Philosophische Untersuchungen - Wittgenstein, Ludwig

Ludwig Wittgenstein 

Philosophische Untersuchungen

Auf d. Grundlage d. Kritisch-genetischen Edition m. e. Nachw. neu hrsg. v. Joachim Schulte
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Philosophische Untersuchungen

Ludwig Wittgenstein (1889 1951) schrieb zwei Hauptwerke, früh die strenge "Logisch-philosophische Abhandlung", spät die offeneren, lebendig in immer neuen Anläufen vorgetragenen "Philosophischen Untersuchungen", mit denen der Begriff des "Sprachspiels" in die Welt gekommen ist: "Man kann für eine große Klasse von Fällen der Benützung des Wortes Bedeutung wenn auch nicht für alle Fälle seiner Benützung dieses Wort so erklären: Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache." In der Bibliothek Suhrkamp erscheint nun die erste Leseausgabe der Philosophischen Untersuchungen, die sich nach der definitiven, 2001 von Joachim Schulte herausgegebenen "kritisch-genetischen" Edition richtet.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2011
  • Jubil.-Ausg.
  • Ausstattung/Bilder: Jubil.-Ausg. 2011. 299 S.
  • Seitenzahl: 299
  • Bibliothek Suhrkamp Bd.3010
  • Best.Nr. des Verlages: 24010
  • Deutsch
  • Abmessung: 184mm x 123mm x 24mm
  • Gewicht: 323g
  • ISBN-13: 9783518240106
  • ISBN-10: 3518240102
  • Best.Nr.: 33380918
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.12.2001

Nun wissen wir, wie er dachte
Der Werkstattbericht: Ludwig Wittgensteins "Philosophische Untersuchungen", genetisch ediert

"In dem Folgenden will ich eine Auswahl von philosophischen Bemerkungen veröffentlichen, die ich im Laufe der letzten neun Jahre niedergeschrieben habe ... Ich habe alle diese Gedanken ursprünglich als Bemerkungen, kurze Absätze, niedergeschrieben. Manchmal in längeren Ketten über denselben Gegenstand, manchmal sprungweise vom einen zum andern übergehend. Meine Absicht war es, all dies einmal in einem Buche zusammenzufassen, von dessen Form ich mir zu verschiedenen Zeiten verschiedene Vorstellungen machte."

So beginnt das "Vorwort", das Ludwig Wittgenstein im August 1938 in Cambridge zu einem Buch verfaßte, das ihm zu dieser Zeit vorschwebte. Erschienen ist diese Auswahl von Bemerkungen ebensowenig wie andere, die Wittgenstein zwischen seiner Rückkehr nach Cambridge im Jahr 1929 und seinem Tod 1951 zusammenstellte. Der Schüler und spätere Nachlaßverwalter Rush Rees machte sich damals zwar an die Übersetzung in Hinblick auf die geplante zweisprachige Ausgabe, doch dann nahm die Sache den bei Wittgenstein üblichen …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

"Erst scheint er ein wenig enttäuscht, unser Rezensent, dass die Herausgeber dem Wunsch Wittgensteins, sein zweites Hauptwerk, die Philosophischen Untersuchungen, nur zusammen mit der "Logisch-philosophischen Abhandlung" zu publizieren, nicht entsprechen. Dann aber zeigt sich Matthias Kross doch sehr angetan von der Edition, von der Art der Kommentierung und der Verweisstruktur innerhalb des Bandes, wie auch von dem gewählten Fokus auf die Entstehungsgeschichte des Textes. Der Leser, erklärt er, könne so die über einen Zeitraum von mehr als fünfzehn Jahren entstandenen (z.T. erstmals veröffentlichten) Fassungen miteinander vergleichen. Dem Rezensenten hat sich dadurch "die verblüffende Brillanz des Wittgensteinschen Denkens, aber auch die Härte der Arbeit an einzelnen Formulierungen" erschlossen, die "Verfertigung des Gedankens," der, wie Kross zu verstehen gibt, bei Wittgenstein in "Bemerkungen von größter gedanklicher und sprachlich-stilistischer Schönheit" mündet.

© Perlentaucher Medien GmbH"

Wittgensteins spätes Hauptwerk Als Ludwig Wittgenstein die Philosophischen Untersuchungen schrieb, war er durch seinen Tractatus logico-philosophicus in Fachkreisen bereits ein berühmter Mann. Nach jahrelanger Abstinenz vom philosophischen Denken wandte er sich ab 1929 wieder der Materie zu – um schließlich in 693 Paragrafen seine frühere Theorie zu korrigieren. Sein Interesse richtete sich nun nicht mehr auf eine formal logische, konstruierte Idealsprache, sondern auf die normale, gesprochene Alltagssprache. Was macht das Wesen unserer Sprache aus? Woran lässt sich die Bedeutung eines Wortes oder Satzes erkennen? Wie lernen Kinder ihre Muttersprache? Aufgrund welcher Regeln und Vereinbarungen gelingt es Menschen überhaupt, miteinander zu kommunizieren? In immer neuen Anläufen umkreist Wittgenstein diese Fragen, leidenschaftlich, akribisch und ohne dabei fertige Antworten zu liefern. Die vielen Beispiele und Situationen aus dem Alltag, mit denen er seine Argumentation untermalt, sind gerade durch ihre Banalität erhellend und dabei sogar oft erheiternd. Wittgensteins Spätwerk ist ein schwieriges, aber sehr lohnenswertes Buch, weil es zum Nachdenken über etwas für uns so Selbstverständliches wie unsere Sprache anregt.
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Ludwig Wittgenstein, geboren 1889 in Wien, gilt als einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Er wuchs in Österreich auf, studierte zunächst in Berlin und siedelte dann nach England über, wohin er nach verschiedenen Zwischenstationen immer wieder zurückkehrte.
Im Jahr 1939 folgte Wittgenstein dem Ruf als Professor an die Universität Cambridge. Er beschäftigte sich mit Fragen der Bedeutungsanalyse. Wittgenstein gilt als Begründer der sprachanalytischen Philosophie.
Im Zweiten Weltkrieg war er in Krankenhäusern in London und in Newcastle tätig. Nach Kriegsende kehrte er an die Universität Cambridge zurück. 1951 starb Wittgenstein in Cambridge.

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