Faschistische Diktaturen - Schieder, Wolfgang

Wolfgang Schieder 

Faschistische Diktaturen

Studien zu Italien und Deutschland

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Faschistische Diktaturen

Eine wissenschaftlich einzigartige Studie zur vergleichenden FaschismusforschungZwischen 1919 und 1945 waren in ganz Europa faschistische Bewegungen verbreitet. Warum etablierten sich jedoch nur in Italien und in Deutschland auch faschistische Diktaturen? Wolfgang Schieder arbeitet die besonderen historischen Bedingungen heraus, die gerade in diesen Ländern zu solchen Diktaturen führten.Das faschistische Regime in Italien macht Schieder dabei als Vorbild für die nationalsozialistische Herrschaft in Deutschland aus: Benito Mussolini steht sinnbildlich für den Ursprungsfaschismus, während Adolf Hitler dessen Nachahmung und spätere Radikalisierung repräsentiert.Die z.T. bereits andernorts veröffentlichten Beiträge werden in systematischer Anordnung vorgelegt und entfalten so eine prozessuale Faschismustheorie.


Produktinformation

  • Verlag: Wallstein
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 600 S. m. 5 Abb.
  • Seitenzahl: 591
  • Deutsch
  • Abmessung: 228mm x 151mm x 46mm
  • Gewicht: 915g
  • ISBN-13: 9783835303584
  • ISBN-10: 3835303589
  • Best.Nr.: 23846266
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.01.2009

Euer Führer, unser Führer
Wolfgang Schieders glänzende Untersuchung des Faschismus
Die vergleichende Faschismusforschung erlebt in den letzten rund fünfzehn Jahren in den englischsprachigen Sozial- und Geisteswissenschaften einen regelrechten Boom. Erstaunlicherweise wird dies hierzulande nur in engeren Fachkreisen bemerkt. Dabei hat sich im Zuge des Aufschwungs der Globalgeschichte das aus den sechziger und siebziger Jahren bekannte Schlagwort erheblich gewandelt. Nunmehr wird unter „Faschismus” ein transnationaler Begriff verstanden, der es erlaubt, nicht nur den Vergleich, sondern auch die Verflechtung vieler europäischer Gesellschaften der Zwischenkriegszeit zu untersuchen. Der Begriff wird darüber hinaus zu einer kulturwissenschaftlichen Analysekategorie, welche die Selbstbeschreibungen und Verhaltensmuster der Faschisten ernst nimmt. Anstatt also ihre Ideologie lediglich aus den Klassenwidersprüchen, Gruppeninteressen oder den sozialen Abstiegserfahrungen der Mitglieder und Wähler abzuleiten, stehen jetzt Performanz, Aktionsmodi, Stil, Organisationspraxis und die visuell-mediale Repräsentation des Faschismus im Zentrum der Forschung.
Wolfgang …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Im Umfeld der neueren englischsprachigen vergleichenden Faschismusforschung verortet Rezensent Sven Reichardt diese Untersuchung Wolfgang Schieders, die in gelungener Weise Politik- und Sozialgeschichte mit kulturgeschichtlichen Ansätzen verbinde. Das Buch versammelt Reichhardt zufolge zwanzig größtenteils in den letzten Jahren veröffentlichte Aufsätze, die zunächst "ein farbiges, immer spannend zu lesendes Panorama" des italienischen "Ursprungsfaschismus" in seinem Entstehen, seiner Organisation sowie seinen Verhaltensmustern und Selbstbildern liefern. Der Autor entwickle ein prozessuales Faschismusmodell, das Kontinuitäten ebenso wie die Wandelbarkeit der faschistischen Bewegungen beschreiben könne, die keine kohärente Ideologie entwickelt hätten. Weiter untersuche der Autor die Strahlkraft des "italienischen Experiments", etwa seine positive Aufnahme in Deutschland in unterschiedlichsten politischen Kreisen, und leiste einen systematischen Vergleich der Bewegungen in Italien und Deutschland, wo er erst in der letzten Radikalisierungsphase entscheidende Unterschiede ausmache. Eine Untersuchung zu medialen Repräsentationen schließe diese "brillante Studie" ab, so der angetane Rezensent, die auch die "paradoxe Mischung" faschistischer Verhaltensformen in gelungener Weise darstellen könne.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Mit dem Band dokumentiert Schieder nicht nur die Potenziale, die die empirische und vergleichende Faschismusforschung heute entfaltet, er zeigt zugleich, dass diese trotz der verbissenen zeitgeschichtlichen Großdebatten der 70er-Jahre auch in der Vergangenheit Fruchtbares geleistet hat.« (Zpol, Zeitschrift für Politikwissenschaft, 25.11.08) »Wolfgang Schieder gelingt mit diesem Band eine vorzügliche Verknüpfung von Politik-, Kultur- und Sozialgeschichte des Faschismus. (...) Die Symbolwirkung und Leitfunktion des italienischen »fascismo« herausgearbeitet und die stufenweise Entwicklung und Wandelbarkeit der europäischen Faschismen aufgezeigt zu haben, sind die größten Verdienste dieser brillanten Studie.« (Sven Reichardt, Süddeutsche Zeitung, 23.1.2009)
Dr. Dr. h.c. Wolfgang Schieder ist em. Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Köln.

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