Mamadous Fahrt in den Tod - DelGrande, Gabriele

Gabriele DelGrande 

Mamadous Fahrt in den Tod

Die Tragödie der irregulären Migranten im Mittelmeer

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Mamadous Fahrt in den Tod

Gabriele del Grande: Mamadous Fahrt in den Tod Die Tragödie der irregulären Migranten im Mittelmeer "Tausende und Abertausende von Toten, eine unbestimmte Anzahl von Vermissten, über die man nie mehr etwas erfahren wird." So charakterisiert Fulvio Vassallo Paleologo, Professor an der Universität von Palermo, die "Nebenwirkungen" eines von Europa einseitig gegen Migranten erklärten Krieges, der die irreguläre Migration stoppen und die Einreisemöglichkeiten - auch für Asylsuchende - beenden soll. Die namenlosen Opfer dieser europäischen Abschottungspolitik sind meist allenfalls noch eine Randnotiz in unseren Zeitungen wert. Der mutige italienische Journalist Gabriele del Grande ist der Spur dieser "Namenlosen" gefolgt. In eindrucksvollen, äußerst präzisen und spannend zu lesenden Reportagen geht er ihrer Geschichte und ihren Geschichten nach. In detektivischer Kleinarbeit fügt er einen Puzzlestein an den anderen. Monatelang folgte er ihren Routen entlang des Mittelmeers, von der Türkei zum Maghreb und von dort bis zum Senegal. Wer waren diese Menschen, die Schiffbrüchen zum Opfer fielen, aber auch der Hitze der Sahara, Lastwagenunfällen, dem Schnee und der Kälte, den Minenfeldern und den Schüssen der Polizei? Aus welcher Situation kamen sie? Warum brachen sie nach Europa auf und ließen ihr bisheriges Leben hinter sich? Gabriele del Grandes Buch ist ein Epitaph für die Opfer. Es ist aber gleichzeitig ein Appell an uns alle, endlich hinzusehen und die Tragödie der irregulären Migranten im Mittelmeer nicht weiter zu dulden. Denn die zahllosen Opfer und ihre Geschichte zu vergessen und sich mit dieser brutalen "Normalität" abzufinden, hieße, sie erneut sterben zu lassen. Das Buch hat in Italien bereits innerhalb kürzester Zeit für großes Aufsehen gesorgt.


Produktinformation

  • Abmessung: 213mm x 141mm x 20mm
  • Gewicht: 285g
  • ISBN-13: 9783860595107
  • ISBN-10: 3860595105
  • Best.Nr.: 23467511
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.06.2008

Festung Europa
Die Invasion von Flüchtlingen ist eine Mär – Tatsache ist, dass sich der Kontinent an die Toten vor seinen Küsten gewöhnt hat
Rabat – Rom, einfacher Flug mit Royal Air Maroc für 200 Euro, mit Einreisevisum und Arbeitsgenehmigung: Die Auswanderung könnte – theoretisch – einfach und billig sein. Und weniger lebensgefährlich, als das Mittelmeer per Holzboot zu überqueren. Gabriele del Grande unternimmt dieses Gedankenspiel, weil er es während seiner Recherchen unentwegt mit Toten und Verletzten zu tun hat. Der italienische Journalist folgte drei Monate lang den Spuren derer, die sich auf den Weg nach Europa machen. Er reiste in die Türkei, nach Marokko und Tunesien; er besuchte den Senegal und sprach in Mauretanien, Mali und der Westsahara mit zahlreichen Migranten. Menschenrechtsorganisationen und Familien, die ihre Söhne oder Töchter vermissen, öffneten ihm die Türen. Andere Tore, etwa die der Abschiebelager und Gefängnisse, machte er sich durch Notlügen passierbar.
Seine Reportagen sind nicht immer elegant übersetzt, und an manchen Punkten wünscht man sich mehr Quellenhinweise. Doch – und das ist das große Verdienst del …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Gabriele del Grandes Buch über illegale Einwanderer aus Afrika, die versuchen über das Mittelmeer nach Europa zu kommen, hat Rezensentin Vera Gaserow nicht kalt gelassen. Sie bescheinigt dem italienischen Journalisten, diesen Menschen, die man in Europa bestenfalls mitleidig als "anonymes menschliches Strandgut" wahrnehme, wieder ein "Gesicht und eine Geschichte" zu geben. Der Autor führe die endlosen Odysseen der afrikanischen Einwanderer, ihre lebensgefährlichen und oft tödlich verlaufenden Fluchtversuche, ihre Demütigungen und Erniedrigungen am Beispiel von einzelnen Schicksalen und Geschichten eindringlich vor Augen. Das Buch ist für Gaserow auch eine "Chronik menschlicher Tragödien", die die "humanitäre Bankrotterklärung Europas" dokumentiert.

© Perlentaucher Medien GmbH

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