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Bewertung von KimVi aus Niedersachsen am 08.02.2011 |
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Das Cover und der Titel haben mich überhaupt nicht angesprochen, deshalb hätte ich es in der Buchhandlung sicher nicht in die Hand genommen. Aufgrund des Titels habe ich ein sehr religiöses Buch erwartet und auch der Strohhut des abgebildeten Mannes erinnerte mich an Amish - People und brachte mich somit auf eine völlig falsche Spur. Vom spannenden, aber trotzdem gefühlvollen Schreibstil des Autors war ich sofort begeistert. Trotz der hohen Seitenanzahl habe ich das Buch innerhalb weniger Tage durchgelesen. Das lag auch an den sehr gut beschriebenen und menschlich geschilderten Hauptprotagonisten. Besonders Caelum, mit all seinen Fehlern und Schwächen, war mir sehr sympathisch. Trotz der vielen Schicksalsschläge die beide erleiden, wirkte die Erzählung auf mich nicht unglaubwürdig. Im Gegenteil, selten hat mich ein Roman so gefesselt und berührt. Das Nachwort des Autors hat mich auch sehr beeindruckt, denn immerhin hat Wally Lamb neun Jahre an diesem Buch geschrieben. Die Ereignisse dieser Jahren, wie zum Beispiel der 11. September, Hurrikan Katrina, Feuersbrünste und der Krieg im Irak wurden ebenfalls gut in die Geschichte integriert. Besonders intensiv wurde natürlich auf das Schulmassaker von Littleton eingegangen. Wally Lamb hat hier die echten Namen der Attentäter, der Getöteten und der Verwundeten benutzt, lediglich die Akteure dieses Romans wurden hinzugefügt. Die Beschreibung des Amoklaufs ist gut gelungen, da die Panik und Angst der Betroffenen glaubhaft vermittelt wurde. Im zweiten Teil des Buchs stieß Caelum auf alte Briefe, Zeitungsberichte und Tagebucheinträge. Dadurch erhielt man einen Rückblick in die Familienverhältnisse und das Leben auf der geerbten Farm im 19. Jahrhundert. Auch dieser Teil war gut recherchiert und wunderbar geschrieben. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und deshalb empfehle ich es gerne weiter. |
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| Bewertung von S.D. am 18.03.2010 | |
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Mein erster Eindruck zu "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" war, dass es sich hier um ein religiös motiviertes Buch rund um die Auswirkungen des Columbine Massakers handelt. Ich wurde jedoch sehr positiv überrascht von einem themenübergreifenden Roman, mit Tiefgang und Gefühl, der sich auf aktuelle Ereignisse des Weltgeschehens bezieht. Wally Lamb hat mit Caelum eine Figur geschaffen, mit der ich als Leser mitfühlen konnte. Mir persönlich haben dabei die Kapitel, die sich Caelums eigener Vergangenheitsbewältigung widmen, am besten gefallen. Wie die Teile eines Puzzles ergaben die Details immer mehr die ganze Geschichte und so ist "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" nicht nur Caelums Geschichte, sondern auch die der amerikanischen Frauenvollzugsanstalten und der Frauen, die diesen mit begründet haben. Wally Lamb hat es geschafft, dass mir das Buch nie zu langatmig wurde und ich immer wieder gespannt war, wie es nun weiter geht. Bei einem über einen Kilo schweren Schmöker ist das schon eine Kunst. Doch wie schon bei "Früh am Morgen beginnt die Nacht" ist es gerade die Komplexität, und das Augenmerk auf Details, dass mich hier fasziniert hat. Wer schon eins der anderen Bücher von Wally Lamb gelesen und gemocht hat, der wird auch von diesem Buch begeistert sein! |
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| Bewertung von goldfisch am 27.09.2009 | |
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Amerikanische Familiensaga mit aktuellem Bezug "Die Stunde, in der ich zu glauben began" wird vom Ich-Erzähler Caelum Quirk erzählt. Er ist Lehrer, seine Frau Maureen ist Krankenschwester. Beide wuchsen in mehr oder minder kaputten Familien auf und sie führen eine problematische Ehe. Um ihre Ehe zu retten und um näher bei Maureens Vater zu wohnen, ziehen sie von Connecticut nach Colorado. Dort arbeiten beiden an der Columbine Highschool. Als Caelums Tante schwer erkrankt, fliegt er nach Connecticut. Maureen ist noch in Colorado und erlebt das Massaker mit. Sie überlebt zwar, schafft es aber nicht mehr, ein normales Leben zu führen. So folgt ein weiterer Umzug, diesmal zurück nach Connecticut, wo Caelum das Anwesen seiner Tante geerbt hat. Es beginnt eine Odyssee, auf der Caelum und Maureen um Maureens Gesundheit und ihre gemeinsame Zukunft kämpfen und auf der Caelum mehr über seine Familie erfährt, als er je wissen wollte. Der neuste Roman von Wally Lamb ist ein Porträt der amerikanischen Bevölkerung in den letzten zehn Jahren, sowie eine Familiensaga, die sich über einen Zeitraum von mehr als einhundert Jahren erstreckt. Caelum und Maureen sind beide Opfer der beiden jugendlichen Attentäter an der Columbine Highschool, auch wenn diese Opfer in den Medien zunächst nicht als solche gesehen wurden. Immerhin hat Maureen überlebt und Caelum war am Tag des Massakers nicht in der Schule. Und doch gehören sie zu denen, die unmittelbar und langfristig von der Gewalt betroffen sind. Die Schilderungen des Massakers und der Situation vor Ort in den Tagen und Wochen danach ist sehr beeindruckend. Anders als bei "Wir müssen über Kevin reden" von Lionel Shriver oder "Neunzehn Minuten" von Jodi Picoult wird hier aus der Perspektive der Betroffenen erzählt. Dies geschieht auf eine unerwartet undramatische Art und Weise, die mich vielleicht gerade deshalb so mitnahm. Durch Caelum übt Wally Lamb auch Kritik an den Medien und kirchlichen Organisationen, die versuchten Profit und aus den Ereignissen zu schlagen, statt tatsächlich zu helfen teilweise noch mehr Schaden bei den Opfern anrichteten. Maureen bekommt kaum echte Hilfe, muss auf eigene Kosten von Arzt zu Arzt pilgern und wird letztendlich abhängig von den Medikamenten, die ihr von den hilflosen Medizinern verschrieben werden. Genauso hilflos ist ihr Mann, der immer wieder versucht, ihr zu helfen, aber fast ohnmächtig dabei zuschauen muss, wie sie immer tiefer abrutscht und sie sich entfremden. Im zweiten Erzählstrang wird die Geschichte von Caelums Familie erzählt, von dem Ort an dem Caelum aufwuchs und an dem er jetzt wieder lebt. Auch dieser Teil des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die Schilderung der Gründung des Frauengefängnisses und der Gesellschaft vor über einhundert Jahren war gut zu lesen und durch die alten Briefe und Tagebücher von Caelums Vorfahrinnen besonders interessant. Caelum wird durch die neuen Informationen über seine Familie schwer erschüttert und gerade jetzt wünscht er sich die Anwesenheit seiner Tante, der Schwester seines Vaters. Doch jene Tante starb einen Tag vor dem Massaker in Columbine und so muss er nicht nur alleine versuchen, Maureen zu helfen, sondern auch die Familiengeheimnisse zu entwirren und seine Herkunft wirklich zu verstehen. "Die Stunde, in der ich zu glauben begann" ist ein sehr ehrgeiziges Projekt, in dem es um Liebe, Hoffnung, Familie, Gewalt und deren Folgen geht. Ein Buch, das mich in seinen Bann zog und trotz der 752 Seiten innerhalb weniger Tage verschlungen habe. Dem Leser wird vor Augen geführt, dass die Geschichte sich wiederholt, im Großen wie im Kleinen, aber dass man nie die Hoffnung und vor allem sich selbst aufgeben sollte. Trotz des sehr ernsten Themas ein letztendlich positives Buch, mit einem ansprechenden Cover und eher unpassendem Titel, |
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| Bewertung von stjerneskud aus Stuttgart am 12.07.2009 | |
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Zuviel hineingepackt und kein Schreibstil, der mich ansprach Caelum Quirk zieht mit seiner Frau Maureen nach Colorado, um ihre Ehe zu retten, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und noch einmal von vorne beginnen zu können. Anfangs klappt alles wie gedacht, aber das Massaker an der Columbine Highschool, das Maureen versteckt in einem Schrank miterlebt, wirft sie komplett aus der Bahn und bestimmt ihr zukünftiges Leben. Mit dem Umzug auf die Farm in Connecticut, die Caelum von seiner Tante Lolly geerbt hat, wollen sie den Abstand zu den immer wiederkehrenden Erinnerungen gewinnen, aber vor den Geistern der Vergangenheit kann man nicht davon laufen. Das war ein ganz schön dicker Brocken & ich bin sehr froh, dass ich jetzt endlich den Schlusspunkt erreicht habe und das Buch damit aus den Händen legen kann. Mittendrin wollte ich nicht abbrechen, obwohl ich mich ganz schön durch das Buch durchquälen musste und oftmals kein Anlaß bestand weiterzulesen. Ich weiß zwar nicht, was ich mir genau von dem Roman versprochen hatte, aber das was ich zu lesen bekam auf jeden Fall nicht und meines Erachtens stopfte Wally Lamb viel zu viel in die 738 Seiten hinein. Aus der Themenmenge hätten gleich mehrere Bücher gemacht werden können. So wie das Buch geschrieben ist, war es überhaupt nichts für mich. Es konnte mich weder fesseln, noch mitreißen und mir viel zu wenige Gefühle entlocken. Caelum, Maureen und Velvet gingen mir oftmals total auf die Nerven, obwohl man ja eigentlich mit ihnen mitfühlen und mitleiden sollte und ohnehin wurde mir Caelum nie richtig sympathisch. Manches war einfach zu viel, wie z.B. das Hin- & Herspringen zwischen verschiedenen Zeitpunkten, die Ausflüge in die tief zurückliegende Vergangenheit, Caelums gescheiterte Ehen, zu viele Details, die nicht hätten sein müssen und immer wieder mussten noch weitere neue Figuren eingeführt werden. Auch die Wahl der Ich-Form empfand ich als wenig geglückt und dass die Geschichte aus Caelums Sicht heraus erzählt wird. Dadurch kommt nicht richtig rüber was Maureen miterleben musste, bzw. warum Velvet sehr viel weniger Blessuren von dem Amoklauf davonträgt, obwohl sie ihn ebenfalls hautnah miterlebte. Am allerbesten gefiel mir die Stelle, in der Lydia von dem Abend in Mark Twains Haus berichtet. Es war das erste Mal, dass mich in diesem Buch etwas richtig in seinen Bann zog und ich gefesselt in der Geschichte versank. Davon hätte ich gerne mehr gelesen. Weiterempfehlen würde ich das Buch nicht. Abschnittsweise liest es sich großartig, aber die Stellen muss man ja erst einmal finden. |
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| Bewertung von redfox aus Sachsen am 31.05.2009 | |
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Die Geschichte eines Mannes und seiner Familie - grandios Wally Lamp erzählt in über 700 Seiten die Geschichte von Caelum Quirk - seiner Vorfahren und seiner Familie. Ein Lehrer, zum dritten Mal verheiratet, kinderlos, Sohn eines Alkoholikers, meistert mehr oder weniger sein Leben. Er muß doch mehr Schicksalsschläge als normal hinnehmen, versucht aber immer irgendwie das beste draus zu machen und bleibt dabei menschlich und macht Fehler. Die Figuren sind so lebensecht geschildert, dass man bereits nach wenigen Seiten das Gefühl hat, sie persönlich zu kennen, als Nachbarn oder gute Freunde. Man geht als Leser zusammen mit Caelum und Maureen durch die schwere Zeit nach dem Massaker an der Columbine High, nach dem von Maureen verursachten Unfall und fiebert zusammen mit Caelum mit, als er auf die Suche nach der Wahrheit über seine Mutter und seine Ahnen geht. Der Schreibstil ist einfühlsam, ohne Übertreibungen und ohne zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken. Wenn man mit diesem Buch fertig ist, braucht man noch ein bißchen, um die ganze Geschichte zu verarbeiten. Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage ausgelesen und konnte es kaum aus der Hand legen. Ich war ergriffen, musste schmunzeln und hatte Tränen in den Augen. Ich kann es nur empfehlen. .. |
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Bewertung von Silke Schröder, hallo-buch.de aus Hannover am 06.04.2009 |
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Wally Lamb ist ein Meister der fabulösen Erzählkunst. Kaum jemand schafft es, eine so opulent ausgeschmückte und dramatische Geschichte zu erzählen, in die noch jede Menge weitere Geschichten und Anekdoten eingeflochten sind. In einem einfühlsamen und anspruchsvollen, aber dennoch leicht lesbaren „Schmökerstil“ beschreibt er das Leben eines Ehepaars, das trotz schwerer Schicksalsschläge seinen Weg geht. Ausgehend von den Ereignissen an der Columbine High School, die sich gerade zum zehnten Mal jähren, setzt sich Lamb mit der lang anhaltenden Wirkung von traumatischen Erinnerungen bei den Opfern solcher Verbrechen auseinander. Nicht der Amoklauf selbst steht dabei im Mittelpunkt, sondern die Geschichte eines Mannes, der durch seine Erlebnisse am Ende etwas kennenlernt, an das er glauben kann. Dabei geht es dem Autor nicht um religiöse Glaubensbekenntnisse, sondern um die Frage, ob im Leben ein „göttliches Schicksal“ oder doch eher die Chaostheorie das Sein bestimmt. Auch wenn die mehr als 700 Seiten des Wälzers vielleicht erst einmal etwas abschreckend wirken, versinkt man schnell in der faszinierenden Geschichte – nicht nur, weil „Die Stunde, in der ich zu glauben begann“ durch den Amoklauf von Winnigen im März 2009 eine neue, grausame Aktualität gewonnen hat. Wer John Irving mag, sollte an Wally Lamb auf keinen Fall vorbeigehen. Herzergreifend, realistisch und mit viel Gefühl. |
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| Bewertung von Karin aus Frankfurt am 23.03.2009 | |
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Wally Lamb ist nicht der erste Autor der sich am Thema Familiengeschichte versucht. An sich nicht schwierig darüber zu schreiben und einen Spannungsbogen mit Gefühl zu verbinden. Wally Lamb versucht die Geschichte mit einem brisanten Thema zu verbinden, dem Amoklauf an der Columbine Highschool. Ich hatte lange Schwierigkeiten in das Buch hinein zu kommen. Ich hatte hier eigentlich etwas anderes erwartet. Erzählt wird die Geschichte von Coleum in der Ich-Perspektive. Immer wieder driftet er in die Vergangenheit und versucht meiner Meinung nach seine Kindheit zu verarbeiten. Sein Vater, Alkoholiker, hat sich schon früh das Leben genommen. Seine Mutter war eher lieblos. Ein engeres Verhältnis hat er jedoch zu seiner Tante Lolly. Probleme in seiner Ehe veranlassen das Paar zusammen nach Colorado zu ziehen. Dort sind sie beide an der Columbine Highschool beschäftigt. Was der Neubeginn ihrer Ehe sein soll wird mit dem Amoklauf an der Schule zu einer noch größeren Herausforderung. Während Caelum sich um die Beerdigung seiner Tante Lolly kümmern muss wird seine Frau Maureen Zeuge des Amoklaufs. Sie ist völlig traumatisiert von den Ereignissen und nimmt Tabletten. Als es ihr scheinbar wieder gut geht ziehen sie wieder zurück nach Connecticut, hauptsächlich um nicht mehr an den Amoklauf erinnert zu werden. Wie im wahren Leben kann man aber seinen Ängsten nicht davon laufen, noch ist der Kampf nicht zu Ende. An dieser Stelle endet mein Inhaltsbericht, um die wenige Spannung die ich im Buch entdecken konnte nicht ganz zum Erlöschen zu bringen. Wally Lamb hat es leider nicht geschafft mich tiefgründig und emotional zu erreichen. Ich habe mich weiterhin durch die vielen Seiten des Romans kämpfen müssen. Der Roman hat für mich zu viele Längen und bricht genau an den Stellen ab, die Spannung versprechen. So hätte man eigentlich den Streit mit Velvet (einer Schülerin, aber auch engen Vertrauten von Maureen) viel besser ausbauen können, hätte auf den „Abschiedsgruß“ im Wandschrank eingehen können, den Maureen Caelum während des Amoklaufes hinterließ, als immer wieder auf der Farm in seiner Kindheit zu landen. Ich habe eigentlich immer öfter Quer gelesen, was ich sonst eigentlich nie mache. Eigentlich ist man sich am Ende des Buches gar nicht sicher was einem erzählt werden sollte. Das ist wie bei einem dieser Filme die mitten im Geschehen abbrechen und man während der Abspann läuft nachdenkt, was das jetzt genau gewesen ist. |
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Bewertung von anette1809 - katzemitbuch.de aus Sulzheim am 06.03.2009 |
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Vor diesem Roman "Die Stunde in der ich zu glauben begann" hatte ich zwar schon von Wally Lamb gehört, aber bisher nichts von ihm gelesen. Ein Fehler, den ich bald beheben werde. Schon lange hat mich ein Roman nicht mehr so gefesselt, dass ich ihn kaum aus der Hand legen mochte! Erzählt wird die Geschichte von Caelum und seiner Frau Maureen, die im Laufe der Geschichte von Schicksalschlägen schwer getroffen werden. Caelum ist Lehrer an der Columbine Highschool, in der 1999 ein Amoklauf von zwei Schülern stattfand. Caelum ist am 20. April 1999 nicht vor Ort, weil seine Tante in Conneticut einen Schlaganfall erlitten hat, und er ihr einziger lebender Verwandter ist. Kurz darauf verstirbt seine Tante, und er bleibt einige Tage länger auf ihrer Farm als geplant, nur seine Frau Maureen ist noch in Colorado, sie ist Krankenschwester auf der Columbine Highschool und erlebt den Amoklauf direkt mit. Caelum erfährt von dem Vorfall aus dem Fernsehen und eilt nach Hause, so schnell er kann, weil er um das Leben seiner Frau fürchtet. Maureen überlebt zwar das Attentat, aber nach dem Drama von Columbine ist in Caelums und Maureens Leben nichts mehr so wie es vorher war. Maureen behält schwere psychische Schäden, denen sie sich nicht stellen kann und verfällt in eine Medikamentensucht. Immer wieder kommen neue Rückschläge für Caelum und Maureen, und manchmal kann man kaum glauben, dass die beiden noch am Leben festhalten können. Wally Lamb schafft es meisterhaft den Opfern von Columbine - und nicht nur den Toten! - mit seinem Roman ein außergewöhnliches Denkmal zu setzen. Ich fand es auch sehr gut und mutig von ihm, die Originalnamen von Opfern und Tätern des Amokslaufs beizubehalten. Desweiteren liefert Wally Lamb ein Stück amerikanische Geschichte der letzten 10 Jahre beim Leser ab: der Wirbelsturm Katrina, 9/11, der Iran-Krieg... alles wird zu einem Netz verwoben und greift mehr oder weniger in Caelums Leben ein. Das Buch war einfach wunderbar, und lässt einem nicht mehr los. Oft hätte ich mit Caelum weinen können! Die zweite Hälfte des Buches wird zwar etwas ruhiger, weil mehr auf die Geschichte von Caelums Ahnen eingegangen wird, trotzdem blieb ich gefesselt und war auch davon begeistert. Caelums Leben ist von Trauer, Leid und Chaos überschattet - und trotzdem schafft es Wally Lamb uns am Schluss Hoffnung mit auf den Weg zu geben. |
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| Bewertung von Anne aus Berlin am 05.03.2009 | |
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Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? Nach einer schwierigen Kindheit und mehreren Scheidungen wird Cealum Quirks Frau Maureen ein überlebendes Opfer des Amoklaufs in Columbine. Nachdem es schon zu mehreren Todesfällen in seiner Familie kam, wird ihm bewusst, dass seine Frau der größte Verlust in seinem Leben wäre. Maureen überlebt und starb doch an diesem Tag. Traumatisiert lebt sie in den Tag hinein, versucht sich zu betäuben, will es schaffen und kann es nicht. Tablettensucht, Verkehrsunfall und Gefängnis. Der Kampf gegen die Schulden, um die eigene Existenz und die ganze Zeit fragt man sich: Was wäre wenn? Was wäre wenn Sie an diesem Tag nicht zur Arbeit gegangen wäre, wenn ich das Richtige gesagt hätte, wenn ich bei ihr gewesen wäre, wenn sie die Medikamente nicht genommen hätte. Mit diesem „Wenn“ quält sich Cealum. Er kann sich diese Fragen noch so oft stellen, sein Leben und das seiner Frau ist geprägt von Leid und Trauer. In dem Roman folgt eine Tragödie der Anderen. Doch am Anfang steht immer Columbine. Wie ein Virus hat es sich in das Leben der Beiden festgesetzt, lässt sie nicht mehr los und bestimmt ihre Zukunft. Das Buch lässt mich an die Hiobsbotschaft denken. Als würden Cealum und Maureen getestet werden, wann sie aufgeben. Dieses Buch hat kein Happy End. Doch die Tatsache, dass die Beiden durchhalten, schließt die Lücke, die am Ende eines solch traurigen Buches sonst entstehen würde. Anfangs hat mich der Titel ein wenig abgeschreckt. „Die Stunde, in der ich zu glauben begann“ hört sich nach einem Roman an, der das Ziel verfolgt, zum richtigen Glauben zu führen. Dass dies nicht zwingend etwas mit dem einen Gott zu tun haben muss, beweist der Protagonist Cealum, der am Ende des Romans auf seine Weise zu glauben lernt. Ich lese selten Bücher, die mehr als 400 Seiten schwer sind und ich habe noch nie ein solches Buch innerhalb weniger Tage durchgelesen. Der breite Themenumfang lässt nicht zu, dass das Lesen in irgendeinem Moment langweilig zu werden droht. Es ist ein traurigschöner Roman, der Aufmerksamkeit verdient. |
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| Bewertung von vöglein aus B.-W. am 04.03.2009 | |
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Die Banalität des Bösen 49 Jahre hat der Autor Wally Lamb (geb. 1950) benötigt um diesen "Wälzer" mit ca. 750 Seiten entstehen zu lassen. 9 Jahre in der unsere Welt durch Amokläufer, den 11. September, Hurrikans und den Irak Krieg in Wanken geraten ist. Caelum und seine Frau Maureen Quirk sind erst vor kurzem nach Colorada gezogen, der für sie einen Neubeginn ihrer Ehe werden sollte. Als Caelum wegen eines Trauerfalles nicht Zuhause ist, überlebt seine Frau, in einem Schrank versteckt, einen schrecklichen Amoklauf mit vielen Toten. Maureen flüchtet total traumatisiert in ihre eigene Welt, zu der Caelum der Zutritt verwehrt bleibt. Sie wird Medikamentenabhängig und durch einen Autounfall schuldig am Tod eines Jungen. Sie landet für 5 Jahre in genau dem Frauengefängnis, dass ihre Großmutter ca. 100 Jahre vorher gegründet hatte. Caelum möchte seine Frau sowie seine Liebe zu ihr retten und stellt sich seiner Vergangenheit, die durch viele Zeitsprünge in die Vergangenheit verdeutlicht werden. Der Leser hat Anteil an Caelums Kinder- und Jugendtagen, ebenso am Weltgeschehen dieser Zeit. Insgesamt ein wirklich schönes, gelungenes Werk. Viele Stellen regen zum Nachdenken an, veranlassen das eine oder andere nachzuschlagen bzw. nachzulesen. Einige Passagen waren etwas langatmig, hätte man evtl. etwas straffen können. Das Cover finde ich absolut passend, vom Titel her hätte ich das Buch wahrscheinlich niemals gelesen, da er mir zu sehr in Richtung Religion/Glauben geht, was aber dem Inhalt nicht entspricht. |
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