Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel - Fühmann, Franz

Franz Fühmann 

Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel

Ein Sprachspielbuch

Illustrator: Herfurth, Egbert
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Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel

In diesem Sprachspielbuch geht Franz Fühmann witzig und ideenreich folgenden Fragen nach: Wie entsteht Sprache? Was passierte beim Turmbau zu Babel? Gibt es im Deutschen ein Wort mit 16 "e"? Warum heißt die Banane "Banane"? Er liefert viele praktische Beispiele und trägt zusammen, was Literatur und Volksmund Interessantes zum Thema Sprache bieten. (Ab 11 Jahren.)


Produktinformation

  • Verlag: Hinstorff
  • 2010
  • Neuausg. 4. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 358 S. m.zahlr. zweifarb. Illustr. v. Egbert Herfurth.
  • Seitenzahl: 358
  • Altersempfehlung: ab 11 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 247mm x 177mm x 37mm
  • Gewicht: 1030g
  • ISBN-13: 9783356010985
  • ISBN-10: 3356010980
  • Best.Nr.: 13532504
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.09.2005

Sprachgespenstchen im Regen
Franz Fühmanns berühmtes Wort- und Reimspielbuch

Als "Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel" von Franz Fühmann zuerst 1978 in der DDR erschien, erregte es dort hohes Aufsehen, ist doch das Labyrinth der Abecedarien, Palindrome und Reimspiele vom sozialistischen Realismus sternenweit entfernt. Auch läßt der Autor ironisch die Tücken des sozialistischen Alltags mitspielen: die bürokratisch-verschrobenen Wortungetüme und anmaßenden Stilblüten-Lehrsätze, die Unsinnspoesie maroder Leuchtreklamen oder den verordneten Nutzen von Gedichten "für die Produktion". Vieles davon verstehen heute selbst ostdeutsche junge Leser nicht mehr, daher enthält die jetzt erschienene, sonst kaum veränderte Neuauflage ein Glossar von "Dialektik" bis "volkseigen".

Das Buch wurde auch im Westen schnell bekannt. Jürgen Spohn mixte seit den sechziger Jahren traditionelle Kinderverse mit Verfahren der Konkreten Poesie; Hans Manz und das "Sprachbastelbuch" (1975) führten diese Linien fort. Fühmann, am "Erbe" orientiert, entfaltet Formen des Sprachspiels vom Altertum bis zur Moderne, vom Wettstreit zwischen Homer und …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensentin Gundel Mattenklott zollt diesem wieder aufgelegten Buch von 1978 zwar den schuldigen Respekt und nennt die "reichhaltige" Sammlung von Sprachspielen und Einführung in die Sprachphilosophie ein anregendes "literarisch-philosophisches Kompendium". Besonders die "bürokratisch-verschrobenen Wortungetüme" aus dem sozialistischen Alltag (samt Glossar für den Leser von heute) haben der Rezensentin Spaß gemacht. Trotzdem findet sie das Buch insgesamt etwas sperrig und nicht ohne weiteres genießbar. Es stört sie der Schulmeisterton des Autors ebenso wie die langweiligen Dialoge von fünf Kindern, die sich unter Anleitung eines Sprach-Dschinnis in Wortspielen unterhalten. Uneingeschränkt gute Noten bekommt das Werk aber für seine Ausstattung und die "hintersinnigen Zeichnungen" von Egbert Herfurth.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Eigentlich war dieses Buchs schon 1978 bei seiner Erstveröffentlichung ein wenig ""veraltet"". Jetzt wurde es in einer wunderschönen Ausstattung mit witzigen Bildern und einem lesefreundlichen wie dem Inhalt angepassten Layout versehen, aber wer hockt hier und heute in einer fast vollkommen durchgestilten und animierten Amüsierwelt in den Ferien noch gelangweilt bei Regen in den Betten, verzweifelt auf der Suche nach einem sinnvollen Zeitvertreib? Trotzdem, man muss dieses Buch nur öffnen und eine Seite lesen, und schon nimmt es auch den größten Langweiler mit auf eine abenteuerliche Sprachreise; auf Seite 15 z.B. wird er ""erschlagen"" und zugleich fasziniert von einem Wortungetüm: Die eigenartige Fee mit ihrem Zeh zum Drehen, wohnend am Schneesee, umgeben von viel Klee und ein Reh liebend, kann nicht mehr laufen; und da braut ihr die Hexe einen heilenden Tee, und worin wohl? Jawohl, in dem eigens dafür präparierten Schneeseekleerehfeedrehzehwehteekessel. Bitte sofort flüssig nachsprechen! Fast 350 Seiten lang führt uns Fühmann in immer neue Sprachspiele hinein, in Buchstabendreher, Alphabete, sinnvolle Wortwiederholungen, eigentümliche Grammatikübungen, absichtliche Ausdrucksfehler, immer eingebunden in die nun gar nicht mehr langweilige Feriengeschichte von Jens, Monica, und Caroline. Natürlich muss man nicht unbedingt vorne anfangen zu lesen, man kann überall einsteigen und sich verzaubern lassen, denn es bleibt nie beim schlichten Lesen. Die Texte tragen fort, verführen zum Sinnieren und Spielen, und wer Glück hat, entdeckt, dass er selber ein kleiner Sprachkünstler ist." Gabriele Hoffmann (Leanders Leseladen, Heidelberg)
Franz Fühmann, geb. am 15.1.1922 in Rochlitz/Riesengebirge, gehörte zu den bedeutenderen Schriftstellern Nachkriegsdeutschlands. Neben Erzählungen, Essays, Novellen, Gedichten sowie Kinderbüchern verfasste Fühmann zahlreiche Nachdichtungen. Zu den vielen Auszeichnungen seines Schaffens zählen der Heinrich-Mann-Preis und der Geschwister-Scholl-Preis. Er starb am 8.7.1984 in Berlin.

6 Marktplatz-Angebote für "Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel" ab EUR 10,00

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