Postmoderner Links-Nietzscheanismus - Rehmann, Jan

Jan Rehmann 

Postmoderner Links-Nietzscheanismus

Deleuze & Foucault. Eine Dekonstruktion

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Postmoderner Links-Nietzscheanismus

Jan Rehmann untersucht, wie Deleuze und Foucault das Nietzsche-Bild so transformierten, dass es mit dem enttäuschten Protestmilieu der französischen Nach-Achtundsechziger kompatibel wurde. Dabei nimmt er die Nietzsche-Lektüre selbst als postmoderne Konstruktionsleistung in den Blick.

Die "Postmoderne" besetzt und verwaltet in den so genannten Geistes- und Kulturwissenschaften, was sich zuvor als Ideologiekritik und kritische Gesellschaftstheorie verstand. Dass sie selbst aus "linken" Nietzsche-Interpretationen hervorgegangen ist, wird oft behauptet, aber selten untersucht. Dies ist das Thema von Rehmanns Untersuchung, die man als Anwendung einer dekonstruktivistischen Methode auf die Postmoderne selbst bezeichnen könnte.

Gezeigt wird, wie Deleuze und Foucault das Nietzsche-Bild so transformiert haben, dass es mit dem enttäuschten Protestmilieu der französischen Nach-Achtundsechziger kompatibel wurde. Durch den philologischen Vergleich mit dem Argumentationszusammenhang der nietzscheschen Schriften gelingt es, die Nietzsche-Lektüre selbst als eine eigene postmoderne Konstruktionsleistung in den Blick zu nehmen, die für eine Generation linker Intellektueller in Zeiten politischer Enttäuschung attraktiv werden konnte.

Sichtbar wird eine Rezeptionslinie, bei der sowohl die herrenmenschlichen als auch die neureligiösen Dimensionen der nietzscheschen Philosophie ausgeblendet bzw. einfühlend und entschärft nacherzählt werden. Rehmanns Kritik richtet sich nicht gegen das Anliegen, sich vom Scharfsinn der nietzscheschen Intuitionen anregen zu lassen, sondern gegen den Konformismus, ihn als symbolisches Kapital einzusetzen, ohne seine hierarchische Obsession aufzudecken.

Jan Rehmann untersucht, wie Deleuze und Foucault das Nietzsche-Bild so transformierten, dass es mit dem enttäuschten Protestmilieu der französischen Nach-Achtundsechziger kompatibel wurde. Dabei nimmt er die Nietzsche-Lektüre selbst als postmoderne Konstruktionsleistung in den Blick.


Produktinformation

  • Verlag: Argument Verlag
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 2004. 227 S.
  • Seitenzahl: 227
  • Argument Sonderband Bd.298
  • Deutsch
  • Abmessung: 21 cm
  • Gewicht: 286g
  • ISBN-13: 9783886192984
  • ISBN-10: 3886192989
  • Best.Nr.: 12528240

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Eine "ausgezeichnete Fleißarbeit" erblickt Rezensent Dietmar Dath in Jan Rehmanns Studie über die Altlasten der französischen Postmarxisten. Von Deleuze' Zweckentfremdung des spinozistischen Verständnisses von "Macht" bis zu Foucaults geistreichen Konfusionen betreffs Strafvollzugskritik: Rehmann lege den Finger in alle Wunden, "die sich die deutsche Gesellschaftskritik zur Strafe für ihre APO-Aufmüpfigkeiten selbst geschlagen hat." Viel mehr erzählt Dath über das Buch allerdings nicht. Stattdessen holt er aus zum polemischen Rundumschlag gegen die Verirrungen der linken Intelligenz in Deutschland. Weder die Marx-Lesegruppen mit ihrem Debattierzwang, noch die frühen Anti-Atomkraft- und Krötenschutzbewegung, noch die ersten Deleuze- und Foucault-Fans, jene "asketischen Allesdurchschauer", verschon er mit seinem Spott. Auch die Grünen, diese "bei lebendigem Leib leninhaft einbalsamierte basisdemokratische, ökologische, gewaltfreie Chaospartei", bekommen ihr Fett weg. Befriedigt stellt Dath schließlich fest: "Die Riesenleiche des westlichen Neomarxismus ist abgebaut."

© Perlentaucher Medien GmbH

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