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Die Kultur der Freiheit
Der Westen gerät in Gefahr, weil eine falsche Idee der Freiheit die Alltagsvernunft zerstört
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: BECK
- 2005
- Ausstattung/Bilder: 2005. XXV, 295 S.
- Seitenzahl: 295
- Deutsch
- Abmessung: 208mm x 129mm x 22mm
- Gewicht: 400g
- ISBN-13: 9783406537455
- ISBN-10: 3406537456
- Best.Nr.: 14035850
Produktbeschreibung zu "Die Kultur der Freiheit"
Kurzbeschreibung
Der Verfasser analysiert die Krise der westlichen Kultur. Er
schärft das Bewußtsein für Werte, die vernachlässigt sind, und
weist Wege in die Zukunft. Eine faszinierende Lektüre für alle, die
sich die Frage nach der "Freiheit wofür?" stellen. Ein
Anstoß zu Änderungen unserer staatlichen Ordnung, um Spielräume der
Freiheit zu erweitern und ihre Grenzen neu zu setzen. Denn:
Freiheit bedarf ständiger Pflege.
In Deutschland haben wir uns an alten Ideen und Mächten
abgearbeitet und dabei Sinngehalte menschlicher Existenz
verschüttet: Liebe, Intimität, Familie, die Erkenntnis, daß nur
Kinder Zukunft bedeuten, Leistungswille, Achtung vor Anderen,
Hilfsbereitschaft, religiöses Bekenntnis. Noch fehlen Konzepte, die
persönlichen Erfolg, Glück und gemeinschaftliche Vitalität
versprechen.
Wir bekennen uns zur Freiheit, aber spüren wir auch ihren Eros? Wir
müssen den Aufbruch wagen in eine neue Epoche, mit einem
Bürgerbegriff ohne soziale Schranken, mit weniger staatlicher
Bevormundung, mehr Leistungsfreude, mehr Sinn auch für
Gemeinschaften.
Beschreibung
In Deutschland haben wir uns an alten Ideen und Mächten abgearbeitet und dabei Sinngehalte menschlicher Existenz verschüttet: Liebe, Intimität, Familie, die Erkenntnis, dass nur Kinder Zukunft bedeuten, Leistungswille, Achtung vor Anderen, Hilfsbereitschaft, religiöses Bekenntnis. Noch fehlen Konzepte, die persönlichen Erfolg, Glück und gemeinschaftliche Vitalität versprechen. Wir bekennen uns zur Freiheit, aber spüren wir auch ihren Eros?
Wir müssen den Aufbruch wagen in eine neue Epoche, mit einem Bürgerbegriff ohne soziale Schranken, mit weniger staatlicher Bevormundung, mehr
Leistungsfreude, mehr Sinn auch für Gemeinschaften, ohne die individuelles Freisein gar nicht möglich wäre. Gemeinschaften sind nur vital, wenn in ihnen eine stimmige Alltagsvernunft gepflegt wird. Ohne sprachliche und historisch gewachsene Kulturgemeinschaft vermag der freie Mensch sich nicht zu entfalten.
Der Verfasser analysiert brillant die Krise der westlichen Kultur und speziell die Lage in Deutschland. Er zieht seine Leser in Bann, indem er das Bewusstsein für Werte schärft, die vernachlässigt sind, und Wege in die Zukunft weist. Ein Anstoß auch zu Änderungen unserer staatlichen Ordnung, im Recht und bei der Rechtsprechung, um die Spielräume der Freiheit zum Wohle aller zu erweitern und ihre Grenzen neu zu justieren.
Inhaltsangabe
I. Warum Kultur?
II. Die kulturelle Selbstgefährdung des Westens
III. Das westliche Wertesystem: Menschenbilder und Weltbilder
IV. Idee und System der Freiheit
V. Gleichheit und Gegenseitigkeit
VI. Die Neubestimmung von Gemeinschaften
VII. Die Familie
VIII. Die religiösen Gemeinschaften
IX. Die Nation als politische Gemeinschaft
X. Die Identität der Deutschen im Banne ihrer Geschichte
XI. Überstaatliche Gemeinschaften: Volk der Europäer oder
Weltvolk?
XII. Kultur und Menschenrechte
XIII. Die Kultur der Freiheit
Inhaltsangabe
Leseprobe zu "Die Kultur der Freiheit" von Udo DiFabio
12.09.2005
Udo Di Fabios Kindermanifest
Je näher der Wahltag rückt, desto fiebriger auch die Debatte ums
Kind. Sie hat groteske Züge angenommen: Kaum sagt jemand etwas
zugunsten einer bestimmten Lebensweise (Hausfrauenehe, Karriereehe,
Homoehe, gar keine Ehe), schon gibt es einen Aufschrei von irgend
jemandem, der sich durch dieses Plädoyer in seiner eigenen, ganz
anderen Lebensweise zurückgesetzt fühlt. So ist eine Situation der
kommunikativen Blockade entstanden: Man kann kaum noch für oder
gegen das Kind argumentieren, weil das Thema derart persönlich
genommen wird, daß ein scharf geschnittenes Plädoyer in die eine
oder die andere Richtung sogleich als Affront aufgefaßt wird. Man
hat diesen Hysterie-Zirkel zuletzt bei entsprechenden
Interventionen von Doris Schröder-Köpf, Alice Schwarzer und
natürlich Paul Kirchhof erlebt, der mit seinem Satz "Zu einem
erfüllten Leben gehören normalerweise Kinder" schrille
Reaktionen hervorrief.
Jetzt, da der Endspurt des Wahlkampfs zunehmend als Wahlschlacht um
Paul Kirchhof wahrgenommen wird, sei - was die Familienidee angeht
- an Kirchhofs Verbündeten im Geiste erinnert: Nein, nicht an Guido
Westerwelle, der …
16.07.2005
Furor und Gesetz
Udo Di Fabios Erneuerung des Bürgertums aus altem Geist
Im Theater des 19. Jahrhunderts, also bei Grillparzer, Hebbel und Richard Wagner, treten Furor und Gesetz gegeneinander an. In den stärksten Szenen agiert die ungezügelte Leidenschaft gegen die Disziplin; die Empörung versucht, die Ordnung aus den Angeln zu heben. Auf das Reglement der geordneten Szenen antworten Eskalation und Exaltation. In Drama und Theater ist der Furor immer weiblich besetzt; männliche Würdenträger treffen also auf rasende Frauen. In Karlsruhe, in der Residenz des Rechts, ist das anders. Verfassungsrichter Udo Di Fabio spielt beide Rollen selbst - die des Würdenträgers und die des Furors: Im Gerichtssaal des Bundesverfassungsgerichts ist er der Vertreter von Gesetz und Recht. In seinem soeben im C.H.Beck-Verlag erscheinenden Buch gibt er den Furor, der sich an der Rechtsprechung seines eigenen Gerichtes reibt, der zurück will in die angeblich goldene Welt der fünfziger Jahre, in die Welt, in der es noch keinen ausgebauten Sozialstaat gab. Di Fabios Furor gegen „sozialtechnische Regulierung” und einen „sozialtechnokratischen Politikstil” durchzieht das …
17.08.2005
Der erbitterten Kritik, die Udo Di Fabios Buch "Die Kultur der
Freiheit" auf sich gezogen hat, kaum dass es auf den Markt
ist, mag sich Rezensent Matthias Arning nicht anschließen. Er gibt
sich eher moderat, auch wenn er nicht umhinkommt, das provokative
Potenzial anzusprechen, welches das Buch des Verfassungsrichters in
sich birgt - schließlich geht es um nichts geringeres als eine
Rekonstruktion "deutscher Nationalkultur als Kultur der
Freiheit" (Di Fabio). So plädiere Di Fabio an Gedanken Paul
Noltes und Paul Kirchhoffs anknüpfend für einen Aufbruch in einer
neue bürgerliche Epoche, in der Freiheit, Verantwortungsbewusstsein
und vor allem Kinderliebe wieder gelten. Dass Di Fabio das
Grundsätzliche liebt und "mächtig auf den Putz" haut,
verhehlt Arning nicht. Er räumt ein, dass Di Fabios Ausführungen,
insbesondere zum Nationalsozialismus, die auch Arning "völlig
überzogen" erscheinen, gelegentlich irritieren können. Auch
findet er Di Fabios Werben für eine kinderfreundlichere
Gesellschaft ziemlich penetrant. Nichtsdestoweniger zollt er ihm
seinen Respekt für den Mut, eine kämpferische Streitschrift
vorgelegt zu haben, "die diese freudlose Republik ein bisschen
erschüttert".
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezension
'(...) Unserem Land (...) verordnet Di Fabio ein Programm des
'reflexiven' Pétainismus: Arbeit, Familie, Vaterland, alles
unter dem Schutz des lieben Gottes. So würde Di Fabio es natürlich
nicht sagen, aber es sei hier so deutlich formuliert um des Streits
willen, den er sich wünscht und der seinen Angaben nach unter der
Tyrannei von Antidiskriminierungsbeauftragten und
Nichtregierungsorganisationen ebenso vom Aussterben bedroht ist wie
eigentlich fast alles. (...) Mit der Kultur der Freiheit sind die
Ordnungen gemeinschaftlichen Lebens gemeint, die dem Individuum
seine Wahlmöglichkeiten erst eröffnen: Familie, Kirche, Volk. (...)
Zu beherzigen ist Di Fabios Mahnung, wir sollten als Tatsache zur
Kenntnis nehmen, daß es Gründe gibt, die 'westliche' Kultur
grenzenloser Freizügigkeit geringzuachten. (...)'
Patrick Bahners, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.7.2005, zur
1. Auflage
'(...) Es ist die Handschrift eines 'leidenschaftlichen
Konservativen', wie der parteilose, auf Vorschlag der Union
gewählte Richter bisweilen genannt wurde. Wobei die Schublade
'konservativ' zu klein ist für den umfassend gebildeten
Mann (...). In seinem (...) Buch 'Kultur …
Rezensionen und Kritik
.
Autorenporträt zu "Udo DiFabio"
Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, geb. 1954, ist seit 1999 Richter des Bundesverfassungsgerichts. Zahlreiche Veröffentlichungen u.a. im Grundgesetz-Kommentar von Maunz/ Dürig, Beiträge in der F.A.Z.
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