Nach zwei Diktaturen, einem blutigen Bürgerkrieg und dem Übergang
zur parlamentarischen Demokratie seit dem Tod Francos ist Spanien
heute in der europäischen Normalität angekommen. Walther L.
Bernecker verfolgt die bewegte Geschichte des Landes im 20.
Jahrhundert und zeigt wie es seinen europäischen Nachbarn immer
ähnlicher wurde. Ein besonderes Merkmal der spanischen Geschichte
ist die Ungleichzeitigkeit von politischer und
wirtschaftlich-sozialer Entwicklung. Das 1931 auf die Diktatur
Primo de Riveras folgende republikanische Spanien war zwar
politisch ein modernes Land mit aufgefächertem Parteiensystem, aber
es blieb wirtschaftlich rückständig. Am Ende der franquistischen
Diktatur 40 Jahre später hatten sich die Vorzeichen umgekehrt.
Spanien war wirtschaftlich in der europäischen Moderne angekommen,
aber politisch noch immer im autoritär-hierarchischen System des
Franquismus gefangen. Zu Beginn der 90er Jahre zeigte das Land
wiederum ein radikal verändertes Gesicht. Erst die Reformen der
letzten Jahrzehnte haben Spanien endgültig zu einem
westlich-demokratischen Land werden lassen.
Walther L. Bernecker, geb. 1947; Studium der Geschichte, Germanistik und Iberoromanischen Philologie; 1976 Promotion an der Universität Erlangen, 1986 Habilitation an der Universität Augsburg; seit 1988 Professor für Neue Geschichte an der Universität Bern.
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