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Das Opake der Malerei
Zur Repräsentation im Quattrocento
- Einband: Buchleinen
- Buch mit Leinen-Einband
Produktinformation
- Verlag: Diaphanes
- 2004
- Ausstattung/Bilder: 2004. 318 S., 88 Abb.
- Seitenzahl: 318
- Werkausgabe
- Deutsch
- Abmessung: 22 cm
- Gewicht: 685g
- ISBN-13: 9783935300414
- ISBN-10: 3935300417
- Best.Nr.: 12826648
19.08.2005
So scharfsinnig kann die Lektüre unserer Bilder
ausfallen
Wer Louis Marins Texte über das Opake der Malerei im
Quattrocento liest, ist am Ende bereit, an das Geheimnis der Kunst
zu glauben
Vor vielen Jahren besuchte der französische Kunsttheoretiker Louis
Marin den Dom zu Prato. Was er dort in Filippo Lippis Ausmalung
hinter dem Hochaltar sah, war für ihn ein "visueller
Schock": Johannes der Täufer verliert seinen Kopf für die
Launen eines inzestuös verliebten Lüstlings. Doch der Schock wurde
weniger durch diese unerhörte Geschichte ausgelöst als durch ihre
Darstellung. Der Arm, der das blutende Haupt über die Raumecke von
links in das frontale Bildfeld reicht, wird gewissermaßen vom
Raumknick durchschnitten. Der Körper des Täufers verbleibt mit dem
des Henkers an der linken Seitenwand, der Kopf wandert mit dem
amputierten Arm des Vollstreckers als autonomes Objekt weiter.
Marin nimmt den Ausgang seiner theoretisch höchst elaborierten
Überlegungen von einer sinnlichen Attacke, von der Verstörung durch
ein Bild - eine in der heutigen Kunstwissenschaft nicht allzu
verbreitete Vorgehensweise. Erst diese "Überraschung des
Auges" führte ihn, …
19.08.2005
Begeistert zeigt sich Christine Tauber von dieser Aufsatzsammlung
des französischen Kunsttheoretikers Louis Marin über die Malerei im
Quattrocento - auch wenn sie die Lektüre durchaus dornenreich
findet. Letzteres führt sie auf Marins "Gestus elitärer
Verweigerung" zurück, auf seine "enigmatische
Terminologie" und darauf, dass er der Originaltext 1989, zur
Hoch-Zeit postmoderner Theoriekapriolen entstanden ist.
Ausdrücklich lobt sie in diesem Zusammenhang Heinz Jatho, dem bei
starker Nähe zum Originaltext eine lesbare Übertragung gelungen
sei. Die Mühe der Lektüre lohnt sich aber, verspricht die
Rezensentin, bietet Marin doch "scharfsinnige analytische
Entfaltungen" einer eigengesetzlichen künstlerischen Form der
Repräsentation in der italienischen Quattrocento-Malerei. In vielen
Kunstwerken des Quattrocento entdecke er eine innerbildliche
Theorie der Repräsentation in Aktion und wende sich daher zu Recht
gegen ein Kunst(-wissenschafts-)verständnis, das im Künstler allein
den Traktatillustrator sehe. "Wer Marins Texte liest, ist am
Ende bereit, an das Geheimnis der Kunst zu glauben", resümiert
die Rezensentin schwärmerisch. "Denn er sieht jetzt mehr in
den Bildern, als er sich je hätte träumen lassen."
© Perlentaucher Medien GmbH




















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