dem grünhaarigen Mädchen beginnt mit dem Tod der Ratte Cholera, des Liebsten, was das grünhaarige Mädchen Iro hat. Kein netter Anfang für ein Kinderbuch. Herrscht nun Endzeitstimmung auch für die Kleinsten? Vor allem die Männer sind es bei Herfurtner, die hinter all dem Übel stehen, die als „Kleinkarierte” Kinder fangen, und als Mächtige ihre Kinder ins Heim bringen, die sich Kinderpuppen nach Maß im Internet bestellen und sie im Schrank verstecken.
Das Buch beschäftigt sich mit schwierigen Themen, obwohl vordergründig eine Abenteuergeschichte erzählt wird, die in das Untergeschoss der Spielzeugfabrik von Milos Onkel führt, wo unheimliche Dinge passieren. Im Mittelpunkt steht der behütete Fabrikantensohn Milo, der erzogen wird, perfekt zu sein. Im riesigen Garten der Villa spielt er Minigolf, um …

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'Rudolf Herfurtner erzählt eine äußerst spannende Geschichte. Wer bereit ist, sich auf Milo, Iro, Gulli und ihre Freunde einzulassen, wird mit einem Leseerlebnis der ganz besonderen Art belohnt.' Zürichsee-Zeitung<br/><br/>'Rudolf Herfurtner gelingt mit leichter Hand die Verbindung von realistischer, problematisierender Darstellung eines heutigen Kinderalltags und den fantastischen, fast märchenhaften Elementen einer reißenden Abenteuergeschichte. Mit 'Milo und die Suche nach dem grünhaarigen Mädchen' hat er bewiesen, wie wunderbar leicht und spannend er Genres und Motive verbinden kann.' Kinderkram<br/><br/>Die Geschichte von Milo erinnert an Mark Twains 'Prinz und Bettelknabe'. Nur ist die Erzählung von Rudolf Herfurtner vielschichtiger angelegt.' Berliner Zeitung<br/><br/>'Der Autor arbeitet mit knappen, prägnanten Sätzen, er überspitzt und überzeichnet und lässt gleichzeitig große Gefühle aufkommen.' 1000 und 1 Buch
Rudolf Herfurtner, Jg. 1947, studierte in München Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaften. Bekannt wurde er vor allem durch seine zahlreichen Kinder- und Jugendbücher, aber auch durch seine Theaterstücke und Drehbücher fürs Fernsehen. 1981 erhielt er den Förderpreis der Stadt München, 1985 wurde er mit dem 'Hans-im-Glück-Preis' ausgezeichnet. 1993 folgte der internationale Kinderhörspielpreis 'Terres des Hommes', 1994 bekam er den 'Moritz' für ein Kindertheaterstück und 1996 den 1. Deutschen Kindertheaterpreis. Rudolf Herfurtner lebt als freier Schriftsteller in München.

Leseprobe zu "Milo und die Jagd nach dem grünhaarigen Mädchen"

"Wegwerfkinder
Milo sah aus dem Autofenster. Kein Geräusch drang von draußen herein. Die Welt außerhalb blieb stumm für Milo. Sie hatte auch keine Farben. Durch die getönten Scheiben sah alles aus wie in einem vergilbten Schwarzweißfilm, den Milo nicht recht verstand.
Rachmaninoff war ein guter Fahrer. Meistens merkte man gar nicht, dass sich der Wagen bewegte. Jetzt aber musste Rachmaninoff plötzlich eine Vollbremsung machen, weil der Wagen vor ihm abrupt stehen blieb.
"Sind Sie besoffen, Rachmaninoff?", brüllte Onkel Klaus, der mit dem Kopf gegen den Vordersitz geknallt war.
"Mein Seidenanzug!", schrie Milos Mutter.
"'tschuldigung, bitte, 'tschuldigung", sagte Rachmaninoff und wies auf den Wagen vor ihnen.
"Idiot! Wir könnten tot sein!", schrie Milos Mutter. "Und dein Anzug, Milo! Was ist mit deinem Anzug? MiloMiloMilo!"
"Nix passiert", sagte Milo. "Bloß das Knie gestoßen", sagte er.
"Hoffentlich blutest du nicht! Stell dir vor, was das für Flecken gibt!", sagte M ilos Mutter.
"Dann sieht er aus wie ein echter Großwildjäger", sagte Onkel Klaus.
"Warum fahren wir denn nicht endlich, Rachmaninoff?", rief Milos Mutter.
"Deswegen, gnädige Frau", sagte Rachmaninoff und zeigte auf den Wagen vor ihnen. Der Fahrer, ein Mann in einem klein karierten Anzug, sprang jetzt auf die Straße, rannte um das Auto herum, riss die hintere
Tür auf der Beifahrerseite auf und half dann einem anderen Mann, ein zappelndes Mädchen zum Wagen zu schleppen.
Obwohl er nichts hören konnte, vernahm Milo die Schreie des Mädchens. Eine Menge Leute waren stehen geblieben, aber niemand tat etwas, niemand half ihr.
"Wir müssen ihr helfen!", rief Milo. "Rachmaninoff!"
Rachmaninoff drehte den Kopf nach hinten. Er nahm die Sonnenbrille ab und sah Onkel Klaus an. Der schüttelte den Kopf und sagte: "Leute von Taiga Braun wahrscheinlich. Machen die Straßen sauber. Wer mag schon so was sehen: Wegwerfkinder!"
"Die entführen sie doch! Ich helf ihr!", rief Milo und wollte aus dem Wag en springen."Milo! Um Gottes willen! Schau einfach nicht hin!", rief Dorabella. Und Rachmaninoff drückte auf einen Knopf und die Zentralverriegelung schnappte zu.
Das Mädchen mit dem Irokesenschnitt wehrte sich,
so gut sie konnte. Der eine Mann hatte seinen Lederhut verloren. Aber es waren zwei starke Kerle. Das Mädchen hatte keine Chance. Der Fahrer war schon in den Wagen geschlüpft und versuchte, das Mädchen auf den Rücksitz zu zerren.
Da tauchte am Ende der Straße ein großer Junge auf. Er stand in einem Einkaufswagen, die Arme weit ausgebreitet. Er hatte eine Wollmütze auf und schwarze Streifen unter den Augen. Er raste mit ungeheurer Geschwindigkeit die Straße herauf auf das Auto zu.
Milo wusste nicht, dass es Gulli war, denn er hatte als einziger Junge der Stadt noch nie etwas von ihm gehört. Was Milo sah, war für ihn wie eine Erscheinung vom Mars. Und später behauptete er allen Ernstes, er hätte in dem Augenblick Musik gehört, mächtige Musik mit Posaunen und Trommeln wie bei K rieg der Sterne, wenn die Raumschiffe angreifen.
Der Junge mit der Wollmütze fuhr direkt auf die geöffnete hintere Wagentür zu, in der das Mädchen
mit dem Irokesenschnitt gerade verschwinden sollte. Milo hatte keine Ahnung, ob der Junge hätte bremsen können, um einen Zusammenprall zu vermeiden. Jedenfalls bremste er nicht. Er sprang im letzten Augenblick ab und ließ seinen Einkaufswagen gegen die Tür krachen.
Die Tür schwang zu und traf den einen Entführer voll im Rücken. Er ließ das Mädchen los und sackte neben dem Auto zusammen.
Blitzschnell packte der Junge mit der Wollmütze das Mädchen, zerrte es vom Rücksitz, lud es in seinen Einkaufswagen und schob es durch die glotzende Menge davon. Auch jetzt griff niemand ein. Und wenig später waren die beiden in einem U-Bahn-Eingang verschwunden....

Kundenbewertungen zu "Milo und die Jagd nach dem grünhaarigen Mädchen"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von mnm am 10.08.2004 ***** ausgezeichnet
Cool und spannend.

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Bewertung von Tamara aus Rosenheim am 19.11.2002 ***** ausgezeichnet
Super spannend! Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen!
Toll, dass Herr Herfurtner bei uns in Rosenheim in der Schule war!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

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