Meines Vaters Land - Bruhns, Wibke

Wibke Bruhns 

Meines Vaters Land

Geschichte einer deutschen Familie

Broschiertes Buch
 
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Meines Vaters Land

August 1944: Der Abwehroffizier Hans Georg Klamroth wird als Hochverräter hingerichtet. Jahrzehnte später sieht Wibke Bruhns Filmaufnahmen von ihrem Vater während des Prozesses gegen die Verschwörer des 20. Juli. Der Anblick lässt sie nicht mehr los: Sie macht sich auf eine lange Suche nach seiner und auch ihrer eigenen Geschichte. Ein einzigartiges Familienepos.



Am 26. August 1944 wird der Abwehroffizier Hans Georg Klamroth wegen Hochverrats hingerichtet. Jahrzehnte später sieht seine jüngste Tochter in einer Fernsehdokumentation über den 20. Juli Bilder ihres Vaters - aufgenommen während des Prozesses im Volksgerichtshof. Ein Anblick, der Wibke Bruhns nicht mehr loslässt. Wer war dieser Mann, den sie kaum kannte, der fremde Vater, der ihr plötzlich so nah ist? Die lange Suche nach seiner, ja auch ihrer eigenen Geschichte führt sie zurück in die Vergangenheit: Die Klamroths sind eine angesehene großbürgerliche Kaufmannsfamilie und muten wie ein Halberstädter Pendant zu den Buddenbrooks an. Unzählige Fotos, Briefe und Tagebücher sind der Fundus für ein einzigartiges Familienepos.


Produktinformation

  • Verlag: ULLSTEIN TB
  • 2005
  • Erw. Ausg.
  • Ausstattung/Bilder: Erw. Ausg. 2005. 387 S. m. Fotos, 18 Fototaf.
  • Seitenzahl: 387
  • Ullstein Taschenbuch Bd.36748
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 121mm x 33mm
  • Gewicht: 355g
  • ISBN-13: 9783548367484
  • ISBN-10: 3548367488
  • Best.Nr.: 13348015
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.02.2004

Der verlorene Vater

WIDERSTAND. Die Journalistin Wibke Bruhns hat ein Buch über Hans Georg Klamroth geschrieben, jenen Major der Reserve aus großbürgerlicher Kaufmannsfamilie in Halberstadt, der zu den Männern des 20. Juli gezählt wird. Dabei hatte der Abwehroffizier nie an der eigentlichen Attentatsplanung teilgenommen, war nur "Mit-Wisser, nicht Mit-Täter". So sieht es die 1938 geborene Tochter, die jüngste von fünf Kindern. Ihre Schwester Ursula heiratete 1943 den vierzehn Jahre älteren Oberstleutnant Bernhard Klamroth, einen Vetter zweiten Grades von Hans Georg. Bernhard war ein enger Vertrauter des Hitler-Gegners Generalmajor Hans Stieff und besorgte gemeinsam mit Albrecht von Hagen den Sprengstoff für das Attentat. Ein Treffen der beiden Klamroths mit Stieff und Claus von Stauffenberg Anfang Juli 1944 sollte Hans Georg zum Verhängnis werden, weil er danach weder seinen Schwiegersohn Bernhard noch die anderen Verschwörer ans Messer lieferte. Bernhard wurde am 21. Juli 1944, Hans Georg am 25. Juli verhaftet - dazwischen kam noch am 22. Juli Bernhards und Ursulas Sohn zur Welt. Mitte August verurteilte der Volksgerichtshof Bernhard und Hans Georg als …

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"Eine faszinierende Mischung aus privater Chronik, zeitgeschichtlichem Report und persönlicher Indentitätssuche" Der Spiegel<br/><br/>"Ein berührendes, persönliches Buch" Berliner Zeitung<br/><br/>"Eine große Leistung" Süddeutsche Zeitung<br/><br/>

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 22.03.2004

Suchbild mit Vater
Wibke Bruhns fragt nach einem Helden und findet eine Familie, die tiefe Einblicke in die deutsche Geschichte bietet
Andere Familien sammeln Briefmarken oder züchten Rosen. Die Familie Klamroth aus Halberstadt hortete Wörter, zehntausende, hunderttausende von Wörtern, festgehalten in Briefen, Tagebüchern, Alben, geronnen zu Geschichten, Liedern, Anekdoten, Liebesschwüren, politischen Erklärungen. Fast 200 Jahre lang sprach der Clan der Klamroths zu Halberstadt im Harz die Sprache des wohlhabenden Bürgertums – ehrbare Kaufleute, hingegeben an Kaiser, Vaterland und Reichswehr, besoffen vom Krieg und offen für die Dolchstoßlegende, demokratiekritische Skeptiker, vorsichtige Antisemiten, begeisterte Nazis.
Wibke Bruhns, geborene Klamroth und erfolgreiche Journalistin, hat sich in all den Hinterlassenschaften ihrer Großväter, Schwestern, Tanten und Ur-Uronkel vergraben und eine so anschauliche wie detailfreudige private Geschichte Deutschlands im 19. und 20. Jahrhundert geschrieben. Gewidmet hat sie das Buch ihrem Vater und seiner Zeit, „Meines Vaters Land”, doch geleistet hat sie weit mehr. Konsequent hat sie den genauen Blick, der …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Fasziniert zeigt sich Sabine Vogel von diesem Buch, in dem Wibke Bruhns die Geschichte ihrer Familie und ihres Vaters erzählt, der als Hitler-Attentäter in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Zwar habe die Familie nach dem Kriegsende, seit Bruhns früher Kindheit also, nie über dieses Thema geredet, so die Rezensentin, dafür sei umso mehr geschrieben worden. Aus den zahllosen Briefen, Dokumenten und Tagebüchern, die sie nach dem Tod ihrer Mutter aufgefunden habe, habe die Autorin eine "beeindruckende Familien- und eine tragische Liebesgeschichte" geformt. Wie Bruhns Briefzitate, Informationen zur politischen und wirtschaftlichen Lage und ihre eigenen Kommentare zu einer anschaulichen Schilderung montiert, findet Vogel richtig "raffiniert". An manchen Stellen beschleicht sie gar das Gefühl, direkt dem Gedankenaustausch der Familie lauschen zu können - so als säße sie mit ihr im Salon ihres Hauses. Formal vereinige das Buch einen "subtil komponierten Familienroman", eine "wirtschafts- und sozialhistorische Abhandlung" über das kleinstädtische Wirtschaftsbürgertum im 19. und frühen 20. Jahrhundert und schließlich ein Tagebuch, das Wibke Bruhns während der Erkundungsreise in die Vergangenheit der Eltern geführt habe. Einziger Minuspunkt des spannenden Buchs ist für Vogel, dass "etwas unklar" bleibt, auf welcher Quellenbasis die Angaben beruhen.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Eine faszinierende Mischung aus privater Chronik, zeitgeschichtlichem Report und persönlicher Identitätssuche.« Der Spiegel
Wibke Bruhns wurde 1938 in Halberstadt geboren. Als erste Frau präsentierte sie 1971 die »heute«-Nachrichten, später ging sie als Stern-Korrespondentin nach Israel und in die USA und wurde Kulturchefin des ORB. Heute lebt sie als freie Autorin in Berlin.

Kundenbewertungen zu "Meines Vaters Land" von "Wibke Bruhns"

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Bewertung von JED aus Berlin am 29.05.2011 ***** ausgezeichnet
Kurzinhalt:
Auf dem Cover des Buches sehen wir einen Soldaten in Uniform mit seiner kleinen Tochter.
Wibke Bruhn, geboren 1938, versucht sich in diesem Buch diesem Mann, ihrerm Vater, anzunähern. Er wurde hingerichtet als sie 6 Jahre alt war - im Zusammenhang mit den Verschwörern des 20. Juli 1944. Dabei war er seit 1933 in der NSDAP. Und lebte auch als Mensch in der bewegten Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges.
Was war er für ein Mensch? Was war seine Geschichte?


Meine Meinung:
Bruhns hat das Glück, dass ihre Verwandten zahlreiche Aufzeichnungen hinterlassen habe: Briefe, Tagebücher, ihre Mutter führte sogar für jedes Kind ein so genanntes Kindertagebuch. Und obwohl einige Aufzeichnugnen verschwunden sind, vernichtet wurden, ergeben die noch vorhandenen ein komplexes Bild der Menschen dieser Zeit.

Die Autorin zitiert immer wieder aus diesen Schriftstücken, während sie gleichzeitig über die historischen Ereignisse spricht. Auf die Art gelingt ihr eine sehr persönliche Annäherung an eine Zeit, von der wir nun schon so viel gelesen und gehört haben. Hier aber kann man sehr exemplarisch erfahren, was bestimmte Ereignisse mit bestimmten Menschen gemacht haben. Worüber zu Hause gesprochen oder nachgedacht wurde.

Da sie nie von "meinem Vater" oder "meiner Mutter" spricht, sondern von HG (ihr Vater hieß Hans-Georg) und Else, kann man sich auch als Leser, der man nicht zu dieser Familie gehört, gut in die Figuren einfühlen, sie verstehen oder auch hinterfragen.

Denn es sind nicht immer einfache Annäherungen. Da wird in ihrem Kindertagebuch davon gesprochen, dass sie so arisch aussehe, dass sie nur einen nordischen Namen bekommen kann. Da versucht sie zu verstehen, warum niemand über die jüdischen Mitbürger schreibt, die es doch wohl gegeben haben muss, bevor sie in den dreißiger Jahren so nach und nach verschwanden.

Aber Bruhns stoppt sich auch immer in zu frühen Urteilen, da sie sich immer wieder daran erinnert, dass es leicht ist aus der Retrospektive zu denken, während die Menschen damals in eine Zeit gestellt waren, von der sie nicht wussten, wohin sie letztlich führen würde.

Sie schaut auch sehr genau auf das Wesen dieser Menschen - unabhängig von den geschichtlichen Ereignissen: Eheprobleme, Fremdgehen - nichts lässt sie aus.

Dieses Buch ist insofern auch ein Nachdenken über die Kürze eines Menschenlebens und wie es genutzt wird. Und über diejenigen, die irgendwann darauf zurücksehen. Betrifft das nicht jeden von uns?


Fazit:
Ein sehr persönliches und eindringliches Buch über die wohl ereignisreichste Zeit des 20. Jahrhunderts.

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Bewertung von Obercunni aus Berlin am 16.11.2010 ***** ausgezeichnet
wurde mir von Bekannten empfohlen, Habe es gelesen und weitergeschenkt. Die Beschenkte hat mir es zurückgegeben mit der Bemerkung: Tolles Buch, habe ich längst gelesen und schon sehr oft verschenkt!
Also, kann man unbedingt lesen und verschenken (wenn der Glückliche es nicht schon längst hat!)

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Bewertung von Beate Pfeiffer aus Gelnhausen am 04.01.2007 ***** ausgezeichnet
Absolut lesenswert. Macht am Beispiel einer Familie deutlich,wie eine Nation ins Verderben rennen und einen Weltkrieg entfesseln kann. Sollte von allen an jüngster Geschichte Interessierten, ganz besonders auch von jungen Menschen, gelesen werden.
Packende Lektüre, stilistisch exzellent verfaßt.


Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

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