Tätertrauma - Giesen, Bernhard / Schneider, Christoph (Hgg.)

Bernhard Giesen / Christoph Schneider (Hgg.) 

Tätertrauma

Nationale Erinnerungen im öffentlichen Diskurs

Herausgeber: Schneider, Christoph; Giesen, Bernhard
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Tätertrauma

Moderne Nationalstaaten waren lange mit Erinnerung an mythische Gründungsereignisse verbunden. Die Nation stand nicht nur für Gemeinschaft, sondern auch für Freiheit, Solidarität und Gleichheit. Nach dem 2. Weltkrieg änderte sich dies bspw. in Deutschland grundlegend. Die deutsche Nation stand für beispiellose Grausamkeit und die Vernichtung ganzer Bevölkerungsgruppen. Aus der imaginierten Nation der Freien und Gleichen wurde eine der Schuldigen und Täter. Die mythische Grundidee war damit jedoch nicht zerstört, sondern existierte in nunmehr traumatisierter Form weiter. Der Umgang mit dem Trauma gelang zunächst, indem man sich selbst als kollektives Opfer Hitlers sah und die Schuld öffentlich beschwieg. Im Zuge der sich zunehmend transnationalisierenden Öffentlichkeiten geriet dieses Selbstverständnis in Bedrängnis. Die Sicht der Anderen auf die eigenen Erinnerungsformen wurde immer bedeutender und forderte neue Erinnerungstraditionen. Dabei kam den Medien die entscheidende Bedeutung zu. Die Beiträge untersuchen die Medienrezeption in vier paradigmatischen Fällen der neuen Erinnerungstradition: Willy Brandts Kniefall in Warschau, den Papon-Prozess in Frankreich, die Erinnerungsrituale von Gianfranco Fini in Italien und die japanische Auseinandersetzung um das Massaker in Nanking.


Produktinformation

  • Verlag: UVK
  • 2004
  • Ausstattung/Bilder: 404 Seiten
  • Seitenzahl: 404
  • Historische Kulturwissenschaft
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 130mm x 27mm
  • Gewicht: 590g
  • ISBN-13: 9783896696915
  • ISBN-10: 3896696912
  • Best.Nr.: 12487620
Bernhard Giesen ist Lehrstuhlinhaber für Makrosoziologie.

Leseprobe zu "Tätertrauma"

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Inhaltsangabe

Aus dem Inhalt:Valentin Rauer: Brandts Kniefall in den Medien. Die symbolische Anerkennung kollektiver Schuld
Valentin Rauer / T. Buser: Fini in Auschwitz und Fosse Ardeatine. Rituelle Grenzbearbeitung prekärer Vergangenheiten
Christoph Schneider: Zur Ikonographie des Traumas. Die Bilder des "knienden Kanzlers"
Christoph Schneider / C. Albrecht: Der Fall "Papon". Kollaboration als Trauma kollektiver Erinnerung
W. L. Schneider: Objektive Hermeneutik und kollektive Erinnerung. Eine Ikonologie des "Mahnmals der Helden des Warschauer Gettoaufstands"
K. Tsutsui: Das Nanking-Massaker. Nationale Schuld in japanischen Erinnerungsdiskursen nach 1945

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