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Die Angel meines Großvaters
Erzählungen
Aus d. Chines. v. Natascha Vittinghoff
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Fischer (S.), Frankfurt
- 2008
- Ausstattung/Bilder: 2008. 206 S.
- Seitenzahl: 206
- Deutsch
- Abmessung: 213mm x 133mm x 20mm
- Gewicht: 331g
- ISBN-13: 9783100245021
- ISBN-10: 3100245024
- Best.Nr.: 23270145
Leseprobe zu "Die Angel meines Großvaters"
Produktbeschreibung zu "Die Angel meines Großvaters"
Kurzbeschreibung
Kindheitserinnerungen, das Glück der Liebe und der Freundschaft, das alte China, aber auch die Tragödie politischer Verfolgung stehen im Mittelpunkt der Erzählungen. Der Nobelpreisträger Gao Xingjian spiegelt die Realität nicht einfach wider, sondern ertastet im Schreiben Träume, Gerüche, Landschaften und Gedanken. So entstehen vor unseren Augen Erzählungen, in denen jedes Wort wahr klingt, wir tauchen ein in eine andere Welt. "Gao ist ein sinnlicher, starker Erzähler." taz
Beschreibung
29.01.2009
Regen, Schnee und anderes
Gao Xingjian erzählt von der Kulturrevolution
Der 1940 geborene chinesische Schriftsteller, Dramaturg und Maler
Gao Xingjian, der seit 1987 im Pariser Exil lebt und im Jahr 2000
unter anderem für den Roman "Der Berg der Seele" den
Nobelpreis erhielt, entwirft in seinem Werk eine Ästhetik des
Fliehens, eine der Zen-Mystik ebenso wie Motiven des absurden
Theaters des Westens verpflichtete Unabhängigkeitserklärung der
Kunst. Die in den kulturpolitisch instabilen achtziger Jahren
entstandenen Erzählungen evozieren die "verlorene
Generation" der Kulturrevolution von 1966 bis 1976. In der
Verkleidung als Anekdoten und Weißt-du-noch-Geschichten
konterkarieren die semiautobiographischen Novellen - 1970 wurde Gao
zur "Umerziehung" aufs Land geschickt - den kollektiven
Wahn.
Für Gao bedeutete das Absurde nicht die Abkehr von der Realität,
zumal sich die verquere Logik der Revolution in Willkür und Gewalt
gegen alles Alte und gegen Autoritäten, in Verblendung und einem
kulturellen Flurschaden, Identitätsverlust und Generationenverrat
äußerte. Die Erzählung "Auf dem Meer", in der ein Mann
auf einem Kutter in Urlauten …
29.01.2009
In den 80er Jahren entstandene Erzählungen des späteren
Literaturnobelpreisträgers Gao Xingjian, die auf verschiedene Weise
die Kulturrevolution und ihre Folgen reflektieren, stellt Rezensent
Steffen Gnam vor. Er sieht die Ästhetik Gaos sowohl von Zen-Mystik
als auch von Motiven des absurden Theaters des Westens beeinflusst.
Und angesichts der verqueren Logik der Kulturrevolution bedeute das
Absurde weniger eine Abkehr von der Realität, sondern erweise sich
als ihr vielleicht angemessener Ausdruck. Gnam geht in seiner sehr
dichten Rezension auf einzelne der auch autobiografisch motivierten
Erzählungen ein und findet dort Fluchten vom Primat der Ideologie
in Spurensuchen nach der Kindheit oder in der Suche nach einer von
Rhetorik unberührten Sprache, eine Selbstanklage im Konflikt
kommunistischen und konfuzianischen Denkens und offenbar wiederholt
das Leitmotiv scheiternder Wiederbegegnungen früherer Freunde oder
Geliebter, die die Gegenwart immer auch als "Echokammer der
Kulturrevolution" erscheinen lasse. Gnam beschreibt die Poetik
Gaos mit ihrer Uneindeutigkeit wechselnder Erzählperspektiven als
eine sich "ohne Ismen" vorantastende "kalte
Literatur".
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Gao Xingjian"
Gao Xingjian wurde am 4. Januar 1940 in Ganzhou (Provinz Jiangyi) in Ostchina geboren. Bis 1962 studierte er in Peking französische Literatur und wurde dann im Zuge der Kulturrevolution lange zur 'Umerziehung' aufs Land gezwungen. Mach Maos Tod erschienen ab 1980 seine ersten Schriften, u. a. 'Erkundungen in modernen Erzähltechniken' sowie die Theaterstücke 'Das Warnsignal' und 'Die Busstation'. Nach Aufführungsverboten und einer politischen Kampagne zog er sich auf Land zurück. 1985/96 lebte er als DAAD-Stipendiat in Berlin, 1987 verließ er China endgültig und lebt seither in Paris. Nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens trat er 1989 aus der Partei aus, seine Schriften wurden in China endgültig verboten. 2000 wurde er mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet.
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