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Bewertung von Claudias Bücherregal aus Schleswig-Holstein am 26.04.2012 |
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Das Märchen um Hänsel und Gretel kennt bestimmt jeder. Der ein oder andere wird nun vielleicht schreien: LANGWEILIG! Das mag auf das Märchen vielleicht auch zutreffen, aber die Geschichte um Hänsel und Gretel wird von Adam Gidwitz neu erzählt. Er verwebt alte Grimm Märchen mit der bekannten Erzählung um die Geschwister und kehrt dabei zu den Ursprüngen der Märchen zurück: zu den grausamen, spannenden und manchmal auch brutalen Handlungen, bevor diese verweichlicht wurden, um die kleinen Kinder nicht zu sehr zu erschrecken. Ich weiß nicht genau, wie viele Seiten das Märchen um Hänsel und Gretel heutzutage hat, aber bei Adam Gidwitz schafft sie es auf stolze 256 Seiten und es ist dabei kein einziges Mal langweilig oder langatmig. Hänsel und Gretel müssen gegen ihre Eltern, gegen den Teufel, gegen einen Drachen und auch gegen sich selbst kämpfen und an diesen Aufgaben wachsen und reifen sie. Das Buch hält, was der Titel verspricht: Es ist dunkel und GRIMMig, aber trotz der grausamen Geschichten erscheint der Schreibstil immer wieder märchenhaft, zieht den Leser in diese Welt hinein und für ausreichend Humor ist ebenfalls gesorgt. "Es ist die Geschichte von zwei Kindern, einem Mädchen namens Gretel und einem Jungen namens Hänsel, die durch ein mystisches und Furcht einflößendes Land reisen. Es ist die Geschichte von zwei Kindern, die ein Ziel verfolgen und scheitern, aber am Ende doch einen Weg finden. Es ist die Geschichte von zwei Kindern, die versuchen, die Welt zu verstehen." (Seite 10 f.) Dieses Buch ist ideal für alle Kinder, die denken, sie seien zu alt für Märchen. Diese werden mit dem Roman schnell etwas besserem belehrt. Es ist unterhaltsam, der Autor baut gekonnt eine spannungsgeladene Atmosphäre auf und trotzdem verliert es nichts von dem Reiz, den Märchen üblicherweise besitzen. Der tolle Schreibstil ermöglicht ein flüssiges Lesen und besonders gut haben mir die eingeschobenen Passagen gefallen, in denen der Leser direkt angesprochen wird und die im Wechsel mit den Märchen das Gefühl verleihen, als würde jemand die Geschichte gerade wirklich erzählen. Das Wortspiel im Titel gefällt mir richtig gut, zumal es auch perfekt zur Geschichte passt, und das Cover ist großartig geworden. Der Titel ist geprägt, dass Motiv gibt bereits Hinweise auf die einzelnen Geschichten (ein Drache, drei Raben, Gesichter in Bäumen, ...) und es sieht einfach wunderschön aus. Somit ist das Buch ein gelungenes Gesamtwerk, das einfach Spaß beim Lesen macht, egal ob jung oder alt. Fazit: Lest das Buch und lasst euch in eine Märchenwelt entführen, wie sie früher war: Dunkel und GRIMMig! Gebundene Ausgabe: 256 Seiten Erscheinungstermin: 8. Juni 2011 Sprache: Deutsch ISBN-10: 376078366X ISBN-13: 978-3760783666 Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre |
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Bewertung von Kristin Friedrich aus Hof am 04.12.2011 |
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Wer hat sie nicht kennen und liebengelernt, die berühmten Grimms Märchen? Sind euch auch in eurer Kindheit Märchen vorgelesen worden? Habt ihr euch auch in die Welt der Könige, Drachen, Hexen, Zwergen, Drachen und Helden entführen lassen? Springt der Zauber auch heute noch auf euch über? Dann geht es euch wie mir. Was passiert jedoch, wenn ich euch erzähle, dass ihr nur absolut harmlosen Versionen der heißgeliebten Geschichten kennt? Dass die Wahrheit viel grausamer und bedrohlicher ist, als wir das alle dachten. Glaubt ihr nicht? Nun, dann solltet ihr ganz schnell "Eine dunkle & grimmige Geschichte" lesen... Aber nur wenn ihr auch wirklichl für die grausige Wahrheit gewappnet seid. Zunächst springt beim Kauf eines Buches meistens die Optik ins Auge. So auch hier. Wir sehen auf blauem Hintergrund eine Art Scherenschnitt, auf denen unsere Helden Hänsel und Gretel einen Apfel pflücken. Außerdem handelt es sich bei diesem Exemplar um ein Hardcover, wofür ich den Preis von 12,95€ für sehr günstig empfinde. Die Scherenschnitte ziehen sich dann auch durch das Buch. Hier finden wir am Anfang eines Kapitels immer eine solche Illustration. Adam Gidwitz erzählt die Geschichte von Hänsel und Gretel wie sie wirklich ungeschönt geschehen ist. Dabei laufen wir durch verschiedene allseits bekannte Märchen, wie zum Beispiel "Der treue Johannes". Zwischendurch lesen wir immer wieder Anmerkungen vom Autor in denen er uns warnt weiterzulesen. Das wirkt nicht nur, als würde er uns die Geschichte tatsächlich von Angesicht zu Angesicht erzählen, sondern auch charmant und weckt die Neugier des Lesers. Der Schreibstil selbst ist sehr Jugendlich und flüssig. Die Märchen sind an den heutigen Sprachgebrauch angepasst, ohne den Zauber der Atmosphäre zu zerstören. Man ist als Leser trotzdem komplett in der Märchenwelt versunken, wenn man sich voll und ganz auf die Geschichte einlässt. Und so fliegt man regelrecht über die 250 Seiten. Die Handlung selbst ist nicht nur Märchenhaft und gruselig, sondern regt das eine oder andere Mal auch zum Schmunzeln an. Der Autor hat einen wundervollen Humor, ohne die Geschichten durch den Kakao zu ziehen. Es macht richtig Spaß das Buch zu lesen. Mir hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite durchweg gut gefallen und meiner Meinung nach ist die Geschichte auch etwas für Leser, die nicht ganz so Liebhaber von den Gebrüdern Grimm sind. Außerdem handelt es sich hier um kein typisches Jugendbuch. Es eignet sich wirklich für jede Altersklasse, egal ob jung oder alt. Ich für meinen Teil, werde "Eine dunkle & grimmige Geschichte" auf jeden Fall noch öfter in die Hand nehmen, allerdings beim mehrmaligen Lesen die Anmerkungen des Autors weglassen, da diese dann doch den Lesefluss etwas hemmen. |
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| Bewertung von Nadja_13 am 19.11.2011 | |
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Eine dunkle und GRIMMige Geschichte - Adam Gidwitz zum Inhalt: In "Eine dunkle und GRIMMige Geschichte" erzählt Adam Gidwitz die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel. Wenn ihr denkt ihr würdet sie schon kennen, dann muss ich euch leider enttäuschen, denn die Geschichte von Hänsel und Gretel ist um einiges grausamer und blutiger, als die Version, die man als Kind gehört hat. Zudem ist sie auch nicht zu Ende, nachdem sie der Hexe, die eigentlich gar keine Hexe ist, entkommen sind, sondern fängt da erst richtige an. Nun ja eigentlich fängt sie auch schon viel früher an. Nämlich damit, dass der König, ihr Vater, ihnen die Köpfe ab schlägt... meine Meinung: Adam Gidwitz erzählt die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel, in dem er verschiedene Märchen der Gebrüder Grimm geschickt miteinander verbindet und sie neu, mit Hänsel und Gretel als Protagonisten, interpretiert. Die Geschichte ist teilweise schon ziemlich brutal und auch blutig. Doch das sind die originalen Märchen doch eigentlich auch. Außerdem werden die brutalen Szenen auch nicht allzu detailreich beschrieben. Und da sich der Erzähler auch immer wieder zu Wort meldet und beispielsweise daran erinnert, dass kleine Kinder nicht zuhören sollten hat die Geschichte neben der dunklen, grimmigen auch noch eine lustige, humorvolle Seite. Daher finde ich auch, dass die Geschichte gut schon für 10jährige und vielleicht sogar jüngere Kinder geeignet ist. Denn auch vom Schreibstil her ist die Geschichte wohl hauptsächlich für Kinder in diesem Alter geschrieben, was aber nicht heisst, dass nicht auch ältere Kinder und Erwachsenen Freude an der Geschichte haben können. Hänsel und Gretel haben mir als Hauptfiguren der Geschichte eigentlich sehr gut gefallen, auch wenn sie eher oberflächlich dargestellt sind, meistens geht es hautsächlich um ihre Handlung und nicht um ihre Gedanken. Es gibt aber auch Szenen, wo ihre Gedanken wichtig sind, besonders wenn es um ihre Eltern geht und darum, ob sie ihnen verzeihen können. Daher fand ich sie auch sehr sympathisch. Ich fand auch gut, dass sie wirklich noch Kinder sind und ihre kindliche Naivität auch gut dargestellt ist. Die Gestaltung des Covers finde ich sehr schön und passend. Und was ich auch immer super finde ist, wenn das Buch auch im innern schön gestaltet, so wie es hier der Fall ist. Am Anfang jedes Kapitels gibt es zuerst ein Bild mit dem Titel des Kapitel, welches immer gleich ist, ausser eben der Titel. Und dann auf der nächsten Seite, wo das Kapitel richtig anfängt nochmals ein Bildchen, dass immer etwas mit dem "Thema" des Kapitels zu tun hat. Den Titel finde ich sehr gut gewählt, besonders wegen dem lustigen Wortspiel, ich mag Wortspiele. Fazit: Eine tolle Neuinterpretation der Grimmschen Märchen, die nicht nur für Kinder ein wahres Lesevergnügen bietet. |
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Bewertung von joshi_82 aus Olbersdorf am 08.11.2011 |
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Meine Jungs und ich sind große Grimm-Fans. Fast jeden Tag wollen die lieben Kleinen ein Märchen der Gebrüder hören und natürlich lese ich den beiden diese auch sehr gerne vor, denn das bringt alte Kindheitserinnerungen wieder und noch immer liebe ich diese Märchen. Deswegen war ich auch begeistert, als ich von Adam Gidwitz´ Buch gehört habe und wollte es direkt lesen. Für kleine Kinder ist dieses Buch ganz sicher nicht geeignet, doch ich denke, für die angegebene Altersempfehlung von 10 - 12 Jahren könnte das passend sein. Adam Gidwitz verwebt mehrere Märchen miteinander und alles passt irgendwie zusammen, so wie er es erzählt. Hänsel und Gretel sind dabei die Hauptfiguren, die allerlei furchtbare Abenteuer zu bestehen haben. Oft geht es ganz schön blutig und auch mal ekelig zu, doch das wird stets abgemildert durch die Einwürfe des Autoren, die dick gedruckt sind und in denen der Autor sich direkt an den Leser wendet, ganz so, als würde er einem diese Märchen persönlich erzählen. Das hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich ab und an dann doch von den Wiederholungen genervt war. Der Schreibstil von Adam Gidwitz ist recht einfach, viele Sätze sehr kurz, so dass es für jüngere Leser einfach zu erfassen ist und sich sehr flüssig lesen lässt. Fazit: Für mich ein wunderbares Märchenbuch für ältere Kinder und auch Erwachsene, die immer wieder gerne in die Welt der Märchen abtauchen und sie mal ganz anders erleben wollen. |
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Bewertung von anette1809 - katzemitbuch.blogspot.com aus Sulzheim am 04.11.2011 |
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"Eine dunkle und GRIMMige Geschichte" erzählt die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel und zwar richtig, richtig toll: nicht abgeändert für kleine Kinder, sondern gewalttätig und blutig! Die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel entführt den Leser in die Welt der Grimmschen Märchen. Adam Gidwitz verspinnt Motive vom treuen Johannes, Hänsel und Gretel, den sieben Raben (im Buch: die sieben Schwalben), Brüderchen und Schwesterchen, dem Räuberbräutigam (im Buch: Ein Lächeln rot wie Blut) und dem Teufel mit den drei goldenen Haaren zu einer irrwitzigen und schaurigen Hommage an die Gebrüder Grimm. Wer jetzt denkt "Um Gottes Willen, so etwas kann ich doch nicht meinen Kindern zu lesen geben!" sollte mal wieder zu einem Märchen greifen und nachdem er gelesen hat, wie Augen ausgepickt, Fersen abgehackt und böse Stiefmütter in den Tod geschickt werden, kann er sein Kind ruhigen Gewissens wieder die Nase in der "Dunklen und GRIMMigen Geschichte" verschwinden lassen. Der Autor erzählt die Geschichte nicht in einem Fluss, sondern präsentiert sie dem Leser als allwissender Erzähler, der sich zwischendurch immer wieder direkt zu Wort meldet. Im Text wird dies kenntlich gemacht durch den normalen gedruckten Erzähltext im Gegensatz dazu weisen die fettgedruckten Passagen die direkte Ansprache zum Leser aus. Die Einschübe heizen die Neugierde des Lesers an und verstärken den Gruselfaktor, in dem darin ständig davor gewarnt wird, dass es im Laufe des Geschehens noch viel schlimmer kommt als man es bisher bereits ertragen musste. Der Autor fragt nach, ob noch kleine Kinder im Zimmer sind, bevor er mit der Erzählung fortfährt und es richtig furchteinflößend und blutig wird. Passend zu der märchenhaft inspirierten Handlung, sind auch die Zwischenspiele in einer etwas altmodischen und schwarzhumorigen Sprache verfasst, allerdings ein wenig zu kindlich-naiv. Die Tiefstapelei des Autors erhöht jedoch den Überraschungseffekt und Ekelfaktor für die nachfolgende Handlung. Wenn der Autor von "ein bisschen eklig" spricht, sollte man als Leser auf das Schlimmste gefasst sein! Manchmal führt der Autor fast eine Seite lang Zwiegespräche mit dem Leser, manchmal sind es nur wenige Wörter, manchmal steht sogar nicht mehr als ein Wort auf einer Seite. Der besondere Erzählstil und das aufgelockerte Layout lassen die Seiten des Buches nur so an einem vorbeifliegen. Obwohl sich die eingeschobenen Passagen gut in die Handlung einfügen, finde ich das Buch sprachlich trotzdem nicht immer völlig homogen, denn manchmal lesen sie sich so, als ob ein Kind angesprochen wird, teilweise fühlt man sich jedoch eher als Erwachsener angesprochen ('Es war keine echte Liebe, denkt ihr jetzt vielleicht. Nur die Vernarrtheit eines Kindes. Ihr könnt das ruhig denken. Aber das beweist nur, dass ihr schon älter seid und euch nicht mehr daran erinnern könnt, wie es sich anfühlt, ein Kind zu sein.'), diesen Wechsel der Ansprechpartner empfand ich im Lesefluss etwas störend. Vor allem, weil die Geschichte, um mich als Erwachsener voll überzeugen zu können, noch etwas komplexer und unvorhersehbarer hätte sein müssen. Aufmachung des Buches: Das Design des Buches ist einfach wunderwunderschön und steht in seinem Design alten, geliebten Märchenklassikern in nichts nach. Natürlich bezaubert allein schon der blauschwarze Einband im Schattenrissdesign, auf dem die wenigen Farbkleckse regelrecht zu leuchten scheinen, wie der goldene Apfel, den Hänsel in die Luft streckt, und das blutgetränkte Schwert in Gretels linker Hand. Im Inneren wird das altmodische, märchenhafte Design mit Scherenschnitten an den Kapitelanfängen fortgeführt. Fazit: Eine blutige und schwarzhumorige Hommage an die Grimmsche Märchenwelt, welche Lust macht die alten Märchen wieder bzw. neu zu entdecken, und welche nicht nur durch viel Fantasy und den besonderen Wortwitz des Autors besticht, sondern auch durch ein auffälliges und besonders schönes Design. |
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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 28.10.2011 |
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Die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel. Blutig, grausam, und nicht kindgerecht, wenn es nach den Erwachsenen geht. Aber die haben doch keine Ahnung! Es war einmal eine Zeit, in der waren Märchen richtig toll. Dann kamen die Erwachsenen und waren der Meinung "daß nicht alle Märchen passend für das Kindesalter wären und nicht jedes hat sittlichen Wert hätte" und finden an die Märchen auszuwählen, die ihrer Meinung nach für Kinder geeignet wären. "Für das Kindesalter Ungeeignete wurden beiseitegelassen und vor allem das aufgenommen, was zum kindlichen Gemüt spricht. Märchen, die den lieben Gott auf der Erde im Verkehr mit den Menschen schildern und ihrer ehrerbietigen und sinnigen Weise das religiöse Empfinden der Kinder nur fördern können." (Agnes Sapper - Grimms Märchen). Um 1900 und den Jahrzehnten darauf und noch heute, findet man die Grimm'schen Märchen für Kinder meist nur in verstümmelter, entschärfter, als kindgerecht eingestufter Form. Jetzt nun, endlich über 100 Jahre später, nachdem das Entschärfen um sich gegriffen hatte, hat ein Grundschullehrer erkannt, was Kinder wirklich wollen: Blut! Literweise, Eimerweise ja, je grässlicher und gruseliger, desto besser. Adam Gidwitz ist Grundschullehrer und er kann sich genau wie ich noch daran erinnern, was ein Märchen toll macht: Die gruseligen Stellen, genau diese, die die Erwachsenen als "nicht Kindgerecht" einfach weglassen. Kinder sind härter im Nehmen als ihr Erwachsenen glaubt. Da es die Grimm'schen Märchen jedoch bereits gibt und man sie einfach nicht besser machen kann, hat Gidwitz beschlossen, Hänsel und Gretels wahre Geschichte zu erzählen, die sich durch viele Märchen der Gebrüder Grimm zieht, diese Abenteuer aber anderen Figuren zuschreibt und nicht den wahren Helden, diesen beiden Kindern. Gidwitz erzählt, basierend auf Motiven Grimm'scher Märchen, die eher zu den unbekannteren ihrer Art gehören, die Geschichte zweier Kinder, die ein Ziel verfolgen und scheitern, aber am Ende doch einen Weg finden. Eine Geschichte von zwei Kindern, die versuchen, die Welt zu verstehen. Da werden Hänsel und Gretel beinahe von einer kannibalischen Bäckersfrau fast gegessen, der kinderfressende Mond will sie verschlingen, Gretel schneidet sich ihren Finger ab, Hänsel wird zu einem wilden Tier und geht in die Hölle und doch geben die Beiden nie auf, auch wenn man ihnen nichts zutraut, weil sie nur Kinder sind. So wie der Trend dazu ging die Märchen zu entschärfen, so nahm man im letzten Jahrhundert den Kindern immer mehr die Eigenverantwortung weg. Dieses Buch ist ein Aufruf Kinder ernst zu nehmen, ihnen Verantwortung zu geben, ihnen Aufgaben zu geben, und endlich aufzuhören sie in Watte zu packen, und in den Schrank zu stellen, um sie vor der bösen, bösen Welt abzuschirmen. Als Kind liebte ich Horrorfilme, je mehr Blut, desto besser, meine Eltern haben mir die unzensierten Märchen zu lesen gegeben, und ich bin auch erwachsen geworden. Ein Film war besser, je mehr Blut floss, so liebte ich es als Kind. Kinder sind direkt, und grausam, das ist ihre Welt, die Welt der Märchen der Brüder Grimm. Ein wenig störte mich an diesem Buch, dass der Erzähler immer wieder witzig ironisch eingreift. Teilweise ist das sehr gelungen und sehr passend, aber der Scherz mit Ende... doch nicht... Ende... doch nicht... nervt irgendwann und wird bald schal. Auch hat der Übersetzer mal wieder "macht Sinn" statt "ergibt Sinn" übersetzt, was mich jedes Mal wieder ärgert, wenn es mir unter kommt. Fazit: Gelungene, blutige, grausame und kindgerechte Erzählung nach Motiven der Grimm'schen Märchen. |
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