Eine offene Rechnung - Grossman, David

David Grossman 

Eine offene Rechnung

Roman

Übersetzer: Pressler, Mirjam
Broschiertes Buch
 
2 Kundenbewertungen
**** ausgezeichnet
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Eine offene Rechnung

Eine spannende Geschichte über die Kraft und die Last der Erinnerung und über eine besondere Freundschaft zwischen Jung und Alt.

Alte Menschen erzählen langweilige Geschichten aus der Vergangenheit, weil sie aufgehört haben, selbst etwas zu erleben, denkt David. Bis er die Bekanntschaft des 70-jährigen Rosenthal macht; mit ihm ist das anders. Und David muss sich sogar unter dem Bett verstecken, als Rosenthal Besuch bekommt. Dabei erfährt er, dass sein Freund von einem Mann namens Schwarz bedroht wird. Es geht um ein gestohlenes Bild. Alte Geschichten? Ja, aber zugleich so brandaktuell, dass David unbedingt handeln muss, um das Schlimmste zu verhindern.


Produktinformation

  • Verlag: Dtv
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 103 S.
  • Seitenzahl: 103
  • dtv Taschenbücher Bd.62236
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 124mm x 8mm
  • Gewicht: 114g
  • ISBN-13: 9783423622363
  • ISBN-10: 3423622369
  • Best.Nr.: 13353994
"Ein ungemein mitreißendes, geistreiches und spöttisches Buch."<br />Bulletin Jugend und Literatur <br />" "<br />Bulletin Jugend und Literatur <br />

»Amüsant und kunstvoll wird Geschichte erzählt, kunstvoll wird auch die große Geschichte in die kleine geholt.« General-Anzeiger » « General-Anzeiger

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Auf den ersten Blick eine kleine Kriminalgeschichte, in der die Hauptfiguren zwei alte Männer sind und der junge Erzähler zum Amateurdetektiv wie Amateurhistoriker wird. Reinhard Osterroth hat die kompliziert klingende Geschichte, die aus dem Hebräischen ins Deutsche übertragen wurde, offensichtlich gefallen: manchmal etwas konstruiert wirkend, was aber "mehr als wettgemacht wird durch eine wunderbare Beiläufigkeit des Tonfalls und die intensive Zeichnung der Figuren".

© Perlentaucher Medien GmbH
David Grossman, 1954 in Jerusalem geboren, ein dezidierter Verfechter einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts, gehört wegen seiner differenzierten politischen Haltung und ungewöhnlichen Erzählphantasie zu den herausragenden Schriftstellern der jüngeren Generation.§David Grossman hat für seine schriftstellerisches Werk und sein politisches Engagement zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u. a. den Nelly-Sachs-Preis (1991), den Premio Mondello (Italien, 1996) und den Geschwister-Scholl-Preis (2008). 2010 wird ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.§David Grossman ist verheiratet und hat drei Kinder, er lebt in Mevaseret Zion, einem Vorort von Jerusalem.

Leseprobe zu "Eine offene Rechnung" von David Grossman

Ich war zwölf Jahre alt, als sich diese Ereignisse zutrugen. Heute bin ich achtundzwanzig, und noch immer erinnere ich mich an mein Herzklopfen, als ich die näher kommenden Schritte des Kraftprotzes von der medizinischen Fakultät in Heidelberg hörte.
Ich sagte schon, dass ich allein war, das heißt da unter dem Bett. Auf dem Bett nämlich saß Herr Rosental - Heinrich Rosental, siebzig Jahre alt, klein gewachsen und mit einer weißen Haarmähne. Aber unter dem Bett war ich sehr allein. Und ich erinnere mich, dass ich in diesen Sekunden der Einsamkeit und des Wartens noch dachte, dass meine Mutter vielleicht Recht hatte. Vielleicht war es wirklich nicht gut, dass ich keine Freunde hatte und immer allein oder in der Gesellschaft von allen möglichen seltsamen Freunden wie Rosental war. Meine Eltern waren etwas beunruhigt darüber, dass ich weder zu den Pfadfindern noch zu einer anderen Jugendgruppe ging und fast nie an den Klassenabenden teilnahm. Ich hingegen war nur wegen ihrer Sorgen besorg t, denn mit mir selber kam ich gut zurecht. Auch die Leute aus meiner Klasse hatten schon aufgehört, mich zu drängen, ich solle an ihren Aktivitäten teilnehmen -vielleicht, weil sie die Nase voll hatten, vielleicht auch nur, weil es ihnen egal war, ob ich kam oder nicht.
Damit kam ich, wie man so sagt, zurecht. Aber wenn mein Vater am Abend ins Zimmer kam, sich neben mich aufs Bett setzte, mich betrachtete und nichts sagte -das hielt ich schlecht aus. Sogar noch schlechter als die lautstarken Kräche mit meiner Mutter, die mich anschrie und sagte, dass ich mich manchmal wie ein alter Mann verhielte, nicht wie ein Junge mit zwölf. Aber meine Mutter kannte Herrn Rosental nicht. In dessen Pass stand zwar, dass er im Jahre 1896 geboren war, aber er war energisch und lebhaft wie ein Zwanzigjähriger und behauptete, mit siebzig fange das richtige Leben erst an.
Herrn Rosental lernte ich am Anfang des Schuljahres kennen. Unsere Lehrerin teilte uns in "Freiwillige Hilfsgruppen" ein, und unter d en Aktivitäten, die sie vorschlug, gab es auch die Möglichkeit, sich um einen alten Menschen zu kümmern und ihm behilflich zu sein.
Als meine Mutter hörte, dass ich mir aus der Fülle der Angebote an freiwilligen Hilfeleistungen ausgerechnet die "Adoption" eines alten Menschen ausgesucht hatte und ihm zweimal in der Woche Gesellschaft leisten sollte, sagte sie nur: "Und was?" Ihr, die ihr sie noch nicht kennt, müsst verstehen, dass dieses "Und was?" nur die Abkürzung des folgenden Satzes war: "Und was habt ihr gedacht? Statt dass er sich Freunde in seinem Alter sucht, statt dass er Fußball spielt und Sport treibt, statt dass er seine Bücher und sein blödes Kaninchen mal sein lässt, nein, statt alledem geht er hin und sucht sich einen Freund von siebzig Jahren. Und ich bin sicher, dass er das nur tut, um mich zu ärgern." Das ist die volle, ungekürzte und unveränderte Bedeutung dieses "Und was?" meiner Mutter. Ihr müsst zugeben, dass es viel sparsamer ist, einfach "Und was?" zu sagen, s tatt eine ganze Rede zu halten. Aber es half ihr nichts, ich schloss mich der Gruppe von drei weiteren Schülern an, und wir fuhren zum Altersheim, das man auch "Seniorenheim" nennt und das sich in Beit-Hakerem in Jerusalem befindet.
Dazu möchte ich etwas sagen.
Ich weiß, dass es Kinder und Jugendliche gibt, die alte Leute nicht leiden können. Die sagen, dass alte Leute manchmal unangenehm riechen, oder dass ihre Gesichter voller Falten sind, oder dass sie einem einfach auf die Nerven gehen, weil sie so langsam sind. Man kann das aber auch so sehen: Es gibt solche vernachlässigten alten Leute, aber doch nur deshalb, weil jemand sie vernachlässigt. Weil keiner für sie sorgt und sie liebt. Das ist ganz einfach, wie eine Grundregel in der Grammatik: Wenn man jemanden verlässt, ist er verlassen. So ist das.
Diese Dinge habe ich mir nicht selbst ausgedacht; ich hörte sie viele Male von den Leuten im Altersheim, wenn ich bei ihnen saß und mit ih

Kundenbewertungen zu "Eine offene Rechnung" von "David Grossman"

2 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.5 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen **** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(1)
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
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***** schlecht
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Bewertung von leseratte aus Hamburg am 14.05.2010 ***** ausgezeichnet
In "Eine offene Rechnung" geht es um einen Jungen, der in Israel lebt und für ein Schulprojekt einen alten Mann in einem Altenheim betreut. Schnell entsteht eine Freundschaft zwischen den beiden, die von den Eltern des Jungen nur mit Kopfschütteln wahrgenommen wird.
Eines Tages erhält der alte Mann einen Drohbrief, in dem er zu einem Duell aufgefordert wird. Wer ist der mysteriöse Briefschreiber und warum soll der alte Mann ihm "die Augen und den Mund" wieder zurückgeben. Für den Jungen ergeben diese Dinge zunächst keinen Sinn. Alles, was er weiß, ist: Dieses Duell muss er verhindern! Doch der alte Mann ist wild entschlossen, sich seinem Gegner zu stellen...
Das Buch ist spannend und dabei sehr lustig aus der Sicht des Jungen geschrieben. Am Anfang liegt er unter dem Bett im Zimmer des alten Mannes und wartet mit diesem gemeinsam auf den "Herausforderer", wobei beide, Mann und Junge, versuchen, ihre Angst nicht zu zeigen. Das Buch ist empfehlenswert für alle von 9-12 Jahren. Die Sprache ist einfach, sodass sich das Buch "in einem Rutsch" gut durchlesen lässt.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Buch mit Leinen-Einband

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Bewertung von Madita aus Hamburg am 25.04.2010 ***** sehr gut
In dem Buch "Eine offene Rechnung" geht es um einen Jungen, der in einem Altenheim einen alten Mann betreut. Eines Tages erhält dieser einen unheimlichen Drohbrief. Er wird von einem Mann, mit dem er früher gemeinsam studiert hat, zu einem Duell aufgefordert. Der Junge versucht herauszufinden, welchen Grund es für das Duell gibt. Wird es ihm gelingen, das Duell zu verhindern und den alten Mann zu retten?
Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Am Anfang erfährt man die Gedanken des Jungen, während er unter dem Bett des alten Mannes liegt und auf den Herausforderer wartet. Eine "2" als Note gebe ich deshalb, weil die Geschichte so plötzlich zu Ende ist. Empfehlen würde ich "Eine offene Rechnung" für 10-12-Jährige.

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