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Man muss kein Held sein
Auf welche Werte es im Leben ankommt
Mit Jeffrey Zaslow. Übersetzung: Dedekind, Henning, Bayer, Michael, Juraschitz, Norbert
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: C. Bertelsmann Verlag
- 2009
- 2. Aufl.
- Ausstattung/Bilder: 351 S., 12 meist farb. Fotostaf.
- Seitenzahl: 351
- Deutsch
- Abmessung: 215mm x 135mm
- Gewicht: 562g
- ISBN-13: 9783570100493
- ISBN-10: 3570100499
- Best.Nr.: 27054760
Leseprobe zu "Man muss kein Held sein"
Produktbeschreibung zu "Man muss kein Held sein"
Beschreibung
Chesley Sullenberger, der sich eher ungern als "Der Held vom Hudson" tituliert sah, blickt nun auf sein Leben zurück und beschreibt, wie er zu dem Ausnahmepiloten wurde, der in schwierigster Notsituation Augenmaß und Entschlusskraft bewahrt und der Verantwortung für die ihm anvertrauten Mitmenschen gerecht wird. Er berichtet von seiner Kindheit in Texas, wie er bereits im Alter von fünf Jahren den Traum hegte, Pilot zu werden, und bereits mit sechzehn seinen ersten Soloflug bestritt; er erzählt von den prägenden Jahren bei der Air Force und seinen Erlebnissen als Flugkapitän, seit er 1980 zur zivilen Luftfahrt wechselte.
Sullenberger ist überzeugt, dass seine gesammelten Lebenserfahrungen ihn auf die dramatischen Augenblicke, die sein Leben radikal verändern sollten und die er minutiös und mitreißend schildert, vorbereitet haben, als er sich entgegen der Anweisung aus dem Flughafentower für die Landung im Hudson entschied. Hier, so der Kapitän, konnte er auf all das an Einsichten und Tugenden zurückgreifen, was er nicht nur in seinem Beruf, sondern für sein gesamtes Leben als unerlässlich ansieht: Disziplin und Pflichtgefühl, Genauigkeit und Sorgfalt, Verantwortungsgefühl und Vertrauen, aber auch den Mut, notfalls im Alleingang eine Entscheidung zu treffen.
Leseprobe zu "Man muss kein Held sein" von Chesley B. Sullenberger
Der Flug dauerte nur ein paar Minuten, aber so viele Einzelheiten
sind mir noch immer gegenwärtig.
Der Wind kam nicht von Süden, sondern von Norden, was für diese
Jahreszeit völlig ungewöhnlich war. Meine Räder verursachten ein
ganz besonderes rumpelndes Geräusch, als sie über diese kleine
ländliche Flugpiste im tiefsten Texas rollten. Ich erinnere mich
noch an den Geruch von heißem Motorenöl, der in mein Cockpit drang,
als ich mich auf den Start vorbereitete. Außerdem schwebte der Duft
von frisch geschnittenem Gras in der Luft.
Ich weiß noch genau, wie sich mein Körper anfühlte und wie mich
dieses Gefühl erhöhter Aufmerksamkeit durchströmte, als ich zum
Ende der Landebahn rumpelte, noch einmal meine Checkliste durchging
und mich zum Start fertig machte. Und ich erinnere mich noch an den
Augenblick, als sich das Flugzeug in die Lüfte erhob und ich ganze
drei Minuten später bereits zur Landebahn zurückkehren musste. So
kurz diese Zeit auch war, erforderte sie doch meine ganze
Konzentration.
Es ist fast so, als ob das Ganze erst gestern passiert wäre.
Ein Pilot wird in seinem Leben Tausende Male starten und landen,
und es wird …
Leseprobe zu "Man muss kein Held sein" von Chesley B. Sullenberger
9 Zivilcourage zeigen (S. 120-121)
Im März 1964 sah ich im Alter von 13 Jahren einen Beitrag in den
Abendnachrichten, der mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Meine
Eltern, meine Schwester und ich aßen von kleinen Tabletts zu Abend
und schauten auf unseren Schwarz-Weiß-Fernseher, einen plumpen
Kasten in einem hellbraunen Holzschrank. Wie üblich drehten meine
Eltern an dem cremefarbenen Senderknopf, bis sie den
Huntley-Brinkley Report auf NBC empfingen.
David Brinkley hatte seinen Sitz in Washington, D. C., und Chet
Huntley saß in New York. Von dort kam ein Bericht über eine
28-jährige Frau namens Kitty Genovese.Sie lebte in Queens und war
vor ihrer Wohnung erstochen worden. Ihre Nachbarn hatten die
Schreie gehört, als sie angegriffen und sexuell von einem Fremden
missbraucht wurde. Angeblich unternahmen sie nichts, um ihr zu
helfen. Laut dem Bericht hatten 38 Menschen ihre Hilferufe gehört
und nicht die Polizei gerufen, weil sie mit der Sache nichts zu tun
haben wollten. Ihre Untätigkeit wurde später von Soziologen als
»Zuschauereffekt« bezeichnet.
Menschen legen weniger Eifer an den Tag, in einem Notfall zu
helfen, wenn sie …
Leseprobe zu "Man muss kein Held sein" von Chesley B. Sullenberger
22.01.2010
Pilot der Piloten
Chesley B. Sullenberger, der Held vom Hudson, hat seine Geschichte aufgeschrieben
Ernest Hemingway, ein Meister der literarischen Verknappung, hat eine einprägsame Formel für Alltagsheldentum hinterlassen: „Courage is grace under pressure”. Wenn man unter großem Druck, also in Extremsituationen, seine Würde und seine Haltung bewahrt, dann ist das nicht nur mutig – es kann manchmal auch überlebensnotwendig sein.
Der amerikanische Pilot Chesley B. Sullenberger, der vor gut einem Jahr mit einer todesmutigen Landung auf dem Hudson weltberühmt wurde, bezieht sich in seinem Buch nicht direkt auf Hemingway. Offenbar hat er aber ein ähnliches Verständnis von Courage. Es ist die konzentrierte Selbstbeherrschung, die ihn in den entscheidenden fünf Minuten seines Lebens am 15. Januar 2009 davor bewahrte, in Panik auszubrechen. Das schmächtige Männlein mit den grauen Haaren und dem dünnen Schnurrbart, das wie das genaue Gegenbild eines martialischen Topgun-Piloten wirkt, berichtet in seinen Erinnerungen voller Stolz über diese Haltung: Dass sich seine Stimme beim Funkkontakt mit den Fluglotsen nicht überschlug, dass er seinen Job …
22.01.2010
Rezensent Christian Mayer findet den ein Jahr nach der
spektakulären Notlandung auf dem Hudson River erschienenen
Erlebnisbericht des Piloten Chesley B. Sullenburger vor allem aus
"dokumentarischen Gründen" interessant. Auch erfährt man
ein paar interessante Details aus der "profitbesessenen
Branche". Trotzdem musste er doch sehr viele Seiten
überblättern, bis er zu dem eigentlich Interessanten vordringt, dem
Beinahe-Unglück und den richtigen Entscheidungen, die der Pilot
innerhalb von Sekunden traf. So machte dem Rezensenten
Sullenbergers ganz normales Leben die Lektüre manchmal doch ein
wenig zäh.
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Chesley B. Sullenberger"
Chesley ("Sully") Sullenberger, geboren 1951 in Denison, Texas, ist Flugkapitän der US Airways und seit seiner spektakulären Notwasserung eines Airbus im Hudson am 15. Januar 2009 weltbekannt. Er fliegt seit seinem 16. Lebensjahr und absolvierte die U.S. Air Force Academy. Bis 1980 war er Kampfpilot bei der U.S. Air Force, danach wechselte er in die zivile Luftfahrt.
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