Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension
Stefan Gosepath zeigt sich recht angetan davon, wie Julian Nida-Rümelin sein Programm der "Strukturellen Rationalität" in "kompakter Form" und "unbelastet von technischen Details und vielen Fußnoten" ausführt. Gegen das Modell der instrumentellen Mittel-Zweck-Rationalität bei der Begründung von Handlungen setzt Nida-Rümelin sein Modell der strukturellen Teil-Ganzes-Rationaliät, das er "strukturelle Rationalität" nennt. Danach gilt eine individuelle punktuelle Handlung als rational, sofern sie in ein übergeordnetes Ganzes einer mit guten Gründen vertretenen Handlungsstruktur eingebettet ist. Auch wenn Nida-Rümelin nach Ansicht des Rezensenten nicht wirklich überzeugend zu zeigen vermag, warum es rational ist, einer selbstgesetzten Regel oder Struktur zu folgen, spendet er dem Philosophen ausgiebig Lob: schließlich gelinge es Nida-Rümelin "ein alternatives Model der Rationalität zu etablieren, gerade weil es viele Fälle so plausibel als rational darzustellen hilft".
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Nida-Rümelin will uns von einem neuen Paradigma überzeugen, das er als "strukturelle Rationalität" bezeichnet. Darunter ist eine Rationalitätsauffassung zu verstehen, nach der praktische Begründungen für Handlungen nur rein kohärentistisch, also durch das Zusammenspiel von Handlungen und einer gewählten Struktur, existieren. Diese philosophischen Grundgedanken werden in diesem Essay in kompakter Form beeindruckend vorgeführt, unbelastet von technischen Details und vielen Fußnoten. (...)
Nida-Rümelin gelingt es mit diesem Essay elegant, ein alternatives Modell der Rationalität zu etablieren, gerade weil es viele Fälle so plausibel als rational darzustellen hilft. Frankfurter Rundschau
Die neun Kapitel der "Strukturellen Rationalität" beschäftigen sich in kompakter Darstellung mit philosophischen Grundgedanken zu erkenntnistheoretischen Fragestellungen. Nida-Rümelin will eine "philosophisch attraktive Alternative" zu dem dominierenden Paradigma praktischer Vernunft bieten. Was Hume und Kant grundlegten, bettet er in einen neuen systematischen Zusammenhang. Neues Deutschland
 | Besprechung von 09.10.2001 |
Einmal vor und zurück, bevor es losgehtJulian Nida-Rümelins Konzeption von Rationalität läßt alle Hintertüren offen / Von Michael PawlikDer Mensch ist das zur Entsagung fähige Tier. Wer weiß, daß er morgen tot sein wird, mag essen und trinken nach Herzenslust. Wer hingegen den harten Winter vor Augen hat, den er und die Seinen bestehen müssen, läßt sich vom Augenblick und dessen Bedürfnissen nicht gefangennehmen. Er sorgt vor. Damit handelt er rational.
Ein Buch über dieses Thema, also über Entsagung und Durchhalten, hat Julian Nida-Rümelin während eines längeren Urlaubs in Brasilien verfaßt. Das komplizierte Geflecht aus den längerfristig wirksamen Orientierungen einer Person, ihren Überzeugungen und Planungen, in das eine jede Einzelhandlung verwoben ist, bezeichnet er mit einem ebenso modischen wie diffusen Begriff als deren strukturellen Hintergrund. Strukturelle Rationalität, die nach Auffassung Nida-Rümelins erst eine vernünftige Lebensplanung ermöglicht, ist im Kern nichts anderes als die Einbettung der Handlungsgründe für den Einzelfall in den Gesamtkomplex der bereits strukturell verfestigten …
Nida-Rümelin will uns von einem neuen Paradigma überzeugen, das er als "strukturelle Rationalität" bezeichnet. Darunter ist eine Rationalitätsauffassung zu verstehen, nach der praktische Begründungen für Handlungen nur rein kohärentistisch, also durch das Zusammenspiel von Handlungen und einer gewählten Struktur, existieren. Diese philosophischen Grundgedanken werden in diesem Essay in kompakter Form beeindruckend vorgeführt, unbelastet von technischen Details und vielen Fußnoten. (...) Nida-Rümelin gelingt es mit diesem Essay elegant, ein alternatives Modell der Rationalität zu etablieren, gerade weil es viele Fälle so plausibel als rational darzustellen hilft. 'Frankfurter Rundschau' Die neun Kapitel der "Strukturellen Rationalität" beschäftigen sich in kompakter Darstellung mit philosophischen Grundgedanken zu erkenntnistheoretischen Fragestellungen. Nida-Rümelin will eine "philosophisch attraktive Alternative" zu dem dominierenden Paradigma praktischer Vernunft bieten. Was Hume und Kant grundlegten, bettet er in einen neuen systematischen Zusammenhang. 'Neues Deutschland'
"Nida-Rümelin will uns von einem neuen Paradigma überzeugen, das er als 'strukturelle Rationalität' bezeichnet. Darunter ist eine Rationalitätsauffassung zu verstehen, nach der praktische Begründungen für Handlungen nur rein kohärentistisch, also durch das Zusammenspiel von Handlungen und einer gewählten Struktur, existieren. Diese philosophischen Grundgedanken werden in diesem Essay in kompakter Form beeindruckend vorgeführt, unbelastet von technischen Details und vielen Fußnoten. (...) "Nida-Rümelin gelingt es mit diesem Essay elegant, ein alternatives Modell der Rationalität zu etablieren, gerade weil es viele Fälle so plausibel als rational darzustellen hilft." -- Frankfurter Rundschau "Die neun Kapitel der 'Strukturellen Rationalität' beschäftigen sich in kompakter Darstellung mit philosophischen Grundgedanken zu erkenntnistheoretischen Fragestellungen. Nida-Rümelin will eine 'philosophisch attraktive Alternative' zu dem dominierenden Paradigma praktischer Vernunft bieten. Was Hume und Kant grundlegten, bettet er in einen neuen systematischen Zusammenhang." -- Neues Deutschland
Julian Nida-Rümelin studierte Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft in München und Tübingen, lehrte Philosophie und politische Theorie in München, Minneapolis, Tübingen, Brügge, Göttingen und Berlin (1993-2003 o. Professor für Philosophie an der Universität Göttingen, seit 2004 Ordinarius für politische Theorie und Philosophie an der Universität München) und war Kulturstaatsminister im ersten Kabinett Schröder.