Mary Wickford - Colin, Fabrice

Fabrice Colin 

Mary Wickford

Roman

Dtsch. v. Ulrike Werner-Richter
Taschenbuch
 
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Produktbeschreibung zu Mary Wickford

Mary Wickford und das Erbe der Hexen

Als die junge Waise Mary Wickford zum ersten Mal einem Drachen begegnet, spürt sie, dass in ihrem Leben nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Niemals hätte sie jedoch erwartet, dass eine geheimnisvolle Gabe in ihr schlummert, die das Gefüge der ganzen Welt ins Wanken bringen wird. Fabrice Colin hat eine faszinierende Welt voller zauberhafter Überraschungen geschaffen. Wer Christoph Marzis 'Lycidas' mochte, wird 'Mary Wickford' lieben!

Entdecken Sie das Geheimnis einer verwunschenen Welt!

Produktinformation


  • Verlag: Heyne
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 718 S.
  • Seitenzahl: 720
  • Heyne Bücher Nr.53288
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 145mm x 53mm
  • Gewicht: 815g
  • ISBN-13: 9783453532885
  • ISBN-10: 3453532880
  • Best.Nr.: 25548017
Fabrice Colin, geboren 1972 bei Paris, ist in Frankreich der talentierteste Fantasy-Autor seiner Generation. Er hat bereits zahlreiche phantastische Romane, Drehbücher und Comics geschrieben und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Der Autor lebt und arbeitet in Paris.

Leseprobe zu "Mary Wickford" von Fabrice Colin

Die Welt ist groß, Mary. Wir können nicht alles wissen." Diese Worte hatte er auf seinem Sterbebett geflüstert; er war kaum zu verstehen. Draußen erwarteten mich die Schiffe des Imperiums, und wieder einmal sah es so aus, als stünde mein gesamtes Leben auf der Kippe. Ich war erschöpft und verschreckt und wusste nicht einmal, was er wohl mit "Welt" meinte.

Heute Abend jedoch, an diesem Abend, während ich beim Schein eines Talglichtes mit der einen Hand in Winslows gewaltigem Werk America principus blättere und mit der anderen die zitternde Feder halte, um diese Zeilen zu schreiben, erinnere ich mich der Worte meines Pastors mit einer neuen und schmerzlichen Klarheit.

Ich denke an das Jahr zurück, in dem alles begann, lange vor meiner Geburt. Ich sinne darüber nach, wie sich die Ereignisse überstürzten und gleich Motiven einer gewaltigen Sinfonie ineinander verflochten. Mit einem Mal wird mir klar, dass an dieser Geschichte, sollte sie sich noch einmal abspielen, nicht ein einziges Wort anders wäre. Denn das ist die Art und Weise, wie die Menschen ihren Weg gehen: dem Schicksal und einem so verzweigten Flechtwerk von Ursache und Wirkung unterworfen, dass es ihnen unmöglich ist, zum verborgenen Sinn der Dinge vorzustoßen, solange sie nicht gelebt haben. Und anschließend ...

Dies hier ist keine Lebensbeichte. Es sind auch keine Memoiren, sondern der möglichst getreuliche Bericht einer besonders turbulenten Zeit in meinem Leben. Die Ereignisse spielten sich in einer Epoche ab, die Historiker als "Fall von Gotham" bezeichnen. Es war eine Art Apokalypse, eine Offenbarung, die das Gesicht unserer Hauptstadt für immer veränderte. Oh ja, ich habe den Umsturz miterlebt und dabei eine mehr als aktive Rolle gespielt. Dennoch glaube ich nicht, dass ich der Auslöser war. Ich bin nur das letzte Glied in einer langen, aus Liebe und Hass entstandenen Kette, die bis in das Dunkel der Vorzeit zurückreicht, und ich weiß von einem Menschen, der in diesem Augenblick gleich mir seine Erlebnisse niederschreibt und dessen Verantwortung an dem, was geschehen ist, der meinen zumindest gleichkommt.

Ich behaupte nicht, dass alles wahr ist. Zwar habe ich mir Mühe gegeben, mir alles so genau wie möglich ins Gedächtnis zurückzurufen, doch so manches Mal lässt uns die Erinnerung im Stich oder die Sicht auf die Dinge verändert sich. Bei allem jedoch, was ich geschrieben habe, sah ich mich vor, immer gerecht zu bleiben.

Ich weiß nicht, in welchem Zeitalter und unter welchen Bedingungen Ihr diese Zeilen lesen werdet. Es gibt Dinge, die schwer zu erklären sind, wenn man diese bewegte Epoche nicht selbst miterlebt hat. Daher habe ich an bestimmten Stellen Auszüge aus Büchern und Zeitungen eingefügt. Das Ganze ist nicht unbedingt als Roman im herkömmlichen Sinne anzusehen, denn alles, was ich niedergeschrieben habe, ist tatsächlich geschehen. Trotzdem müsst Ihr mir nicht unbedingt glauben, denn letztendlich spielt es nämlich keine Rolle. Wichtig ist nur, dass meine Geschichte wirklich geschehen ist, und dass Ihr sie lest.

Schließt nun also die Türen, lehnt Euch in einen bequemen Sessel zurück und erklärt allen anderen, dass Ihr nicht zu Hause seid. Ich werde Euch in die Ferne entführen - sehr weit fort.

Denkt Euch, wir befinden uns im Jahr des Herrn anno 1670. Auf der anderen Seite des Ozeans wird gerade der ehrwürdige und geschätzte Galileo Galilei, der sein hundertsechstes Wiegenfest und gleichzeitig den dreißigsten Jahrestag seines Exils feiert, von König Ludwig XIV. auf dem Vorplatz der Kathedrale Notre-Dame mit großem Pomp geehrt. Es ist Morgen, und die Franzosen sind glücklich. Sie ahnen noch nichts.

In weniger als einer Stunde wird man den Premierminister des englischen Königs Karl II., den Dichter John Milton, ermordet auffinden, rings um ihn verstreut die blutbefleckten Seiten des Manuskripts seines epischen Gedichts Das verlorene Paradies. Wieder einmal wird es Krieg geben. Man spürt es. Man fürchtet sich davor. In der aufgewühlten Welt kursieren Gerüchte, dass die Artilleristen schon ihre Kanonen polieren und Generäle zerknitterte Schlachtpläne glattstreichen, dass sich Truppen sammeln und man finstere Bündnisse schließt. Noch ist es nur ein Flüstern, doch schon bald wird das Echo der Katastrophe bis ins ferne Amerika hinüberhallen.

Doch heute noch nicht.

Denn hier, in diesem düsteren, vernebelten Tal, wo es seit drei Tagen wahre Sturzbäche regnet, Flüsse über die Ufer treten und Schlammlawinen von den Bergen abgehen, entlädt sich ein so heftiges Gewitter, dass man nichts anderes mehr hört. Den Menschen ist es gleich, was im fernen Europa vor sich geht; sie senken die Köpfe, löffeln ihre Suppe und warten zitternd darauf, dass der zornige Himmel sich beruhigt.

Es ist fast drei Uhr morgens und wir befinden uns im Gasthof Zum Schwarzen Bären in den Adirondack-Bergen. Im Kamin knistern die Scheite. Alle sind in den Gastraum hinuntergekommen. Wie könnte man in einer solchen Nacht auch Schlaf finden? Um die Zeit totzuschlagen, wird gegessen, über wunderbare Jagdpartien und noch unerforschte Wälder geredet; man erörtert die kurz zuvor unterzeichneten Handelsverträge mit den Irokesen im Norden und erzählt sich lachend den neuesten Klatsch aus Gotham.

Rings um den großen Tisch hat sich eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft versammelt: zwei Kartografen, ein Söldner, drei Trapper und eine Gruppe holländischer Pelzhändler. Nur ein junger Mann im langen Mantel sitzt ein wenig abseits, das Gesicht unter einer Kapuze verborgen. Niemand spricht ihn an. Nachdem der einäugige Ben seine Töpfe gesäubert hat, serviert er den Gästen Glühwein in großen Krügen. Seine Frau Lucy zwängt sich mit einem Tablett zwischen den Tischen hindurch. Die Holländer machen zwar Lärm und poltern herum; trotzdem freut sich Ben, dass sie da sind. In den fünf Jahren, in denen er den Gasthof betreibt, hat er noch nie ein solches Wetter erlebt.

Leseprobe zu "Mary Wickford"

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Kundenbewertungen zu "Mary Wickford" von "Fabrice Colin"

Durchschnittliche Kundenbewertung 3 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen ***** gut
(aus 4 Bewertungen)
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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 28.02.2010 ***** gut
Amerika im Jahre 1723. Die beiden Amerikas werden von Gotham aus vom Imperator und seinen Kardinälen beherrscht. Die Bruderschaft von York, eine der ältesten und mächtigsten amerikanischen Geheimbünde verfolgt das Ziel das spirituelle Gleichgewicht der Welt zu erhalten, während sich die Schlinge der Inquisition immer enger zusammenzieht. Das Leben für die Puritaner in Amerika wir immer schwieriger. Eine Welle von Katholizismus überrollt Amerika und mit ihr ein bislang ungeahnter Fortschritt. Um 1673 entdeckte man Erdölquellen in der Nähe von Ipswich. Ganze Flotten von in Europa produzierten Fluggeräten wurden nach Gotham gebracht. Sie sollten sich als bahnbrechend für die Jagd auf Drachen erweisen.
In dieser Welt lebt Mary Wickford. Sie wächst als Weise in einem katholischen Weisenhaus in Gotham auf. An ihrem 17. Geburtstag muss sie wie alle anderen vor ihr, das Weisenhaus verlassen und sich eine Stellung suchen. Alles was sie mit sich nimmt sind ihre Kleider, ein Bild und ein Amulett, das einmal ihrer Mutter gehörte. Mary ahnt nicht, welches Erbe sie in sich trägt, bis der Imperator sich entschließt, ein Blutbad in ganz Amerika anzurichten um sie zu finden. Für Mary wird ihre Flucht zu einer Reise in ihre eigene Familiengeschichte und ins Reiche der Magie.

Mit fiel das Buch vor allem wegen seiner wunderbaren Aufmachung auf wie es da im Schaufenster lag. Das Titelbild wirkt wie eine Sonderausgabe eines Romans um 1880 oder eine Marlitt Sonderausgabe, doch dahinter verbirgt sich ein Fantasyroman in einem alternativen Amerika. Dieses Buch ist ein recht gelungener Genremix. Es beginnt als klassischer Waisenroman. Ein Mädchen wächst im Weisenhaus auf und muss dieses verlassen um auf eigenen Beinen zu stehen. Sie nimmt eine Stellung als Haushälterin eines Pastors an. Dann Wandelt sich das Buch und wird zu einer Geschichte über Magie und Hexenverfolgung mit einem Schuss Steampunk, um nach einer Flucht durch Arkham (einem von H.P. Lovecraft erdachten Landstrich in Massachusetts, der hier unterirdisch liegt) kurzzeitig zu einem Piratenroman zu werden, der sich bald zu einer Oz artigen Geschichte zu wandeln mit Jack O'Lantern und zahmen Bären. Mary lernt Magie bei Rip von Winkle und seiner Bruderschaft von York, der auch Gerardus Stuyvesant und Jonathan Swift angehören, um letztendlich einen Drachen zu zähmen und zu einer Drachenreiterin zu werden und in den Kampf gegen den Imperator von Amerika zu ziehen.
Diese Wandlungen sind teils recht stimmig und unterhaltsam, teils hat man das Gefühl, dass der Autor sich nicht entscheiden konnte, was er wirklich schreiben wollte. Der Eindruck wird durch die Geschichte um das ererbte magische Amulett verstärkt, welches Mary schützen soll. Nur leider scheint dem Autor nicht klar gewesen zu sein auf welche Weise es Mary letztendlich schützen soll, daher schreibt er es aus der Geschichte durch einen Kniff einfach wieder heraus, genau wie Usher. Erst ist Usher Marys Reisegefährte, sie verliebt sich in ihn, aber der Leser merkt, dass er langsam aber sicher zu einem Klotz am Bein der Geschichte wird, daher wird er auf nicht sonderlich intelligente Art aus der Geschichte entfernt, die willkürlich und irgendwie störend wirkt, genau wie der ganze Charakter des Usher in der zweiten Hälfte der Geschichte.
Auch etwa ab der Mitte fängt die Geschichte an irgendwie unausgegoren zu wirken und die Wechsel zwischen den verschiedenen Genres sind nicht mehr innovativ sondern machen einen eher unentschlossenen und unausgegorenen Eindruck.

Fazit: Eine Fantasygeschichte mit recht unterhaltsamem Genremix aber doch großteils sehr zweidimensionalen klischeehaften Charakteren ohne Tiefgang und teilweise unausgegoren und unentschlossen wirkend, als wenn sich der Autor während des Schreibens immer mal wieder umentschieden hätte und einige Dinge kurzerhand aus der Geschichte geschrieben hätte um sie loszuwerden, weil er zu faul war die ganze Geschichte umzuarbeiten.

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Bewertung von Nina [libromanie.de] am 01.09.2009 ***** sehr gut
Amerika, 17. Jahrhundert: Mary ist Waise und in einem Kloster aufgewachsen, in dem sie zuletzt auch selbst unterrichtet hatte. Mit 17 Jahren muss sie den Ort ihrer Kindheit jedoch zurücklassen und sich in einer anderen Stadt eine neue Anstellung suchen.
So führt sie ihr Weg in das malerische Küstendörflein Old Haven, zu dem sie sogleich eine unerklärliche Anziehungskraft verspürt. Besonders ein bestimmter Baum kommt ihr merkwürdig vertraut vor. Kurzerhand beschließt sie, sich in Old Haven niederzulassen und nimmt eine Stelle beim örtlichen Pastor an.
Doch die Ruhe ist nur von kurzer Dauer. Bald schon ist der jungen Frau die Inquisition auf den Fersen, allen voran der grausame Trevor Fear, der seinem Namen alle Ehre macht und schon unzählige vermeintliche Hexen auf den Scheiterhaufen gebracht hat.
Auch Mary scheint Vorfahren mit magischen Fähigkeiten zu haben. Was sonst könnte der Grund dafür sein, dass der allmächtige Imperator, Schreckensherrscher über Amerika, Mary um jeden Preis in seine Gewalt bringen will?

Gleich vorweg: Der Vergleich mit «Lycidas» vermittelt einen völlig falschen Eindruck von dem Buch, ist Marzis uralte Metropole doch wesentlich vielschichtiger und tiefgründiger als «Mary Wickford».
Davon abgesehen besticht auch Fabrice Colin durch sein mitreißendes Erzähltalent und einen grenzenlosen Ideenreichtum. Mechanische Katzen, Fluggeräte, seelenlose Drachen, Magier, Dämonen, Piraten, ein Volk, das unter der Erdoberfläche lebt und Unsterblichkeit verspricht… Im Hinblick auf sein Personal zieht der französische Autor sämtliche Register, fordert seinem Leser aber gleichzeitig auch einige Konzentration ab, damit dieser nicht den Überblick verliert. Dabei schont Colin seine Figuren auch nicht. Viele Szenen sind ausgesprochen grausam, blutig und brutal, die Grundstimmung ist düster bis gruselig.

Marys Erzählweise ist, obwohl sie in der Ich-Perspektive berichtet, trotz der schrecklichen Erlebnisse recht nüchtern und distanziert. Hält man sich vor Augen, dass sie mit einigem zeitlichen Abstand auf die damaligen Geschehnisse zurückblickt, ist das aber auch gut nachvollziehbar. Manchem Leser mag sie trotzdem etwas hölzern vorkommen und besonders facettenreich ist ihr Charakter tatsächlich nicht.
Überhaupt hätte sich der Autor mit einigen Dingen ruhig mehr Zeit lassen dürfen. Auch das Erzähltempo ist stellenweise zu rasant und wirkt gehetzt. (Auch wenn Mary nach gut der Hälfte der Geschichte immer noch nicht zaubern kann.) So passiert es, dass man wichtige Informationen schnell mal überliest.
Leider hat auch die Übersetzung so manch krummen Satz hervorgebracht und lässt z.B. «Soldaten aus dem Glied treten». Insgesamt ist der Erzählstil dennoch – auch trotz besonders hohem Adjektivanteil – flüssig zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin.
Und obwohl einige Personen anfangs merkwürdig und sprunghaft agieren, klärt sich - mit Ausnahme von wenigen kleineren Ungereimtheiten - zum Ende hin alles weitgehend zufrieden stellend auf und die Geschichte wirkt längst nicht so verworren, wie der erste Eindruck noch vermuten ließ.

FAZIT: Ein ungemein spannender Fantasy-Roman, aus dem man locker eine Trilogie hätte machen können. Was vielleicht auch besser gewesen wäre.

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Bewertung von Manuela2205 am 10.08.2009 ***** weniger gut
Zum Inhalt:

Mary Wickford wächst in einem Waisenhaus auf. Mit 17 Jahren muss sie dieses verlassen. Auf der Suche nach einer Anstellung kommt Mary nach Old Haven und spürt mit diesem Ort eine starke Verbundenheit. Hier erfährt sie auch, dass sie einem alten Hexengeschlecht entstammt. Schnell wird sie jedoch gejagt - von der Inquisition, von den Domilitinnen - Kreaturen, die halb Mensch, halb Fisch sind - und von Piraten. Hilfe erhält sie in den auswegslosesten Situationen immer wieder von einer geheimnisvollen Bruderschaft. So wird Mary in ihr Schicksal hinein gestoßen...

Meine Meinung:

Mary Wickford spielt in einem Amerika um 1700. Allerdings nicht wie wir es kennen. Beherrscht wird es von einem wahnsinnigen Imperator, unter der Knute der Inquisition und technisch fortgeschritten. Zwar gibt es keinen Strom, aber mechanische Apparaturen, wie Katzen aus Metall, die sich bewegen, Sänftenträger, Flugapparate usw. Und es gibt Drachen.
Mary wird von allen Seiten bedrängt. Von Männern, die behaupten, sie zu lieben, wie der Pastor, bei dem sie ihre erste Anstellung erhält. Vom Imperator, der ihre Macht für seine Zwecke nutzen will und Tod und Teufel in Bewegung setzt, um Mary zu fangen. Dabei hat sie selbst keine Ahnung von ihren Kräften. Die erhält sie erst im letzten Drittel des Buches, wenn sie ihre Ausbildung bei der Bruderschaft beginnt und ihre Bestimmung annimmt.

Mary ist eine seltsame Hauptperson. Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben, man sieht die Welt also durch Marys Augen, aber Mary bleibt trotzdem absolut farblos. Sie scheint gefühllos wie ein Stück Holz. Sie erfährt, dass sie eine Hexe ist - keine Reaktion, man hätte ihr auch erzählen können, ihre Nachbarin sei schwanger, das scheint genauso aufregend zu sein wie die Tatsache, dass man eine Hexe ist. Sie wird immer wieder gejagt und gefangen genommen und erfährt nichts, dass sie Angst hätte, nein, die Situation wird ganz nüchtern beschrieben.
Dadurch zieht sich das Buch ziemlich in die Länge, obwohl einiges passiert, ist man eher gelangweilt durch die bloße Aufzählung der Ereignisse. Jede Partei, die ihr Auge auf Mary geworfen hat, ist mal an der Reihe mit Jagen und Fangen, bis sie den Spieß umdreht und ihre Kräfte beherrschen lernt.

Sehr verwirrend fand ich die vielen Personen und Namen, die immer wieder aus heiterem Himmel auftauchen, obwohl man mit ihnen schon abgeschlossen hatte. Ein Personenverzeichnis wäre hier äußerst hilfreich, ich habe etliche Male geblättert, um Personen richtig einordnen zu können.

Außerdem wird mit Fast-Unsterblichkeit, Wiedergeburt, Seelenteilung und ich weiß nicht was noch alles gearbeitet, so dass man ein heilloses Kuddelmuddel zu entwirren hat. Absolute Drachenfans kommen vielleicht auf ihre Kosten, da die am Ende des Buches noch eine Rolle spielen, ich hätte das Geld für dieses Buch anderweitig besser investieren können!

Fazit: Typischer Fall von leeren Versprechungen

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Bewertung von b77a00 aus Polling am 31.07.2009 ***** gut
Mary verlässt das Kloster und Waisenhaus, da sie etwa 17 Jahre alt ist und nach den Regeln des Klosters nun auf eigenen Beinen stehen muss. Sie bekommt ein Amulett ausgehändigt, das mit ihr auf der Treppe des Klosters vor vielen Jahren gefunden wurde. Dieses Amulett strahlt Macht aus. Ebenfalls in ihrem Besitz ist ein Bild mit einem Piratenschiff, bei dessen Betrachtung ihr immer schwindlig wird.
Sie sollte bis nach Boston begleitet werden, aber soweit kommen sie gar nicht. Unterwegs sehen sie einen Drachen, der von Flugmaschinen beschossen wird. Er stürzt nicht weit von ihnen ab. Mary läuft hin und meint, dass er im Geist mit ihr spricht.
Durch einen Umweg entdeckt sie dann auch den Baum aus ihren Träumen und beschliesst, in Old Heaven zu bleiben. Dort nimmt sie eine vorübergehende Stelle als Haushälterin an, doch der Pastor ist reichlich seltsam und geheimnisvoll.
Während eines Besuches in Salem erhält sie erste Erkenntnisse über ihre Vergangenheit…und damit beginnen schon die Schwierigkeiten. Obwohl sie noch nicht weiß, warum, sucht die Inquisition nach ihr. Die Dorfbewohner schützen sie, denn sie wissen um die Vergangenheit. Und so kann sie zusammen den Dorfbewohnern flüchten…


Also nach der Kurzbeschreibung hatte ich mir mehr erwartet. Dieses Buch zieht sich leider teilweise in die Länge.
Mary liest im ersten Drittel ewig im Tagebuch ihrer Großmutter, was diese mit wem erlebt hat, was sich seitenweise hinzieht und nur wenig Bedeutung für die Geschichte von Mary hat.
So beginnt die Geschichte erst nach 250 Seiten etwas interessanter zu werden. Dann allerdings muss man durch religiöse Fantastereien der Inquisition, die teilweise etwas extrem werden.
Mary ist sehr unerfahren und wirkt auf mich etwas seltsam: sie nimmt die Tatsache, dass ihre Vorfahren Hexen waren, ohne darüber nachzudenken hin….versteht aber überhaupt nicht, warum die Inquisition hinter ihr her ist. Ist eigentlich eine logische Sache, da sie ja auch das magische Medaillon hat, aber sie glaubt es selbst nach mehreren Beweisen nicht wirklich: „Aber ich hab doch noch nie gezaubert“ Und das ist jetzt nur einer von mehreren Widersprüchen den ich erwähnen möchte.
Auf der erneuten Flucht vor seltsamen Kreaturen wird das Buch dann endlich mal spannender. Die schlummernde Gabe in Mary schlummert leider sehr lange….nach 2/3 des Buches ist da immer noch nichts aufgewacht.

Wie gesagt, ich habe mir mehr erwartet. Man kann das Buch lesen, aber mehr muss ich davon nicht haben.

Ausserdem muss ich sagen, ein Vergleich mit Lycidas (siehe Kurzbeschreibung) ist nicht möglich. Marzi hat eine wunderbare Welt voller Abenteuer geschaffen, während hier nur Hexenverfolgung, irregeleitete Geistliche und ein bischen Abenteuer zu finden sind. Das ist mal eine ganz andere Liga.

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Mary Wickford

Mary Wickford - Colin, Fabrice

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  • Verlag: Heyne
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 718 S.
  • Seitenzahl: 720
  • Heyne Bücher Nr.53288
  • Deutsch
  • Abmessung: 221mm x 145mm x 53mm
  • Gewicht: 815g
  • ISBN-13: 9783453532885
  • ISBN-10: 3453532880
  • Best.Nr.: 25548017

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Mary Wickford und das Erbe der Hexen

Als die junge Waise Mary Wickford zum ersten Mal einem Drachen begegnet, spürt sie, dass in ihrem Leben nichts mehr so sein wird, wie es einmal war. Niemals hätte sie jedoch erwartet, dass eine geheimnisvolle Gabe in ihr schlummert, die das Gefüge der ganzen Welt ins Wanken bringen wird. Fabrice Colin hat eine faszinierende Welt voller zauberhafter Überraschungen geschaffen. Wer Christoph Marzis 'Lycidas' mochte, wird 'Mary Wickford' lieben!

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Die Welt ist groß, Mary. Wir können nicht alles wissen." Diese Worte hatte er auf seinem Sterbebett geflüstert; er war kaum zu verstehen. Draußen erwarteten mich die Schiffe des Imperiums, und wieder einmal sah es so aus, als stünde mein gesamtes Leben auf der Kippe. Ich war erschöpft und verschreckt und wusste nicht einmal, was er wohl mit "Welt" meinte.

Heute Abend jedoch, an diesem Abend, während ich beim Schein eines Talglichtes mit der einen Hand in Winslows gewaltigem Werk America principus blättere und mit der anderen die zitternde Feder halte, um diese Zeilen zu schreiben, erinnere ich mich der Worte meines Pastors mit einer neuen und schmerzlichen Klarheit.

Ich denke an das Jahr zurück, in dem alles begann, lange vor meiner Geburt. Ich sinne darüber nach, wie sich die Ereignisse überstürzten und gleich Motiven einer gewaltigen Sinfonie ineinander verflochten. Mit einem Mal wird mir klar, dass an dieser Geschichte, sollte sie sich noch einmal abspielen, nicht ein einziges Wort anders wäre. Denn das ist die Art und Weise, wie die Menschen ihren Weg gehen: dem Schicksal und einem so verzweigten Flechtwerk von Ursache und Wirkung unterworfen, …

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Durchschnittliche Kundenbewertung (aus 4 Bewertungen):
3 von 5 Sterne bei 4 Bewertungen *****
gut
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Bewertung von sabisteb aus Freiburg am 28.02.2010
*****
gut
Amerika im Jahre 1723. Die beiden Amerikas werden von Gotham aus vom Imperator und seinen Kardinälen beherrscht. Die Bruderschaft von York, eine der ältesten und mächtigsten amerikanischen Geheimbünde verfolgt das Ziel das spirituelle Gleichgewicht der Welt zu erhalten, während sich die Schlinge der Inquisition immer enger zusammenzieht. Das Leben für die Puritaner in Amerika wir immer schwieriger. Eine Welle von Katholizismus überrollt Amerika und mit ihr ein bislang ungeahnter Fortschritt. Um 1673 entdeckte man Erdölquellen in der Nähe von Ipswich. Ganze Flotten von in Europa produzierten Fluggeräten wurden nach Gotham gebracht. Sie sollten sich als bahnbrechend für die Jagd auf Drachen erweisen.
In dieser Welt lebt Mary Wickford. Sie wächst als Weise in einem katholischen Weisenhaus in Gotham auf. An ihrem 17. Geburtstag muss sie wie alle anderen vor ihr, das Weisenhaus verlassen und sich eine Stellung suchen. Alles was sie mit sich nimmt sind ihre Kleider, ein Bild und ein Amulett, das einmal ihrer Mutter gehörte. Mary ahnt nicht, welches Erbe sie in sich trägt, bis der Imperator sich entschließt, ein Blutbad in ganz Amerika anzurichten um sie zu finden. Für Mary wird ihre Flucht zu einer Reise in ihre eigene Familiengeschichte und ins Reiche der Magie.

Mit fiel das Buch vor allem wegen seiner wunderbaren Aufmachung auf wie es da im Schaufenster lag. Das Titelbild wirkt wie eine Sonderausgabe eines Romans um 1880 oder eine Marlitt Sonderausgabe, doch dahinter verbirgt sich ein Fantasyroman in einem alternativen Amerika. Dieses Buch ist ein recht gelungener Genremix. Es beginnt als klassischer Waisenroman. Ein Mädchen wächst im Weisenhaus auf und muss dieses verlassen um auf eigenen Beinen zu stehen. Sie nimmt eine Stellung als Haushälterin eines Pastors an. Dann Wandelt sich das Buch und wird zu einer Geschichte über Magie und Hexenverfolgung mit einem Schuss Steampunk, um nach einer Flucht durch Arkham (einem von H.P. Lovecraft erdachten Landstrich in Massachusetts, der hier unterirdisch liegt) kurzzeitig zu einem Piratenroman zu werden, der sich bald zu einer Oz artigen Geschichte zu wandeln mit Jack O'Lantern und zahmen Bären. Mary lernt Magie bei Rip von Winkle und seiner Bruderschaft von York, der auch Gerardus Stuyvesant und Jonathan Swift angehören, um letztendlich einen Drachen zu zähmen und zu einer Drachenreiterin zu werden und in den Kampf gegen den Imperator von Amerika zu ziehen.
Diese Wandlungen sind teils recht stimmig und unterhaltsam, teils hat man das Gefühl, dass der Autor sich nicht entscheiden konnte, was er wirklich schreiben wollte. Der Eindruck wird durch die Geschichte um das ererbte magische Amulett verstärkt, welches Mary schützen soll. Nur leider scheint dem Autor nicht klar gewesen zu sein auf welche Weise es Mary letztendlich schützen soll, daher schreibt er es aus der Geschichte durch einen Kniff einfach wieder heraus, genau wie Usher. Erst ist Usher Marys Reisegefährte, sie verliebt sich in ihn, aber der Leser merkt, dass er langsam aber sicher zu einem Klotz am Bein der Geschichte wird, daher wird er auf nicht sonderlich intelligente Art aus der Geschichte entfernt, die willkürlich und irgendwie störend wirkt, genau wie der ganze Charakter des Usher in der zweiten Hälfte der Geschichte.
Auch etwa ab der Mitte fängt die Geschichte an irgendwie unausgegoren zu wirken und die Wechsel zwischen den verschiedenen Genres sind nicht mehr innovativ sondern machen einen eher unentschlossenen und unausgegorenen Eindruck.

Fazit: Eine Fantasygeschichte mit recht unterhaltsamem Genremix aber doch großteils sehr zweidimensionalen klischeehaften Charakteren ohne Tiefgang und teilweise unausgegoren und unentschlossen wirkend, als wenn sich der Autor während des Schreibens immer mal wieder umentschieden hätte und einige Dinge kurzerhand aus der Geschichte geschrieben hätte um sie loszuwerden, weil er zu faul war die ganze Geschichte umzuarbeiten.
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Bewertung von Nina [libromanie.de] am 01.09.2009
*****
sehr gut
Amerika, 17. Jahrhundert: Mary ist Waise und in einem Kloster aufgewachsen, in dem sie zuletzt auch selbst unterrichtet hatte. Mit 17 Jahren muss sie den Ort ihrer Kindheit jedoch zurücklassen und sich in einer anderen Stadt eine neue Anstellung suchen.
So führt sie ihr Weg in das malerische Küstendörflein Old Haven, zu dem sie sogleich eine unerklärliche Anziehungskraft verspürt. Besonders ein bestimmter Baum kommt ihr merkwürdig vertraut vor. Kurzerhand beschließt sie, sich in Old Haven niederzulassen und nimmt eine Stelle beim örtlichen Pastor an.
Doch die Ruhe ist nur von kurzer Dauer. Bald schon ist der jungen Frau die Inquisition auf den Fersen, allen voran der grausame Trevor Fear, der seinem Namen alle Ehre macht und schon unzählige vermeintliche Hexen auf den Scheiterhaufen gebracht hat.
Auch Mary scheint Vorfahren mit magischen Fähigkeiten zu haben. Was sonst könnte der Grund dafür sein, dass der allmächtige Imperator, Schreckensherrscher über Amerika, Mary um jeden Preis in seine Gewalt bringen will?

Gleich vorweg: Der Vergleich mit «Lycidas» vermittelt einen völlig falschen Eindruck von dem Buch, ist Marzis uralte Metropole doch wesentlich vielschichtiger und tiefgründiger als «Mary Wickford».
Davon abgesehen besticht auch Fabrice Colin durch sein mitreißendes Erzähltalent und einen grenzenlosen Ideenreichtum. Mechanische Katzen, Fluggeräte, seelenlose Drachen, Magier, Dämonen, Piraten, ein Volk, das unter der Erdoberfläche lebt und Unsterblichkeit verspricht… Im Hinblick auf sein Personal zieht der französische Autor sämtliche Register, fordert seinem Leser aber gleichzeitig auch einige Konzentration ab, damit dieser nicht den Überblick verliert. Dabei schont Colin seine Figuren auch nicht. Viele Szenen sind ausgesprochen grausam, blutig und brutal, die Grundstimmung ist düster bis gruselig.

Marys Erzählweise ist, obwohl sie in der Ich-Perspektive berichtet, trotz der schrecklichen Erlebnisse recht nüchtern und distanziert. Hält man sich vor Augen, dass sie mit einigem zeitlichen Abstand auf die damaligen Geschehnisse zurückblickt, ist das aber auch gut nachvollziehbar. Manchem Leser mag sie trotzdem etwas hölzern vorkommen und besonders facettenreich ist ihr Charakter tatsächlich nicht.
Überhaupt hätte sich der Autor mit einigen Dingen ruhig mehr Zeit lassen dürfen. Auch das Erzähltempo ist stellenweise zu rasant und wirkt gehetzt. (Auch wenn Mary nach gut der Hälfte der Geschichte immer noch nicht zaubern kann.) So passiert es, dass man wichtige Informationen schnell mal überliest.
Leider hat auch die Übersetzung so manch krummen Satz hervorgebracht und lässt z.B. «Soldaten aus dem Glied treten». Insgesamt ist der Erzählstil dennoch – auch trotz besonders hohem Adjektivanteil – flüssig zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin.
Und obwohl einige Personen anfangs merkwürdig und sprunghaft agieren, klärt sich - mit Ausnahme von wenigen kleineren Ungereimtheiten - zum Ende hin alles weitgehend zufrieden stellend auf und die Geschichte wirkt längst nicht so verworren, wie der erste Eindruck noch vermuten ließ.

FAZIT: Ein ungemein spannender Fantasy-Roman, aus dem man locker eine Trilogie hätte machen können. Was vielleicht auch besser gewesen wäre.
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Bewertung von Manuela2205 am 10.08.2009
*****
weniger gut
Zum Inhalt:

Mary Wickford wächst in einem Waisenhaus auf. Mit 17 Jahren muss sie dieses verlassen. Auf der Suche nach einer Anstellung kommt Mary nach Old Haven und spürt mit diesem Ort eine starke Verbundenheit. Hier erfährt sie auch, dass sie einem alten Hexengeschlecht entstammt. Schnell wird sie jedoch gejagt - von der Inquisition, von den Domilitinnen - Kreaturen, die halb Mensch, halb Fisch sind - und von Piraten. Hilfe erhält sie in den auswegslosesten Situationen immer wieder von einer geheimnisvollen Bruderschaft. So wird Mary in ihr Schicksal hinein gestoßen...

Meine Meinung:

Mary Wickford spielt in einem Amerika um 1700. Allerdings nicht wie wir es kennen. Beherrscht wird es von einem wahnsinnigen Imperator, unter der Knute der Inquisition und technisch fortgeschritten. Zwar gibt es keinen Strom, aber mechanische Apparaturen, wie Katzen aus Metall, die sich bewegen, Sänftenträger, Flugapparate usw. Und es gibt Drachen.
Mary wird von allen Seiten bedrängt. Von Männern, die behaupten, sie zu lieben, wie der Pastor, bei dem sie ihre erste Anstellung erhält. Vom Imperator, der ihre Macht für seine Zwecke nutzen will und Tod und Teufel in Bewegung setzt, um Mary zu fangen. Dabei hat sie selbst keine Ahnung von ihren Kräften. Die erhält sie erst im letzten Drittel des Buches, wenn sie ihre Ausbildung bei der Bruderschaft beginnt und ihre Bestimmung annimmt.

Mary ist eine seltsame Hauptperson. Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben, man sieht die Welt also durch Marys Augen, aber Mary bleibt trotzdem absolut farblos. Sie scheint gefühllos wie ein Stück Holz. Sie erfährt, dass sie eine Hexe ist - keine Reaktion, man hätte ihr auch erzählen können, ihre Nachbarin sei schwanger, das scheint genauso aufregend zu sein wie die Tatsache, dass man eine Hexe ist. Sie wird immer wieder gejagt und gefangen genommen und erfährt nichts, dass sie Angst hätte, nein, die Situation wird ganz nüchtern beschrieben.
Dadurch zieht sich das Buch ziemlich in die Länge, obwohl einiges passiert, ist man eher gelangweilt durch die bloße Aufzählung der Ereignisse. Jede Partei, die ihr Auge auf Mary geworfen hat, ist mal an der Reihe mit Jagen und Fangen, bis sie den Spieß umdreht und ihre Kräfte beherrschen lernt.

Sehr verwirrend fand ich die vielen Personen und Namen, die immer wieder aus heiterem Himmel auftauchen, obwohl man mit ihnen schon abgeschlossen hatte. Ein Personenverzeichnis wäre hier äußerst hilfreich, ich habe etliche Male geblättert, um Personen richtig einordnen zu können.

Außerdem wird mit Fast-Unsterblichkeit, Wiedergeburt, Seelenteilung und ich weiß nicht was noch alles gearbeitet, so dass man ein heilloses Kuddelmuddel zu entwirren hat. Absolute Drachenfans kommen vielleicht auf ihre Kosten, da die am Ende des Buches noch eine Rolle spielen, ich hätte das Geld für dieses Buch anderweitig besser investieren können!

Fazit: Typischer Fall von leeren Versprechungen
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Bewertung von b77a00 aus Polling am 31.07.2009
*****
gut
Mary verlässt das Kloster und Waisenhaus, da sie etwa 17 Jahre alt ist und nach den Regeln des Klosters nun auf eigenen Beinen stehen muss. Sie bekommt ein Amulett ausgehändigt, das mit ihr auf der Treppe des Klosters vor vielen Jahren gefunden wurde. Dieses Amulett strahlt Macht aus. Ebenfalls in ihrem Besitz ist ein Bild mit einem Piratenschiff, bei dessen Betrachtung ihr immer schwindlig wird.
Sie sollte bis nach Boston begleitet werden, aber soweit kommen sie gar nicht. Unterwegs sehen sie einen Drachen, der von Flugmaschinen beschossen wird. Er stürzt nicht weit von ihnen ab. Mary läuft hin und meint, dass er im Geist mit ihr spricht.
Durch einen Umweg entdeckt sie dann auch den Baum aus ihren Träumen und beschliesst, in Old Heaven zu bleiben. Dort nimmt sie eine vorübergehende Stelle als Haushälterin an, doch der Pastor ist reichlich seltsam und geheimnisvoll.
Während eines Besuches in Salem erhält sie erste Erkenntnisse über ihre Vergangenheit…und damit beginnen schon die Schwierigkeiten. Obwohl sie noch nicht weiß, warum, sucht die Inquisition nach ihr. Die Dorfbewohner schützen sie, denn sie wissen um die Vergangenheit. Und so kann sie zusammen den Dorfbewohnern flüchten…


Also nach der Kurzbeschreibung hatte ich mir mehr erwartet. Dieses Buch zieht sich leider teilweise in die Länge.
Mary liest im ersten Drittel ewig im Tagebuch ihrer Großmutter, was diese mit wem erlebt hat, was sich seitenweise hinzieht und nur wenig Bedeutung für die Geschichte von Mary hat.
So beginnt die Geschichte erst nach 250 Seiten etwas interessanter zu werden. Dann allerdings muss man durch religiöse Fantastereien der Inquisition, die teilweise etwas extrem werden.
Mary ist sehr unerfahren und wirkt auf mich etwas seltsam: sie nimmt die Tatsache, dass ihre Vorfahren Hexen waren, ohne darüber nachzudenken hin….versteht aber überhaupt nicht, warum die Inquisition hinter ihr her ist. Ist eigentlich eine logische Sache, da sie ja auch das magische Medaillon hat, aber sie glaubt es selbst nach mehreren Beweisen nicht wirklich: „Aber ich hab doch noch nie gezaubert“ Und das ist jetzt nur einer von mehreren Widersprüchen den ich erwähnen möchte.
Auf der erneuten Flucht vor seltsamen Kreaturen wird das Buch dann endlich mal spannender. Die schlummernde Gabe in Mary schlummert leider sehr lange….nach 2/3 des Buches ist da immer noch nichts aufgewacht.

Wie gesagt, ich habe mir mehr erwartet. Man kann das Buch lesen, aber mehr muss ich davon nicht haben.

Ausserdem muss ich sagen, ein Vergleich mit Lycidas (siehe Kurzbeschreibung) ist nicht möglich. Marzi hat eine wunderbare Welt voller Abenteuer geschaffen, während hier nur Hexenverfolgung, irregeleitete Geistliche und ein bischen Abenteuer zu finden sind. Das ist mal eine ganz andere Liga.
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Autorenporträt zu "Fabrice Colin"

Fabrice Colin, geboren 1972 bei Paris, ist in Frankreich der talentierteste Fantasy-Autor seiner Generation. Er hat bereits zahlreiche phantastische Romane, Drehbücher und Comics geschrieben und wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Der Autor lebt und arbeitet in Paris.

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