Party im Blitz - Canetti, Elias

Elias Canetti 

Party im Blitz

Die englischen Jahre. Mit e. Nachw. v. Jeremy Adler

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Party im Blitz

Ein unverblümter Text über seine Jahre in England, den sich Canetti nicht zu veröffentlichen traute: über verarmende Adlige und wirklich arme Emigranten, über eitle Dichter und schöne Malerinnen und über seine Liaison mit der später berühmten Autorin Iris Murdoch. Mit dem Nachwort des Londoner Literaturwissenschaftlers Jeremy Adler und Fotografien aus der Zeit ein wichtiges Stück zu Canettis Autobiographie.


Produktinformation

  • Verlag: HANSER
  • 2003
  • Ausstattung/Bilder: m. Fotos.
  • Seitenzahl: 246
  • Deutsch
  • Abmessung: 21 cm
  • Gewicht: 405g
  • ISBN-13: 9783446203501
  • ISBN-10: 3446203508
  • Best.Nr.: 11797631
"An Glanz der Formulierungen, an Knappheit und Konzentration steht dieser letzte Band den vorangehenden ... nicht nach."<br />Andreas Isenschmid, Neue Züricher Zeitung, 3.8.03

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Kurz vor seinem Tod im Jahr 1994 hatte sich Elias Canetti daran gesetzt, seiner autobiografischen Trilogie "Fackel im Ohr", "Die gerettete Zunge" und "Das Augenspiel" einen vierten Band hinzuzufügen. Dieser sollte, erläutert Cristina Nord, Canettis Zeit in England beschreiben, wohin er 1938 emigriert war, doch das Buch blieb fragmentarisch. Es knüpft insofern nicht an die Trilogie an, meint Nord, als die Person des Autors außen vor bleibe. Nord sieht "Party im Blitz" eher in der Tradition der "Hampstead Intellectuals", da Canetti hierin vor allem ein Bild seiner Londoner Freunde und des englischen Gesellschaftslebens zeichnet, das er als ausgesprochen distanziert und gefühlskalt beschreibt: von "Vertrocknungen" und einem "Leben als gesteuerte Mumie" sei die Rede, zitiert Nord. Je mehr Canetti sich ereifere, desto mehr relativiere er auch, bemerkt Nord. Den ersten Satz des Buches "Ich bin in Verwirrung über England" sieht sie deswegen bestätigt. Auch Canettis teils böswilligen Beschreibungen seiner Freunde und insbesondere seiner Geliebten Iris Murdoch empfindet die Rezensentin als zwiespältige Angelegenheit, denn die böswillige Beschädigung anderer Personen falle letztlich wie eine Peinlichkeit auf den Autor zurück, findet Nord.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.10.2003

Ende der Maskerade
In "Party im Blitz" zeigt sich Elias Canetti von unbekannter Seite

Dies ist ein Buch, das beim zweiten Lesen immens gewinnt. Dann hat sich das Erstaunen gelegt über den bisweilen harschen Ton, den Elias Canetti anschlägt, über die teilweise mißratene Komposition, über die Redundanzen. Und man beginnt, die Intensität der Beschreibungen zu würdigen, Canettis Wagemut beim Metapherngebrauch und vor allem sein Auge für Menschen. Alle seine Erinnerungs- und Aphorismenbücher könnten den Titel des dritten Bands seiner Autobiographie tragen, die vor mehr als zwanzig Jahren erschienen ist: "Das Augenspiel". Das gilt auch für seine nun publizierten Erinnerungen aus England.

Es war bekannt, daß Canetti sein Memoirenprojekt fortsetzen wollte: Fünf Bücher sollten es insgesamt werden, jedes nach einem der fünf Sinne benannt. Die 1977 mit "Die gerettete Zunge" begonnene Trilogie hatte den Autor einem breiten Publikum bekannt gemacht und selbst jene Leser gewonnen, denen sein Roman "Die Blendung" zu gnadenlos und das soziologische Meisterwerk "Masse und Macht" entweder zu voraussetzungsreich (für die Literaturliebhaber) oder zu …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.08.2003

Die irgendwie falsche Freundschaft
Von der Lust des Angriffs und der Last der Verachtung: Elias Canettis Nachlasswerk „Party im Blitz”
Welche Geister liebt man so sehr, dass man es nicht wagt, alles von ihnen zu lesen?
Elias Canetti
Bei Elias Canetti herrscht immer Krieg: Um die Liebe, also ums Geld geht es in der „Hochzeit”; in der „Blendung” will die Haushälterin Therese ihrem Untermieter, dem weltfremden Sinologen Peter Kien, an den Leib, an die Bibliothek, also ans Leben; in der großen Mythenerzählung „Masse und Macht” bekämpfen sich die Massen, kämpfen Mächtige und Ohnmächtige um die Oberhand, kämpft Canetti gegen Sigmund Freud; in den autobiografischen Büchern wird mit der Mutter gerungen, mit Karl Kraus, noch erbitterter mit Freud und doch auch mit dem Vater, der starb, als Canetti sieben Jahre alt war, bei der morgendlichen Lektüre der Zeitung, die Nachricht von einem neuen Krieg brachte.
Wie viele Kriege hat Canetti Zeit seines Lebens (1905 bis 1994) mitgemacht? „Es begann für mich mit dem Balkankrieg (1912) und ist achtzig Jahre später (1992) in den Balkankrieg zurückgemündet”, heißt es in den letzten …

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"An Glanz der Formulierungen, an Knappheit und Konzentration steht dieser letzte Band den vorangehenden ... nicht nach."<br />Andreas Isenschmid, Neue Züricher Zeitung, 3.8.03
Elias Canetti, geb. 1905 in Rustschuk/Bulgarien geboren. 1911 zog seine Familie nach England und 1913, nach dem Tod des Vaters, nach Wien. Hier studierte Canetti bis 1929 Naturwissenschaften und promovierte in Philosophie. Er lebte bis zu seinem Tod im Jahre 1994 als freier Schriftsteller in Zürich. Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen bedacht. 1981 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Zu seinen herausragenden Werken zählen neben dem Roman 'Die Blendung', seine Autobiographie sowie seine gesammelten Aufzeichnungen aus den Jahren 1942 bis 1993.

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