Das Prinzip Sicherheit - Sofsky, Wolfgang

Wolfgang Sofsky 

Das Prinzip Sicherheit

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Das Prinzip Sicherheit

Sicherheit ist das Grundproblem der menschlichen Gattung. So zahlreich die Gefahren, mit denen die Menschen konfrontiert sind, so vielfältig sind die praktischen Vorkehrungen - und doch bleibt restlose Sicherheit eine Illusion. Mit welchen Bedrohungen und Risiken menschliche Gesellschaften zu tun haben und welche Strategien sie dagegen einsetzen, zeichnet Wolfgang Sofsky mit der ihm eigenen Klarsicht und Prägnanz nach. Sein Essay führt von der emotionalen Bedeutung alltäglicher Unsicherheiten über soziale Gefahren, wirtschaftliche Marktrisiken und staatliche Sicherheitsgarantien bis zu den neuen Kriegsszenarien. Er handelt nicht nur vom Umgang mit den Gefahren und deren institutioneller Einhegung, sondern auch von dem hohen Preis, der für eine Politik umfassender Sicherheit zu entrichten ist. Das Buch liefert einen scharfsinnigen Beitrag zum Verständnis aktueller Konflikte und plädiert entschieden für die Verteidigung der Freiheit gegenüber staatlicher Fürsorge und Vorsorge.


Produktinformation

  • Abmessung: 208mm x 134mm x 19mm
  • Gewicht: 283g
  • ISBN-13: 9783100727107
  • ISBN-10: 310072710X
  • Best.Nr.: 14069130
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.09.2006

Die Sicherheit geht vor
Von dem Zwang, sich in selbstgeschmiedete Ketten zu legen

"Zeit ihres Lebens sind Menschen von Gefahren umstellt. Kaum ein Verhalten ist gänzlich ohne Risiko." Mit Sätzen der banalen Erfahrung wie diesen wird der Leser in eine Philosophie der Sicherheit, die ihm der Autor hier ausbreitet, förmlich hineingezogen. Und so zahlreich die Gefahren, so vielfältig sind die Vorkehrungen, sich ihrer zu erwehren. So zahlreich die Risiken, so vielfältig die Vorkehrungen, sich gegen sie abzusichern. Das ist der Grundtenor des Buches. Der Soziologe Wolfgang Sofsky schreibt vom Umgang mit den Gefahren, die das Leben im Übermaß beschert, von den Institutionen, die Menschen zu ihrer Sicherheit vor Gefahren ersinnen, und davon, was diese Sicherheit kostet. Die Kosten bestehen in der Hingabe von Freiheiten. Um der Freiheit willen, schreibt der Autor, unterliege der Mensch dem Zwang, sich in selbstgeschmiedete Ketten zu legen. Da die Freiheit immer gefährdet ist, muß auch sie gesichert werden - durch Einschränkungen der Freiheit. So wird die Sicherheit, so wird das Streben nach Sicherheit selbst zur Gefahr.

Wieviel Unsicherheit ist …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rundum gelungen findet Klaus Peter Krause diesen Essay über die Sehnsucht nach Sicherheit und ihren Preis, den Wolfgang Sofsky verfasst hat. Eingehend referiert er die Ausführungen des Autors über die Gefährdungen und Risiken, denen unsere Gesellschaften ausgesetzt sind, ihr Streben nach totaler Sicherheit und die daraus resultierenden negativen Folgen für die Freiheit. Krause versteht das Buch im Grunde als ein "Plädoyer für die Freiheit". Den Warnungen des Autors, nicht zuviel Freiheiten für zuviel Sicherheit hinzugeben, kann er sich nur anschließen. Doch Sofky beeindruckt Krause nicht nur mit "klugen Gedanken". Auch sein linguistisches Können hat es dem Rezensenten angetan. So lobt er die Sprache des Essays als "prägnant", den Stil als "glänzend" und die Darstellung insgesamt als "scharfsinnig".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.08.2006

Der Bürger als Held
Wolfgang Sofsky fordert den heroischen Untertanen
Wolfgang Sofsky, der eigenwillige Soziologe aus Göttingen, zeigt in seinem jüngsten Buch, dass das geistige Europa keineswegs nur der Venus (und Immanuel Kant) zugeneigt ist, sondern auch eingefleischte Hobbesianer beherbergt. Auf diesen Gedanken brachten ihn seine Themen: Gewalt, Terror und Krieg, seine Lesart der Gesellschaftstheorie und seine ausgeprägte Aversion gegen einen Zeitgeist, der radikale Denk- und Handlungskonsequenzen aus den unabweisbaren Übeln der Gegenwart scheut. Im diesem Essay geht es um Sicherheit, nicht nur für Sofsky ein Grundproblem der Menschengattung. Im Naturzustand wird der Mensch nicht alt, beschrieb Thomas Hobbes im 17. Jahrhundert, vor dem Hintergrund der Religionskriege, das Bedürfnis nach dem Leviathan. Allein der starke Staat verbürgt Sicherheit, ohne den Kreislauf von Unsicherheit und Angst immer unterbrechen zu können.
Sofsky beginnt mit einer lakonischen Gesamtschau schleichender und plötzlicher Katastrophen von Tschernobyl über den Klimaumschwung bis zum islamistischen Terror, die als Schatten über unserer Gegenwart und der Zukunft unserer …

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Wolfgang Sofsky, geboren 1952, lehrte als Professor für Soziologie an den Universitäten Göttingen und Erfurt. Seit 2001 arbeitet er als Privatgelehrter, Autor und politischer Kommentator. 1993 erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis für "Die Ordnung des Terrors. Das Konzentrationslager". 1996 erschien "Traktat über die Gewalt", 2002 "Zeiten des Schreckens. Amok Terror Krieg", 2003 "Operation Freiheit. Der Krieg im Irak" (alle S.Fischer Verlag). Seine Bücher wurden vielfach übersetzt. Seine Essays sind regelmäßig in der deutschsprachigen Presse zu lesen und im Rundfunk zu hören.

Leseprobe zu "Das Prinzip Sicherheit"

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