Warum wird man krank? - Weizsäcker, Viktor von

Viktor von Weizsäcker 

Warum wird man krank?

Ein Lesebuch. Vorw. v. Klaus Dörner u. Wilhelm Rimpau

Hrsg. v. Wilhelm Rimpau
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Warum wird man krank?

"Am Anfang steht die Kinderfrage des Warum. Warum wird man krank?" Daß der Mensch seine Krankheiten nicht einfach bekommt, sondern daß sie immer wieder in seine Lebensgeschichte eingewoben sind, daß also jede Krankheit auch seelische Dimensionen hat - diese Überlegungen ziehen sich durch das Werk Viktor von Weizsäckers. Nicht von ungefähr nannte er seinen ärztlichen Werdegang eine "Flucht vor der Schulmedizin".

»Am Anfang steht die Kinderfrage des Warum. Warum wird man krank?« Daß der Mensch seine Krankheiten nicht einfach bekommt, sondern daß sie immer wieder in seine Lebensgeschichte eingewoben sind, daß also jede Krankheit auch seelische Dimensionen hat diese Überlegungen ziehen sich durch das Werk Viktor von Weizsäckers. Nicht von ungefähr nannte er seinen ärztlichen Werdegang eine »Flucht vor der Schulmedizin«.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • Neuauflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 341 S.
  • Seitenzahl: 341
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.3936
  • Best.Nr. des Verlages: 45936
  • Deutsch
  • Abmessung: 178mm x 110mm x 16mm
  • Gewicht: 214g
  • ISBN-13: 9783518459362
  • ISBN-10: 3518459368
  • Best.Nr.: 22804105
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.08.2008

Fasziniert von der List der Krankheit

In Zeiten verschärfter Ökonomisierung des Gesundheitswesens sind Viktor von Weizsäckers grundsätzliche Reflexionen zum Kranksein wertvoller denn je. Was sagen seine wichtigsten Texte?

Betrachten Sie bitte die Schwierigkeiten nicht gleich als Gegenargument." Dieser Satz ist kennzeichnend für das Werk des Neurologen Viktor von Weizsäcker. In seinen medizin-philosophischen Schriften plädiert er für einen anthropologischen Weg, auf dem der Mensch nicht nur als Objekt unter Objekten gesehen wird. Weizsäckers Ansatz, stark geprägt von Freuds Psychoanalyse, wollte das Subjekt in das Arzt-Patienten-Verhältnis wieder einführen, die Therapie sollte die Form einer "biographischen Pathogenese" annehmen. Seine scharfsinnigen Analysen würden das Gesundheitswesen revolutionieren, wenn sie dürften. In der Krise der Medizin machte Weizsäcker eine Krise des Denkens aus.

Von Medizinkritikern aller Couleur wird Weizsäcker derzeit als Pionier eines phänomenologischen, antireduktionistischen Zugriffs wiederentdeckt. Unter dem Titel "Warum wird man krank?" ist nun ein Lesebuch erschienen, das mit einer umsichtigen …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Peter Henningsen begrüßt dieses Lesebuch mit Texten Viktor von Weizsäckers (1886-1957), den er als "Gründervater der Psychosomatischen Medizin in Deutschland" würdigt. Er lobt die gelungene Auswahl der Texte - autobiografische Anmerkungen sind ebenso vertreten wie medizinische Fallgeschichten und theoretischen Überlegungen zur medizinischen Anthropologie - sowie die verständlichen Einführungen dazu. Für Henningsen ist das Werk Viktor von Weizsäckers keineswegs nur von historischem Interesse. Im Gegenteil: die Lektüre der Texte führt seines Erachtens beeindruckend die Aktualität der Psychosomatik vor Augen. Neben den Vorstellungen des Autors über ein tieferes Verständnis des Menschseins aus dem Kranksein hebt Hennigsen die Einführung des Subjekts in die Medizin hervor.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 29.09.2008

Mehr als Funktion und Defekt
Die Psychosomatik Viktor von Weizsäckers ist wieder aktuell
In der noch neuen Reihe „medizinHuman” des Suhrkamp Verlags ist ein „Lesebuch” mit Schriften Viktor von Weizsäckers (1886-1957) erschienen. Es ist eine Sammlung recht unterschiedlicher Texte von autobiographischen Anmerkungen über medizinische Fallgeschichten bis zu theoretischen Ausführungen zur medizinischen Anthropologie. Weizsäcker, Onkel des ehemaligen Bundespräsidenten, war Arzt und Gelehrter, Gründungsvater der Psychosomatischen Medizin in Deutschland. Er hat nicht wirklich Schule gemacht, damals, mit seinen Vorstellungen von einem vertieften Verständnis des Menschseins aus dem Kranksein heraus. Zu sehr setzte er sich systematisch zwischen alle Stühle, den Internisten und Neurologen zu psychologisch, den Philosophen zu ärztlich, den Psychoanalytikern zu körperlich.
Der Fortschritt im Verständnis der leib-seelischen Zusammenhänge lässt uns heute allerdings dieselben Probleme wieder schärfer sehen, die Weizsäcker umtrieben: Ist Krankheit, auch körperliche, immer nur sinnloser Defekt der Körpermaschine, oder hat es Sinn, ihrer Bedeutung …

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"Weizsäckers berühmtes Postulat, die "Einführung des Subjekts in die Medizin", übersetzt sich methodisch in die von ihm sogenannte Gegenseitigkeit im Umgang, heute am ehesten "teilnehmende Beobachtung" genannt. Das ist weit mehr als ein ethisches Postulat zum guten ärztlichen Umgang mit Patienten, es ist, orientiert an der nach-klassischen Physik wie an der Psychoanalyse, eine Aufforderung, auch in der Erforschung der psycho-somatischen Zusammenhänge den Beitrag des Untersuchers systematisch zu berücksichtigen. Weizsäckers Werk verdient es, heute mit neuem, keineswegs nur historischem Interesse gelesen zu werden. ... Die für den Band titelgebende "Kinderfrage des Warum" kann also durchaus ein aktueller Wegweiser sein für Entdeckungen in Weizsäckers Werk, aber auch für Erkundungen in einem breiteren Feld menschlicher Krankheit, das anthropologisch aufgespannt ist und nicht nur genetisch oder neurowissenschaftlich." Peter Henningsen Süddeutsche Zeitung

»Wilhelm Rimpau hat zusammen mit Klaus Dörner eine engagierte Einführung geschrieben. Ihm ist das Kunststück gelungen, aus Weizsäckers Schriften eine Auswahl zu treffen, die in ein Taschenbuch passt und gleichwohl einen ausgezeichneten Zugang zu fast allen Aspekten dieses umfangreichen und vieldimensionalen Werkes eröffnet.«
Viktor von Weizsäcker, geboren 1886, studierte in Freiburg und Heidelberg Medizin und Philosophie. Er habilitierte sich 1917 in Innerer Medizin und übernahm 1920 die Nervenabteilung der Medizinischen Klinik in Heidelberg. Viktor von Weizsäcker wurde vor allem durch seine Konzeption des Gestaltkreises berühmt und gilt als Gründervater der psychosomatischen Medizin. Er starb 1957 in Heidelberg.

Inhaltsangabe

Vorwort von Klaus Dörner und Wilhelm Rimpau Einführung in Leben und Werk von Viktor von Weizsäcker
I. Erinnerungen: Einleitung Meines Lebens hauptsächliches Bemühen (1955) Dolf Sternberger: Erinnerung an Viktor von Weizsäcker
II. Krankengeschichten: Einleitung Angst (1941) Gesichtslähmung (1941) Das pathische Pentagramm (1947) Diabetes (1950)
III. Grundfragen medizinischer Anthropologie: Einleitung Der Arzt und der Kranke (1926) Über medizinische Anthropologie (1927) Krankengeschichte (1928)
IV. Die Einheit von Wahrnehmen und Bewegen: Einleitung Wahrnehmung (1940) Funktionswandel und Gestaltkreis (1950)
V. Grundlagen einer neuen Medizin: Einleitung Von den seelischen Ursachen der Krankheit (1947) Die Medizin im Streite der Fakultäten (1948) Psychosomatische Medizin (1949)
VI. Pathosophie (1956): Einleitung Einleitung I und II Der Unverstand der Funktionen
Anmerkungen

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