Krieg der Welt - Ferguson, Niall

Niall Ferguson 

Krieg der Welt

Was ging schief im 20. Jahrhundert?

Übersetzung: Schmidt, K.-D. u. Binder, Klaus
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Krieg der Welt

Von den Konflikten am Vorabend des Ersten Weltkriegs bis zu den Nachbeben des Kalten Krieges - das 20. Jahrhundert war bei weitem das blutigste der Menschheitsgeschichte. Wie lassen sich Ausmaß und Intensität dieser Gewaltepoche erklären, ging es doch den meisten Menschen dank der Segnungen von Wissenschaft und Technik besser als je zuvor, war doch die Welt des Jahres 1900 in vielerlei Hinsicht genauso »globalisiert« wie die heutige? Warum mündete der Fortschritt in Rassenwahn und Völkermord?

Dem britischen Historiker Niall Ferguson, einem der brillantesten Köpfe seiner Generation, gelingt es mit diesem glänzend geschriebenen Buch, die Widersprüche des Zeitalters aufzulösen. Selten ist eine historische Epoche so umfassend, kompakt und hellsichtig dargestellt und gedeutet worden. Das spannungsreiche Spiel der Mächte, das fatale Gemisch von Rassenideologie und ethnischen Konflikten, die Unstetigkeit der Weltwirtschaft und der Vormarsch totalitärer Regime werden auf einzigartige Weise zusammengefügt zu einer rundum überzeugenden Antwort auf die Frage, was die Menschheit an diesen Tiefpunkt ihrer Geschichte geführt hat. Dabei richtet Ferguson den Blick auf sämtliche Schauplätze des Geschehens, von Sarajevo bis Nanking, von Verdun bis Stalingrad, von Dresden bis Hiroshima, von den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten bis zu den Massenmorden der Roten Khmer. Ein großes Panorama der Irrwege des 20. Jahrhunderts, fesselnd und lehrreich zugleich.


Produktinformation

  • Verlag: Propyläen
  • 2006
  • Ausstattung/Bilder: 2006. 987 S. m. Abb. u. Übers.-Ktn.
  • Seitenzahl: 992
  • Deutsch
  • Abmessung: 223mm x 149mm x 52mm
  • Gewicht: 1178g
  • ISBN-13: 9783549072141
  • ISBN-10: 3549072147
  • Best.Nr.: 20850667
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.12.2006

Verblendete Beschwichtiger
Niall Ferguson geht großen Linien und feinsten Verästelungen der Kriege im 20. Jahrhundert nach / Von Michael Salewski

Längst lesen wir H. G. Wells' "Krieg der Welten" als Menetekel für den Ersten Weltkrieg. Er kam überraschend, und das macht Niall Ferguson an typischen Börsenkursbewegungen und ähnlichen Indizien fest. Aber es gab auch einen "langen Weg in die Katastrophe" (Imanuel Geiss), denn daß da etwas "schiefgehen" mußte, war Folge immer höher aufgestauten Hasses - nicht der "Reiche" (und der Reichen) gegeneinander, sondern der in diesen "Reichen" lebenden ethnischen Minder- oder Mehrheiten. Lange bevor es die "ethnische Säuberung" zum Euphemismus des Jahrhunderts brachte, sorgte sie dafür, daß im 20. eigentlich immer irgendwo in der Welt Krieg war. Und wo die Waffen vorübergehend schwiegen, wurden sie flugs wieder geschärft - dafür bietet Deutschland das beste Beispiel, aber auch alle anderen "faschistischen" Staaten sahen in Krieg und Kriegsgeschrei ein probates Mittel der Selbstbestätigung und -befriedigung. Um so verhängnisvoller war es, daß die wenigen verbliebenen Demokratien (Ferguson zählt …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Viel zu viele Seiten für viel zu wenig Neues, bilanziert ein enttäuschter Cord Aschenbrenner. Für das 20. Jahrhundert spreche Niall Ferguson von einem "fünfzigjährigen" Krieg, vom japanischen Angriff auf Russland bis zum Ende des Koreakrieges. Innerhalb dieses Netzes von Regionalkonflikten, referiert der Rezensent, gab es weder einen klar umrissenen Zweiten Weltkrieg, noch sei der Holocaust in seiner Zielsetzung eine Ausnahme unter den Völkermorden gewesen. Diese These und auch Fergusons Erklärungsversuche für den "Zivilisationsbruch" im 20. Jahrhundert verlaufen für den Rezensenten auf allzu ausgetreten Pfaden, zumal von britischen Historikern. Der Autor hätte sich doch besser mit sozialen und kulturellen Fragen auseinander setzen sollen, anstatt im Wesentlichen bekannte Augenzeugenberichte von Massakern zu zitieren.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Ferguson ist immer ideenreich, bietet neue Perspektiven, Zusammenhang und Sinn: Die Wahrheit über das 20. Jahrhundert ist nicht die Idee des Fortschritts, sondern die Übermacht der Gewalt, verbunden mit dem Niedergang des Westens." (Die Welt)
Niall Ferguson, ist Professor für Geschichte an der Harvard University mit Schwerpunkt Finanz- und Wirtschaftsgeschichte sowie Senior Research Fellow der Oxford University. Er ist ein sehr profilierter Historiker der angelsächsischen Welt.

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